Welche Erfahrungen und Erwartungen haben Eltern an den Sexualkundeunterricht und welche Einstellung haben sie gegenüber einer Etablierung der Sexualpädagogik der Vielfalt an Schulen? Das Hauptziel besteht darin, die Erwartungen und Wünsche sowie Argumente bezüglich möglicher Bedenken und Befürwortungen von Eltern bzw. Erziehenden zu analysieren.
Unsere zeitgenössische Gesellschaft erlebt einen fortwährenden sozialen Wandel. Beispielsweise stellt die Diversifizierung der sexuellen Orientierungen, geschlechtlichen Identität und Lebensformen einen grundlegenden Aspekt des sozialen Wandels dar. Ebenfalls wird die Anerkennung von Minderheiten und die Überwindung der Benachteiligungen immer präsenter. Diese Veränderungen bilden wesentliche Bestandteile der Struktur unserer heutigen Gesellschaft, wodurch die wachsende Vielfalt als Chance betrachtet werden kann. Nach Voß (2023) ist es angesichts sich wandelnder gesellschaftlicher Anforderungen dringend erforderlich, die Aufklärung über Sexualität unter anderem an Schulen an die Lebensrealitäten anzupassen. Beispielsweise hat die Bedeutung von Treue, emotionale Verbundenheit und Liebe als Grundlage von Beziehungen im Vergleich zu den 1990er Jahren erheblich zugenommen. Ebenso sammeln heutzutage mehr Jugendliche vor Vollendung ihres 18. Lebensjahres erste sexuelle Erfahrungen im Vergleich zu vor 1950, und es gibt eine gesteigerte Offenheit für unterschiedliche sexuelle Praktiken. Durch die verstärkte Präsenz verschiedener Lebensstile und die Betonung der Individualisierung entsteht eine längst überfällige Bereitschaft, die bereits in der Vergangenheit vorhandene Diversität bewusst anzuerkennen und zu schätzen.
- Quote paper
- Anonym (Author), 2024, Konzeption des Forschungsprojekts "Einstellung von Erziehenden gegenüber einer Etablierung der Sexualpädagogik der Vielfalt an Schulen", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1609205