Diese Facharbeit wurde im Rahmen der Weiterbildung zum Praxisanleiter geschrieben und hat das Ziel einen strukturierten, verständlichen und geplanten Ablauf einer Anleitung, im Alltag eines Praxisanleiters aufzuführen. In dieser Facharbeit wird beschrieben, wie man eine Anleitungssituation sprachsensibel plant, durchführt und reflektiert. Es handelt sich hierbei um eine Anleitungssituation zum Thema Pflege von PEG-Button.
Deutschland steht vor einer Krise in der Pflege. Der akute Mangel an qualifizierten Pflegekräften ist bereits Realität. Die Hauptursachen für diese Situation sind die unattraktiven Arbeitsbedingungen, unzureichende Bezahlung, der demografische Wandel und abnehmende Attraktivität des Pflegeberufs. Besonders prekär ist die Situation in der Altenpflege, sowohl in stationären Einrichtungen als auch im ambulanten Bereich.
Im Jahr 2021 waren in Deutschland rund 5 Millionen pflegebedürftige Menschen. Bis zum Jahr 2055 soll diese Zahl auf etwa 6,8 Millionen wachsen, was ein Anstieg um 37 % bedeutet. In den letzten vier Jahren ist trotzdem die Zahl der examinierten Fachkräfte in Deutschland nur um 1´880 auf insgesamt knapp 1,05 Millionen gewachsen. Die Zahl der Auszubildenden ist in diesem Zeitraum sogar um fast 5´300 gesunken. Dafür hat sich aber der Anteil von Ausländern deutlich, von 14 auf 19 %, erhöht. Nach Vorausberechnungen des Statistischen Bundesamtes, dürfte die Zahl der erwerbstätigen Pflegekräfte in Deutschland, vor allem bedingt durch die zunehmende Alterung der Bevölkerung, abnehmen. Dieses hat den Bedarf an Pflegekräften in zwei Varianten, mit unterschiedlichem Fokus, auf demografische und gesellschaftliche Veränderungen berechnet. Bei der „Trend-Variante“ würden bis 2049 voraussichtlich 280.000, bei der „Status-quo-Variante“ sogar bis zu 690.000 Pflegekräfte fehlen.
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3. Der Anleitungsprozess
4. Evaluation des Anleitungsprozesses
5. Fazit
6. Literaturverzeichnis
7. Anhang
1. Einleitung
Diese Facharbeit wurde im Rahmen der Weiterbildung zum Praxisanleiter geschrieben und hat das Ziel einen strukturierten, verständlichen und geplanten Ablauf einer Anleitung, im Alltag eines Praxisanleiters aufzuführen. In dieser Facharbeit wird beschrieben, wie man eine Anleitungssituation sprachsensibel plant, durchführt und reflektiert. Es handelt sich hierbei um eine Anleitungssituation zum Thema Pflege von PEG-Button.
1.1 Relevanz des Themas
Deutschland steht vor einer Krise in der Pflege. Der akute Mangel an qualifizierten Pflegekräften ist bereits Realität. Die Hauptursachen für diese Situation sind die unattraktiven Arbeitsbedingungen, unzureichende Bezahlung, der demografische Wandel und abnehmende Attraktivität des Pflegeberufs. Besonders prekär ist die Situation in der Altenpflege, sowohl in stationären Einrichtungen als auch im ambulanten Bereich.[1]
Im Jahr 2021 waren in Deutschland rund 5 Millionen pflegebedürftige Menschen. Bis zum Jahr 2055 soll diese Zahl auf etwa 6,8 Millionen wachsen, was ein Anstieg um 37 % bedeutet[2].
In den letzten vier Jahren ist trotzdem die Zahl der examinierten Fachkräfte in Deutschland nur um 1´880 auf insgesamt knapp 1,05 Millionen gewachsen.
Die Zahl der Auszubildenden ist in diesem Zeitraum sogar um fast 5´300 gesunken. Dafür hat sich aber der Anteil von Ausländern deutlich, von 14 auf 19 %, erhöht.[3] „Seit 2022 wird das Beschäftigungswachstum in der Pflege ausschließlich von Ausländerinnen und Ausländern getragen“[4].
Nach Vorausberechnungen des Statistischen Bundesamtes, dürfte die Zahl der erwerbstätigen Pflegekräfte in Deutschland, vor allem bedingt durch die zunehmende Alterung der Bevölkerung, abnehmen. Dieses hat den Bedarf an Pflegekräften in zwei Varianten, mit unterschiedlichem Fokus, auf demografische und gesellschaftliche Veränderungen berechnet. Bei der „Trend-Variante“ würden bis 2049 voraussichtlich 280.000, bei der „Status-quo-Variante“ sogar bis zu 690.000 Pflegekräfte fehlen.[5]
Angesichts des Personalmangels setzt Deutschland verstärkt auf die Rekrutierung von Pflegekräften aus dem Ausland[6]. Es bestehen Kooperationen mit Drittstaaten wie Philippinen und Vietnam, um Fachkräfte anzuwerben. Das sogenannte „Triple-Win-Programm“, soll für eine ethische und faire Rekrutierung, nach internationalen Standards sorgen.[7]
1.2 Begründung der Themenwahl
Die Einführung der generalistischen Pflegeausbildung hat den Tätigkeitsbereich der Pflege erweitert und somit die sprachlichen Anforderungen an die Auszubildenden erhöht. Dieser umfassendere Ansatz erfordert von den Lernenden, sich auf ein breiteres Spektrum an Versorgungssituationen und Patientenbedürfnissen vorzubereiten. Die sprachliche Sensibilität wird dadurch noch wichtiger als in spezialisierten Ausbildungsmodellen.[8]
Es wird erwartet, dass die Rekrutierung weiterhin andauern wird, daher wird man einen erhöhten Förderbedarf, insbesondere im Lesen und Schreiben sowie in der Verwendung der Fachsprache sehen. Die Sprachkompetenzen der Lernenden zu verbessern, ist daher ein wesentlicher Teil bei der praktischen Ausbildung von Auszubildenden, mit einer nicht deutschen Herkunftssprache.
Gute Sprachkenntnisse sind wesentlich für eine erfolgreiche Integration in den Pflegeberuf und für die Patientensicherheit. Kommunikation ist der Schlüssel zur fachlichen und sozialen Integration. Bei unzureichenden Sprachkenntnissen kann es zu Missverständnissen, Fehlern in der Versorgung und sozialer Isolation kommen. Schwierigkeiten beim Verstehen von Anweisungen oder Patientenkommunikation erhöhen das Risiko von Versorgungsfehlern. Sprachbarrieren behindern auch den Aufbau von Beziehungen zu Patienten und Kollegen, was die Arbeitszufriedenheit mindert.[9]
Ich selbst bin für das Thema sensibilisiert, da ich aus einem nicht deutschsprachigen EU-Land gekommen bin, und in Deutschland meine Ausbildung zur examinierten Fachkraft erworben habe. Ich weiß, dass ich als Praxisanleiter eine zentrale Rolle bei der sprachlichen Entwicklung zukünftiger Pflegefachkräfte einnehme.
1.3 Vorstellung des Unternehmens
Der Pflegedienst ist ein Teil der Stiftung XYZ.
Ziel der Stiftung ist die Rehabilitation von Menschen mit Körperlichen- und Mehrfachbehinderungen. In der Stiftung und ihren Tochtergesellschaften arbeiten XY Mitarbeiter in verschiedenen Arbeitsfeldern.
Der Pflegedienst wurde XXXX gegründet.
Er verfügt über eigene Geschäftsräume in XXX. Alle Räume sind barrierefrei.
Der Pflegedienst ist schwerpunktmäßig in den Bezirken XXX und XXX im Einsatz. Pflegeleistungen werden auch in den Wohngemeinschaften in den Bezirken XXX und XXX erbracht.
Entsprechend der Satzung der Stiftung bietet der Pflegedienst insbesondere Menschen mit angeborenen und erworbenen Behinderungen Leistungen an. Selbstverständlich können aber auch Menschen mit akuten oder chronischen Erkrankungen das Leistungsangebot des Pflegedienstes in Anspruch nehmen.
Das Leistungsangebot erstreckt sich von Leistungen gemäß der
› Häuslichen Behandlungs- und Krankenpflege nach SGB V,
› Pflegesachleistungen nach dem Pflegeversicherungsgesetz SGB XI,
› der Häuslichen Pflege gemäß SGB XII,
› Betreuungsleistungen nach § 45 SGB XI,
› Pflegeberatungseinsätzen nach § 37 Abs. 3 SGB XI,
› sowie Verhinderungspflege nach SGB XI in der häuslichen Umgebung.
1.4 Vorstellung der Beteiligten
1.4.1 Praxisanleitung
Ich bin 43 Jahre alt, komme ursprünglich aus der Slowakei und bin vor neun Jahren nach Deutschland gezogen. Ich habe sogleich bei meinem derzeitigen Arbeitgeber als Pflegekraft angefangen zu arbeiten. 2018 habe ich die berufsbegleitende Ausbildung zum staatlich anerkannten Altenpfleger angefangen. Um mehr praktisches Wissen zu erlangen, habe ich mich im Jahr 2020 für den stationären Bereich entschieden, und den Arbeitgeber gewechselt. Auch nach der Ausbildung, Ende des Jahres 2022, blieb ich weiterhin, diesmal aber schon als Pflegefachkraft, im Pflegeheim, wo ich meine Weiterbildung zum Hygienebeauftragten abgeschlossen habe. Anfang des Jahres 2024 bin ich zurück zu meinem ursprünglichen Arbeitgeber, im ambulanten Bereich, als Pflegefachkraft zurückgekehrt.
1.4.2 Auszubildender
Eine Vorstellung des Auszubildenden.
1.4.3 Klientin
Kurze Vorstellung der Klientin mit wichtigsten Diagnosen sowie sozialem Umfeld.
2. Theoretische Grundlagen
2.1 Sprachsensible Ausbildung
Die Aufgabe der Praxisanleitung ist es, die Auszubildenden schrittweise an die eigenständige Wahrnehmung der beruflichen Rolle heranzuführen und die Verknüpfung des theoretischen Wissens aus dem Unterricht mit den praktischen Aufgaben zu erstellen.
Sprachsensible Ausbildung in der Pflege zielt darauf ab, sprachliches und fachspezifisches Lernen zu integrieren, um alle Auszubildenden dabei zu unterstützen, die sprachlichen und kommunikativen Anforderungen ihrer Ausbildung und ihres Berufs zu erfüllen. Ein wesentliches Prinzip ist der sensible Umgang mit Mehrsprachigkeit, wobei die vielfältigen sprachlichen Repertoires der Auszubildenden als Ressource geschätzt werden. Auszubildende, die unterschiedlichen Sprachen sprechen, haben möglicherweise einzigartige Wege, Konzepte zu verstehen und auszudrücken. Indem Lehrkräfte diese sprachliche Vielfalt anerkennen und nutzen, können sie Gelegenheiten schaffen, in denen Auszubildende Konzepte in ihrer Muttersprache erklären, Terminologie vergleichen und von den Perspektiven der anderen lernen können, was zu einem reicheren und tieferen Verständnis für alle führt.[10]
Sprachsensible Ausbildung ermutigt Auszubildende, sich aktiv mit der Sprache der Pflege auseinanderzusetzen, um ihr kognitives Verständnis des Berufs zu vertiefen. Indem Auszubildende ermutigt werden, ihr Verständnis von Pflegekonzepten zu artikulieren, Fallstudien zu diskutieren und Verfahren in eigenen Worten zu erklären, können Lehrkräfte ihnen helfen, ihr Wissen zu festigen und Bereiche zu identifizieren, in denen ihr Verständnis möglicherweise unvollständig oder ungenau ist. Klare und zugängliche Sprache in Unterricht und Lernmaterialien verbessert das Verständnis für alle, nicht nur für diejenigen, die Deutsch als Zweitsprache lernen.[11]
2.1.1 Scaffolding
"This sociocultural approach to learning recognizes that with assistance, learners can reach beyond what they can do unaided, participate in new situations, and take on new roles. […] This assisted performance is encapsulated in Vygotsky's notion of the zone of proximal development, or ZPD, which describes the 'gap' between what learners can do alone and what they can do with help from someone more skilled. This situated help is often known as 'scaffolding'".[12]
- Citar trabajo
- Anonym (Autor), 2025, Sprachsensible praktische Ausbildung internationaler Auszubildender, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1600722