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Soziale Gerechtigkeit in der Europäischen Union

Ein Vergleich europäischer Ansätze zur Begründung, Umsetzung und Perspektive des „Wohlfahrtsstaates“ am Beispiel Großbritanniens und Deutschlands

Titre: Soziale Gerechtigkeit in der Europäischen Union

Dossier / Travail , 2010 , 25 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Peer Klüßendorf (Auteur)

Politique - Sujet: Union européenne
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„Seit der Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft hat die Sozialpolitik […] eine untergeordnete Rolle gespielt“, obwohl sich an ihrer Angleichung „am ehesten eine Staatsidee Europas entzünden könnte“
Trotz relativ geringer Konvergenzbestrebungen war das „Europäische Sozialmodell“ zu Beginn der 1990er-Jahre Gegenstand lebhafter Diskussionen - als Synonym für ein wohlfahrtsstaatliches System, dass durch hohe Sozialausgaben und Lohnnebenkosten auf dem Weltmarkt nicht dauerhaft wettbewerbsfähig bleiben konnte. So empfahl die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) 1994 eine deutliche Senkung der Steuern und Sozialausgaben, sowie eine Senkung von Arbeitsschutz- und Mindestlohnbestimmungen, um mit einer solchen Angleichung an das „amerikanische Sozialmodell“ eine ähnlich hohe Beschäftigungsquote wie die USA und Großbritannien zu erzielen. Obwohl diese Vorschläge insgesamt in den einzelnen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union nur in einem geringen Maße umgesetzt wurden, näherten sich in den folgenden Jahren die Arbeitslosenquoten denen des anglo-amerikanischen Raumes an und die europäische Wirtschaft erwies sich im Vergleich zu diesem auch während der Finanzkrise ab 2007 als mindestens ebenbürtig. Dieser Umstand wurde auch den wirtschaftlichen Auswirkungen europäischer Sozialpolitik zugeschrieben, die Arbeits-sicherheit und eine hohe Binnennachfrage ermöglicht habe und damit auch ein geeignetes Modell für Reformierungsversuche in der US-amerikanischen Innenpolitik darstellen könne.

Eben diese Entwicklungen im Hinblick auf Umsetzung und Bewertung der europäischen Sozialpolitik sowie die Perspektiven des Europäischen Sozialstaats soll diese Hausarbeit näher untersuchen, dabei unterschiedliche Deutungen der Begriffe Gerechtigkeit und des „Europäischen Sozialmodells“ beachtend, einem Oberbegriff für 27 zum Teil stark unterschiedlich ausgeprägte wohlfahrtsstaatliche Systeme der EU-Mitgliedsstaaten mit konzeptionelle Gemeinsamkeiten.

Aus dieser Gegenüberstellung neue Perspektiven für eine zukünftige soziale Gerechtigkeit in einem Europäischen Sozialmodell aufzuwerfen, ist abschließendes Ziel dieser Hausarbeit. Dabei sollen verstärkt Ansätze des gegenwärtigen politischen Diskurses aufgegriffen werden, um diese ins Gesamtbild einer möglichen gemeinsamen und gerechten europäischen Sozialpolitik einzuordnen und einen Blick auf die Zukunftsperspektive dieses Sozialmodells als „Zündschnur“ einer Staatsidee Europas zu werfen.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. „Soziale Gerechtigkeit“ als politischer Begriff

3. Praktische Umsetzung des Gerechtigkeitsbegriffs

3.1. Vergleich des britischen und deutschen Sozialstaates

3.2. Wie europäisch ist das „Europäische Sozialmodell?“

4. Gemeinsame Sozialpolitik - Notwendigkeit in einer interdependenten Welt?

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die unterschiedlichen Ansätze zur Begründung, Umsetzung und Perspektive des „Wohlfahrtsstaates“ am Beispiel von Großbritannien und Deutschland, um zu klären, inwiefern eine gemeinsame soziale Gerechtigkeit innerhalb eines Europäischen Sozialmodells realisierbar ist.

  • Vergleich wohlfahrtsstaatlicher Systeme in Deutschland und Großbritannien
  • Analyse des Begriffs der sozialen Gerechtigkeit als politischer Wert
  • Untersuchung von Mentalitätsunterschieden und deren Einfluss auf Sozialsysteme
  • Evaluierung der Europäischen Sozialcharta und ihrer Bedeutung
  • Diskussion der Notwendigkeit einer gemeinsamen Sozialpolitik in einer globalisierten Welt

Auszug aus dem Buch

3.1. Vergleich des britischen und deutschen Sozialstaates

In der Tat scheinen Welten zwischen dem britischen und deutschen „Wohlfahrtskapitalismus“ zu liegen, zumindest wenn dem prominenten Drei-Welten-Modell Esping-Andersens gefolgt wird. Nach dessen Einteilung exemplifiziert das Vereinigte Königreich einen liberalen Wohlfahrtsstaat mit einer Akzentuierung des freien Marktes und der Stellung der Familie sowie relativ geringe, durch starke Bedürfnisprüfungen zum Teil stigmatisierende, soziale Anspruchsrechte. Deutschland stelle hingegen einen konservativen Typus des Wohlfahrtsstaates dar, der zwar in stärkerem Ausmaß staatspolitisch motiviert interveniere, sich dabei jedoch in besonderem Maße auf die Stabilisierung der Normalarbeitsverhältnisse durch einen Fokus auf Lohnarbeits- und Sozialversicherungen konzentriere.

Ein Konkurrieren solcher abgrenzbarer Sozialmodelle ist bereits seit deren Entstehung Ende des 19. Jahrhunderts in Deutschland und Dänemark zu beobachten, wobei sich früh Konvergenztendenzen lange Zeit vorwiegend in einzelnen Ländergruppen, in jüngerer Vergangenheit auch auf gesamteuropäischer Ebene feststellen lassen. Da diese Konvergenz in engem Zusammenhang mit Integrationsbestrebungen der EU steht, werden hierbei ebenfalls die europapolitischen Handlungen der jeweiligen Regierungen einbezogen. Die stärkste Annäherung des bis dahin liberalen Sozialmodells Großbritanniens war in den 1970er Jahren festzustellen, als ein ausgeprägtes Sozialversicherungssystem das Zentrum des britischen Wohlfahrtsstaates bildete. Dieses Konzept änderte sich rapide nach schweren wirtschaftlichen Unruhen 1978/79 und der daraus hervorgehenden neuen Regierung unter Margareth Thatcher.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Rolle der Sozialpolitik in der EU und führt in die Thematik der Gerechtigkeitsbegriffe sowie die vergleichende Untersuchung der Sozialmodelle ein.

2. „Soziale Gerechtigkeit“ als politischer Begriff: Dieses Kapitel analysiert die unterschiedlichen Vorstellungen und kulturellen Mentalitäten in Europa bezüglich einer sozial gerechten Gesellschaft.

3. Praktische Umsetzung des Gerechtigkeitsbegriffs: Hier erfolgt der direkte Vergleich der deutschen und britischen Sozialstaatstypen sowie eine kritische Hinterfragung des europäischen Sozialmodells.

4. Gemeinsame Sozialpolitik - Notwendigkeit in einer interdependenten Welt?: Das Kapitel diskutiert, wie durch demographische und wirtschaftliche Anforderungen ein Anpassungsbedarf besteht und welche Rolle eine supranationale Sozialpolitik spielen könnte.

Schlüsselwörter

Soziale Gerechtigkeit, Europäisches Sozialmodell, Wohlfahrtsstaat, Deutschland, Großbritannien, Sozialpolitik, Europäische Union, Umverteilung, Arbeitsmarkt, Wirtschaftsinterdependenz, Sozialcharta, Mentalitätsunterschiede, Demographischer Wandel, Sozialreformen, Beschäftigungsquote

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie das Konzept der sozialen Gerechtigkeit in verschiedenen EU-Staaten verstanden und praktisch in Sozialsystemen umgesetzt wird.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen sind der Vergleich zwischen dem britischen liberalen und dem deutschen konservativen Wohlfahrtsstaat sowie die Rolle des europäischen Sozialmodells.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, auf Basis der nationalen Unterschiede Perspektiven für eine gemeinsame, gerechte europäische Sozialpolitik zu identifizieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine vergleichende Analyse politischer Ansätze unter Einbeziehung ökonomischer Daten und soziologischer Fachliteratur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die theoretische Einordnung von Gerechtigkeit, den Vergleich der nationalen Systeme sowie die Frage nach einer notwendigen EU-weiten Sozialpolitik.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den Schlüsselwörtern gehören soziale Gerechtigkeit, Sozialmodell, EU, Wohlfahrtsstaat und Arbeitsmarkt.

Warum spielt das britische Mehrheitswahlrecht eine Rolle in der Analyse?

Es wird angeführt, um zu erklären, wie das britische System durch Ein-Parteien-Regierungen radikalere Sozialreformen, etwa in den 1980er Jahren, schneller umsetzen konnte.

Welche Bedeutung hat die „Europäische Sozialcharta“ laut dem Autor?

Sie wird als ein wichtiger, wenn auch rechtlich wenig verbindlicher Wertebestand angesehen, der einen Verwaltungsdialog und somit Aufmerksamkeit für soziale Standards innerhalb der EU ermöglicht.

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Titre
Soziale Gerechtigkeit in der Europäischen Union
Sous-titre
Ein Vergleich europäischer Ansätze zur Begründung, Umsetzung und Perspektive des „Wohlfahrtsstaates“ am Beispiel Großbritanniens und Deutschlands
Université
University of Rostock  (Institut für Politik- und Verwaltungswissenschaften)
Cours
Politikfelder der Europäischen Union
Note
1,0
Auteur
Peer Klüßendorf (Auteur)
Année de publication
2010
Pages
25
N° de catalogue
V161006
ISBN (ebook)
9783640742493
Langue
allemand
mots-clé
EU Europäische Union Sozialpolitik Großbritannien Deutschland Sozialsysteme Gerechtigkeit Wohlfahrtsstaat europäisches Sozialmodell
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Peer Klüßendorf (Auteur), 2010, Soziale Gerechtigkeit in der Europäischen Union, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/161006
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Extrait de  25  pages
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