Der vorliegende Essay handelt um die Konstruktion und Definition des Begriffs „Feine KI“ und deren Einbettung in die Randkultur der „Schwindler“. Dabei sind „Schwindler“ definiert als Menschen welche KI missbrauchen, um sich Leistungen im akademischen Bereich zu erschwindeln bzw. die Produkte der Arbeit der KI als ihre Eigene ausgeben. Das Ziel dieser „Schwindler“ ist es im Sinne eines „Animal Ambitiosum“ über den Konsum der Dienstleistung der „Feinen KI“ sich im akademischen Bereich ohne große Mühe zu etablieren im Sinne eine „Digital Leisure Class“. Es wird anhand der Textproduktion mittels feiner KI erörtert und erläutert. Der Hintergrund ist hierbei das akademische Grade als moderne Adelstitel gelten, Publikationen den eigenen Ruhm und Anerkennung mehren und die KI hier als Handlanger zu Plagiaten verführt, da es möglich ist ohne großen Aufwand viel Text zu produzieren.
Der Weg des Essays führt über die Definition des Begriffs der „Feinen KI“ über die Definition der Randkultur zu den theoretischen Überlegungen einer „Feinen KI als Randkultur.“
Inhaltsverzeichnis
- I. Einleitung
- II. Theoretische Überlegungen zum Begriff „Feine KI"
- i. Was ist „Fein“ und „Feine Leute"
- ii. Was ist „KI“ und „Feine KI"
- iii. Definition von „Feine KI“
- iv. Conclusio zur „Feinen KI"
- III. Definition von Randkultur
- IV. Conclusio zur „Feinen Kl als Randkultur"
- V. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Der vorliegende Essay befasst sich mit der Konstruktion und Definition des Begriffs „Feine KI“ und dessen Einbettung in die Randkultur der „Schwindler“. Ziel der Arbeit ist es, aufzuzeigen, wie „Schwindler“ mittels des Konsums der „Feinen KI“-Dienstleistung im akademischen Bereich mühelos eine Etablierung im Sinne einer „Digital Leisure Class“ anstreben.
- Analyse und Definition des Begriffs „Feine KI“ im Kontext akademischer Leistungen.
- Erforschung der Randkultur der „Schwindler“ und deren Missbrauch von KI.
- Verbindung der Thematik mit Veblens „Theorie der müßigen Klasse“ und dem Konzept des demonstrativen Konsums.
- Diskussion der Auswirkungen von KI auf Plagiarismus, Ghostwriting und Statusgewinn im akademischen Umfeld.
- Untersuchung der dialektischen Natur der „Feinen KI“ und ihrer Rolle bei der Elitenbildung sowie der Schaffung von Randgruppen.
- Erarbeitung einer Definition von Randkultur nach Girtler im Kontext der modernen Gesellschaft.
Auszug aus dem Buch
ii. Was ist „KI“ und „Feine KI"
Der Begriff KI, Künstliche Intelligenz ist nur schwer definierbar da es im Laufe der Zeit zahlreiche Definitionen entstanden sind. (Azaria et al., 2023, S. 1ff; Ertel, 2021, S. 1ff; Joyce & Cruz, 2024, S. 2; Prunkl, 2024, S. 26f) Aufgrundessen nutze ich die Gelegenheit und frage die „KI“ selbst wie sie Kl definieren würde in jeweils einem Satz. Dazu nutzte ich die Gratisversionen ohne Anmeldung am 01.06.2025 von Copilot, DeepSeek und ChatGPT.
Ich: „Erkläre mir Kl in einem Satz."
Copilot: „Künstliche Intelligenz (KI) ist die Fähigkeit von Maschinen, menschenähnliches Denken und Lernen zu simulieren, um Probleme zu lösen, Muster zu erkennen und Entscheidungen zu treffen.“
DeepSeek: „Künstliche Intelligenz (KI) ist ein Teilgebiet der Informatik, das Maschinen befähigt, menschenähnliche Intelligenz zu zeigen – etwa durch Lernen aus Daten, logisches Denken oder das Lösen komplexer Aufgaben.
ChatGPT: „Künstliche Intelligenz (KI) ist die Fähigkeit von Maschinen, menschenähnliche kognitive Funktionen wie Lernen, Problemlösung und Mustererkennung auszuführen.“
Für diese Anfrage habe ich jeweils die Standardeinstellung verwendet. Die Antworten der drei Modelle treffen aus meiner Sicht den Nagel auf den Kopf, da sie die Rolle der KI im Alltag gut beschreiben. Ich persönlich sehe Kl als Assistenten oder Kollegen an, dessen Stärken in der Erfüllung von klar definierten, zeitintensiven Routineaufgaben besteht. (Apt & Priesack, 2019, S. 230; Frey & Osborne, 2017, S. 268) Dennoch muss man der Kl immer auf die Finger schauen, da sein Gedächtnis nur bis zu einem bestimmten Zeitpunkt reicht. Ein weiteres Problem der Kl ist, das sie zu Gefallen trachtet und ihre Antworten wirken, als hätte sie einen über den Durst getrunken (Die Kl halluziniert). (Azaria et al., 2023, S. 14ff; Hattenhauer, 2024, S. 312f; Kreissl & von Laufenberg, 2024, S. 228ff; Tuschling et al., 2023) Ein weiteres großes Thema bezüglich des Einsatzes ist der Bias und die Diskriminierung seitens der KI. Damit meine ich das Kl nicht zu Quellenkritik in der Lage ist, gefühlt blind und unreflektiert die erstbeste Quelle nutzt. Damit ist die Qualität der Daten, die sie abruft und damit die Qualität des Fundaments auf der die Antwort tönern und bröckelig. (Dörr, 2021, S. 43; Kreissl & von Laufenberg, 2024, S. 240f) Nichtsdestotrotz wird die KI langfristig zahlreiche Routineaufgaben übernehmen und disruptiv die Arbeitswelt verändern. Besonders unterstützende Tätigen im Büro, Administration, Produktion... quasi die klassischen Hilfstätigkeiten werden langfristig durch Kl übernommen werden. (Apt & Priesack, 2019, S. 227f; Frey & Osborne, 2017, S. 268f; Vicsek et al., 2025, S. 5)
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Konstruktion und Definition des Begriffs „Feine KI“ sowie deren Einbettung in die Randkultur der „Schwindler“ ein, die KI nutzen, um im akademischen Bereich mühelos Status zu erlangen.
II. Theoretische Überlegungen zum Begriff „Feine KI": In diesem Teil werden die Bedeutungen von „Fein“ und „KI“ analysiert, wobei „Fein“ mit Veblens Theorie der „müßigen Klasse“ verknüpft wird und „Feine KI“ als Statussymbol der akademischen Elite definiert wird, das auch Risiken wie Plagiat und Kompetenzverlust birgt.
III. Definition von Randkultur: Hier wird Girtlers Konzept der Randkultur erläutert, das Menschen umfasst, die sich von gesellschaftlichen Normen abheben und oft sanktionierte Handlungen ausführen, wodurch die „Feinen Leute“ ebenfalls als Randkultur identifiziert werden.
IV. Conclusio zur „Feinen Kl als Randkultur": Dieses Kapitel fasst die Definition von „Feine KI als Randkultur“ zusammen, die durch die dialektische Beziehung zwischen der akademischen Elite (Statuserlangung durch exklusiven KI-Gebrauch) und den „Schwindlern“ (illegitime Statusaneignung durch KI-Missbrauch) geprägt ist.
V. Literaturverzeichnis: Dieses Verzeichnis listet alle wissenschaftlichen Quellen auf, die im Essay zitiert oder referenziert wurden.
Schlüsselwörter
Künstliche Intelligenz, Feine KI, Randkultur, Schwindler, Akademische Elite, Plagiarismus, Ghostwriting, Statusgewinn, Digital Leisure Class, Demonstrativer Konsum, Thorstein Veblen, Roland Girtler, Prompt Engineering, Epistemische Abhängigkeit, Leistungserwerb.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Konstruktion des Begriffs „Feine KI“ und ihre Einbettung in die Randkultur der „Schwindler“, die Künstliche Intelligenz nutzen, um im akademischen Bereich ohne große Anstrengung Status und Leistungen zu erlangen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themenfelder sind die Definition und Nutzung von „Feiner KI“, die Charakterisierung der „Schwindler“ als Randkultur, die soziologischen Theorien von Veblen (demonstrativer Konsum, müßige Klasse) und Girtler (Randkulturen) sowie die Problematik von Plagiarismus und intellektuellem Fähigkeitsverlust durch KI-Nutzung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, die „Feine KI“ als Statussymbol der akademischen Elite zu definieren und zu beschreiben, wie deren Nutzung die Herausbildung einer dialektischen Randkultur fördert, bei der Status durch scheinbare intellektuelle Überlegenheit oder illegitime Aneignung erworben wird.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit verwendet eine essayistische und theoretisch-analytische Methode. Sie stützt sich auf Literaturanalysen soziologischer Theorien (Veblen, Girtler) und auf die Analyse von KI-Definitionen und deren Anwendung im akademischen Kontext, teils unter Einbeziehung persönlicher Beobachtungen und direkter KI-Abfragen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die Begriffe „Fein“ und „Feine Leute“ im Kontext von Veblens „Theory of the Leisure Class“ erörtert, verschiedene Definitionen von Künstlicher Intelligenz (KI) zusammengetragen und darauf aufbauend der Begriff „Feine KI“ entwickelt. Anschließend wird das Konzept der Randkultur nach Girtler eingeführt und die „Feine KI“ als Randkultur definiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Künstliche Intelligenz, Feine KI, Randkultur, Schwindler, Akademische Elite, Plagiarismus, Ghostwriting, Statusgewinn, Digital Leisure Class, Demonstrativer Konsum, Thorstein Veblen, Roland Girtler, Prompt Engineering, Epistemische Abhängigkeit, Leistungserwerb.
Wie definiert der Autor den Begriff „Feine KI“?
Der Autor definiert „Feine KI“ als die Nutzung von Künstlicher Intelligenz als Unterscheidungsmerkmal zur Zurschaustellung der eigenen intellektuellen Überlegenheit und des elitären Status im akademischen Kontext, oft durch „Prompt Engineering“ und den Zugang zu teuren Premium-Modellen, um Textproduktion und Forschung auszulagern.
Welche Kritikpunkte werden an der Nutzung von KI in der Textproduktion genannt?
Kritisiert wird, dass die Nutzung von KI zu einem Fähigkeitsverlust, insbesondere einem Verlust der kritischen Reflexionsfähigkeit, führt. Zudem werden Probleme wie Halluzinationen, Bias, Diskriminierung und die unreflektierte Nutzung von Quellen durch KI hervorgehoben.
Wie ist die Randkultur der „Feinen KI“ dialektisch strukturiert?
Die Randkultur der „Feinen KI“ ist dialektisch: Am oberen Rand steht die akademische Elite, die KI zur Statusfestigung und als Zeichen intellektueller Überlegenheit nutzt („edel“); am unteren Rand stehen die „gefallenen Akademiker*innen“, die durch aufgedeckte Plagiate oder epistemische Abhängigkeit von KI an den Rand gedrängt werden („spöttisch“).
Welche Rolle spielt der Druck zu publizieren ("Publish or Perish") in der Entstehung dieser Randkultur?
Die Randkultur der „Feinen KI“ entstand zum Teil aus dem Druck, dem Idiom „Publish or Perish“ bzw. „Wer schreibt, der bleibt“ zu folgen, sowie aus der technologischen Verfügbarkeit von KI, die eine schnelle Textproduktion ermöglicht.
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- Christian Dörr (Autor), 2025, Feine KI als Randkultur. Am Beispiel der Schwindler, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1609416