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Hausaufgaben. Ein Mechanismus der Reproduktion von sozialer Ungleichheit

Inwieweit fördern Hausaufgaben die Reproduktion sozialer Ungleichheit und Bildungsbenachteiligung?

Titel: Hausaufgaben. Ein Mechanismus der Reproduktion von sozialer Ungleichheit

Bachelorarbeit , 2024 , 46 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Lisa Viegas (Autor:in)

Pädagogik - Schulwesen, Bildungs- u. Schulpolitik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Hausaufgaben sind ein fester Bestandteil des schulischen Lernens. Sie betreffen nicht nur Schüler*innen und Lehrkräfte, sondern vor allem auch die Eltern. Insbesondere in Grundschulen stellen Hausaufgaben eine zentrale Schnittstelle zwischen Schule und Eltern beziehungsweise Jugendhilfe dar. Angesichts der in Deutschland herrschenden Unterschiede in Bezug auf Bildungsferne beziehungsweise -nähe im familiären Kontext lässt sich nicht ausschließen, dass die Bewältigung von Hausaufgaben im außerschulischen Rahmen nicht unter gleichwertigen Bedingungen stattfindet. Insbesondere ist fraglich, wie die soziale Reproduktion von Bildungsbenachteiligung über die Praxis der Hausaufgabenbewältigung aufrechterhalten wird und ob es durch Anpassungen dieser Praxis möglich ist, die soziale Konstruktion der Bildungsbenachteiligung aufzulösen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsbestimmungen

2.1. Hausaufgaben

2.2. Soziale Ungleichheit

2.3. Bildungschancen, Bildungsgerechtigkeit

2.4. Sozioökonomische Differenzen

3. Theoretischer Hintergrund

3.1. Funktionen von Hausaufgaben

3.1.1.Didaktisch-methodische Funktion

3.1.2.Erzieherische Funktion

3.1.3.Ziele von Hausaufgaben

3.2. Aktuelle Diskussion in Medien & Politik

3.3. Rechtslage

3.4. Hausaufgabenpraxis

3.4.1.Deutschland

3.4.2.Weltweit

4. Ableitung der Forschungsfrage

4.1. Forschungsfrage

4.2. Hypothesen

4.3. Erhebungsmethode

5. Verschiedene Hausaufgabenbewältigungsstrategien

5.1. Selbstständiges Arbeiten

5.2. Unterstützung durch Familie

5.2.1.Hausaufgabenhilfe nach sozioökonomischen Status

5.3. Unterstützung durch Dritte

5.3.1.Finanzielle Aspekte

6. Zusammentragen empirischer Befunde

6.1. Zu den Ursachen von Bildungsungleichheit

6.2. Kausaler Zusammenhang zwischen Hausaufgabenpraxis und Bildungschancen

6.3. Untersuchung der zentralen Ziele von Hausaufgaben in der Forschung:

6.4. Weitere Probleme mit dem Prinzip der klassischen Hausaufgaben

6.4.1.Mangelnde Kompetenzentwicklung in der Lehrkräftebildung

6.4.2.Das Dilemma des Helfens oder Nicht-Helfens

6.4.3.Das Konfliktpotential von Hausaufgaben

6.4.4.Das Risiko der Desavouierung

6.4.5.Einfluss auf die gesundheitliche Ungleichheit

6.4.6.Eine gesellschaftliche Reproduktion des Rollenbilds

7. Alternative Lösungsvorschläge

7.1. Notwendigkeit der Reform

7.1.1.Offene und geschlossene Hausaufgaben

7.1.2.Individualisierte Hausaufgaben

7.1.3.Professionalisierte Hausaufgabenbetreuung im institutionalisierten Kontext

7.1.4.Integration von Hausaufgaben in den Schulalltag

7.1.5.Hausaufgabennetzwerke

7.2. Daseinsberechtigung von Hausaufgaben

7.3. Schlussfolgerungen der Lösungsvorschläge

8. Fazit zur Rolle von Hausaufgaben in der Reproduktion sozialer Ungleichheit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der Hausaufgabenpraxis an deutschen Schulen und der Reproduktion sozialer Ungleichheit. Ziel ist es zu beleuchten, wie familiäre Unterstützung, Ressourcen und sozioökonomischer Hintergrund den Erfolg bei Hausaufgaben beeinflussen und ob diese Praxis zur Bildungsbenachteiligung beiträgt.

  • Mechanismen der Reproduktion sozialer Ungleichheit durch Hausaufgaben
  • Einfluss des sozioökonomischen Status auf elterliche Unterstützung
  • Bedeutung von Nachhilfe und außerschulischer Unterstützung
  • Kritische Reflexion der Hausaufgabenpraxis im Hinblick auf Bildungschancen
  • Alternative Ansätze zur Hausaufgabenreform

Auszug aus dem Buch

6.4.4. Das Risiko der Desavouierung

Die Kontrolle der Hausaufgaben durch eine Besprechung im Klassenplenum ist in vielen Schulen alltäglich (Fuhrmann, 2022, S. 120ff.). Mit der „klassenöffentlichen Thematisierung“ (Fuhrmann, 2022, S. 117) wird einerseits ein Bewusstsein für eine fehlerfreie Lösung geschaffen und gleichzeitig vermittelt, was als gute Leistung in der Hausaufgabenbearbeitung gilt. Beim gemeinsamen Vergleichen ist durch Schüler*innenbeiträge gut erkennbar, welche*r Schüler*in welche Art der Leistung erbracht hat. Dazu folgt der Besprechung der korrekten Lösungen oftmals noch eine explizite Rückmeldung der Fehleranzahl per Abfrage durch die Lehrkraft. Eine solche Abfrage erfolgt in vielen Fällen über das Ausrufen von unterschiedlichen (Fehler-)Werten, denen sich die Schüler*innen über ihre Meldung zuordnen. Dieser Vorgang ist in folgendem Fallbeispiel aus der Dissertation von Fuhrmann (2022) nachzuvollziehen:

„Dann kehrt Frau Kurze zum Pult zurück, setzt sich vorne auf den Tisch und fragt, wer die Aufgabe mit drei Fehlern gelöst hat. Niemand meldet sich. „Zwei Fehler?“ Nun melden sich fünf Schülerinnen und Schüler. Frau Kurze nickt. „Ein Fehler?“ Jetzt meldet sich ein Großteil der Klasse. „Sehr gut.“ – „Ohne Fehler?“ Es melden sich sieben Schülerinnen und Schüler. „Toll“ kommentiert Frau Kurze.“

Deutsch Klasse 6, Balduin-Berthold-Gymnasium, zitiert nach Fuhrmann, 2022, S. 116

Hier ist eindeutig sichtbar, wer sich bei welcher Fehlerkategorie meldet oder auch nicht meldet. Was infolgedessen generiert wird, ist ein öffentliches Wissen, wer gute oder schlechte Leistungen erbracht hat (Fuhrmann, 2022, S. 117). Diese öffentliche Kategorisierung erzeugt nicht nur das Risiko der Entblößung, sondern stellt darüber hinaus einen sozialen Vergleich zwischen den Schüler*innen her, infolgedessen sich Schüler*innen untereinander in bildungsrelevante Gruppen einteilen könnten, was wiederum zu einer sozialen Abstufung führt (ebd.). Da Hausaufgaben, wie zuvor eingehend erörtert, auch von den familiären Ressourcen abhängen, spiegeln sie indirekt Unterschiede der sozioökonomischen und bildungsspezifischen Familienstrukturen wider.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung stellt Hausaufgaben als integrales Element des Schulalltags vor und hinterfragt deren Rolle bei der Entstehung sozialer Ungleichheit.

2. Begriffsbestimmungen: Hier werden zentrale Begriffe wie Hausaufgaben, soziale Ungleichheit, Bildungschancen und der sozioökonomische Status definiert.

3. Theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel erläutert die didaktischen und erzieherischen Funktionen von Hausaufgaben sowie die aktuelle politische und rechtliche Diskussion.

4. Ableitung der Forschungsfrage: Die Arbeit leitet aus der Diskrepanz zwischen Leistungsanspruch und sozioökonomischen Rahmenbedingungen die zentrale Forschungsfrage ab.

5. Verschiedene Hausaufgabenbewältigungsstrategien: Es werden Strategien wie Selbstständigkeit sowie die Unterstützung durch Familie oder Dritte und deren Kosten untersucht.

6. Zusammentragen empirischer Befunde: Dieses Kapitel analysiert Ursachen für Bildungsungleichheit, den kausalen Zusammenhang zur Hausaufgabenpraxis und spezifische Probleme wie das Risiko der Desavouierung.

7. Alternative Lösungsvorschläge: Es werden Ansätze wie die Integration in den Schulalltag, individualisierte Aufgaben und professionalisierte Betreuungskonzepte vorgestellt.

8. Fazit zur Rolle von Hausaufgaben in der Reproduktion sozialer Ungleichheit: Das Fazit bestätigt, dass Hausaufgaben soziale Ungleichheit verstärken können, und unterstreicht die Dringlichkeit einer Reform.

Schlüsselwörter

Hausaufgaben, soziale Ungleichheit, Bildungschancen, Bildungsbenachteiligung, sozioökonomischer Status, Hausaufgabenhilfe, Chancengleichheit, Elternhaus, Leistungsbewertung, Desavouierung, Bildungssoziologie, pädagogische Praxis, Schulalltag, individuelle Förderung, Schulerfolg.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, ob und wie Hausaufgaben als Mechanismus fungieren, der soziale Ungleichheit und Bildungsbenachteiligung im deutschen Schulsystem reproduziert.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Themen sind die Bedeutung des Elternhauses für den Schulerfolg, die Auswirkungen des sozioökonomischen Status auf die Hausaufgabenbewältigung und die kritische Analyse der aktuellen Hausaufgabenpraxis.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, zu ermitteln, inwiefern die Praxis der Hausaufgaben mit der sozialen Ungleichheit korreliert und welche Bedingungen zu einer Verstärkung dieser Disparitäten beitragen.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?

Die Autorin nutzt ein systematisches Literaturreview, um vorhandenes Wissen und empirische Studien zum Thema zusammenzuführen und auszuwerten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil umfasst theoretische Grundlagen, eine Analyse von Bewältigungsstrategien (z.B. elterliche Unterstützung, Nachhilfe), die Untersuchung empirischer Befunde zu Bildungsungleichheit sowie eine Diskussion alternativer Lösungsvorschläge.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Die Arbeit lässt sich vor allem durch Begriffe wie soziale Ungleichheit, Bildungsbenachteiligung, Chancengleichheit und Hausaufgabenpraxis beschreiben.

Was bedeutet das "Risiko der Desavouierung" in diesem Kontext?

Es beschreibt die Gefahr, dass Schülerinnen und Schüler durch die klassenöffentliche Besprechung von Fehlern bloßgestellt werden und dies zu einer sozialen Abstufung innerhalb der Klasse führt.

Warum ist das Eldenburg-Gymnasium ein wichtiges Beispiel in der Arbeit?

Es dient als exemplarisches Modell für die effektive Förderung selbstständigen Lernens durch eine innovative Umstrukturierung des Schultages ohne traditionelle Hausaufgaben.

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Details

Titel
Hausaufgaben. Ein Mechanismus der Reproduktion von sozialer Ungleichheit
Untertitel
Inwieweit fördern Hausaufgaben die Reproduktion sozialer Ungleichheit und Bildungsbenachteiligung?
Hochschule
Leuphana Universität Lüneburg  (Hochschule)
Veranstaltung
Bachelorarbeit
Note
1,3
Autor
Lisa Viegas (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2024
Seiten
46
Katalognummer
V1600940
ISBN (PDF)
9783389143391
ISBN (Buch)
9783389143407
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bachelorarbeit Bildungswissenschaft Hausaufgaben Soziale Ungleichheit Bildungschancen Pädagogik Schule Erziehungswissenschaften Bildungsgleichheit Bildungsgerechtigkeit Sozioökonomische Differenzen Didaktik Bildungsbenachteiligung Hausaufgabenpraxis PISA Schulreform Hausaufgabenreform
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Lisa Viegas (Autor:in), 2024, Hausaufgaben. Ein Mechanismus der Reproduktion von sozialer Ungleichheit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1600940
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Leseprobe aus  46  Seiten
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