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Die Widerstandsgruppe um Herbert Baum. Wirkung und Einordnung

Titre: Die Widerstandsgruppe um Herbert Baum. Wirkung und Einordnung

Dossier / Travail , 2005 , 15 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Matthias Felsch (Auteur)

Histoire - Europe
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In der Hausarbeit geht es um das Wirken der Widerstandsgruppe um Herbert Baum, die bisher in der Literatur wenig Beachtung fand. Zudem widmet sich der Autor der Kontroverse um die Einordnung der Gruppe, da Autoren diese sowohl für den jüdischen als auch für den kommunistischen Widerstand reklamieren.

Ziel der Hausarbeit ist eine detaillierte Darstellung der Widerstandsgruppe um Herbert Baum auf Grundlage der aktuellen Quellen- und Literaturlage. Der Schwerpunkt liegt dabei nicht auf den Einzelpersonen, sondern auf den Aktivitäten der Gruppe. Darüber hinaus erfolgt eine kurze Gegenüberstellung der unterschiedlichen innerdeutschen Interpretationen (DDR/BRD) hinsichtlich des politischen Hintergrunds der Gruppe sowie eine Diskussion der Frage, ob die Herbert-Baum-Gruppe dem kommunistischen oder dem jüdischen Widerstand zuzuordnen ist – eine Fragestellung, die die historiografische Debatte bis heute prägt.
Neben den schriftlichen Quellen wird auch eine visuelle Quelle herangezogen und analysiert: der DEFA-Kurzfilm Die Flammen von Konrad Weiß. Dieser befindet sich im Filmarchiv der Filmhochschule Potsdam-Babelsberg und ist bislang in der historischen Forschung weitgehend unberücksichtigt geblieben.
Im Anhang der Arbeit sind zudem einige Fotografien enthalten, die die wenigen heute noch sichtbaren Spuren der Widerstandskämpferinnen und Widerstandskämpfer um Herbert Baum in Berlin dokumentieren.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

  • 1. Einleitung
    • 1.1. Methodik und Quellendiskussion
    • 1.2. Auslegung und Darstellung der Herbert-Baum-Gruppe in der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik
  • 2. Darstellung der Widerstandsgruppe um Herbert Baum und Einordnung in Kontext des Deutschen Widerstandes im Dritten Reich
    • 2.1. Von der Entstehung der Gruppe bis zu Entfaltung der Widerstandstätigkeit
    • 2.2. Der Anschlag auf die Ausstellung „Das Sowjetparadies“ im Lustgarten als Höhe- und Endpunkt der Widerstandsarbeit der Herbert-Baum-Gruppe
    • 2.3. Verhaftung, Verurteilung und Hinrichtung der Widerstandskämpfer um Herbert Baum
    • 2.4. Der Film „Die Flammen“ von Konrad Weiß als wichtiges historisches Dokument im Kontext um die Widerstandsgruppe Herbert Baums
  • 3. Resümee
  • 4. Literatur- und Quellenverzeichnis
  • 5. Anhang

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel dieser Hausarbeit ist eine detaillierte Darstellung der Widerstandsgruppe um Herbert Baum basierend auf der aktuellen Quellen- und Literaturlage, wobei der Fokus auf den Gruppenaktivitäten liegt. Weiterhin soll eine Gegenüberstellung der innerdeutschen Auslegung in der DDR und BRD erfolgen, um die Debatte um die Zuordnung der Gruppe zum kommunistischen oder jüdischen Widerstand zu erörtern.

  • Detaillierte Darstellung der Widerstandsgruppe um Herbert Baum und ihrer Aktivitäten.
  • Analyse der geschichtlichen Auslegung der Gruppe in der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik.
  • Diskussion der Zuordnung der Herbert-Baum-Gruppe zum kommunistischen oder jüdischen Widerstand.
  • Erörterung des DEFA-Kurzfilms „Die Flammen“ als visuelle Quelle.
  • Dokumentation der physischen Spuren der Widerstandskämpfer in Berlin.
  • Beleuchtung der Herausforderungen und der Entwicklung der Gruppe im Kontext des Dritten Reiches.

Auszug aus dem Buch

2.1. Von der Entstehung der Gruppe bis zur Entfaltung der Widerstandstätigkeit

Der folgende Abschnitt bezieht sich weitgehend auf Wilfried Löhken/Werner Vathke, Juden im Widerstand, Drei Gruppen zwischen Überlebenskampf und politischen Aktionen Berlin 1939-1945.

Herbert Baum wurde 1912 in Berlin geboren. Sein Vater war Buchhalter. Schon früh zeigte er ein Interesse für Politik und trat 1925 den Roten Falken bei. Parallel dazu besuchte er auch Treffen jüdischer Jugendgruppen wie der DJJD. Im Alter von 19 Jahren wird er Mitglied des KJVD und verlässt die DJJD, wobei die dort geknüpften persönlichen Kontakte zu Martin Kochmann, Sala Rosenbaum und Marianne Cohn fortbestehen und sich vertiefen.

Über seinen Freund Walter Sack stellte er Verbindung zu anderen jüdischen Jugendlichen her, die im BDJJ (ab 1936 RBJJ) organisiert waren. Somit vergrößerte sich sein Freundes- und Bekanntenkreis rapide. Man unternahm zahlreiche gemeinsame Ausflüge ins Berliner Umland und studierte gemeinsam verschiedene politische Schriften und Romane.

Herbert Baum war ab 1934/5 „Org-Leiter“ des KJVD-Unterbezirks Süd-Ost. Im Februar und März 1936 kam es zu mehreren Verhaftungen von KJVD-Mitgliedern durch die Gestapo.

In diese Zeit muss der inoffizielle Befehl der KPD-Leitung aus Prag fallen, der jüdische Genossen von der Mitarbeit ausschließt. Über Alfred Eisenstätter versuchte Herbert Baum vergeblich Kontakt mit der Prager Führung aufzunehmen. Auf die Baum-Gruppe hatte das jedoch keine Auswirkungen. Die Gruppe aus jüdischen Jugendlichen und jungen Erwachsenen traf sich auch weiterhin und führte eigene Aktionen durch (Debatten über kommunistische Schriften). Allerdings war die Fluktuation innerhalb der Gruppe in dieser Zeit sehr groß. Das hatte zwei Ursachen: Zum einen suchten einige Gruppenmitglieder verstärkt Kontakt zu anderen nun illegalen jüdischen Jugendgruppen wie dem Haschomer Hazair, zum anderen emigrierten in den Jahren 1936/7 zahlreiche Juden.

Der Verschärfte Pogrom ab 1938, die Rassengesetze und zahlreiche Verbote erschwerten den Mitgliedern der Baum-Gruppe wie allen anderen jüdischen Einwohnern das Leben zusehens. Viele verloren ihre Jobs und mussten sich mit Gelegenheitsarbeiten über Wasser halten. Ab 1940 mussten einige der Gruppenmitglieder Zwangsarbeit leisten. Die jüdischen Jugendbewegungen, die ihnen Rückhalt gegeben hatten wurden verboten. Somit verlagerte sich der Aktivitätsraum der Herbert-Baum-Gruppe in die Illegalität. Im Frühjahr 1939 wird die Gruppe zum ersten Mal öffentlich aktiv. Man verteilt ein selbst gestaltetes Flugblatt, das sich auf die Besetzung der so genannten Resttschechei bezieht. Darin prangert man den Unrechtscharakter dieses Vorgehens an. Der Hitler-Stalin-Pakt wurde innerhalb der Gruppe viel und kontrovers diskutiert.

Auch die Option einer eventuell noch möglichen Auswanderung ist in der Gruppe wohl thematisiert worden. Walter Sack setzt jedoch als einziger diesen Plan um und emigriert im Frühjahr 1939 nach Schweden. Die Französin Suzanne Wesse bleibt hingegen trotz der Ausreiseempfehlung in Berlin und unterstützt weiterhin die Gruppe. Über die Kontakte zu anderen Zwangsarbeitern in einem Elektromotorenwerk von Siemens, knüpfte Herbert Baum neue Kontakte. Die Gruppe wuchs somit weiter. Alfred Eisenstädter und Felix Heymann unternehmen im September 1939 einen Fluchtversuch nach Dänemark, werden aber von der Gestapo gefasst und inhaftiert. Erst im Dezember 1941 konnte Heymann wieder Kontakt zur Baum-Gruppe aufnehmen. Alfred Eisenstädter hingegen gelingt es im Frühjahr 1941 in die USA zu emigrieren.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Das Kapitel führt in die Hausarbeit ein, beschreibt deren Ziel, die Methodik und die verwendeten Quellen, einschließlich eines DEFA-Kurzfilms, und stellt die unterschiedliche geschichtliche Einordnung der Gruppe in DDR und BRD vor.

2. Darstellung der Widerstandsgruppe um Herbert Baum und Einordnung in Kontext des Deutschen Widerstandes im Dritten Reich: Dieser Hauptteil beleuchtet die Entstehung und Entwicklung der Gruppe, ihre Widerstandsaktivitäten, den Höhepunkt mit dem Anschlag auf die Ausstellung „Das Sowjetparadies“ sowie die anschließende Verhaftung und Hinrichtung ihrer Mitglieder.

2.1. Von der Entstehung der Gruppe bis zu Entfaltung der Widerstandstätigkeit: Beschreibt die frühen Jahre Herbert Baums, die Gründung der Gruppe, ihre politischen Prägungen und die ersten Widerstandsaktionen bis zur Illegalisierung und Kontaktaufnahme zu anderen jüdischen Jugendlichen.

2.2. Der Anschlag auf die Ausstellung „Das Sowjetparadies“ im Lustgarten als Höhe- und Endpunkt der Widerstandsarbeit der Herbert-Baum-Gruppe: Fokussiert auf die Planung und Durchführung des Brandanschlags auf die NS-Propagandaausstellung als die bedeutendste Aktion der Gruppe und deren unmittelbare Folgen.

2.3. Verhaftung, Verurteilung und Hinrichtung der Widerstandskämpfer um Herbert Baum: Behandelt die rasche Aufklärung des Anschlags durch die Gestapo, die Verhaftungen, die Prozesse vor dem Volksgerichtshof und die Hinrichtung der Gruppenmitglieder sowie die Vergeltungsmaßnahmen der Nationalsozialisten.

2.4. Der Film „Die Flammen“ von Konrad Weiß als wichtiges historisches Dokument im Kontext um die Widerstandsgruppe Herbert Baums: Analysiert den DEFA-Kurzfilm von 1967 als visuelle Quelle, seine Darstellung der Baum-Gruppe im Kontext der DDR-Geschichtsschreibung und die Diskrepanz zwischen Film und historischer Wirklichkeit.

3. Resümee: Zieht ein Fazit über die Vielschichtigkeit des Widerstands im Dritten Reich und ordnet die Herbert-Baum-Gruppe als primär jüdische Widerstandsgruppe ein, während die Einflüsse des Kommunismus anerkannt werden.

4. Literatur- und Quellenverzeichnis: Listet die für die Arbeit verwendeten schriftlichen und visuellen Quellen auf.

5. Anhang: Zeigt Fotos von Gedenkstätten und dem Grab Herbert Baums in Berlin, die die Spuren der Gruppe in der heutigen Zeit dokumentieren.

Schlüsselwörter

Herbert Baum, Widerstandsgruppe, Nationalsozialismus, Jüdischer Widerstand, Kommunistischer Widerstand, DDR, BRD, Das Sowjetparadies, Brandanschlag, DEFA-Film, Die Flammen, Jugendwiderstand, Berlin, Geschichtsschreibung, Antifaschismus

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit einer detaillierten Darstellung der Widerstandsgruppe um Herbert Baum während des Nationalsozialismus, wobei der Fokus auf den Gruppenaktivitäten und der geschichtlichen Einordnung in den Kontext des deutschen Widerstandes liegt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themenfelder sind die Entstehung und Entwicklung der Herbert-Baum-Gruppe, ihre Widerstandstätigkeit, die unterschiedliche Rezeption in der Geschichtsschreibung der DDR und BRD, die Debatte um ihre Zuordnung zum kommunistischen oder jüdischen Widerstand und die Analyse eines DEFA-Kurzfilms.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist eine umfassende Darstellung der Herbert-Baum-Gruppe auf Basis aktueller Quellen, die Aktivitäten der Gruppe zu beleuchten, die innerdeutsche Auslegung zu vergleichen und die Frage der Zugehörigkeit der Gruppe zum kommunistischen oder jüdischen Widerstand zu klären.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine detaillierte Quellen- und Literaturlageanalyse, ergänzt durch die Erörterung einer visuellen Quelle, dem DEFA-Kurzfilm „Die Flammen“, und eine Gegenüberstellung unterschiedlicher historischer Auslegungen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil beschreibt die Entstehung der Gruppe, ihre frühen Widerstandsaktivitäten, den Anschlag auf die Ausstellung „Das Sowjetparadies“ als Höhepunkt ihrer Arbeit, die Verhaftung, Verurteilung und Hinrichtung der Mitglieder sowie die Rolle eines historischen DEFA-Films im Kontext der Gruppe.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird charakterisiert durch Schlüsselwörter wie Herbert Baum, Widerstandsgruppe, Nationalsozialismus, Jüdischer Widerstand, Kommunistischer Widerstand, DDR, BRD, Das Sowjetparadies, Brandanschlag, DEFA-Film, Jugendwiderstand, Berlin, Geschichtsschreibung und Antifaschismus.

Warum wird der DEFA-Kurzfilm "Die Flammen" als wichtiges historisches Dokument betrachtet, obwohl er die Gruppe kommunistisch idealisiert?

Der Film ist wichtig, weil er die Sichtweise der DDR-Geschichtsschreibung auf den Widerstand im Dritten Reich widerspiegelt und die Diskrepanz zwischen der Wirklichkeit der Herbert-Baum-Gruppe und ihrem kommunistischen Mythos verdeutlicht.

Welche Kontroversen gab es bezüglich der Einordnung der Herbert-Baum-Gruppe in der BRD und DDR?

In der DDR wurde die Gruppe primär als antifaschistisch und kommunistisch dargestellt, während in der BRD zunächst keine Beachtung erfolgte und später die jüdische Identität der Gruppenmitglieder betont wurde, was eine Zuordnung zum jüdischen Widerstand nahelegt.

Welche unmittelbaren Folgen hatte der Anschlag auf die Ausstellung „Das Sowjetparadies“ für die jüdische Bevölkerung und die Gruppe?

Der Anschlag führte zur Verhaftung und Hinrichtung vieler Gruppenmitglieder. Zudem verübten die Nationalsozialisten Vergeltungsmaßnahmen, indem sie wahllos 500 Berliner Juden zusammentrieben, von denen 250 erschossen und 250 in Konzentrationslager deportiert wurden.

Welche Argumente stützen die Einordnung der Herbert-Baum-Gruppe als jüdische Widerstandsgruppe, trotz ihrer Kontakte zur KPD?

Alle Gruppenmitglieder waren jüdischen Glaubens, und es bestanden enge Kontakte zu anderen jüdischen Jugend- und Widerstandsgruppen. Obwohl kommunistische Schriften diskutiert wurden, war die jüdische Identität und der Kampf gegen die Verfolgung als Juden die primäre Triebfeder.

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Résumé des informations

Titre
Die Widerstandsgruppe um Herbert Baum. Wirkung und Einordnung
Université
Free University of Berlin  (Friedrich-Meinecke-Institut)
Note
1,0
Auteur
Matthias Felsch (Auteur)
Année de publication
2005
Pages
15
N° de catalogue
V1611430
ISBN (PDF)
9783389156629
ISBN (Livre)
9783389156636
Langue
allemand
mots-clé
Herbert Baum Widerstand jüdischer Widerstand kommunistischer Widerstand Nationalsozialismus Geschichte Berlin
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Matthias Felsch (Auteur), 2005, Die Widerstandsgruppe um Herbert Baum. Wirkung und Einordnung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1611430
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Extrait de  15  pages
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