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Das Attentat auf Papst Leo III. im Jahr 799

Title: Das Attentat auf Papst Leo III. im Jahr 799

Term Paper , 2010 , 15 Pages , Grade: 2,5

Autor:in: Stud. phil. Christoph Bäuerle (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Papst Leo III., Nachfolger des hoch geschätzten Papstes Hadrian I., hatte von Anfang an Akzeptanzprobleme bei der römischen Aristokratie. Seine unedle Herkunft, er war vermutlich nicht adeliger Abstammung, und auch sein angeblich verwerflicher Lebenswandel ließen zahlreiche Stimmen innerhalb der römischen Aristokratie gegen ihn aufkommen. Nur mit Widerwillen wurde er geduldet. Die innerrömischen Streitigkeiten mündeten schließlich in einem Anschlag Adliger auf den Papst während der Litania-maior-Prozession am 25. April 799.

Die genaue Rekonstruktion der Ereignisse von damals ist äußerst schwierig. Die Quellen, die die Historiker für ihre Forschungen heranziehen können, sind keinesfalls eindeutig. Sie zeigen sogar Widersprüche auf und zwar in so solchem Maß, dass sich die Frage aufdrängt, ob die realen Begebenheiten überhaupt überliefert werden sollten. Die päpstliche „Vita Leonis“ spricht zum Beispiel von zwei Anschlägen während die fränkischen Reichsannalen von nur einem Angriff berichten. Wurde Leo tatsächlich seiner Zunge und seines Augenlichtes beraubt? Wie hätte er mit solchen Verletzungen noch bis 816 sein Amt ausführen können, offensichtlich ohne körperliche Beeinträchtigungen?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Der Tod von Papst Hadrian I. und die Wahl von Leo III.

Leos Herkunft und sein Bund mit Karl

Der römische Adel – Paschalis und Campulus

Der Anschlag während der Prozession und seine Folgen

Die wundersame Heilung der Wunden und ihre Deutung

Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Attentat auf Papst Leo III. im Jahr 799, analysiert die widersprüchlichen historischen Quellen dazu und beleuchtet die Rolle Karls des Großen sowie die politischen Konsequenzen für das abendländische Kaisertum.

  • Die Hintergründe und Motive des Attentats auf Papst Leo III.
  • Die divergierenden Darstellungen in zeitgenössischen Quellen.
  • Die strategische Allianz zwischen dem Papsttum und dem Frankenreich.
  • Die Rolle des römischen Adels bei der Destabilisierung der Macht.
  • Die Instrumentalisierung des Ereignisses für die Kaiserkrönung.

Auszug aus dem Buch

Der Anschlag während der Prozession und seine Folgen

Das Papsttum im Mittelalter ging nicht selten mit von roher Gewalt geprägten Ereignissen einher. Wie zuvor schon erwähnt, gab es kein legitim gewaltloses Mittel, um gegen den Papst vorzugehen. Die Rivalitäten der unzufriedenen Aristokraten um Campulus und Paschalis gegen Papst Leo III., den man in ihren Kreisen als Emporkömmling sah, entluden sich deshalb gewaltsam und führten zum Attentat vom 25. April 799.

Bis dahin war der Papst etwa drei Jahre im Amt und konnte sich in der Zeit, allem Anschein nach, dem auf ihn ausgeübten Druck durch die Römer weitestgehend entziehen. Seine Widersacher sahen sich dadurch in einer Situation, in der sie ihn körperlich attackieren mussten, um ihn in seinem Handeln zu schwächen. Das Ziel der Attentäter um Paschalis und Campulus war es, durch Verstümmelung den Papst körperlich amtsunfähig zu machen. Gängige Methode damaliger Zeit war das Blenden und das Herausschneiden der Zunge.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Arbeit führt in die problematische Quellenlage zum Attentat auf Papst Leo III. ein und stellt die Relevanz des Ereignisses für die spätere Kaiserkrönung heraus.

Der Tod von Papst Hadrian I. und die Wahl von Leo III.: Dieses Kapitel beschreibt den Übergang des Pontifikats und die anfänglichen politischen Spannungen zwischen dem neuen Papst und dem römischen Adel.

Leos Herkunft und sein Bund mit Karl: Hier wird die Suche Leos III. nach Unterstützung durch den Frankenherrscher thematisiert, um seine prekäre Machtstellung in Rom zu sichern.

Der römische Adel – Paschalis und Campulus: Das Kapitel charakterisiert die Gegenspieler des Papstes und ihre Motivationen, die in einem gewaltsamen Machtkampf mündeten.

Der Anschlag während der Prozession und seine Folgen: Die Schilderung des Attentats und die anschließende Flucht sowie die juristische Aufarbeitung durch Karl den Großen stehen hier im Fokus.

Die wundersame Heilung der Wunden und ihre Deutung: Dieser Abschnitt analysiert die hagiographische Überhöhung der Heilung des Papstes in den Quellen als göttliches Zeichen seiner Legitimation.

Fazit: Die Arbeit resümiert, dass die unterschiedlichen Quellen das Ereignis zur Stärkung der jeweiligen politischen Positionen instrumentalisierten und ein neutraler Tatsachenbericht schwer rekonstruierbar bleibt.

Schlüsselwörter

Papst Leo III., Karl der Große, Attentat 799, Frankenreich, römischer Adel, Liber Pontificalis, Kaiserkrönung, Vita Karoli Magni, Mittelalter, Quellenkritik, politische Macht, Litania-maior, Machtkampf, Kirchengeschichte, Legitimationsstrategien.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert das Attentat auf Papst Leo III. im Jahr 799 und untersucht, wie dieses Ereignis in den historischen Quellen dargestellt und politisch genutzt wurde.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die Machtverhältnisse zwischen dem Papsttum und dem römischen Adel sowie das neu entstehende Bündnis zwischen dem Papst und dem Frankenherrscher Karl.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit hinterfragt, warum die Quellen das Ereignis so unterschiedlich darstellen und inwieweit das Attentat den Weg zur Kaiserkrönung Karls des Großen ebnete.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historische Quellenanalyse, die verschiedene zeitgenössische Texte wie die "Vita Leonis" und die "Reichsannalen" miteinander vergleicht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die politische Ausgangslage, die Hintergründe der Attentäter, den detaillierten Hergang des Anschlags und die spätere religiöse Überhöhung der Genesung des Papstes.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Leo III., Karl der Große, Attentat 799, Quellenkritik, Kaiserkrönung und römische Aristokratie.

Wie bewertet die Arbeit die Rolle von Karl dem Großen?

Karl wird als strategisch agierender Akteur dargestellt, der die Schwäche des Papstes nutzte, um seine eigene Position als Schutzherr der Kirche und legitimierter Herrscher zu festigen.

Warum wird die Heilung des Papstes in den Quellen so unterschiedlich beschrieben?

Die Arbeit stellt fest, dass die Wunderberichte vor allem dazu dienten, das Papsttum als von Gott geschützt darzustellen, während säkulare Berichte diesen Aspekt auslassen oder rationalisieren.

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Details

Title
Das Attentat auf Papst Leo III. im Jahr 799
College
University of Freiburg  (Seminar für Mittelalterliche Geschichte)
Course
Karl der Große
Grade
2,5
Author
Stud. phil. Christoph Bäuerle (Author)
Publication Year
2010
Pages
15
Catalog Number
V160637
ISBN (eBook)
9783640738373
ISBN (Book)
9783640738663
Language
German
Tags
Karl der Große Papst Leo III. Rom Attentat Paschalis Campulus Franken König Hadrian Leo
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stud. phil. Christoph Bäuerle (Author), 2010, Das Attentat auf Papst Leo III. im Jahr 799, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/160637
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