Ausgewählte Kennzahlen der Rentabilitätsanalyse

Auswertung und Interpretation von Unternehmensinformationen


Hausarbeit, 2010

22 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Aufbau der Arbeit
1.2 Ziel der Bilanzanalyse

2. Rentabilitätsanalyse
2.1 Begriff der Rentabilität
2.2 Aufgaben und Zweck der Rentabilitätsanalyse

3. Ausgewählte Rentabilitätskennzahlen.
3.1 Gesamtkapitalrentabilität
3.2 Eigenkapitalrentabilität
3.3 Umsatzrentabilität
3.4 Betriebsrentabilität
3.5 Gewinn je Aktie
3.6 Price Earnings Ratio
3.7 Dividendenrendite
3.8 EBIT- Kennzahlen.

4. Analyse des Jahresabschlusses der Nordex AG (Geschäftsjahr 2008)

5. Fazit

Anhang

Konzernbilanz der Nordex AG (Geschäftsjahr 2008)
Konzern Gewinn- und Verlustrechnung (Geschäftsjahr 2008)
Ergebnisentwicklung

Formelverzeichnis

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Aufbau der Arbeit

Die Hausarbeit gliedert sich in 5 Abschnitte. Im ersten Abschnitt wird in die Thematik eingeleitet und die Rolle der Bilanzanalyse in der Ermittlung der entscheidungsrelevanten Informationen über die gegenwärtige wirtschaftliche Lage und über die künftige wirtschaftliche Entwicklung beschrieben.[1] In dem 2. Abschnitt wird die Rentabilitätsanalyse tiefgehend dargelegt. Dabei werden der Begriff der Rentabilität, die Aufgaben und Zwecke der Rentabilitätsanalyse erläutert, die dabei helfen sollen die Ausarbeitung besser zu verstehen. Der Abschnitt 3 befasst sich mit den ausgewählten Kennzahlen der Rentabilitätsanalyse und ist der Kern dieser Arbeit. In dem 4. Abschnitt wird der Jahresabschluss der Nordex AG für das Geschäftsjahr 2008 auf die Rentabilitätskennzahlen, die in dem 3. Abschnitt vorgestellt worden sind, analysiert. Die Hausarbeit schließt im 5. Teil mit Fazit.

1.2 Ziel der Bilanzanalyse

Im Rahmen der Bilanzanalyse werden alle relevanten Unternehmensinformationen methodisch und zielgerichtet aufbereitet sowie ausgewertet, mit dem Ziel Informationen zu wirtschaftlichen Verhältnissen eines Unternehmens zu vermitteln.[2]

Allgemein wird zwischen der erfolgswirtschaftlichen Bilanzanalyse, die sich mit der Ertragslage und mit der künftigen Ertragskraft beschäftigt und der finanzwirtschaftlichen Bilanzanalyse, die sich mit Stabilität und Solidität der Finanzierung und Liquidität beschäftigt, unterschieden.[3]

Die Rentabilitätsanalyse, die in dieser Facharbeit behandelt wird, ist ein Teil der erfolgswirtschaftlichen Bilanzanalyse.

2. Rentabilitätsanalyse

Ob in der Bilanz- und Finanzanalyse, in der Investitionsrechnung oder als Planungs- und Steuerungsinstrument sind die Rentabilitätskennzahlen[4] eine wichtige Grundlage für die Entscheidungen der Geschäftsführung, der Anteilseigner und der Gläubiger.[5]

2.1 Begriff der Rentabilität

Anhand einzelner, absoluter Größen kann der Erfolg eines Unternehmens nicht beurteilt werden. Zwar ist die Größenvorstellung gegeben, jedoch nicht die Bedeutung. 1 Mio. Euro Jahresüberschuss für eine Kfz-Werkstatt wäre ein großer Erfolg, für ein internationales Konzern jedoch, ein beachtlich Misserfolg.[6] Erst wenn diese Größe mit einer anderen Größe, die zu diesem Ergebnis beigetragen hat, in Verhältnis gesetzt wird, kann der Erfolg beurteilt werden. Für höhere Aussagekraft ist es notwendig die resultierte Rentabilitätskennzahl mit derselben Kennzahl aus dem Branchendurchschnitt oder einzelner Unternehmen zu vergleichen. Genau diese relativierte Beurteilung ist die Grundlage der Rentabilität.[7]

Formel 1: Rentabilität (allgemein)

Wie aus der oben genannten Formel ersichtlich, ist Rentabilität eine Verhältniszahl, bei der einer Ergebnisgröße, z. B. Jahresergebnis, eine Einflussgröße, z. B. Eigenkapital zugrunde gelegt wird. Wichtig ist, dass die Größen sich im Zähler und Nenner in sachlicher, zeitlicher und wertmäßiger Hinsicht entsprechen.[8]

2.2 Aufgaben und Zweck der Rentabilitätsanalyse

Ziel der Rentabilitätsanalyse ist es die Ertragskraft eines Unternehmens zu beurteilen.[9] Die Kennzahlen geben Auskunft, ob ein Unternehmen mit den verfügbaren Mitteln erfolgreich wirtschaften kann oder erfolgreich gewirtschaftet hat. Also ergibt sich unter anderem die Notwendigkeit der Rentabilitätsanalyse aus dem ökonomischen Prinzip, welcher die effiziente Mittelverwendung fordert, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen.[10]

Im Rahmen der Rentabilitätsanalyse lässt sich erkennen, dass es interessante Abhängigkeiten gibt und Zusammenhänge zwischen Erfolgs- und Bezugsgrößen klarer werden.[11] Außerdem können Betriebs- und Zeitvergleiche nicht nur besser, sondern auch sinnvoll analysiert werden, als nur anhang der absoluten Größen.[12]

3. Ausgewählte Rentabilitätskennzahlen

3.1 Gesamtkapitalrentabilität

Die Gesamtkapitalrentabilität gibt an, wie viel Cent ein Unternehmen an jedem eingesetzten Euro des gebundenen Kapitals erwirtschaftet hat und ist allgemein mit folgender Formel definiert[13]:

Formel 2: Gesamtkapitalrentabilität

Die Struktur der Finanzierung eines Unternehmens, d. h. Aufteilung des Gesamtkapitals in Eigenkapital und Fremdkapital, ist hier nicht relevant.[14] Die Fremdkapitalzinsen sind in der gleichen Periode erwirtschaftet worden und schmälern den (handelsrechtlichen) Jahresüberschuss.[15] Somit sind sie für eine bessere Vergleichbarkeit der Erfolge der Unternehmen, dem Jahresüberschuss bzw. dem Jahresfehlbetrag hinzuzuaddieren.[16]

An dieser Stelle ist der Leverage-Effekt zu erwähnen. Sind in diesem Fall die Fremdkapitalzinsen geringer als die Gesamtkapitalrentabilität, erhöht sich die Eigenkapitalrentabilität durch die Erhöhung des Verschuldungsgrades, also durch eine weitere Aufnahme von Fremdkapital. Sind die Fremdkapitalzinsen höher als die Gesamtkapitalrentabilität, verringert sich die Eigenkapitalrentabilität durch einen höheren Anteil des Fremdkapitals am Gesamtkapital.[17]

Die Formel 1 ist eine Grundformel der Gesamtkapitalrentabilität und kann variiert werden. Um beispielsweise bessere Vergleichbarkeit der Unternehmen aus verschiedenen Ländern mit unterschiedlichen Rechtsformen und Steuersätzen herzustellen, sollten auch die Ertragssteuern mit Blick auf die Rendite aus der Sicht der Anteilseigner berücksichtigt werden.[18] Dann lautet die Formel wie folgt:

Formel 3: Gesamtkapitalrentabilität (vor Steuern vom Einkommen und Ertrag)

3.2 Eigenkapitalrentabilität

Die Eigenkapitalrentabilität zeigt die Verzinsung des von den Eigenkapitalgebern eingebrachten Kapitals.[19] Sie zeigt somit die Profitabilität des eingesetzten Eigenkapitals an[20] und ist aus der Sicht der Anleger oder auch potenziellen Anleger, eine entscheidende Größe. Die Formel lautet allgemein wie folgt:

Formel 4: Eigenkapitalrentabilität

Insbesondere mit dem Ansatz der wertorientierten Unternehmensführung, dass z. B. zum Ziel hat den Shareholder-Value zu steigern, hat diese Kennzahl eine besondere Bedeutung. Hier wird angestrebt die Eigenkapitalrentabilität zu maximieren.[21] Dies kann, wie im Abschnitt 3.1 erwähnt, mit dem Leverage-Effekt erzielt werden. Also wird die Höhe der Eigenkapitalrentabilität, im Gegensatz zu Gesamtkapitalrentabilität, durch die Finanzierungsstruktur mitbestimmt.[22]

Zu beachten ist auch, dass wenn ein Jahresfehlbetrag erwirtschaftet wurde und das Unternehmen ein negatives Eigenkapital aufweist, das Eigenkapital ist also auf der Aktivseite ausgewiesen, die Eigenkapitalrentabilität auch positiv ist.[23]

Auch wie bei der Gesamtkapitalrentabilität gibt es bei Eigenkapitalrentabilität, je nach Literatur und Analyseziel und -zweck, unterschiedliche Varianten. Beispielsweise können die Ertragssteuern dem Jahresüberschuss hinzuaddiert werden. Somit werden die Einflüsse verschiedener Steuerbelastungen eliminiert. Außerdem können die stillen Reserven in den Aktiva und in den Passiva berücksichtigt werden, die zwar nicht immer eingeschätzt werden können, doch den Eigenkapital der tatsächlichen Höhe näher bringen.[24] Also kann die Formel auch lauten:

Formel 5: Eigenkapitalrentabilität (Erweiterung)

[...]


[1] Vgl. Baetge/Kirsch/Thiele, 2004, Bilanzanalyse, S. 1.

[2] Vgl. Küting/Weber, 2009, Die Bilanzanalyse, S. 1.

[3] Vgl. Gräfer, 2008, Bilanzanalyse, S. 3.

[4] Vgl. Küting/Weber, 2009, Die Bilanzanalyse, S. 317.

[5] Vgl. Gräfer, 2008, Bilanzanalyse, S. 61.

[6] Vgl. Wöhe, 1997, Bilanzierung und Bilanzpolitik, S 812.

[7] Vgl. Coenenberg/Haller/Schulze, 2009, Jahresabschluss und Jahresabschlussanalyse, S. 1134.

[8] Vgl. Baetge/Kirsch/Thiele, 2004, Bilanzanalyse, S. 349.

[9] Vgl. Vgl. Küting/Weber, 2009, Die Bilanzanalyse, S. 317.

[10] Vgl. Kirsch, 2006, Finanz- und erfolgswirtschaftliche Jahresabschlussanalyse nach IFRS, S. 155.

[11] Vgl. Heesen/Gruber, 2009, Bilanzanalyse und Kennzahlen, S.170.

[12] Vgl. Baetge/Kirsch/Thiele, 2004, Bilanzanalyse, S. 348.

[13] Vgl. Küting/Weber, 2009, Die Bilanzanalyse, S. 322.

[14] Vgl. Baetge/Kirsch/Thiele, 2004, Bilanzanalyse, S. 396.

[15] Vgl. controllingportal.de.

[16] Vgl. Gräfer, 2008, Bilanzanalyse, S. 64.

[17] Vgl. www.business-studio.de/Lexikon.

[18] Vgl. Baetge/Kirsch/Thiele, 2004, Bilanzanalyse, S. 370.

[19] Vgl. Coenenberg/Haller/Schulze, 2009, Jahresabschluss und Jahresabschlussanalyse, S. 1134.

[20] Vgl. Kirsch, 2006, Finanz- und erfolgswirtschaftliche Jahresabschlussanalyse nach IFRS, S. 160.

[21] Vgl. Gräfer, 2008, Bilanzanalyse, S. 62.

[22] Vgl. Küting/Weber, 2009, Die Bilanzanalyse, S. 327.

[23] Vgl. Baetge/Kirsch/Thiele, 2004, Bilanzanalyse, S. 357.

[24] Vgl. Gräfer, 2008, Bilanzanalyse, S. 62.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Ausgewählte Kennzahlen der Rentabilitätsanalyse
Untertitel
Auswertung und Interpretation von Unternehmensinformationen
Hochschule
Hochschule Emden/Leer
Veranstaltung
Bilanzanalyse
Note
1,0
Autor
Jahr
2010
Seiten
22
Katalognummer
V160593
ISBN (eBook)
9783640738922
ISBN (Buch)
9783640739172
Dateigröße
1902 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Rentabilitätsanalyse, Bilanzanalyse, Kennzahlen, Gesamtkapitalrentabilität, Eigenkapitalrentabilität, Rentabilität, Umsatzrentabilität, Gewinn je Aktie, Price-Earnings-Ratio, Betriebsrentabilität
Arbeit zitieren
Andreas Gripp (Autor), 2010, Ausgewählte Kennzahlen der Rentabilitätsanalyse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/160593

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