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Der Einfluss von Hintergrundmusik in verschiedenen Sprachen auf die kognitive Leistung

Title: Der Einfluss von Hintergrundmusik in verschiedenen Sprachen auf die kognitive Leistung

Research Paper (undergraduate) , 2025 , 38 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Charlotte Frohreich (Author)

Pedagogy - Adult Education
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Summary Excerpt Details

Diese widersprüchlichen Befunde zum Lernen mit Musik verdeutlichen die Notwendigkeit, die zahlreichen Einflussfaktoren von Musik auf den Lernprozess differenzierter zu betrachten.

Auf Grundlage bisheriger Forschungsergebnisse und kognitionspsychologischer Theorien, die im nächsten Kapitel näher erläutert werden, gehen wir davon aus, dass Musik eine eher negative Wirkung auf den Lernprozess ausübt.
Unter dieser Annahme untersucht unsere Studie, welchen Einfluss Hintergrundmusik mit Gesang auf das Lernen hat, wobei wir eine differenzierte Betrachtung dessen vornehmen, ob die Sprache der Liedtexte eine Rolle spielt. Wir wollen zeigen, dass Musik mit Liedtexten in der Muttersprache stärker mit der Verarbeitung des Lernmaterials interferiert als Musik in einer Fremdsprache. Dies soll durch ein experimentelles Design erfolgen, das sich an einer aktuellen Forschung von Sun et al. (2024) orientiert. Die Ergebnisse dieser Studie sollen repliziert werden.

Die gewonnenen Erkenntnisse sollen neben ihrer theoretischen Relevanz dazu beitragen, evidenzbasierte Empfehlungen zur Nutzung von Musik beim Lernen ableiten zu können.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

  • 1 Einleitung...............................................................................................................................4
  • 2 Theorie und Überblick über den aktuellen Forschungsstand......................................................4
    • 2.1 Art der Musik...........................................................................................................................5
    • 2.2 Individuelle Präferenzen........................................................................................................5
    • 2.3 Art der Lernaufgabe...............................................................................................................6
    • 2.4 Neurowissenschaftliche Perspektive.......................................................................................6
    • 2.5 Zusammenfassung der Faktoren............................................................................................6
    • 2.6 Zugrundeliegende Theorien...................................................................................................7
      • 2.6.1 Das Gedächtnis.............................................................................................................7
        • 2.6.1.1 Das sensorische Gedächtnis
        • 2.6.1.2 Das Arbeitsgedächtnismodell
      • 2.6.2 Die Cognitive Load Theory...............................................................................................9
      • 2.6.3 Interferenzeffekte.........................................................................................................10
      • 2.6.4 Die automatische Sprachverarbeitung...........................................................................11
      • 2.6.5 Die Duplex-Mechanismus-Theorie...................................................................................11
      • 2.6.6 Zusammenfassung der Theorien..................................................................................12
    • 2.7 Der Forschungsbedarf...........................................................................................................12
    • 2.8 Die Forschungsfrage.............................................................................................................13
  • 3 Methode..................................................................................................................................14
    • 3.1 Untersuchungsdesign.........................................................................................................14
    • 3.2 Stichprobe...........................................................................................................................15
    • 3.3 Geräte..................................................................................................................................15
    • 3.4 Versuchsmaterial................................................................................................................16
      • 3.4.1 Sachtexte
      • 3.4.2 Experimentelle Aufgaben
      • 3.4.3 Fragebogen zur erlebten Ablenkung
    • 3.5 Versuchsablauf...................................................................................................................17
  • 4 Ergebnisse...............................................................................................................................18
    • 4.1 Single-Choice-Fragen.........................................................................................................18
    • 4.2 Open-Answer-Fragen.........................................................................................................18
    • 4.3 Fragebogen zur erlebten Ablenkung....................................................................................19
    • 4.4 Bearbeitungszeiten...........................................................................................................20
  • 5 Diskussion...............................................................................................................................21
  • Literaturverzeichnis.................................................................................................................25
  • Anhang.....................................................................................................................................28
    • A Versuchsmaterial................................................................................................................29
    • B Bewertungsschema für offene Antworten zur Abgottschlange............................................35
    • C Bearbeitungszeiten.............................................................................................................37

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss von Hintergrundmusik mit Gesang in verschiedenen Sprachen auf die kognitive Leistung beim Lernen. Das Hauptziel ist die Replikation einer aktuellen Studie von Sun et al. (2024), um festzustellen, ob die dort beobachteten Effekte auch in einem deutschsprachigen Kontext auftreten, insbesondere hinsichtlich der Interferenz zwischen Muttersprache (Deutsch) und einer Fremdsprache (Finnisch) in Liedtexten.

  • Der Einfluss von Hintergrundmusik mit Gesang auf die Lernleistung.
  • Die Rolle der Sprache von Liedtexten (Muttersprache vs. Fremdsprache) bei der kognitiven Verarbeitung.
  • Messung der Lernleistung durch sprachbasierte Aufgaben (Single-Choice und offene Fragen).
  • Erfassung der subjektiven Wahrnehmung von Ablenkung durch Hintergrundmusik.
  • Analyse der Bearbeitungszeiten unter verschiedenen Musikbedingungen.
  • Grundlagen kognitionspsychologischer Theorien, insbesondere des Gedächtnisses und der Cognitive Load Theory.

Auszug aus dem Buch

2.6 Zugrundeliegende Theorien

Ziel ist es, einen Überblick über die wichtigsten theoretischen Ansätze zu geben, die erklären, wie Musik auf kognitive Prozesse wirkt. Dabei wird zunächst das Gedächtnis und seine Funktionsweise beleuchtet, insbesondere das sensorische Gedächtnis und das Arbeitsgedächtnis. Das Verständnis dessen ist grundlegend für die folgenden Theorien.

2.6.1 Das Gedächtnis

Zunächst sollte festgehalten werden, dass das menschliche Gedächtnis ein komplexes System ist, das verschiedene Speichermechanismen umfasst, um Informationen zu verarbeiten, zu speichern und abzurufen. Es wird in drei Hauptkategorien unterteilt: das sensorische Gedächtnis, das Arbeitsgedächtnis (Kurzzeitgedächtnis) und das Langzeitgedächtnis. Diese Strukturen unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Speicherdauer, Kapazität und Funktion (Atkinson & Shiffrin, 1968).

Die Reize gelangen über das sensorische Gedächtnis in das Arbeitsgedächtnis, wo die relevanten Informationen aktiv verarbeitet werden, wobei eine Speicherung im Langzeitgedächtnis erfolgen kann. Das Zusammenspiel dieser drei Gedächtnissysteme bildet die Grundlage für Lernen, Erinnern und kognitive Verarbeitung (Atkinson & Shiffrin, 1968).

Die Inhalte unserer Studie bedürfen eines detaillierten Vorstellens des sensorischen Gedächtnisses und des Arbeitsgedächtnisses.

2.6.1.1 Das sensorische Gedächtnis

Das sensorische Gedächtnis wird in Zoelch et al. (2019) beschrieben und wird wie folgt zusammengefasst: Es ist die erste Stufe der Informationsaufnahme und entscheidet, welche Reize weiter ins Arbeitsgedächtnis gelangen. Somit sorgt es für eine Vorstrukturierung vor der eigentlichen Verarbeitung. Unterteilt wird das sensorische Gedächtnis in das ikonische Gedächtnis (visuell sensorisch), welches visuelle Informationen für einen Bruchteil einer Sekunde speichert und dabei hilft, kontinuierliche Bilder wahrzunehmen. Das echoische Gedächtnis (auditiv sensorisch) verarbeitet akustische Reize und hält sie für einige Sekunden aufrecht, was essenziell für das Sprachverstehen ist. Das haptische Gedächtnis (taktil sensorisch) speichert taktile Reize.

Relevant für das Lesen und Hören sind folglich das visuelle und auditive Gedächtnis. Beide Komponenten spielen eine zentrale Rolle bei den sprachverarbeitenden Mechanismen des Gehirns. Während das visuelle Gedächtnis für die Aufnahme geschriebener Informationen zuständig ist, ermöglicht das auditive Gedächtnis die Aufnahme akustischer Reize, indem es eintreffende Klänge für eine kurze Zeit speichert und ihre zeitliche Integration ermöglicht. Die zeitliche Integration ist notwendig, da die Klänge, ob Musik oder Sprache, zeitlich gestreckt sind und daher vom Gehirn sequenziell, also nach und nach verarbeitet und integriert werden müssen (Mayer, 2009). Damit die Informationen darüber hinaus genutzt werden können, müssen sie vom sensorischen Gedächtnis in das Arbeitsgedächtnis überführt werden (Atkinson & Shiffrin, 1968). Die phonologische Schleife im Arbeitsgedächtnismodell von Baddeley (2000) spielt dabei eine zentrale Rolle.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in das Thema des Einflusses von Hintergrundmusik auf die kognitive Leistung ein, stellt die aktuelle Forschungskontroverse dar und legt die Annahmen sowie das Ziel der vorliegenden Replikationsstudie fest.

2 Theorie und Überblick über den aktuellen Forschungsstand: Hier werden relevante Faktoren, die die Wirkung von Musik beim Lernen beeinflussen, sowie zentrale kognitionspsychologische Theorien wie Gedächtnismodelle, die Cognitive Load Theory und Interferenzeffekte detailliert erläutert.

3 Methode: Dieses Kapitel beschreibt das experimentelle Design der Studie, die Zusammensetzung der Stichprobe, die verwendeten Geräte, das Versuchsmaterial (Sachtexte und Fragebogen) und den genauen Ablauf der Untersuchung.

4 Ergebnisse: Die Resultate der Studie werden präsentiert, unter anderem die Leistung bei Single-Choice- und Open-Answer-Fragen, die subjektive Wahrnehmung von Ablenkung und die gemessenen Bearbeitungszeiten unter den verschiedenen Musikbedingungen.

5 Diskussion: In diesem Kapitel werden die Studienergebnisse interpretiert, insbesondere im Hinblick auf die nicht bestätigten Hypothesen, unerwartete Befunde diskutiert und Vorschläge für zukünftige Forschungsansätze zur weiteren Klärung der Wechselwirkungen zwischen Musik und kognitiven Prozessen gemacht.

Schlüsselwörter

Hintergrundmusik, kognitive Leistung, Sprachverarbeitung, Lernleistung, Ablenkung, Arbeitsgedächtnis, Interferenzeffekte, Muttersprache, Fremdsprache, experimentelle Studie, Cognitive Load Theory, Gedächtnis, Konzentration, Lernprozess, Replikationsstudie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Diese Arbeit untersucht, wie Hintergrundmusik mit Gesang in verschiedenen Sprachen (Muttersprache Deutsch und Fremdsprache Finnisch) die kognitive Leistung und das Ablenkungsempfinden beim Bearbeiten von sprachbasierten Lernaufgaben beeinflusst.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themenfelder sind der Einfluss von Musik auf die Konzentration, die Rolle der Liedtextsprache (Muttersprache vs. Fremdsprache), kognitive Belastung durch Interferenzen und Gedächtnisprozesse beim Lernen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist die Replikation einer Studie von Sun et al. (2024) in einem deutschsprachigen Kontext, um zu prüfen, ob Musik mit Gesang das Lernen negativ beeinflusst, insbesondere wenn die Liedtexte in der Muttersprache verfasst sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird ein randomisiertes einfaktorielles Experiment mit einem Between-Subject-Design verwendet, bei dem die Teilnehmenden zufällig einer von zwei Musikbedingungen (Musik mit deutschen oder finnischen Liedtexten) zugewiesen werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen der Gedächtnissysteme und kognitiven Belastung, die detaillierte Methodik der Studie, die Ergebnisse der Leistungs- und Ablenkungsmessungen sowie eine Diskussion der Befunde im Kontext früherer Forschung und zukünftiger Implikationen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird charakterisiert durch Schlüsselwörter wie Hintergrundmusik, kognitive Leistung, Sprachen, Arbeitsgedächtnis, Interferenzeffekte, Lernleistung und Ablenkung.

Warum wurde Finnisch als Fremdsprache für die Liedtexte gewählt?

Finnisch wurde als Fremdsprache gewählt, da im Vorfeld der Studie mündlich festgestellt wurde, dass keiner der teilnehmenden Studierenden zuvor Finnisch erlernt hatte, wodurch diese Sprache für alle Teilnehmenden gleichermaßen unbekannt war und mögliche Störvariablen eliminiert werden konnten.

Was waren die überraschendsten Ergebnisse der Studie hinsichtlich der Hypothesen?

Überraschend war, dass die Hypothesen meist nicht bestätigt werden konnten: Die finnische Musik wurde tendenziell als störender empfunden und hatte signifikant höhere negative Auswirkungen auf die kognitive Leistung als die deutsche Musik, was den Annahmen widersprach. Lediglich die längere Bearbeitungszeit bei deutscher Musik unterstützte die Annahme.

Welche Bedeutung haben die Ergebnisse für das Verständnis der Rolle von Musik beim Lernen?

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Sprache der Musik weniger die objektive Leistung, sondern vielmehr das subjektive Ablenkungsempfinden und die Bearbeitungszeit beeinflusst. Dies legt nahe, dass Interferenzeffekte stärker von der Aufgabenkomplexität als von den reinen Merkmalen der Musik abhängen könnten.

Welche Vorschläge für zukünftige Forschungen werden gemacht?

Zukünftige Forschungen sollten komplexere Lernaufgaben verwenden, individuelle Präferenzen und Hörgewohnheiten stärker berücksichtigen und neurophysiologische Methoden wie EEG oder fMRI einsetzen, um die neuronalen Aktivitätsmuster genauer zu untersuchen.

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Details

Title
Der Einfluss von Hintergrundmusik in verschiedenen Sprachen auf die kognitive Leistung
College
University of Freiburg  (Institut für Erziehungswissenschaften)
Course
Wissenschaftliche Studien durchführen und dokumentieren
Grade
1,3
Author
Charlotte Frohreich (Author)
Publication Year
2025
Pages
38
Catalog Number
V1603155
ISBN (PDF)
9783389170946
ISBN (Book)
9783389170953
Language
German
Tags
Lernen Lernen mit Musik Gedächtnis Cognitive Load Theory Sprachverarbeitung Interferenzeffekte Arbeitsgedächtnis Sensorisches Gedächtnis Duplex-Mechanismus-Theorie Neurowissenschaft
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Charlotte Frohreich (Author), 2025, Der Einfluss von Hintergrundmusik in verschiedenen Sprachen auf die kognitive Leistung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1603155
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