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Kohlbergs Stufenmodell der moralischen Entwicklung

Eine kritische Auseinandersetzung

Título: Kohlbergs Stufenmodell der moralischen Entwicklung

Tesis (Bachelor) , 2018 , 34 Páginas , Calificación: 1,15

Autor:in: Anonym (Autor)

Psicología - Psicología cognitiva
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In dieser Bachelorarbeit wird das Stufenmodell der Moralentwicklung nach Lawrence Kohlberg dargestellt und erläutert sowie auf seine Anwendbarkeit und Schlüssigkeit hin überprüft. Es werden vor allem die 5. und 6. Stufe kritisch hinterfragt und auch im Hinblick auf das Geschlecht der untersuchten Personen beleuchtet.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

  • 1. Einleitung
  • 2. Grundlagen für das Stufenmodell der Moralentwicklung
    • 2.1 Verständnis von Moral
    • 2.2 Die Arbeiten Piagets - kognitive und moralische Entwicklung von Kindern
    • 2.3 Gemeinsamkeiten von Piaget und Kohlberg – die drei Stufenmodelle
  • 3. Das Stufenmodell der Moralentwicklung
    • 3.1 Versuchsbedingungen
    • 3.2 Ebenen und Stufen des Modells
      • 3.2.1 Ebenen des Modells
      • 3.2.2 Stufen des Modells
  • 4. Kritik am Kohlbergschen Stufenmodell
    • 4.1 Kritik an der 6. Stufe
    • 4.2 Ein kritischer Vergleich der Arbeiten Kohlbergs und Piagets
    • 4.3 Moral - typisch Mann, typisch Frau?
  • 5. Fazit
  • 6. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit widmet sich der fundamentalen Frage, wie ein Moralverständnis erworben wird und wie sich moralisches Urteilen im Laufe eines Menschenlebens entwickelt. Im Fokus steht dabei das Stufenmodell der Moralentwicklung von Lawrence Kohlberg, dessen Grundlagen und kritische Würdigung interdisziplinär beleuchtet werden.

  • Analyse von Lawrence Kohlbergs Stufenmodell der Moralentwicklung.
  • Untersuchung der Vorarbeiten Jean Piagets zur kognitiven und moralischen Entwicklung.
  • Darstellung der Versuchsbedingungen von Kohlbergs Längsschnittstudie.
  • Beleuchtung kritischer Positionen, insbesondere zur 6. Stufe und geschlechterspezifischer Einwände.
  • Interdisziplinäre Betrachtung philosophischer, soziologischer, pädagogischer und psychologischer Erkenntnisse.

Auszug aus dem Buch

Ebenen des Modells

die drei Ebenen zugeordnet werden. Stufen 1 und 2 gehören zur präkonventionellen Ebene, Stufen 3 und 4 zur konventionellen Ebene und Stufen 5 und 6 zur postkonventionellen Ebene.40 „Konventionell“ bedeutet „ [...] daß man den Regeln, Erwartungen und Konventionen der Gesellschaft oder einer Autorität eben deshalb entspricht und sie billigt, weil sie die Regeln, Erwartungen und Konventionen der Gesellschaft sind"41.

Auf der präkonventionellen Ebene befinden sich die meisten Kinder bis zum neunten Lebensjahr, aber auch noch einige Jugendliche, sowie viele jugendliche und erwachsene Straftäter. Die meisten Jugendlichen und Erwachsenen befinden sich jedoch auf der konventionellen Eben und nur eine Minderheit von Erwachsenen erreicht die postkonventionelle Ebene. Eine Person auf der präkonventionellen Ebene betrachtet im Kern sich selbst, und die sozialen Konventionen bleiben diesem Selbst äußerlich. Die meisten jungen Menschen sind also noch nicht in der Lage, gesellschaftliche Regeln und Erwartungen nachvollziehen zu können. Nach Kohlberg ist dies die konkret-individualistische Sichtweise, also die der individuell Handelnden, die an die eigenen Interessen und die derer, die ihnen wichtig sind, denken. Auf die Frage, warum man in einem Laden nichts stehlen sollte, würde eine Person auf dieser Ebene antworten, dass diese Handlung gegen das Gesetz verstoße und man von der Polizei bestraft werden könnte.42 Jemand auf der konventionellen Ebene hingegen identifiziert sich selbst mit den Erwartungen einer Gesellschaft oder Autorität. Sein Denken zeichnet sich dadurch aus, dass er um soziale Zustimmung, Loyalität und das Wohlergehen der Gesellschaft besorgt ist. Die Bedürfnisse einzelner Individuen werden den Bedürfnissen der Gesellschaft untergeordnet. An dieser Stelle würde jemand auf die Frage nach dem Ladendiebstahl antworten, dass es nötig ist, sich an die vorhandenen Gesetze zu halten, weil andernfalls die Gesellschaft ins Wanken geriete.43 Im Unterschied zur präkonventionellen Ebene bedeutet die Achtung vor dem Gesetz also nicht nur das Vermeiden von Strafe, sondern das Aufrechterhalten der Gesellschaft. Auf postkonventioneller Ebene hat sich das Individuum von der Gesellschaft unabhängig gemacht, versteht die Regeln der Gesellschaft zwar, entscheidet aber dennoch nach seinen eigenen Prinzipien, die gegebenenfalls mit denen der Gesellschaft übereinstimmen können.44 Die Gemeinsamkeit der präkonventionellen und postkonventionellen Ebene liegt darin, dass beide den Blick auf das Individuum lenken. Jedoch ist der individuelle Standpunkt der postkonventionellen Ebene nach Kohlberg universalisierbar. Das bedeutet, dieses ist der Standpunkt eines „jeden rationalen, moralischen Subjekts"45. Weiterhin gelte die Bindung eines Individuums an grundlegende moralische Prinzipien gegenüber der Übernahme der Gesellschaftsperspektive oder ihrer Gesetze als vorrangig. Auf dieser Ebene würde jemand zum Ladendiebstahlbeispiel sagen, dass das Gesetz auf moralisch Richtigem basiere, was bedeute, die Rechte anderer zu respektieren. Bei einem Ladendiebstahl würde man somit das Recht auf Eigentum eines anderen verletzen. Insgesamt wird sich in dieser Antwort zwar auf das bestehende Gesetz berufen, allerdings nur deshalb, weil dieses mit dem moralisch Richtigen, nämlich dem Respekt vor den Rechten anderer, übereinstimmt.46

Die Grundlage für das Urteil einer Person auf der postkonventionellen Ebene bilden also seine eigenen moralischen Prinzipien. Da Gesetze in der Regel auch auf moralischen Prinzipien beruhen, stimmen die Urteile dieser Person häufig mit dem Gesetz überein. Dass es jedoch auch möglich ist, dass die moralischen Prinzipien einer Person und das Gesetz miteinander in Konflikt geraten, soll zu Gunsten des leichteren Verständnisses anhand eines Beispiels dargestellt werden.

Das gewählte Beispiel ist eines der Dilemmata, die Kohlberg seiner Versuchspersonengruppe vorgestellt hat, und ist bekannt unter dem Namen Heinz-Dilemma.

Heinz Frau ist an einer lebensbedrohlichen Krebsart erkrankt. Ein ortsansässiger Apotheker hat ein Medikament, das ihr Leben höchstwahrscheinlich retten würde. Er verkauft es jedoch nur für einen Preis, der zehn Mal höher ist als die Produktionskosten. Heinz versucht all seine Möglichkeiten auszuschöpfen, das nötige Geld aufzutreiben,

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Stellt die zentrale Forschungsfrage nach der Entwicklung moralischen Urteilens dar und umreißt den interdisziplinären Ansatz sowie die Bedeutung von Kohlbergs Stufenmodell und Piagets Vorarbeiten.

2. Grundlagen für das Stufenmodell der Moralentwicklung: Erläutert das Verständnis von Moral nach Kohlberg, die kognitive und moralische Entwicklung nach Piaget sowie die Gemeinsamkeiten der Modelle von Piaget und Kohlberg als Basis für das Stufenmodell.

3. Das Stufenmodell der Moralentwicklung: Beschreibt detailliert Kohlbergs Versuchsbedingungen seiner Längsschnittstudie und stellt die drei Ebenen (präkonventionell, konventionell, postkonventionell) sowie die zugehörigen sechs Stufen der Moralentwicklung dar, illustriert durch Beispiele wie das Heinz-Dilemma.

4. Kritik am Kohlbergschen Stufenmodell: Präsentiert verschiedene kritische Positionen zu Kohlbergs Modell, darunter die Diskussion um die empirische Belegbarkeit der 6. Stufe, ein kritischer Vergleich mit Piagets Arbeiten und die geschlechterspezifische Kritik von Carol Gilligan.

5. Fazit: Fasst die Erkenntnisse bezüglich der Kritiken am Kohlbergschen Stufenmodell zusammen und bewertet deren Tragfähigkeit, insbesondere im Hinblick auf die 6. Stufe, den Vergleich mit Piaget und Gilligans geschlechterspezifische Einwände.

Schlüsselwörter

Moralentwicklung, Kohlberg, Piaget, Stufenmodell, moralisches Urteilen, Gerechtigkeit, Fürsorge, Dilemma, Präkonventionell, Konventionell, Postkonventionell, Carol Gilligan, Kritische Analyse, Sozialpsychologie, Kognitive Entwicklung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Diese Arbeit befasst sich mit der Erforschung, wie Menschen ein Moralverständnis entwickeln und wie sich moralisches Urteilen im Laufe des Lebens ausbildet, wobei ein besonderer Fokus auf dem Stufenmodell von Lawrence Kohlberg liegt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themenfelder umfassen Lawrence Kohlbergs Stufenmodell der Moralentwicklung, Jean Piagets Theorien zur kindlichen kognitiven und moralischen Entwicklung, die Versuchsbedingungen von Kohlbergs Studien sowie diverse kritische Perspektiven auf sein Modell.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, zu untersuchen, ob und auf welche Weise ein Moralverständnis erworben wird und wie sich moralisches Urteilen im Laufe eines Menschenlebens entwickelt, wobei Kohlbergs Modell und dessen Kritiken zentral sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit analysiert Kohlbergs Modell, das auf einer Längsschnittstudie mit leitfadengestützten Interviews und fiktiven Dilemmata basiert, und vergleicht es mit den Studienmethoden Piagets.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die Grundlagen von Kohlbergs Moralverständnis, Piagets Arbeiten, eine detaillierte Darstellung von Kohlbergs Stufenmodell der Moralentwicklung inklusive seiner Ebenen und Stufen, sowie eine umfassende Kritik an diesem Modell.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselwörter wie Moralentwicklung, Kohlberg, Piaget, Stufenmodell, moralisches Urteilen, Gerechtigkeit, Fürsorge und kritische Analyse charakterisieren die Arbeit.

Was ist das berühmte Heinz-Dilemma und wozu dient es?

Das Heinz-Dilemma ist ein von Kohlberg verwendetes fiktives Szenario, bei dem ein Mann namens Heinz überlegt, ein Medikament zu stehlen, um das Leben seiner krebskranken Frau zu retten. Es dient dazu, die moralischen Urteile der Probanden zu den verschiedenen Stufen der Moralentwicklung zu erfassen.

Welche Hauptkritikpunkte wurden an Kohlbergs 6. Stufe geäußert?

Die Hauptkritikpunkte an der 6. Stufe betreffen ihre empirische Nachweisbarkeit und ihren universalistischen Anspruch, da sie oft als bloße philosophische Reflexion statt als natürlich erreichte Entwicklungsstufe angesehen wird. Zudem gibt es Diskussionen über die Hierarchisierung gegenüber utilitaristischen Ansätzen.

Wie unterscheidet sich Carol Gilligans Kritik von anderen Einwänden gegen Kohlbergs Modell?

Carol Gilligan kritisiert Kohlbergs Modell insbesondere wegen dessen geschlechtsspezifischer Einseitigkeit (fehlende weibliche Probanden) und postuliert eine "Moral der Fürsorge" als Alternative zur Kohlbergschen "Moral der Gerechtigkeit", die typischerweise von Frauen vertreten werde.

Welche Rolle spielen die Arbeiten Piagets für Kohlbergs Modell?

Kohlbergs Stufenmodell lehnt sich wesentlich an Piagets Arbeiten zur kognitiven und moralischen Entwicklung von Kindern an, insbesondere an dessen strukturgenetischen Ansatz. Piagets Erkenntnisse bilden die Grundlage für das Verständnis der Denkmuster, die den einzelnen Moralstufen zugrunde liegen.

Final del extracto de 34 páginas  - subir

Detalles

Título
Kohlbergs Stufenmodell der moralischen Entwicklung
Subtítulo
Eine kritische Auseinandersetzung
Universidad
Carl von Ossietzky University of Oldenburg  (Philosophie)
Calificación
1,15
Autor
Anonym (Autor)
Año de publicación
2018
Páginas
34
No. de catálogo
V1608671
ISBN (PDF)
9783389155363
ISBN (Libro)
9783389155370
Idioma
Alemán
Etiqueta
Moral Ethik Moralentwicklung Lawrence Kohlberg Piaget
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Anonym (Autor), 2018, Kohlbergs Stufenmodell der moralischen Entwicklung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1608671
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