In der Gegenwart erfährt sowohl die Thematik des Traumas bei Kindern, als auch die Posttraumatische Belastungsstörung erhöhte Aufmerksamkeit und eine Reihe von Befunden zeigt, dass ein erheblicher Teil von Kindern nach einem Trauma eine Posttraumatische Belastungsstörung entwickelt, was eine genauere und detaillierte Betrachtung des Störungsbildes und seiner Behandlungsmöglichkeiten erfordert. Besonders die Traumafokussierte kognitive Verhaltenstherapie und die Methode des Eye Movement Desensitization and Reprocessing finden neben anderen Interventionsverfahren in der Fachliteratur vermehrt Beachtung.
Auf der Grundlage dieser Aspekte habe ich die folgende Fragestellung entwickelt, die ich in meiner Arbeit untersuche:
Durch welche Merkmale sind die Traumafokussierte kognitiv-behaviorale Verhaltenstherapie nach Cohen und das Eye Movement Desensitization and Reprocessing nach Shapiro als mögliche Interventionsformen der Posttraumatischen Belastungsstörung gekennzeichnet, in welchen Aspekten bestehen Gemeinsamkeiten und Unterschiede beider Therapieformen und welche Therapieform ist aus welchen Gründen wirksam(er)?
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Symptomatik der Posttraumatischen Belastungsstörung
3. Klassifikation und Diagnostik
4. Verlauf der Posttraumatischen Belastungsstörung
5. Ätiologie und Erklärungskonzepte
6. Therapie der Posttraumatischen Belastungsstörung
6.1. Grundlegende Aspekte der Traumatherapie
6.2. Traumafokussierte kognitiv-behaviorale Verhaltenstherapie (TF-KBT) nach Cohen
6.3. Eye Movement Desensitization and Reprocessing (EMDR) nach Shapiro
7. Fazit
8. Diskussion und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Merkmale, Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Traumafokussierten kognitiven Verhaltenstherapie (TF-KBT) und der Methode Eye Movement Desensitization and Reprocessing (EMDR) in der Anwendung bei Kindern und Jugendlichen mit einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) und bewertet deren jeweilige Wirksamkeit.
- Symptomatik und Diagnostik der PTBS im Kindes- und Jugendalter
- Entstehungskonzepte und Ätiologie der kindlichen Traumafolgestörungen
- Struktur und therapeutische Phasen der TF-KBT
- Ablauf und Wirkmechanismen der EMDR-Therapie
- Vergleichende Analyse der therapeutischen Ansätze und ihrer Effektivität
Auszug aus dem Buch
6.2. Traumafokussierte kognitiv-behaviorale Verhaltenstherapie (TF-KBT) nach Cohen
Kognitiv-verhaltenstherapeutische Verfahren berücksichtigen insbesondere die zentrale Rolle von Bewertungsprozessen und dysfunktionalen Kognitionen bei der Entstehung und Aufrechterhaltung der Symptomatik. Generell sind die Interventionen dabei eng an die entsprechenden Modelle der PTBS gebunden, wie z.B. in den bereits angesprochenen Modellen von Ehlers (1999) oder Landolt (2003).
Die von Judith Cohen entwickelte hochstrukturierte Traumafokussierte kognitiv-behaviorale Verhaltenstherapie (TF-KBT) liegt in manualisierter Form vor (vgl. Cohen et al., 2009) und hat sich in mehreren Effektivitätsstudien als wirksam erwiesen. Zugeschnitten ist die Therapie auf sexuell traumatisierte Kinder und Jugendliche im Alter von 3 bis 18 Jahren, wobei stets der allgemeine Entwicklungsstand des Klienten berücksichtigt werden muss. Insgesamt werden acht verschiedene Therapiephasen unterschieden, welche sich in der Regel auf 12-16 Sitzungen verteilen und etwa ein Mal wöchentlich stattfinden.
Die erste Phase der Therapie besteht aus dem Aufbau eines Rapports und der Stabilisierung. Die somatische, soziale und affektive Stabilisierung ist, wie bereits erwähnt, eine wichtige Voraussetzung für die anschließende belastende Arbeit am Trauma.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beleuchtet die Entwicklung des Trauma-Begriffs und die Notwendigkeit spezifischer Behandlungsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche mit PTBS.
2. Symptomatik der Posttraumatischen Belastungsstörung: Beschreibt die klinischen Merkmale der PTBS, wie Wiedererleben, Vermeidung und Hyperarousal bei Kindern und Jugendlichen.
3. Klassifikation und Diagnostik: Erläutert die relevanten Diagnosekriterien nach DSM-IV und die Notwendigkeit einer kindgerechten Traumaanamnese.
4. Verlauf der Posttraumatischen Belastungsstörung: Untersucht Prävalenzraten, komorbide Störungen und den Langzeitverlauf der PTBS.
5. Ätiologie und Erklärungskonzepte: Analysiert Risikofaktoren und theoretische Modelle, die das Verständnis der Entstehung von PTBS im Kindesalter unterstützen.
6. Therapie der Posttraumatischen Belastungsstörung: Detaillierte Vorstellung der beiden Interventionsformen TF-KBT und EMDR sowie grundlegender Phasen der Traumatherapie.
7. Fazit: Fasst die Ergebnisse der Untersuchung zusammen und vergleicht die Ansätze hinsichtlich ihrer Wirksamkeit und methodischen Ausrichtung.
8. Diskussion und Ausblick: Kritische Reflexion der aktuellen Forschungslage und Forderung nach qualitativer Verbesserung der therapeutischen Versorgung.
Schlüsselwörter
Posttraumatische Belastungsstörung, PTBS, Kinder, Jugendliche, Traumafokussierte kognitive Verhaltenstherapie, TF-KBT, Eye Movement Desensitization and Reprocessing, EMDR, Traumatherapie, Traumaexposition, Traumanarrativ, Affektregulation, Wirksamkeit, Psychotraumatologie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) bei Kindern und Jugendlichen und vergleicht zwei zentrale Interventionsformen der Traumatherapie.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Symptomatik, der Diagnostik, den Entstehungskonzepten sowie der detaillierten Beschreibung und Wirksamkeitsprüfung von TF-KBT und EMDR.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Merkmale von TF-KBT und EMDR herauszuarbeiten, Gemeinsamkeiten und Unterschiede aufzuzeigen und zu klären, welche Therapieform unter welchen Bedingungen wirksam ist.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und dem Vergleich von psychologischen Fachpublikationen und Meta-Analysen zur Wirksamkeit von Traumatherapien.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen des Störungsbildes sowie die detaillierte Darstellung der Phasen und Techniken der beiden gewählten Therapieansätze.
Was sind die charakteristischen Schlüsselwörter?
Die Arbeit zeichnet sich durch Begriffe wie PTBS, Traumafokussierte Verhaltenstherapie, EMDR, Affektregulation, Traumaexposition und kindliche Entwicklung aus.
Was zeichnet die TF-KBT nach Cohen besonders aus?
Es handelt sich um ein hochstrukturiertes, manualisiertes Verfahren, das insbesondere auf die Neubewertung dysfunktionaler Kognitionen und die Bearbeitung eines Traumanarrativs setzt.
Wie unterscheidet sich EMDR methodisch?
EMDR nutzt die bilaterale Stimulation (z.B. Augenbewegungen), um eine Dekonditionierung zu erreichen, und wird teilweise als tiefenpsychologisch fundierter in seiner Wirkweise wahrgenommen.
Welche Rolle spielt die therapeutische Beziehung?
In beiden Verfahren ist eine vertrauensvolle Beziehung essenziell, da sie dem Kind Sicherheit vermittelt und die Grundlage für die belastende Traumabearbeitung bildet.
Wie ist die Studienlage zur Wirksamkeit?
Beide Verfahren sind evidenzbasiert; Studien legen nahe, dass EMDR in der Symptomreduktion teilweise schneller wirkt, jedoch besteht für Kinder im Vorschulalter noch Forschungsbedarf.
- Citation du texte
- Corinna Walte (Auteur), 2010, Posttraumatische Belastungsstörung bei Kindern und Jugendlichen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/160236