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Iwans Laudine: Herrscherin oder Minnedame?

Eine Untersuchung der Laudine-Figur unter Berücksichtigung ihrer Funktion für den Artusroman Iwein und Hartmanns von Aue Frauenideal

Title: Iwans Laudine: Herrscherin oder Minnedame?

Term Paper (Advanced seminar) , 2009 , 21 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Tina Klostermeier (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung 3
2. Die Laudine-Darstellung in Hartmanns von Aue Iwein 4
2.1 Laudines Eheentschluss: Eine politische Entscheidung? 5
2.2 Abschied und Fristversäumnis: Separation oder Minneabsage? 8
2.3 Die Versöhnung 10
3. Hartmanns von Aue Frauenideal 11
3.1 Laudine: Ein Alter Ego von Lunete? 13
4. Vergleich der Laudine-Gestalt bei Chrétien de Troyes und Hartmann von Aue 14
5. Zusammenfassung 16
6. Literaturverzeichnis 18
Eigenständigkeitserklärung 20

1. Einleitung
Der mittelhochdeutsche Artusroman Iwein von Hartmann von Aue gilt als um 1200 entstandene Übertragung des altfranzösischen Yvain ou le Chavalier au Lion von Chrétien de Troyes. Bei beiden Werken handelt es sich bis heute um viel beachtete arthurische Epen. Neben textanalytischen und sprachwissenschaftlichen Aspekten wird in Studien um den Artusroman auch immer wieder untersucht, inwiefern dieser Hinweise auf kulturgeschichtliche Begebenheiten des Mittelalters geben kann. Die dargestellte höfische Kultur, das mittelalterliche Minnekonzept sowie die Rolle der Frau sind dabei interessante Themengebiete. Hartmanns von Aue Motive eröffnen interessante Ansätze über Sitten und Geschlechterrollen im Hochmittelalter. Allerdings sind diese aufgrund fehlender zeitgenössischer Informationen nicht beglaubigt. Eine Betrachtung der weiblichen Hauptfigur und ihrer Liebesbeziehung zum Helden bietet sich hier eher an, um die Zerrissenheit des Autors, was die von der altfranzösischen Vorlage abweichende Darstellung der Frauenfigur betrifft, zu offenbaren.
Die Begegnung des Helden mit einer anmutigen Dame ist das entscheidende Phänomen für jeden von Hartmanns Helden. Seine weiblichen Figuren sind nahezu alle positiv besetzt. Die Frau spielt nicht nur eine elementare Rolle für die Handlung und Einheit, Hartmann unterscheidet auch zwischen zwei Frauenbildern: der vrouwe und dem wîp. Hartmanns von Aue Frauenideal soll in der vorliegenden Seminararbeit anhand der Protagonistin Laudine untersucht werden.
Zur Analyse ihrer Funktion, Wirkung und Darstellung sollen vor allem drei Textstellen Beachtung finden: das Kennenlernen Iweins und Laudines sowie ihr Eheentschluss, zweitens Laudines Minneabsage an Iwein, welche den zweiten âventiure-Zyklus auslöst, und schließlich die Versöhnungsszene. Im Anschluss folgt eine Gegenüberstellung Laudines mit Lunete. Diese ist der Laudine zwar sozial unterlegen, entspricht aber eher Harmanns Frauenideal. ...

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Laudine-Darstellung in Hartmanns von Aue Iwein

2.1 Laudines Eheentschluss: Eine politische Entscheidung?

2.2 Abschied und Fristversäumnis: Separation oder Minneabsage?

2.3 Die Versöhnung

3. Hartmanns von Aue Frauenideal

3.1 Laudine: Ein Alter Ego von Lunete?

4. Vergleich der Laudine-Gestalt bei Chrétien de Troyes und Hartmann von Aue

5. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Figur der Laudine in Hartmanns von Aue Artusroman Iwein. Ziel ist es, ihre Funktion für die Handlungsstruktur sowie ihre Rolle im Kontext von Hartmanns Frauenideal kritisch zu beleuchten und dabei die Divergenzen zur altfranzösischen Vorlage von Chrétien de Troyes herauszuarbeiten.

  • Analyse der Laudine-Figur als Herrscherin und Minnedame
  • Untersuchung der Ehemotivation (politische vs. emotionale Beweggründe)
  • Gegenüberstellung von Laudine und Lunete als weibliche Rollenbilder
  • Vergleich der Laudine-Gestalt bei Chrétien de Troyes und Hartmann von Aue

Auszug aus dem Buch

2.1 Laudines Eheentschluss: Eine politische Entscheidung?

Laudine, die noch den Schmerz ihres gefallenen Gatten, König Ascalon, beklagt, findet sich mit seinem Tod in einer prekären Lage wieder. Als Frau ist es ihr unmöglich, das Land ihres Mannes, welches in ihren Besitz übergegangen ist, zu verteidigen. Weder ist sie körperlich dazu in der Lage, noch ist es ihr moralisch bzw. konventionell erlaubt, als Waffenträgerin zu handeln und notfalls mit Gewalt ihr Land zu verteidigen. Dabei ist ein Angriff durch Artus und seine Ritter absehbar. Die Königin ist auf die Hilfe eines Mannes angewiesen.

Von ihrer treuen Gefährtin Lunete wird Königin Laudine belehrt, dass kein Ritter ihr Land schützen werde, ohne sie als Lohn zur Frau nehmen zu dürfen. So ist die Witwe zu einer zweiten Ehe gezwungen. Paradoxerweise beschließt die Königin, ausgerechnet denjenigen zu ehelichen, der ihren Mann im Kampf getötet hat. Dieser Entschluss ist auf der emotionalen Ebene schwer nachzuvollziehen, doch sehr weitsichtig und praktisch von Laudine gefasst: Sie geht davon aus, dass derjenige, der ihren Mann besiegt hat, folglich Ascalon überlegen sein muss und sie und ihr Land demnach noch besser beschützen könne.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik des Artusromans Iwein ein und legt den Fokus auf die Analyse der Laudine-Figur als weibliche Protagonistin und deren Funktion im Werk.

2. Die Laudine-Darstellung in Hartmanns von Aue Iwein: Dieses Kapitel untersucht Laudines Darstellung durch den Autor, insbesondere ihre Aufwertung als Königin und ihre Rolle als Handlungsantrieb für den Helden.

2.1 Laudines Eheentschluss: Eine politische Entscheidung?: Hier wird analysiert, wie Laudine aus der Notwendigkeit der Landesverteidigung heraus eine Zweck-Ehe eingeht, anstatt aus rein romantischen Motiven zu handeln.

2.2 Abschied und Fristversäumnis: Separation oder Minneabsage?: Das Kapitel befasst sich mit der Trennung des Paares und der Rolle der absoluten Macht, die Laudine in ihrer Position ausübt, um ihre Interessen zu wahren.

2.3 Die Versöhnung: Diese Analyse widmet sich der Wiedervereinigung der Partner und der Rolle von Lunete als Vermittlerin, sowie Laudines Einsicht und der symbolischen Versöhnung am Ende.

3. Hartmanns von Aue Frauenideal: Hier wird Hartmanns spezifisches Frauenbild im Kontext des zeitgenössischen Minnesangs und der ritterlichen Tugenden diskutiert.

3.1 Laudine: Ein Alter Ego von Lunete?: Das Unterkapitel kontrastiert die kühl-rationale Herrscherin Laudine mit der warmherzigen, selbstlosen Lunete, um Hartmanns Frauenbilder zu differenzieren.

4. Vergleich der Laudine-Gestalt bei Chrétien de Troyes und Hartmann von Aue: Dieses Kapitel stellt die Unterschiede in der Charakterzeichnung Laudines zwischen den beiden Epen gegenüber und beleuchtet die Folgen von Hartmanns Umgestaltung.

5. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung resümiert die Ergebnisse der Arbeit und betont die Komplexität sowie die Widersprüchlichkeit der Laudine-Figur im höfischen Kontext.

Schlüsselwörter

Iwein, Hartmann von Aue, Laudine, Minne, Artusroman, höfische Literatur, Lunete, Frauenbild, Mittelalter, Ehepolitik, Rittertum, Chrétien de Troyes, Herrscherin, Minnedame, höfische Tugenden

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht die Figur der Laudine in Hartmanns von Aue Artusroman Iwein hinsichtlich ihrer Motivationen, ihrer Funktion für die Handlungsstruktur und ihrer Rolle im Vergleich zur literarischen Vorlage.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Mittelpunkt stehen das mittelalterliche Frauenbild, die politische Funktion von Eheverbindungen im Hochmittelalter sowie der Vergleich zwischen Hartmanns Laudine und der Vorlage von Chrétien de Troyes.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die zentrale Frage ist, ob Laudine primär als pragmatische Herrscherin, die politisch agiert, oder als Minnedame zu verstehen ist und wie Hartmann von Aue ihre Figur im Hinblick auf sein eigenes Frauenideal umgestaltet hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewandt?

Es wird eine textanalytische Untersuchung durchgeführt, die durch den Vergleich von Primärquellen und die Diskussion einschlägiger Sekundärliteratur gestützt wird.

Welche Aspekte werden im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der drei entscheidenden Szenen (Eheentschluss, Minneabsage und Versöhnung), die Untersuchung von Hartmanns Frauenideal und den direkten Vergleich der Laudine-Gestalt mit der französischen Vorlage.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am stärksten?

Zentrale Begriffe sind das Minneverhältnis, die höfische Kultur, der Doppelweg des Helden, die politische Ehe und die Diskrepanz zwischen öffentlicher Rolle als Herrscherin und privater Zuneigung.

Wie bewertet die Arbeit Laudines Verhalten bei der Eheschließung?

Die Arbeit argumentiert, dass der Eheentschluss Laudines primär eine politisch motivierte Notwendigkeit zur Wahrung ihrer Herrschaft und ihres Landes darstellt, nicht jedoch ein rein emotionales Liebesgeständnis.

Welche Bedeutung kommt der Figur der Lunete zu?

Lunete dient als wichtiges Gegenbild zu Laudine; sie agiert als selbstlose Vermittlerin und verkörpert eher das von Hartmann angestrebte Idealbild eines wîps, während Laudine als komplexe Herrscherin fungiert.

Warum erscheint die Laudine-Figur bei Hartmann von Aue oft als widersprüchlich?

Die Widersprüchlichkeit ergibt sich aus dem Spannungsfeld zwischen ihrer Rolle als berechnende Herrscherin und der von Hartmann hinzugefügten emotionalen Tiefe, die sie menschlicher, aber moralisch ambivalenter macht als in der Vorlage.

Zu welchem Fazit gelangt die Arbeit über Hartmanns Intention?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass Hartmann Laudine aktiver und menschlicher gestalten wollte, wodurch jedoch neue, schwer auflösbare moralische Widersprüche entstanden, die in der Forschung bis heute kontrovers diskutiert werden.

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Details

Title
Iwans Laudine: Herrscherin oder Minnedame?
Subtitle
Eine Untersuchung der Laudine-Figur unter Berücksichtigung ihrer Funktion für den Artusroman Iwein und Hartmanns von Aue Frauenideal
College
Dresden Technical University  (Institut für Germanistische Mediävistik und Frühneuzeitforschung)
Course
Seminar: Hartmanns von Aue 'Iwein'
Grade
1,7
Author
Tina Klostermeier (Author)
Publication Year
2009
Pages
21
Catalog Number
V160972
ISBN (eBook)
9783640739097
ISBN (Book)
9783640739127
Language
German
Tags
Iwein Minne Laudine Hartmann von Aue
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Tina Klostermeier (Author), 2009, Iwans Laudine: Herrscherin oder Minnedame? , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/160972
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