Der Mensch muss in seinem Leben viele Entscheidungen treffen. Die Forschung zeigt, dass er sich dabei keinesfalls ausschließlich rational verhält. Häufig findet kein umfangreiches Abwägen der Vor- und Nachteile statt. Stattdessen greift er zu einfacheren, heuristischen Entscheidungsregeln, um eine möglichst effiziente Entscheidung zu treffen.
Menschen greifen bei rationalen Entscheidungen häufig auf die Erwartungswert-Strategie zurück, die die Ergebnisse mit ihren Wahrscheinlichkeiten abwägt. Bei ungewissen Entscheidungen neigen sie gemäß der Minimax-Heuristik dazu, jegliche Wahrscheinlichkeiten zu vernachlässigen. Die Entscheidungsfindung unterscheidet sich daher systematisch voneinander. Inwieweit diese Diskrepanz auftritt, wenn eine Person für eine sozial entfernte Andere entscheidet oder Empfehlungen ausspricht, wurde in zwei Studien unter Verwendung eines Risky-Choice-Paradigmas untersucht. Dabei wurden Entscheidungen im monetären Bereich mit denen im medizinischen verglichen. Die Ergebnisse bestätigen die Annahme, dass es einen Unterscheid zwischen rationalen und heuristischen Entscheidungen gibt. Dies ist auch der Fall, wenn eine Person nicht für sich selbst entscheidet – Entscheidungen unter Risiko und die ihnen zugrundeliegenden Prozesse sind stark kontextabhängig und werden vielmehr von der Art der Folgen der Entscheidung beeinflusst.
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- Charlotte Frohreich (Author), 2023, Irrationales Verhalten bei der Entscheidungsfindung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1603153