„Decisions are approved, rather than made, by the cabinet“.1 Diese von Ferdinand Müller-Rommel getätigte Feststellung fasst die Thematik dieser Arbeit in einer Formel zusammen. Der Wandel hin zu informellem Regieren, der Rückzug aus der Formalität in das Informale, die sich damit befassenden Koalitionsausschüsse und das Koalitionsmanagement bilden die Kernthematik dieser Arbeit.[...]
Der Hauptteil dieser Arbeit befasst sich mit Koalitionsbildungen, Koalitionsvereinbarungen, den formellen und informellen Spielregeln und den daraus sich entwickelnden Veränderungen und Problemen.
Da ein analytischer Überblick über die Koalitionen der Bundesrepublik Deutschland den Rahmen dieser Arbeit sprengen würde, soll das Hauptaugenmerk auf den ersten Koalitionsausschuss, den „Kressbronner Kreis“ der ersten Großen Koalition, 1966-1969 unter Kiesinger, gerichtet werden. Als Vergleich dazu soll das Koalitionsmanagement der zweiten Großen Koalition, 2005-2009 unter Merkel, herangezogen werden.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Begrifflichkeiten
- Schwerpunkte der Koalitionsforschung
- Koalitionsbildung als erster Schwerpunkt der Koalitionsforschung
- Stabilität als zweiter Schwerpunkt der Koalitionsforschung
- Das Medianwähler-Theorem
- Die Entwicklung des Parteiensystems als entscheidende Voraussetzung für Koalitionsbildungen
- Koalitions- und Kabinettsauflösungen
- Koalitionsverhandlungen
- Der Weg hin zu niedergeschriebenen Koalitionsvereinbarungen
- Informale Elemente innerhalb der Regierungsarbeit
- Rahmenbedingungen des informellen Regierens
- Formelle Spielregeln
- Informelle Spielregeln
- Der innere Konflikt zwischen Richtlinienkompetenz und Koalitionsregierung
- Funktionswandel des Kabinetts
- Vorbehalte, Probleme und Kritik an der Informalität
- Von der Kanzlerdemokratie zur Konkordanzdemokratie
- Die erste Große Koalition und der „Kressbronner-Kreis“
- Koalitionsmanagement der zweiten Großen Koalition
- Die beiden Großen Koalitionen im Vergleich
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit befasst sich mit dem Wandel hin zu informellem Regieren in Koalitionsregierungen. Sie untersucht, wie sich die Koalitionsausschüsse und das Koalitionsmanagement in diesem Kontext entwickeln und welche Auswirkungen dies auf die Regierungsarbeit hat.
- Die Bedeutung von informellen Elementen im Regierungshandeln
- Die Entwicklung und Funktion von Koalitionsausschüssen
- Die Rolle des Koalitionsmanagements
- Der Einfluss von informellen Spielregeln auf die Regierungsarbeit
- Veränderungen und Probleme im Kontext von informellen Regelungen
Zusammenfassung der Kapitel
Die Arbeit beginnt mit einer Einführung in die Thematik und einer Klärung der relevanten Begrifflichkeiten. Anschließend werden die Schwerpunkte der Koalitionsforschung erläutert, wobei das Augenmerk auf die Koalitionsbildung und die Stabilität von Koalitionen liegt. Im Hauptteil werden Koalitionsbildungen, Koalitionsvereinbarungen, formelle und informelle Spielregeln sowie die daraus resultierenden Veränderungen und Probleme untersucht. Abschließend wird das Koalitionsmanagement der ersten und zweiten Großen Koalition in Deutschland verglichen.
Schlüsselwörter
Informales Regieren, Koalitionsforschung, Koalitionsbildung, Koalitionsmanagement, Koalitionsausschüsse, formelle und informelle Spielregeln, Große Koalition, Kressbronner Kreis, Kanzlerdemokratie, Konkordanzdemokratie.
Häufig gestellte Fragen
Was versteht man unter informellem Regieren?
Informelles Regieren bezeichnet Entscheidungsprozesse außerhalb der formalen Verfassungsstrukturen, oft in Gremien wie Koalitionsausschüssen.
Was ist der „Kressbronner Kreis“?
Dies war der erste Koalitionsausschuss der ersten Großen Koalition (1966-1969) unter Bundeskanzler Kiesinger.
Welche Koalitionen werden in der Arbeit verglichen?
Die Arbeit vergleicht das Koalitionsmanagement der ersten Großen Koalition (1966-1969) mit dem der zweiten Großen Koalition (2005-2009) unter Merkel.
Was ist das Medianwähler-Theorem?
Ein Schwerpunkt der Koalitionsforschung, der beschreibt, wie Parteien sich positionieren, um die Mehrheit der Wähler in der Mitte zu gewinnen.
Welche Kritik gibt es an der Informalität in der Politik?
Kritisiert wird oft der Mangel an Transparenz und die Schwächung der verfassungsmäßigen Organe wie des Kabinetts oder Parlaments.
Wie hat sich das Kabinett funktional gewandelt?
Entscheidungen werden im Kabinett oft nur noch formal bestätigt („approved“), während die eigentliche Willensbildung zuvor informell stattfindet.
- Citation du texte
- Martin Teichmann (Auteur), 2010, Koalitionsmanagement im Überblick, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/160162