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Vergleich der Stabilität von Militärregimen in Mauretanien und Myanmar

Titre: Vergleich der Stabilität von Militärregimen in Mauretanien und Myanmar

Dossier / Travail , 2010 , 23 Pages , Note: 1,7

Autor:in: Kai Hoberg (Auteur)

Politique - Systèmes politiques en général et en comparaison
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Die Anzahl von Militärregimen auf der Welt erreichte Anfang der 1970er Jahre ihren Höhepunkt und wurde im Zuge der dritten Demokratisierungswelle nachhaltig reduziert. Heute jedoch sprechen Forscher im Zusammenhang der politikwissenschaftlichen Relevanz autoritärer Regime vereinzelt wieder von einer regelrechten Revitalisierung in den letzten Jahren.

Mit Mauretanien und Myanmar stellen sich zwei Militärregime in Länder dar, die seit ihrer Unabhängigkeit aus der Kolonialisierung von einer Vielzahl an Putschen geplagt worden sind und anhaltend von einer Militärjunta beherrscht werden. Außer diesen Gemeinsamkeiten handelt es sich jedoch um ausgesprochen unterschiedliche Staaten:
Die Militärjunta des asiatischen Vielvölkerstaates Myanmar kämpft primär gegen interne ethnische Probleme und um Machterhalt. Dabei findet das international weitgehend isolierte Regime Unterstützung durch das autoritäre Regime Chinas.
Das ethnisch arabisch dominierte Militärregime des afrikanischen Mauretaniens hingegen stellt sich mit Unterstützung demokratischer westlicher Länder den Auswirkungen der externen Bedrohung des transnationalen islamistischen Terrors im Land.
Zahlreiche soziokulturelle, religiöse, wirtschaftliche oder auch außenpolitische Unterschiede beider Staaten mehren deren Heterogenität, die es im Folgenden differenzierter herauszuarbeiten gilt. Es stellt sich daher die Frage, warum trotz der sehr unterschiedlichen Gegebenheiten in beiden Staaten bis in die jüngste Zeit Militärregime an der Macht festhalten konnten und worauf deren Stabilität beruht.
Die Hypothese dahingehend soll lauten, dass einflussreiche externe Akteure aufgrund eigener strategischer Interessen als stabilisierende Faktoren für den Machterhalt der Militärregime agieren.

Zur Belegung der Hypothese soll aufgrund der sehr unterschiedlichen Untersuchungsgegenstände im Rahmen eines most different systems design vergleichend erklärt werden, worauf die Stabilität der beiden zu untersuchenden Militärregime beruht. Die abhängige Variable der Stabilität soll dazu im Rahmen eines qualitativen Vergleichs aus den zahlreichen Unterschieden der beiden Staaten als unabhängigen Variablen erklärt werden. Auf ländervergleichender Ebene liegt dabei das Hauptinteresse folglich eher auf den Unterschieden als in den Gemeinsamkeiten der beiden Staaten. Daher zielt der Vergleich darauf, diejenigen unabhängigen Variablen zu identifizieren, welche die abhängige Variable der Stabilität am stärksten beeinflussen.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Aktuelle Relevanz von Militärregimen im internationalen Staatengefüge

1.2 Die Militärregime Mauretaniens und Myanmars als divergierende Untersuchungsgegenstände

1.3 Das most different systems design als angewandte Forschungsmethode

2. Theoretische Verortung von Militärregimen und deren Stabilität

2.1 Definition von Militärregimen nach Merkel

2.2 Formen von Militärregimen nach Merkel

2.2.1 Bürokratisch-militärische Regime

2.2.2 Militärische Gangsterregime und Warlords

2.3 Faktoren der Stabilität von Militärregimen

3. Entwicklung der Staaten seit ihrer Unabhängigkeit

3.1 Mauretanien

3.1.1 Allgemeiner Länderüberblick Islamische Republik Mauretanien

3.1.2 Soziopolitisch-transformatorischer Kontext seit der Unabhängigkeit

3.1.3 Die politische Rolle des Militärs in Mauretanien

3.2 Myanmar

3.2.1 Allgemeiner Länderüberblick Union Myanmar

3.2.2 Soziopolitisch-transformatorischer Kontext seit der Unabhängigkeit

3.2.3 Die politische Rolle des Militärs in Myanmar

4. Vergleich der Regime-stabilisierenden Faktoren nach Sharp

4.1 Autorität

4.2 Menschliche Ressourcen

4.3 Fertigkeiten und Wissen

4.4 Unsichtbare Faktoren

4.5 Materielle Ressourcen

4.6 Sanktionen

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, warum trotz grundlegend verschiedener soziokultureller und politischer Rahmenbedingungen Militärregime in Mauretanien und Myanmar über lange Zeit an der Macht bleiben konnten. Hierzu wird analysiert, wie einflussreiche externe Akteure aufgrund eigener strategischer Interessen als stabilisierende Faktoren für den Machterhalt agieren.

  • Vergleichende Analyse von Militärregimen
  • Anwendung des "most different systems design"
  • Untersuchung von Machtquellen nach Gene Sharp
  • Rolle externer Akteure und strategischer Interessen
  • Einfluss von soziopolitischen Kontexten auf die Stabilität

Auszug aus dem Buch

2.3 Faktoren der Stabilität von Militärregimen

Die Stabilität politischer Systeme nimmt in der Transformationsforschung eine Schlüsselstellung ein. Wie alle politischen Systeme werden auch Militärregime dann instabil, wenn es Ihnen an hinreichender Unterstützung durch die Beherrschten fehlt. Diese schwindet, wenn das Regime auf Veränderungen der Umwelt nicht in dem Maße reagiert, dass es den Bedürfnissen der Beherrschten entspricht. Ein Ausweg des herrschenden Regimes wäre, die fehlende Unterstützung durch ein zunehmendes Maß an Repression zu ersetzen. Diese wiederum erzeugt jedoch neben ihrer Funktion der zeitweiligen Herrschaftsstabilisierung auch nicht beabsichtigte Effekte mit destabilisierender Wirkung: Der für die Stabilität politischer Herrschaft zentrale Legitimitätsglaube der Herrschaftsunterworfenen schwindet dann. Veränderungen der Umwelt stellen somit für Militärregime stets eine existenzielle politische Bedrohung dar (MERKEL, 2007 S. 51ff).

Bereits Jahrhunderte zuvor hatte schon Niccolò Machiavelli festgestellt, dass Repressionen allein kein Mittel der Machtsicherung sein können: „[…] der die Masse zum Feinde hat, sichert sich nie, und je mehr Grausamkeiten er begeht, desto schwächer wird seine Herrschaft.“ (MACHIAVELLI, 2000 S. 68).

Gene Sharp hat in seinem „Leitfaden für die Befreiung“, den er ursprünglich für die Demokratiebewegung in Myanmar geschrieben hat, für autoritäre Regime sechs Quellen politischer Macht als unabdingbare definiert: Autorität, Menschliche Ressourcen, Fertigkeiten und Wissen, Unsichtbare Faktoren, Materielle Ressourcen und Sanktionen. Nach Sharp sind Regime dann mächtig, wenn diese Quellen in hohem Maße zur Verfügung stehen, was wiederum von der Akzeptanz, Kooperation und dem Gehorsam der Bevölkerung abhängig ist. Mangelt es daran, wird ein Regime destabilisiert (SHARP, 2008 S. 32f).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Aktualität von Militärregimen ein, definiert die Untersuchungsgegenstände Mauretanien und Myanmar und legt die methodische Vorgehensweise fest.

2. Theoretische Verortung von Militärregimen und deren Stabilität: Es werden die theoretischen Grundlagen nach Merkel zur Klassifizierung von Militärregimen und nach Sharp zur Bestimmung der Quellen politischer Macht erläutert.

3. Entwicklung der Staaten seit ihrer Unabhängigkeit: Dieses Kapitel bietet einen Überblick über die historische, politische und sozioökonomische Entwicklung beider Länder sowie die spezifische Rolle des Militärs.

4. Vergleich der Regime-stabilisierenden Faktoren nach Sharp: Auf Basis der sechs Machtquellen von Gene Sharp werden beide Regime vergleichend analysiert, wobei der Fokus auf dem Einfluss externer Akteure liegt.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass externe Akteure durch strategische Interessen maßgeblich zur Stabilisierung beider Militärregime beitragen.

Schlüsselwörter

Militärregime, Mauretanien, Myanmar, politische Stabilität, Machtquellen, Gene Sharp, Systemwandel, Transformationsforschung, externe Akteure, Autoritarismus, Demokratisierung, Regimelegitimation, Militärjunta, Politische Macht, Geopolitik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Stabilitätsfaktoren von Militärregimen in Mauretanien und Myanmar unter Anwendung politikwissenschaftlicher Theorien.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind die Untersuchung von Herrschaftsstabilität, das Wirken externer geopolitischer Akteure und die Anwendung von Machtquellenkonzepten auf autoritäre Regime.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es zu erklären, warum sich diese Militärregime trotz sehr unterschiedlicher soziokultureller Gegebenheiten an der Macht halten konnten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird das "most different systems design" angewandt, um bei stark heterogenen Untersuchungsgegenständen die Ursachen für die abhängige Variable "Stabilität" zu identifizieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, einen Ländervergleich zur historischen Entwicklung und eine systematische Analyse der Stabilitätsfaktoren nach Gene Sharp.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Militärregime, Systemwandel, politische Stabilität, externe Akteure und Regimelegitimation beschreiben.

Inwiefern beeinflussen externe Akteure die Stabilität in Mauretanien?

In Mauretanien stabilisieren vor allem sicherheitspolitische Interessen westlicher Akteure das Regime, welches diesen Umstand durch strategisches "Framing" gezielt ausnutzt.

Welche Rolle spielt China bei der Stabilisierung des Regimes in Myanmar?

China agiert als zentraler Unterstützer, indem es dem international weitgehend isolierten Regime den Zugang zu materiellen Ressourcen und militärischer Infrastruktur ermöglicht.

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Résumé des informations

Titre
Vergleich der Stabilität von Militärregimen in Mauretanien und Myanmar
Université
University of Hagen
Cours
Demokratie und Regieren im Vergleich
Note
1,7
Auteur
Kai Hoberg (Auteur)
Année de publication
2010
Pages
23
N° de catalogue
V160592
ISBN (ebook)
9783640738915
ISBN (Livre)
9783640739035
Langue
allemand
mots-clé
Stabilität Mauretanien Myanmar Burma Birma Militärjunta most different systems design Militärregime autoritäre Regime
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Kai Hoberg (Auteur), 2010, Vergleich der Stabilität von Militärregimen in Mauretanien und Myanmar, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/160592
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Extrait de  23  pages
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