Die folgende Arbeit befasst sich mit dem Empowerment-Konzept, dessen Ziel es ist, die Defizitfixierung durch eine Orientierung an den Stärken und Kompetenzen des Menschen zu ersetzen. Doch die Umsetzung dieser ressourcenorientierten Arbeitsweise erweist sich in der Praxis als äußerst heikel. Einer der vielen Stolpersteine des Empowerments ist der Defizit-Blickwinkel, der unter der Überschrift 2.3. genauer erläutert wird. Konzentriert man sich zu stark auf die Defizite, ist der Klient schnell entmutigt, verfällt eventuell sogar in die erlernte Hilflosigkeit. Aufgezeigt wird in dieser Arbeit auch diese Problematik, die von Martin Seligman als „Learned Helplessness“ definiert wurde. Ignoriert man die Defizite jedoch vollkommen, fühlt sich der Klient nicht ernst genommen. Wie hält der Sozialarbeiter die Balance auf diesem Drahtseilakt? Folgend auf den theoretischen Part dieser Arbeit wird dieser Fragestellung ein positives Praxisbeispiel zuzuordnen. Dabei stieß man auf das Problem der Stigmatisierung, dass durch die mit Vorurteilen behaftete Gesellschaft zu einem Regress in die Erlernte Hilflosigkeit führen kann. Im Praxisbeispiel wird ebenfalls angeführt, wie ein junger Mann, der an einer rheumatischen Krankheit leidet durch die Unterstützung seiner Familie dieser Hilflosigkeit, die durch professionelle Sozialpädagogen entstanden ist, entfliehen konnte.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Einleitung
- 2. Empowerment
- 2.1. Begriffserklärung
- 2.2. Stolpersteine
- 2.3. Defizit-Blickwinkel
- 3. Erlernte Hilflosigkeit
- 3.1. Begriffserklärung
- 3.2. ,,Learned Helplessness-Experiment"
- 4. Praxisbeispiel
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Seminararbeit befasst sich mit dem Empowerment-Konzept und dessen Ziel, die Defizitfixierung in der Sozialen Arbeit zu überwinden, indem sie stattdessen auf die Stärken und Kompetenzen des Einzelnen fokussiert. Die Arbeit analysiert die Herausforderungen bei der Umsetzung dieser ressourcenorientierten Arbeitsweise, insbesondere die Problematik des Defizit-Blickwinkels, der die Klienten entmutigen und zu erlernter Hilflosigkeit führen kann.
- Empowerment-Konzept und Selbstbefähigung
- Defizit-Blickwinkel als Stolperstein
- Erlernte Hilflosigkeit nach Martin Seligman
- Herausforderungen in der Praxis
- Praxisbeispiel zur Stigmatisierung und erlernter Hilflosigkeit
Zusammenfassung der Kapitel
- 1. Einleitung: Die Einleitung stellt das Empowerment-Konzept als eine ressourcenorientierte Arbeitsweise in der Sozialen Arbeit vor und hebt die Bedeutung der Stärken und Kompetenzen des Einzelnen hervor. Sie führt gleichzeitig die Problematik des Defizit-Blickwinkels ein, der zu erlernter Hilflosigkeit führen kann.
- 2. Empowerment: Dieses Kapitel erklärt den Begriff Empowerment und beleuchtet die Herausforderungen seiner Umsetzung in der Praxis. Es werden intrapersonale und Beziehungswiderstände als Stolpersteine des Empowerments identifiziert.
- 3. Erlernte Hilflosigkeit: Das Kapitel definiert den Begriff der erlernten Hilflosigkeit nach Martin Seligman und beschreibt das „Learned Helplessness-Experiment", welches die Entstehung dieses Phänomens untersucht.
- 4. Praxisbeispiel: Dieses Kapitel präsentiert ein Praxisbeispiel, das die Problematik der Stigmatisierung und deren Zusammenhang mit erlernter Hilflosigkeit aufzeigt. Es zeigt, wie ein junger Mann mit einer rheumatischen Krankheit durch die Unterstützung seiner Familie aus der erlernten Hilflosigkeit, die durch professionelle Sozialpädagogen entstanden ist, entfliehen konnte.
Schlüsselwörter
Die Seminararbeit konzentriert sich auf die Schlüsselbegriffe Empowerment, Defizit-Blickwinkel, Erlernte Hilflosigkeit, Selbstbefähigung, Ressourcenorientierung, Stigmatisierung und Praxisbeispiele aus der Sozialen Arbeit.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das Ziel des Empowerment-Konzepts?
Das Ziel ist es, die Fixierung auf Defizite zu überwinden und stattdessen die Stärken, Kompetenzen und Ressourcen eines Menschen in den Mittelpunkt der sozialen Arbeit zu stellen.
Was versteht man unter „Erlernter Hilflosigkeit“?
Nach Martin Seligman beschreibt dies einen Zustand, in dem Menschen aufgrund negativer Erfahrungen glauben, keine Kontrolle über ihre Lebensumstände zu haben, und passiv werden.
Warum ist der „Defizit-Blickwinkel“ in der Sozialen Arbeit problematisch?
Eine zu starke Konzentration auf Mängel kann Klienten entmutigen, ihr Selbstwertgefühl schwächen und den Prozess der erlernten Hilflosigkeit fördern.
Welche Stolpersteine gibt es bei der Umsetzung von Empowerment?
Herausforderungen sind unter anderem intrapersonale Widerstände, bestehende Machtstrukturen in der Helfer-Klient-Beziehung und gesellschaftliche Stigmatisierung.
Wie kann Stigmatisierung zu einem Regress führen?
Vorurteile der Gesellschaft können dazu führen, dass Individuen sich in ihre Rolle als „hilfsbedürftig“ zurückziehen und mühsam erarbeitete Selbstbefähigung verlieren.
- Quote paper
- Anne Dreyer (Author), 2008, Empowerment – Defizit-Blickwinkel und Problematik der Erlernten Hilflosigkeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/160336