Ich habe in dieser Arbeit die Panel-Übergänge von Mädchenmangas und Comics für Mädchen laut der Typologie von McCloud empirisch verglichen. Dazu habe ich eine Ausgabe des Mangamagazins Daisuki und 6 Comics für Mädchen verwendet.
Es hat sich gezeigt, dass vor allem die Aspect-to-Aspect Übergänge der Mangas viel öfters vorkommen und abwechslungsreicher verwendet werden als bei den Comics.
Darauf aufbauend habe ich eine Typologie von Aspect-to-Aspect Übergängen erstellt.
Inhaltsverzeichnis
Kurzfassung
Einführung und Vorgehensweise
Theoretischer Hintergrund
Ergebnisse
Einschränkungen
Versuch einer Typologie der Aspect-to-aspect Übergänge
Schlussfolgerungen
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die quantitativen und qualitativen Unterschiede der sogenannten Aspect-to-aspect Panel-Übergänge zwischen japanischen Mädchen-Mangas und westlichen Comics für Mädchen, um die von Scott McCloud aufgestellte Hypothese zur höheren Frequenz dieser Übergänge im Manga zu überprüfen.
- Empirischer Vergleich von Panel-Übergangsarten nach McCloud
- Analyse der kulturellen Hintergründe für narrative Unterschiede
- Kritische Betrachtung alternativer Comic-Analysesysteme
- Entwicklung einer neuen Typologie für Aspect-to-aspect Übergänge
Auszug aus dem Buch
Vorstellungs-Typ – Gleichzeitige Aspekte einer geistigen Vorstellung
Auf dieser Seite sieht man die Protagonistin, wie sie sich während eines Gespräches mehrere Handlungen geistig vorstellt. Durch diesen Aspect-to-aspect Übergang wird die geistige Vorstellungswelt in die Haupthandlung hereingeholt, und es werden mehrere gleichzeitige Aspekte ihrer Gedanken gezeigt. Diese Aspekte zeigen zwar Handlungen, aber sie werden gleichzeitig als „Gedankengemisch“ gezeigt. Sie sind verschiedene Aspekte eines gleichzeitigen Gedankens.
Zusammenfassung der Kapitel
Kurzfassung: Die Arbeit bestätigt empirisch, dass in japanischen Mangas deutlich mehr Aspect-to-aspect Übergänge vorkommen als in den untersuchten westlichen Comics.
Einführung und Vorgehensweise: Es wird das methodische Vorgehen beschrieben, bei dem jeweils eine Episode aus fünf japanischen Mangas und fünf westlichen Comics nach den sechs Panel-Übergängen von McCloud klassifiziert wurde.
Theoretischer Hintergrund: Dieser Abschnitt erläutert die von Scott McCloud definierte Theorie der Panel-Übergänge und diskutiert ergänzende sowie kritische Ansätze von Forschern wie Badman und Cohn.
Ergebnisse: Die Auswertung zeigt einen signifikant höheren Anteil an Aspect-to-aspect Übergängen in den Mangas, was die ursprüngliche Hypothese bestätigt.
Einschränkungen: Das Kapitel hinterfragt die Repräsentativität der Stichprobe und diskutiert, inwiefern das Alter der Zielgruppe oder verlagstechnische Rahmenbedingungen die Ergebnisse beeinflussen könnten.
Versuch einer Typologie der Aspect-to-aspect Übergänge: Hier wird ein eigener Katalog von Subkategorien für Aspect-to-aspect Übergänge entwickelt, um die erzählerische Funktion dieser Technik differenzierter zu erfassen.
Schlussfolgerungen: Die Arbeit resümiert, dass die stärkere Nutzung von Aspect-to-aspect Übergängen ein bereicherndes erzählerisches Mittel ist, das auch westliche Comic-Zeichner stärker nutzen sollten.
Schlüsselwörter
Manga, Comic, Panel-Übergänge, Aspect-to-aspect, Scott McCloud, Visual Language, Erzähltechnik, Bildanalyse, Japan, westliche Comics, Mädchen-Manga, Narrative, Bildsprache, Empirie, Typologie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den formalen Unterschieden im Erzählstil von Comics, insbesondere mit den sogenannten Aspect-to-aspect Panel-Übergängen, und vergleicht dabei japanische Mädchen-Mangas mit westlichen Mädchen-Comics.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Im Zentrum stehen die Kategorisierung von Panel-Übergängen nach McCloud, der Einfluss kultureller Erzähltraditionen auf die visuelle Gestaltung und die Entwicklung einer eigenen Typologie für komplexe Bildübergänge.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist die empirische Überprüfung der Aussage von Scott McCloud, wonach japanische Mangas wesentlich häufiger Aspect-to-aspect Übergänge nutzen, und die darauffolgende funktionale Einordnung dieser Übergänge.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine vergleichende quantitative Inhaltsanalyse, bei der Panels aus einer Auswahl von jeweils fünf Manga-Episoden und fünf westlichen Comic-Heften klassifiziert und statistisch ausgewertet wurden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Neben der quantitativen Auswertung der Daten werden verschiedene theoretische Ansätze zur Comic-Analyse diskutiert und ein neuer, detaillierter Typologie-Entwurf mit konkreten Bildbeispielen vorgestellt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Manga, Comic, Panel-Übergänge, Aspect-to-aspect, McCloud, Erzähltechnik und visuelle Bildsprache.
Warum ist die Unterscheidung zwischen "Mädchen-Manga" und anderen Genres relevant?
Da Mädchen-Mangas in der Sekundärliteratur für ihre formale Innovation bekannt sind, vermutet der Verfasser, dass in anderen Manga-Genres die Unterschiede zu westlichen Comics eventuell weniger stark ausgeprägt wären.
Welche Rolle spielt das Alter der Zielgruppe bei den Ergebnissen?
Der Autor weist darauf hin, dass die untersuchten westlichen Comics primär für ein jüngeres Publikum (unter 10 Jahren) konzipiert sind, während die Mangas ein älteres Publikum ansprechen, was einen direkten Vergleich der Komplexität der Bildsprache erschwert.
- Quote paper
- Bernhard Kopf (Author), 2010, Vergleich von Panel-Übergängen zwischen Mangas und „westlichen“ Comics für Mädchen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/161157