Die folgende Seminararbeit befasst sich intensiver mit dem Thema Cybermobbing unter Kindern und Jugendlichen sowie mit der Frage, wie das Gefahrenpotenzial von Cybermobbing bei Kindern und Jugendlichen beurteilt werden kann. Als Einstieg wird zunächst der Fall von Amanda Todd vorgestellt; anschließend werden die Begriffe Mobbing, Cybermobbing und Sextortion definiert. Daran anschließend werden Ursachen und Formen von Cybermobbing dargestellt sowie Täter- und Opferprofile, die Häufigkeit und die Folgen von Cybermobbing beschrieben, bevor ein Fazit gezogen wird.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Einleitung
- 2. Der Fall Amanda Todd
- 3. Begriffsbestimmung
- 3.1 Mobbing
- 3.2 Cybermobbing
- 3.3 Sextorsion
- 4. Ursachen von Cybermobbing
- 5. Formen von Cybermobbing
- 6. Täter- und Opferprofil
- 6.1 Täterprofil
- 6.2 Opferprofil
- 7. Häufigkeiten von Cybermobbing bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland
- 8. Folgen von Cybermobbing
- 9. Fazit
- Quellen
Zielsetzung & Thematische Schwerpunkte
Diese Seminararbeit befasst sich intensiv mit dem Thema Cybermobbing bei Kindern und Jugendlichen und untersucht die Frage, wie das Gefahrenpotenzial von Cybermobbing im Internet für diese Altersgruppe beurteilt werden kann.
- Definition von Mobbing, Cybermobbing und Sextorsion.
- Analyse der Ursachen und verschiedenen Formen von Cybermobbing.
- Beschreibung der Merkmale von Tätern und Opfern im Kontext von Cybermobbing.
- Untersuchung der Häufigkeit und Verbreitung von Cybermobbing in Deutschland.
- Darstellung der psychischen, sozialen und physischen Folgen von Cybermobbing für Betroffene.
- Erarbeitung von Präventions- und Interventionsmaßnahmen im Rahmen der Sozialen Arbeit.
Auszug aus dem Buch
Der Fall Amanda Todd
Die 15 jährige Amanda sitzt vor ihrem Laptop und filmt ein YouTube Video. Sie hält Zettel in die Kamera auf denen steht: „Hallo, ich habe beschlossen, euch von meiner nicht enden wollenden Geschichte zu erzählen. In der siebten Klasse haben meine Freunde und ich über eine WebCam neue Leute kennengelernt und mit ihnen gesprochen. Ich wurde atemberaubend, schön, perfekt und so weiter genannt. Sie wollten, dass ich flashe „. Dann zeigt sie Zettel, auf denen sie von der Erpressung, dem Mobbing, Schulwechseln, ihrer Angststörung und ihren Suiziedversuchen erzählt. Nach circa neun Minuten endet das Video. Auf dem letzten Zettel steht: „Ich habe Niemanden,... Ich brauche Jemanden, mein Name ist Amanda Todd". Einen Monat später ist Amanda tot. Der Grund dafür ist das jahrelange Cybermobbing dem der Teenager ausgesetzt war (Bartsch & Schütze, 2025).
Nach ihrem Tot wird das Video millionenfach aufgerufen und macht Amandas Fall damit zu einem der bekanntesten Fälle von Cybermobbing. Amanda wurde im Alter von zwölf bis 15 Jahren von einer einzigen Person, die sich im Internet unter dem Synonym „Tyler Boo“ versteckte, auf YouTube, Facebook und Skype gemobbt. Tyler Boo der später noch über 20 weitere fake Profile erstellte, erpresste Amanda und zwang sie ihm ihre Brüste über die Webcam zu zeigen. Den Screenshot, der die damals Zwölfjährige mit entblößtem Oberkörper zeigte, verbreitete er auf diversen sozialen Medien und verschickte ihn gezielt an Klassenkammeraden. Das führte dazu, dass das Mädchen nun auch von ihren Mitschüler:innen gemobbt und beleidigt wurde und sogar körperliche Angriffe erfuhr. Auch mehrere Schulwechsel brachten keine Besserung der Situation da Amandas Peiniger über das Internet die Bilder immer wieder teilte und anonym neue Mitschüler und Lehrer kontaktierte. Amanda entwickelte durch das jahrelange Mobbing Angststörungen, Depressionen, und unternahm drei Suiziedversuche, wovon der letzte sie das Leben kostete. Der Täter konnte später als Aydin, C. Identifiziert werden. Dem Mann in seinen Vierzigern konnten mehrere Fälle von „Sextorsion", also der Erpressung mit sexuell expliziten Fotos und Filmen von Dutzenden Mädchen aus den Niederlanden, den USA und Kanada nachgewiesen werden. Aydin, C. Wird 2017 zu einer Haftstrafe verurteilt Amanda erfährt die Identität des Mannes der für ihren Tod verantwortlich ist nie (Spiegel, 2022).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Führt in die Digitalisierung und soziale Medien ein, beleuchtet deren Risiken und stellt die Forschungsfrage nach dem Gefahrenpotenzial von Cybermobbing bei Kindern und Jugendlichen.
2. Der Fall Amanda Todd: Beschreibt anhand eines tragischen Beispiels die realen Auswirkungen und das Ausmaß von Cybermobbing, das zu Suizid führte.
3. Begriffsbestimmung: Definiert die Kernbegriffe der Arbeit, insbesondere Mobbing, Cybermobbing und die damit verbundene Sextorsion, und hebt deren Unterschiede hervor.
4. Ursachen von Cybermobbing: Analysiert die vielfältigen Gründe für das Auftreten von Cybermobbing, wie Anonymität, Mediennutzung und Gruppendynamiken.
5. Formen von Cybermobbing: Beschreibt die verschiedenen Erscheinungsformen von Cybermobbing, wie Gerüchteverbreitung, Bildmanipulation, beleidigende Kommentare, Identitätsdiebstahl, Doxxing sowie Belästigung und Bedrohung.
6. Täter- und Opferprofil: Stellt typische Merkmale und Motivationen von Cybermobbing-Tätern sowie die Anfälligkeiten und psychischen Reaktionen der Opfer dar.
7. Häufigkeiten von Cybermobbing bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland: Präsentiert aktuelle Studienergebnisse zur Verbreitung und dem Ausmaß von Cybermobbing unter Jugendlichen in Deutschland.
8. Folgen von Cybermobbing: Erörtert die schwerwiegenden psychischen, sozialen und körperlichen Konsequenzen von Cybermobbing für die Betroffenen, einschließlich Depressionen, Suizidgedanken und Substanzmissbrauch.
9. Fazit: Zieht ein Resümee über das hohe Gefahrenpotenzial von Cybermobbing und betont die Notwendigkeit präventiver und intervenierender Maßnahmen.
Schlüsselwörter
Cybermobbing, Digitalisierung, soziale Medien, Kinder, Jugendliche, Gefahrenpotenzial, Mobbing, Sextorsion, Täterprofil, Opferprofil, Prävention, Intervention, soziale Arbeit, psychische Folgen, Deutschland.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Seminararbeit behandelt das Thema Digitalisierung in der Sozialen Arbeit mit einem Fokus auf die Beurteilung des Gefahrenpotenzials von Cybermobbing im Internet für Kinder und Jugendliche.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themenfelder umfassen die Definition von Mobbing, Cybermobbing und Sextorsion, Ursachen und Formen von Cybermobbing, Täter- und Opferprofile, die Häufigkeit von Cybermobbing in Deutschland sowie dessen Folgen und Präventionsansätze.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist die Beantwortung der Forschungsfrage: "Wie kann das Gefahrenpotential von Cybermobbing im Internet für Kinder- und Jugendliche beurteilt werden?"
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit analysiert das Thema basierend auf bestehender Literatur und Studien und nutzt Fallbeispiele zur Veranschaulichung, wie den Fall Amanda Todd.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Begriffsbestimmung, den Ursachen und Formen von Cybermobbing, den Profilen von Tätern und Opfern, der Häufigkeit des Phänomens in Deutschland und den weitreichenden Folgen für Betroffene.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselwörter sind unter anderem Cybermobbing, Digitalisierung, soziale Medien, Kinder, Jugendliche, Gefahrenpotenzial, Mobbing, Sextorsion, Täterprofil, Opferprofil, Prävention und soziale Arbeit.
Was verdeutlicht der Fall von Amanda Todd im Kontext von Cybermobbing?
Der Fall Amanda Todd dient als eindringliches Beispiel für die fatalen Folgen von jahrelangem Cybermobbing und Sextorsion, das bis zum Suizid eines Teenagers führte und die immense Tragweite des Problems aufzeigt.
Worin unterscheiden sich klassisches Mobbing und Cybermobbing laut der Arbeit?
Cybermobbing unterscheidet sich vom klassischen Mobbing primär durch die Anonymität der Täter, die physische Distanz, den höheren Öffentlichkeitsgrad des Internets und die Möglichkeit, Opfer rund um die Uhr zu erreichen, wodurch die Täter schwerer zu identifizieren sind und Schutzmaßnahmen erschwert werden.
Welche alarmierenden körperlichen und psychischen Folgen von Cybermobbing werden genannt?
Zu den alarmierenden Folgen zählen schwere psychische Belastungen wie Angststörungen, Depressionen, Suizidgedanken und Substanzmissbrauch. Es wird auch erwähnt, dass 15% der Betroffenen Alkohol, Tabletten oder Drogen konsumiert haben und jeder vierte Suizidgedanken hatte.
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- Greta Sawary (Author), 2025, Digitalisierung in der Sozialen Arbeit. Wie kann das Gefahrenpotential von Cybermobbing im Internet für Kinder- und Jugendliche beurteilt werden?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1608663