Kunstunterricht im Wandel

Kunsterziehung und ästhetische Bildung


Hausarbeit, 2009

17 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Kunstunterricht vom 18.Jahrhundert bis in die 1970er Jahre- ein Überblick

3. Kunsterziehung und Ästhetische Bildung im Vergleich
3.1. Kunsterziehung im Dritten Reich
3.2. Themen, die im Rahmen der Kunsterziehung behandelt wurden
3.3. Ästhetische Erziehung
3.4. Das Phasenmodell nach G. Otto
3.5. Vergleich

4. Kunstpädagogik heute
4.1. Die Bildorientierung
4.2. Die künstlerische Bildung
4.3. Die Biografieorentierung
4.4. Die Ästhetische Forschung

5. Schluss

Literaturverzeichnis

1.Einleitung

Der Kunstunterricht hat sich seit seinem Aufkommen ständigen Veränderungen unterworfen. Etwa seit dem 18. Jahrhundert wurde „Kunst“ in deutschen Volksschulen in Form von Zeichenunterricht gelehrt.

Diese Arbeit bietet einen Querschnitt der Veränderungen des Kunstunterrichts vom 18. Jahrhundert bis heute. Der Schwerpunkt dabei liegt auf dem Vergleich zwischen der Kunsterziehung im Dritten Reich und der ästhetischen Bildung. Was waren Inhalte, Gestaltungstechniken und Ziele des Kunstunterrichts in den verschiedenen Zeiten?

Zudem werden verschiedene didaktische Konzepte der heutigen Zeit gegenübergestellt. Anschließend werden die Anforderungen, die die Gesellschaft heute an den Kunstunterricht stellt, thematisiert.

„Das, was ist, ist aber durch vielfältige Faktoren bedingt, und die Wurzeln dieser Bedingtheit liegen zumeist in der Vergangenheit. Wer wissen will, was wird, tut gut daran zu erkunden, wie das wurde, was ist.“

(Diethart Kerbs 1976)

2.Kunstunterricht, vom 16.Jahrhundert bis in die 1970er Jahre- ein Überblick

Wann genau der Kunstunterricht, zuerst in Form von Schulzeichenunterricht entstanden ist, kann man nicht genau feststellen. Etwa seit dem 16. Jahrhundert wird Zeichenunterricht gelehrt. Einzug in die Volksschulen hielt der Zeichenunterricht etwa in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts.[1]

Hauptgegenstand des Zeichnens war damals die menschliche Gestalt. Neben der Herstellung zwei-dimensionaler Kopien erfolgten Studien einzelner Körperteile, Bewegungs- und Kompositionsstudien.[2]

Dreidimensionale Figuren (wie zum Beispiel die Gliederpuppe oder andere Figuren), sowie das Zeichnen der Natur (der menschliche Körper), waren wesentliche Motive. Durch die praktische Anleitung wurden verschiedene Techniken des Zeichnens geübt. Dem Schüler wurde dabei eine routinierte Gewohnheit des Zeichnens vermittelt. Die Zeichenprozesse waren stark automatisiert.

Zum 19. Jahrhundert hin orientierte sich der Zeichenunterricht immer mehr an geometrischen Figuren.

„War der Zeichenunterricht im 16. Jahrhundert noch an der Darstellung der menschlichen Figur orientiert, veränderte sich die Akzentuierung nun hin zur Darstellung geometrischer Grundformen und Muster.“[3]

Im Zeichenunterricht wurden geometrische Regeln vermittelt, mit dessen Hilfe Figuren erstellt werden konnten. Die Zeichenutensilien beschränkten sich auf Stift, Feder, Lineal und Zirkel. Die Verwendung von Farbe wurde nicht bevorzugt, vielmehr standen grafische Techniken im Vordergrund. Zum Ende des 19. Jahrhunderts erlebte der Zeichenunterricht eine Umorientierung. Man nahm Abstand von mathematisch-abstrakten Darstellungen. Das Gedächtniszeichnen und das Skizzieren wurden Bestandteil des Lehrplans. Neben der bestehenden Reproduktions- und Beobachtungsfähigkeit, wurde nun auch das Vorstellungsvermögen der Schülerinnen und Schüler gefördert.

Die Natur spielte im Zeichenunterricht des 19. Jahrhunderts eine große Rolle. Gegenstände des täglichen Gebrauchs, sowie Blätter, Blüten, Obst und verschiedene Tiere wurden gezeichnet.

Während des Ersten Weltkrieges[4] wurden zudem Themen, die den Krieg betrafen, auch im Zeichenunterricht behandelt und dargestellt. Die Schülerinnen und Schüler fertigten Zeichnungen von Kriegssymbolen und Fahnen an. Nach dem Ersten Weltkrieg entwickelte sich der Zeichenunterricht zur menschenbildenden Kunsterziehung. Die Lehrpläne waren nun nicht mehr so steif, vielmehr handelte es sich um Richtlinien, die dem Lehrer eine Orientierung boten.

Die Kunsterziehung war wesentlich selbstbestimmter, als der Zeichenunterricht. Material wurde zunehmend von den Schülern selbst gewählt. Die Phantasie der Schülerinnen und Schüler war mehr und mehr gefragt. Um die künstlerische Selbsttätigkeit zu ermöglichen, wurde den Schülerinnen und Schülern eine Vielzahl gestalterischer Techniken an die Hand gegeben.[5]

Die Zeit zwischen der Nationalsozialistischen Machtergreifung durch das NS- Regime bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges veränderte den zuvor gelockerten Kunstunterricht. Die Vorgaben für den Kunstunterricht in Deutschland waren klar formuliert. Während der NS-Zeit, in den 1930er und 1940er Jahren sollten hauptsächlich „erwünschte Bilder von verordneten Idealen“ erstellt werden.[6] Die Ideologie dieser Zeit stand im Vordergrund. (siehe Kunsterziehung im Dritten Reich Punkt:3.1)

[...]


[1] KERBS, DIETHART (1976): Beiträge zur Sozialgeschichte der ästhetischen Erziehung. Historische Kunstpädagogik- Quellenlage- Forschungsstand- Dokumentation. Köln: DuMont (S. 56)

[2] GRÜNERT, KATHLEEN (2005): Vermittlung gestalterischer Techniken im Kunstunterricht. Hinterfragung eines traditionellen Verständnisses. o.O.: Grin Verlag (S.12)

[3] GRÜNERT, KATHLEEN (2005): Vermittlung gestalterischer Techniken im Kunstunterricht. Hinterfragung eines traditionellen Verständnisses. o.O.: Grin Verlag (S.16)

[4] 1914-1918

[5] GRÜNERT, KATHLEEN (2005): Vermittlung gestalterischer Techniken im Kunstunterricht. Hinterfragung eines traditionellen Verständnisses. o.O.: Grin Verlag (S.18f)

[6] OTTO, GUNTER; OTTO MARIA(1987): Auslegen. Ästhetische Erziehung als Praxis des Auslegens in Bildern und des Auslegens von Bildern. Seelze: Friedrich Verlag Velber (S. 11)

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Kunstunterricht im Wandel
Untertitel
Kunsterziehung und ästhetische Bildung
Hochschule
Universität Siegen
Note
1,7
Autor
Jahr
2009
Seiten
17
Katalognummer
V160222
ISBN (eBook)
9783640733347
ISBN (Buch)
9783640734009
Dateigröße
531 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kunstpädagogik, künstlerische Bildung
Arbeit zitieren
Katharina Sasse (Autor), 2009, Kunstunterricht im Wandel, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/160222

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