Römische Inschriften spielen insbesondere für die Geschichtswissenschaft
eine sehr wichtige Rolle. Durch die zahlreichen Inschriften ist es uns heute
möglich über die damalige Zeit, ihre Kultur, Gesellschaft und Politik näheres
zu erfahren. Ohne die Inschriften könnten wir heute nicht wissen, wie und
unter welchen Umständen die Menschen damals gelebt haben. Wie war ein
Aufstieg des bekleideten Amtes möglich? Wie und wieso fingen Kriege an?
Was war der Auslöser dafür? Auf all diesen und zahlreichen anderen Fragen
findet man durch die Inschriften ausreichende Antworten.
Heutzutage ist es viel einfacher Geschehenes festzuhalten. Man kann es durch
die heutige Technik durch zahlreiche Möglichkeiten schriftlich fixieren und
für die Nachwelt als Tradition hinterlassen. Damals in der Antike war dies
nicht möglich.
Die Inschriften der römischen Kaiserzeit sind das Urkundenmaterial für diese
Epoche und geben vielfach Informationen. Sei es über Senatoren, Ritter,
Soldaten oder Kaiser, die geehrt wurden. Auch die Verwaltungsgeschichte und
die Geschichte der „kleinen Gebietskörperschaften“ stützen sich ebenfalls auf
das epigraphische Material. Unter anderem die Zusammensetzung der
Führungsschicht, der Aufbau des Heeres, die Eroberung und Verwaltung der
einzelnen Provinzen und die Art und Weise der Regierung, werden durch
Inschriften verewigt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Zur Quellengattung der Inschriften
2.1 Inschriften
2.2 Epigraphik
2.3 Ehreninschriften
2.4 Corpus Inscriptionum Latinarum (CIL)
3. Ausgewähltes zur Geschichte und Struktur der römischen Kaiserzeit
3.1 Das Imperium Romanum unter Nerva und Trajan (97-117 n. Chr.)
3.2 Kaiser Hadrian
3.3 Senatorische Laufbahnen der Kaiserzeit
3.4 Die Provinzen des Imperium Romanum und deren Verwaltung
4. Senatorenlaufbahn am Beispiel von Aulus Platorius Nepos
4.1 Die Inschrift
4.2 Nepos’ Leben
5. Schluss
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die römische Karrierelaufbahn, den sogenannten Cursus Honorum, anhand der epigraphischen Überlieferung eines Senators. Das primäre Ziel ist es, den Werdegang und die Karriereschwierigkeiten am Beispiel des Senators Aulus Platorius Nepos aufzuzeigen und zu analysieren, welchen Einfluss persönliche Beziehungen zum Kaiser auf einen solchen Aufstieg hatten.
- Römische Epigraphik als historische Quellengattung
- Strukturelle Analyse der senatorischen Laufbahn
- Historischer Kontext der Kaiserzeit unter Nerva, Trajan und Hadrian
- Verwaltung der römischen Provinzen
- Biographische Fallstudie: Aulus Platorius Nepos
Auszug aus dem Buch
4.2 Nepos’ Leben
Aulus Platorius Nepos, Vorgänger des T. Avidius Quientus, war im frühen 2. Jahrhundert ein römischer Politiker und Statthalter von verschiedenen Provinzen. Seine Herkunft ist eine Angelegenheit von Vermutungen. Aber er wird als Freund von Hadrian beschrieben und muss auch somit aus demselben Stamm sein.
„(…) he is explicitly described as a friend of Hadrian before his accession, and he shares the same tribe, Sergia, it seems not southern Spain.”
Nepos’ ganzer Name zeigt, dass seine Herkunft nicht vollständig vom Spanischen abstammte. Der Name Platorius, von der Illyrischen Abstammung, ist in Baetica bescheinigt. Baetica war eine römische Provinz, jedoch unter Aufsicht von einem Senat bestimmten Prokonsul, prätorischen Ranges. Somit zählt diese als eine senatorische Provinz.
Die Amtszeit von Nepos ist anhand von 2 Abschlusszeugnissen datiert, woraus sich auch schließen lässt, dass die Amtszeit paar Wochen vor dem 17. Juli 122 begonnen haben muss. Dies erkennt man auch gleichzeitig anhand der Belege und Verweise seines Vorgängers Pompeius Falco. Nepos bekleidete das Amt eines Statthalters und verrichtet seine Arbeit in verschiedenen Provinzen, wie Britannien, Untergermanien und Thrakien. Die Verwaltung der Region und die Übernahme der Verwaltungsaufgaben in seinem Bezirk zählten zu seinen Tätigkeiten. Britannien war damals eine kaiserliche Provinz, deren Statthalter konsularischen Rang haben mussten. Die Provinz Thrakien wurde im Jahr 44. Chr römische Provinz und man betrachtet es als Zentrum des oströmischen und Byzantischen Reiches. Nepos’ Amtszeit in Thrakien scheint nicht begonnen zu haben, bis nach Hadrians beitritt im August 117. Germania Inferior – Provinz Untergermanien war ebenfalls eine römische Provinz.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung römischer Inschriften für die Geschichtswissenschaft ein und erläutert die Forschungsabsicht, den Aufstieg eines Senators am Beispiel des Aulus Platorius Nepos zu untersuchen.
2. Zur Quellengattung der Inschriften: Dieses Kapitel definiert Inschriften als historische Quelle und stellt die Hilfswissenschaft der Epigraphik sowie die Bedeutung von Ehreninschriften und des Corpus Inscriptionum Latinarum dar.
3. Ausgewähltes zur Geschichte und Struktur der römischen Kaiserzeit: Hier werden der politische Rahmen unter Trajan und Hadrian sowie die rechtlichen und administrativen Grundlagen der senatorischen Ämterlaufbahn und der Provinzverwaltung beleuchtet.
4. Senatorenlaufbahn am Beispiel von Aulus Platorius Nepos: Der Hauptteil analysiert die spezifische Karriere des Senators anhand seiner Ehreninschrift und beleuchtet seinen Werdegang, seine Beziehungen zum Kaiserhaus und sein politisches Ende.
5. Schluss: Der Schluss fasst zusammen, dass eine erfolgreiche senatorische Karriere neben persönlicher Tüchtigkeit stark von kaiserlicher Gunst abhing, deren Entzug den plötzlichen Absturz bedeuten konnte.
Schlüsselwörter
Römische Kaiserzeit, Epigraphik, Ehreninschrift, Cursus Honorum, Senator, Aulus Platorius Nepos, Imperium Romanum, Provinzverwaltung, Trajan, Hadrian, Politische Karriere, Römische Geschichte, Magistraturen, Konsulat, Historische Quellen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der Bedeutung römischer Inschriften als historische Quelle für die Erforschung der antiken Ämterlaufbahn und Politik.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen sind die römische Epigraphik, die Struktur der senatorischen Ämterlaufbahn (Cursus Honorum) sowie das römische Provinzverwaltungssystem.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den Werdegang und die Herausforderungen einer senatorischen Karriere im 2. Jahrhundert n. Chr. exemplarisch am Leben des Aulus Platorius Nepos zu verdeutlichen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt die Analyse epigraphischer Quellen – konkret einer Ehreninschrift – in Kombination mit historischem Hintergrundwissen aus der Sekundärliteratur.
Welche Inhalte dominieren den Hauptteil?
Im Hauptteil wird zunächst die Geschichte der Kaiserzeit unter Nerva, Trajan und Hadrian skizziert, gefolgt von einer detaillierten Fallstudie zu den Ämtern und der politischen Laufbahn von Aulus Platorius Nepos.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Zu den prägenden Schlüsselwörtern zählen Römische Kaiserzeit, Cursus Honorum, Epigraphik, Senator und Aulus Platorius Nepos.
Warum wird gerade Aulus Platorius Nepos als Fallbeispiel gewählt?
Nepos dient als ideales Beispiel, da seine Ehreninschrift wesentliche Stationen einer hochrangigen Karriere dokumentiert und gleichzeitig die Abhängigkeit vom Vertrauensverhältnis zum Kaiser veranschaulicht.
Welche Rolle spielt die Beziehung zum Kaiser in der Arbeit?
Die Arbeit arbeitet heraus, dass eine gute Beziehung zum Kaiser zwar den schnellen Aufstieg fördern konnte, ein Vertrauensbruch jedoch maßgeblich das abrupte Ende einer solchen Karriere einleitete.
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- Ayse Gül (Author), 2008, Karriere eines Senators zur trajanischen Zeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/160370