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Persönlichkeitsstörungen mit dem Schwerpunkt Borderline

Title: Persönlichkeitsstörungen mit dem Schwerpunkt Borderline

Diploma Thesis , 2010 , 90 Pages , Grade: 1.3

Autor:in: Mireill Steinert (Author)

Pedagogy - Pedagogic Psychology
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Summary Excerpt Details

„Wie bin ich nur auf diese geschlossene Psychiatriestation gekommen ich wollte doch nur nicht allein zu Hause sein? Ich bin auf die geschlossene Station gekommen, weil ich einem Arzt gesagt habe, daß ich mich am liebsten umbringen würde. Der Raum ist groß. Er ist wie ein Glaskasten-von außen einzusehen. Bett an Bett. Ich habe mein Bett zwischen Halbverrückten und Ganzverrückten. Beim Essen treffe ich die weniger Verrückten, die auch irgendwas hergebracht hat. So wie mich. Es ist ziemlich schlimm hier. Die Stationsschwester sagt, ich gehörte hier nicht her. Ich will auch so schnell wie möglich wieder weg von hier. Und dann bekomme ich Angst vor dem `Wieder weg. Und dann will ich wieder weg. Und dann kommt wieder die Angst. Wenn ich nicht hergehöre-wo gehöre ich dann hin? Ich brauche Hilfe. Ich weiß nicht was mit mir ist. Ich weiß nur, daß es mir entsetzlich schlecht geht. Nach ein paar Tagen komme ich in ein kleineres Zimmer zu den weniger Verrückten. Der Stationsarzt unterhält sich oft mit mir über Literatur-ich lese gerade den `Wendepunkt´ von Klaus Mann. Und über Musik. Ich spüre sein Irritiert sein, ich wirke so normal in der Unterhaltung. Irgendwann fragt er nach. Wie erklärt man einen Alptraum während man ihn träumt?“
(Anders 2004, S.19f)

Dieses Zitat verdeutlicht die Gefühlswelt eines Borderliners. In dieser Diplomarbeit wird ein Überblick über das Krankheitsbild Borderline gegeben. Wo ist diese Erkrankung eingeordnet, wie äußert sie sich konkret, welche Therapiemöglichkeiten gibt es. Die gesamte Arbeit wird durch praktische Beispiele aus meiner Arbeit mit Borderlinern in der geschlossenen Psychiatrie untermauert.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsklärung

2.1 Der Normalitätsbegriff - Was ist psychisch krank?

2.2 Psychopathologie

2.3 Symptom und Syndrom

2.4 Die Klassifikationssysteme ICD-10 und DSM IV

3. Persönlichkeitsstörung

3.1 Allgemeine Definitionen

3.2 Spezifische Persönlichkeitsstörungen

3.2.1 Paranoide Persönlichkeitsstörung

3.2.2 Schizoide Persönlichkeitsstörung

3.2.3 Dissoziale / Antisoziale Persönlichkeitsstörung

3.2.4 Histrionische Persönlichkeitsstörung

3.2.5 Zwanghafte / Anankastische Persönlichkeitsstörung

3.2.6 Vermeidende / Selbstunsichere Persönlichkeitsstörung

3.2.7 Abhängige / Dependente Persönlichkeitsstörung

3.2.8 Narzisstische Persönlichkeitsstörung

3.2.9 Passiv-aggressive Persönlichkeitsstörungen

4. Grundlagen der Borderline – Persönlichkeitsstörung

4.1 Historie

4.2 Epidemiologie

4.2.1 Häufigkeit

4.2.2 Vergleich mit anderen psychischen Erkrankungen

4.3 Ursachen

4.3.1 Konstitutionelle Faktoren

4.3.1.1 Genetik

4.3.1.2 Neurologische und biochemische Fehlfunktionen

4.3.2 Umwelteinflüsse

4.3.2.1 Einfluss von Eltern und Familie

4.3.2.2 Borderline als Folge eines Traumas

4.3.3 Fazit

5. Klassifikation

5.1 Klassifikation nach Otto Kernberg

5.2 Klassifikation nach der ICD 10

5.3 Klassifikation nach dem DSM IV

5.4 Zusammenfassung

5.5 Explizite Beschreibung einzelner Kriterien

5.5.1 Identitätsstörung

5.5.2 Impulsivität

5.5.3 Impulsivität in selbstschädigenden Bereichen

5.5.3.1 Essstörungen

5.5.3.2 Substanzmittelmissbrauch

5.5.4 Selbstverletzendes Verhalten

5.5.4.1 Suizidales Verhalten

5.5.5 Zwischenmenschliche Beziehungen

5.5.5.1 Angst vor dem Alleinsein

5.5.6 Zusammenfassung

5.6 Komorbidität

6. Der Umgang mit der Erkrankung

6.1 Vom eigenen Erleben des Krankseins zur Diagnose

7. Therapien

7.1 Pharmakotherapie

7.2 Die Dialektisch-Behaviorale Therapie nach Marsha M. Linehan

7.2.1 Grundannahmen

7.2.2 Die Rolle und das Aufgabenfeld des Therapeuten

7.2.3 Behandlungskomponenten

7.2.4 Studien

7.3 Psychotherapie nach Clarkin, Yeomans, und Kernberg

7.3.1 Die psychoanalytische Sichtweise

7.3.2 Grundannahmen zur Borderline-Persönlichkeitsstruktur

7.3.3 Die Vereinbarungen zwischen dem Patienten und dem Therapeuten

7.3.4 Die Methode der Psychotherapie

7.4 Vergleich

8. Kinder und Jugendliche mit einer Borderline–Persönlichkeitsstörung

8.1 Gibt es Kinder und Jugendliche mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung?

8.2 Ein Beispiel

8.3 Ein Modell der schulischen Betreuung

9. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit gibt einen umfassenden Überblick über das Krankheitsbild der Borderline-Persönlichkeitsstörung unter besonderer Berücksichtigung der Erfahrungen in der stationären Eingliederungshilfe. Das primäre Ziel ist es, die Komplexität dieser Störung, ihre Ursachen sowie verschiedene Therapieansätze zu analysieren und dabei die Bedeutung eines ganzheitlichen Verständnisses für die Diagnostik und Behandlung herauszuarbeiten.

  • Historische Entwicklung und Begriffsklärung von Borderline
  • Epidemiologische Daten und Risikofaktoren wie Kindheitstraumata
  • Diagnostische Kriterien nach ICD-10 und DSM-IV
  • Spezifische Symptomkomplexe wie Identitätsstörung, Impulsivität und Selbstverletzung
  • Vergleich der Therapieansätze: Dialektisch-Behaviorale Therapie (DBT) vs. psychodynamische Psychotherapie

Auszug aus dem Buch

4.3.2.2 Borderline als Folge eines Traumas

„Unter einem Trauma wird ein einmaliges, schwerwiegendes, einschneidendes Erlebnis verstanden oder fortgesetzte Misshandlungen, sexueller Missbrauch und Gewaltanwendung. Während einer Traumatisierung verfügt die menschliche Psyche über eine Reihe von Schutzmechanismen. So wird davon ausgegangen, dass bei frühkindlicher Bedrohung Gefühle ´abgeschaltet werden, die Wahrnehmung der bedrohlichen Realität wird somit reduziert und das Schmerzhafte, Nicht-Auszuhaltende wird abgespalten, dissoziiert, einfach nicht mehr wahrgenommen und ins Unbewusste verdrängt. Das ist zunächst ein sehr wirkungsvoller Schutzmechanismus zum Überleben traumatischer Situationen.“

(Schäfer et al., 2006, S.55)

In Verbindung mit Borderline wird oft von traumatischen Kindheitserfahrungen gesprochen. In erster Linie geht es dabei um sexuellen und körperlichen Missbrauch, aber auch psychische Misshandlungen und starke Vernachlässigung werden hierbei als ein Trauma beschrieben. (Möhlenkamp, 2004, S.34 f., Schäfer et al., 2006, S. 55 f.)

In der Literatur findet man traumatische Erlebnisse in der Kindheit als eine Hauptursache für die Entwicklung einer Borderline-Störung. (Fiedler, 2001, S.250 ff., Möhlenkamp, 2004, S.34, Paris, 2000, S.159 ff.) Andere Autoren sehen es als umstritten an, dieses Trauma als zentral zu beschreiben. (Schäfer et al., 2006, S.55)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Autorin begründet ihre Themenwahl durch praktische Erfahrungen in der psychiatrischen Eingliederungshilfe und skizziert die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Borderline.

2. Begriffsklärung: Hier werden grundlegende Definitionen, psychopathologische Konzepte sowie die maßgeblichen Klassifikationssysteme ICD-10 und DSM-IV für psychische Erkrankungen erläutert.

3. Persönlichkeitsstörung: Dieses Kapitel definiert den Begriff Persönlichkeitsstörung und gibt einen detaillierten Überblick über die verschiedenen spezifischen Persönlichkeitsstörungen gemäß den klinischen Standards.

4. Grundlagen der Borderline – Persönlichkeitsstörung: Dieser Abschnitt befasst sich mit der historischen Entwicklung, der Epidemiologie sowie den genetischen, neurologischen und umweltbedingten Ursachen des Störungsbildes.

5. Klassifikation: Detaillierte Betrachtung der Borderline-Kriterien nach Kernberg, ICD-10 und DSM-IV sowie eine ausführliche Analyse einzelner Symptome wie Identitätsstörung und Impulsivität.

6. Der Umgang mit der Erkrankung: Die Autorin erörtert den Prozess der Diagnosefindung und die damit verbundenen emotionalen Reaktionen sowie die Bedeutung der Akzeptanz für Betroffene.

7. Therapien: Vergleich und Analyse von Pharmakotherapie, Dialektisch-Behavioraler Therapie (DBT) nach Linehan sowie psychodynamischen Verfahren nach Clarkin, Yeomans und Kernberg.

8. Kinder und Jugendliche mit einer Borderline–Persönlichkeitsstörung: Untersuchung der Möglichkeiten einer Diagnosestellung bei Kindern und Jugendlichen sowie Darstellung von Modellen der schulischen Betreuung.

9. Schlussbetrachtung: Zusammenfassendes Fazit der Autorin, das die Komplexität des Krankheitsbildes betont und die Notwendigkeit einer individuellen, ganzheitlichen Betrachtung hervorhebt.

Schlüsselwörter

Borderline-Persönlichkeitsstörung, Identitätsstörung, Impulsivität, Selbstverletzendes Verhalten, Kindheitstrauma, Psychotherapie, Dialektisch-Behaviorale Therapie, ICD-10, DSM-IV, Psychopathologie, Komorbidität, Suchterkrankung, Suizidalität, Bindungstheorie, Psychiatrische Eingliederungshilfe.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Diplomarbeit thematisiert das Krankheitsbild der Borderline-Persönlichkeitsstörung, analysiert deren Entstehung und Symptomatik und vergleicht verschiedene therapeutische Interventionsmöglichkeiten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Schwerpunkte liegen auf den Ursachen (konstitutionelle Faktoren und Umwelteinflüsse), der Klassifikation (nach ICD-10, DSM-IV und Kernberg) sowie dem Umgang mit Symptomen wie Impulsivität und Selbstverletzung.

Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?

Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die Komplexität der Borderline-Erkrankung zu schaffen und basierend auf praktischen Erfahrungen in einer psychiatrischen Einrichtung Therapieansätze kritisch zu beleuchten.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse basiert und diese durch Fallbeispiele und Beobachtungen aus der psychiatrischen Praxis illustriert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen des Krankheitsbildes, eine detaillierte Auseinandersetzung mit diagnostischen Kriterien sowie eine vergleichende Analyse klinischer Therapiemethoden wie DBT und Psychoanalyse.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie Borderline-Symptomatik, Affektive Instabilität, Traumafolgestörung, Therapiekonzepte und Psychodynamik geprägt.

Wie unterscheidet sich die DBT von der psychoanalytischen Psychotherapie bei Borderline?

Während die DBT nach Linehan primär auf das Training von Fertigkeiten zur Spannungsregulierung und Verhaltensänderung abzielt, konzentriert sich die Psychotherapie nach Clarkin/Kernberg stärker auf die Analyse und Bearbeitung der zugrunde liegenden gestörten Objektbeziehungen.

Warum wird die Diagnose "Borderline" bei Kindern kritisch gesehen?

Viele Autoren lehnen die Diagnose bei Minderjährigen ab, da die Persönlichkeitsentwicklung noch nicht abgeschlossen ist und symptomatische Auffälligkeiten häufig eher als entwicklungsbedingte Verhaltensauffälligkeiten denn als Persönlichkeitsstörung zu werten sind.

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Details

Title
Persönlichkeitsstörungen mit dem Schwerpunkt Borderline
College
University of Rostock
Grade
1.3
Author
Mireill Steinert (Author)
Publication Year
2010
Pages
90
Catalog Number
V160242
ISBN (eBook)
9783640739295
ISBN (Book)
9783640739639
Language
German
Tags
Borderline Grenzgänger Sozialpädagogik Sonderpädagogik Psychologie Persönlichkeitsstörung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Mireill Steinert (Author), 2010, Persönlichkeitsstörungen mit dem Schwerpunkt Borderline, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/160242
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