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Unbekanntes Nichtwissen in der Szenario-Technik

Zum Navigieren in den Untiefen des Nichtwissens

Title: Unbekanntes Nichtwissen in der Szenario-Technik

Diploma Thesis , 2009 , 108 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Dipl. Kommunikationswirtin Judith Pfeffing (Author)

Communications - Methods and Research Logic
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Summary Excerpt Details

Nicht zuletzt aufgrund unvorhersagbarer, Ressourcen verschlingender Umweltturbulenzen,
scheint auch mir die traditionelle Risikobetrachtung im Kontext eindeutiger Wissensproduk-
tion zunehmend unbefriedigend. Die Konsequenzen von Nichtwissen, von unbekanntem
Nichtwissen und/oder Nicht-Wissen-Wollen, in Form von Erschütterungen sind so offensicht-
lich, dass ich die Beschäftigung mit Nichtwissen für dringend notwendig halte.

Das Thema dieser Diplomarbeit ist daher Nichtwissen und unbekanntes Nichtwissen als eine
Ausprägung systemischen Nichtwissens.

Ausgehend von den beobachtbaren Erschütterungen in der Welt, wird im theoretischen Teil,
die allgemeine Präferenz von Wissen kritisch beleuchtet, um die praktischen Konsequenzen
dieser bevorzugten Perspektive darzulegen. Ziel der Arbeit ist die Gestaltung eines Reflexi-
onswerkzeugs für Entscheidungsprozesse in Unternehmen. Es sollte dynamisch, vital und
offen sein, dadurch intuitives, phantasievolles, ideenreiches Handeln erzeugen und zur
geistigen Freiheit anregen. Die beabsichtigte Erweiterung des Vorstellungshorizonts dient
dem Erkennen von Überraschungen, damit mögliche Schockwirkungen unerwarteter Ereig-
nisse milder ausfallen.

Der Mensch, als soziales Wesen, steht in meiner Ausarbeitung im Mittelpunkt.

Judith Pfeffing 52°29'42"N 13°25'22"E am 24.10.2010

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung – eine Feldskizze

2 Bezugsrahmen

2.1 Der Beobachter – eine Figur

2.1.1 Der „blinde Fleck“ des Beobachtenden

2.1.2 Die wissenschaftliche Beobachtung

2.1.3 Die Beobachtung des Neuen

2.2 Die Kybernetik – eine Erkenntnistheorie

2.2.1 Kybernetik zweiter Ordnung

2.2.2 Die Autopoiese – ein Konzept

2.3 Die „Laws of Form“ – ein Kalkül

3 Unbekanntes Nichtwissen – ein Phänomen

3.1 Daten – Informationen - Wissen

3.2 Die Organisation von Wissen und Nichtwissen

3.3 Wissenschaftliche Ansätze

3.4 Nichtwissensdimensionen

3.4.1 Wissen

3.4.2 Intentionalität

3.4.3 Zeitliche Stabilität

3.4.4 Erweiterungen

3.5 Nichtwissenskulturen

3.6 Vertrauen

4 Szenarien – eine qualitative Methode

4.1 Zukunftsforschung

4.2 Strategische Frühaufklärung

4.2.1 Qualitätskriterien

4.2.2 Trends und Trendforschende

4.2.3 Wild Cards

5 Kommunikation

5.1 Szenarien als Kommunikationsinstrument

5.2 Sprache

5.3 Kunst

5.4 Hypothesen

6 Heuristik

6.1 Anforderungen

6.2 Werkzeugaktualisierung

6.2.1 Irritationsvariable [ ]

6.2.2 Sinnübersetzung

6.2.3 Kommunikation

6.3 Anwendung

6.3.1 Datenbasis

6.3.2 Datenreflexion

6.3.3 Dateninspiration

6.3.4 Beobachtung und Kommunikation

7 Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, ein Reflexionswerkzeug für Entscheidungsprozesse in Unternehmen zu entwickeln, das Entscheidungsträger beim Umgang mit unbekanntem Nichtwissen unterstützt. Die Forschungsfrage widmet sich der Herausforderung, wie Reflexion über das „Nichtwissen, dass wir nicht wissen“ in Situationen mangelnder Informationen und Unsicherheit praktisch gestaltet werden kann, um Unternehmen vitaler und offener für Überraschungen zu machen.

  • Analyse von Nichtwissen und unbekanntem Nichtwissen als systemisches Phänomen
  • Einsatz der Szenario-Technik als Methode der Zukunftsforschung und Kommunikation
  • Kybernetik zweiter Ordnung und Gesetze der Form („Laws of Form“) als theoretischer Bezugsrahmen
  • Die Rolle von Vertrauen, Kommunikation und künstlerischen Ansätzen zur Reflexion und Moderation von Nichtwissen

Auszug aus dem Buch

2.1.1 Der „blinde Fleck“ des Beobachtenden

Eine jede Beobachtung, verstanden als Basisoperation und bestehend aus der Tätigkeit des Unterscheidens und Bezeichnens, hat ihren „blinden Fleck“ (von Foerster 1993a, S. 26-28). Der Beobachter sieht nicht, dass er eine Unterscheidung trifft und wie er sie trifft. Damit ist der Forscher im Moment der Beobachtung erster Ordnung nicht in der Lage, bestimmte Muster zu erkennen. Dirk Baecker formuliert:

Man kann nicht etwas bezeichnen, ohne anderes unbezeichnet zu lassen .... man kann nicht einmal sehen, daß [sic] man anderes nicht bezeichnet, denn man sieht ja genau und nur das, was man gerade bezeichnet ... man kann nicht einmal sehen, daß [sic] man eine Unterscheidung trifft um eine Bezeichnung vorzunehmen. (Baecker 1999, S. 23-24).

Die Unterscheidung produziert eine Zweiheit, eine Zwei-Seiten-Form. Beide Seiten sind anwesend, können aber nur nacheinander aktualisiert werden. Erst die Beobachtung der Beobachtung des Beobachters (Beobachtung zweiter Ordnung) ermöglicht den blinden Fleck der Beobachtung erster Ordnung zu erkennen. Dabei kann nur beobachtet werden, wie – mit welcher Unterscheidung – beobachtet wird, nicht was beobachtet wird. Auch die Beobachtung zweiter Ordnung ist wiederum blind für das, was sie nicht bezeichnet. Allerdings kann die Beobachterin zweiter Ordnung aus dem, was sie sieht, auf sich selbst schließen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung – eine Feldskizze: Die Einleitung skizziert die Problematik von Risiken in einer ungewissen Zukunft und begründet die Notwendigkeit, sich mit systemischem Nichtwissen in Unternehmen auseinanderzusetzen.

2 Bezugsrahmen: Das Kapitel führt zentrale erkenntnistheoretische Konzepte wie die Figur des Beobachters, die Kybernetik zweiter Ordnung und das Kalkül der „Laws of Form“ ein, um das Verständnis von Nichtwissen theoretisch zu fundieren.

3 Unbekanntes Nichtwissen – ein Phänomen: Hier wird Nichtwissen als heterogenes Phänomen analysiert, inklusive seiner verschiedenen Dimensionen und der Bedeutung von Vertrauen in komplexen sozialen Systemen.

4 Szenarien – eine qualitative Methode: Die Szenario-Technik wird als qualitative Methode zur Strategischen Frühaufklärung eingeführt, um zukünftige Entwicklungen und Diskontinuitäten reflexiv zu erschließen.

5 Kommunikation: Dieses Kapitel beleuchtet Kommunikation als spezifische Operation sozialer Systeme und untersucht deren Rolle im Management von Wissens- und Nichtwissensprozessen.

6 Heuristik: Es wird ein praktisches Navigationswerkzeug für den Umgang mit Nichtwissen entwickelt, welches Kreativität, Kunst und eine ritualisierte Reflexionskultur integriert.

7 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und plädiert für eine Ritualisierung der Beobachtung zweiter Ordnung in Unternehmen, um die Kommunikationskompetenz im Umgang mit dem Unbestimmten zu stärken.

Schlüsselwörter

Nichtwissen, Unbekanntes Nichtwissen, Szenario-Technik, Kybernetik, Beobachter, Systemische Reflexion, Wissensmanagement, Kommunikation, Komplexität, Strategische Frühaufklärung, Selbstbezüglichkeit, Risikowissen, Wild Cards, Kontruktivismus, Entscheidungsfolgen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Umgang mit „unbekanntem Nichtwissen“ in Unternehmen. Sie analysiert, wie Entscheidungsträger in komplexen und unsicheren Umfeldern durch Reflexion und Kommunikation handlungsfähig bleiben können, anstatt sich nur auf vermeintlich sicheres Expertenwissen zu verlassen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Felder sind die Systemtheorie, die Wissenssoziologie, die Zukunftsforschung mittels Szenarien sowie die Bedeutung von Kommunikation und Kunst als Reflexionsinstrumente für Organisationen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die Gestaltung eines Reflexionswerkzeugs, das Unternehmen hilft, das Phänomen des unbekannten Nichtwissens zu erkennen, zu moderieren und als Ressource für strategisches Handeln zu nutzen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt qualitative Ansätze der Organisations- und Wissensforschung, kombiniert mit systemtheoretischen und kybernetischen Perspektiven. Zudem werden Kreativitätstechniken und künstlerische Interventionen als Methoden zur Reflexion und Sinnbildung herangezogen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung (Kybernetik, Beobachterfigur), eine phänomenologische Einordnung des Nichtwissens, die methodische Anwendung durch Szenario-Technik sowie die Entwicklung einer Heuristik zur praktischen Umsetzung in Form von Experimenten.

Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?

Neben „unbekanntem Nichtwissen“ und „systemischem Nichtwissen“ sind Begriffe wie „beobachtendes System“, „blinder Fleck“, „Irritationsvariable“ und „Sinnübersetzung“ zentral für das Verständnis des vorgestellten Ansatzes.

Welche Rolle spielen „Wild Cards“ in diesem Kontext?

Wild Cards sind unerwartete, diskontinuierliche Ereignisse. Die Arbeit nutzt sie, um zu zeigen, dass klassische Planungsansätze oft an solchen Überraschungen scheitern und Organisationen stattdessen eine „Überraschungsoffenheit“ entwickeln sollten.

Warum wird Kunst als Instrument zur Bewältigung von Nichtwissen vorgeschlagen?

Kunst fungiert als Irritationsmedium, das etablierte Denkmuster aufbricht. Sie erlaubt es, Unbestimmtheit sinnlich erfahrbar zu machen und durch „Sinnübersetzung“ alternative Perspektiven zu generieren, die in rational-linearen Entscheidungskontexten oft ausgeblendet werden.

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Details

Title
Unbekanntes Nichtwissen in der Szenario-Technik
Subtitle
Zum Navigieren in den Untiefen des Nichtwissens
College
University of the Arts Berlin
Grade
1,3
Author
Dipl. Kommunikationswirtin Judith Pfeffing (Author)
Publication Year
2009
Pages
108
Catalog Number
V160471
ISBN (eBook)
9783640894178
ISBN (Book)
9783640894246
Language
German
Tags
Spencer-Brown Laws of Form Kybernetik nicht triviale Maschinen Wissensmanagement Finanzökonomie Nichtwissen Komlexität Zukunft Zukunftsforschung qualitative Forschung Risiko Krise Wissen blinder Fleck Kognition Überraschungen Entscheidung Kunstwerk Heinz von Foerster Wissenstransformation
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dipl. Kommunikationswirtin Judith Pfeffing (Author), 2009, Unbekanntes Nichtwissen in der Szenario-Technik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/160471
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