Das globale Klima verändert sich und ein Auslöser für diesen Wandel ist der Mensch. Wissenschaftler beschäftigen sich nun bereits seit den siebziger Jahren mit diesem Problem, um die genauen Ursachen, das Ausmaß der Veränderung und die Folgen des Klimawandels zu erforschen. Diese Forschung basiert zu einem großen Teil auf theoretischen Modellen, die in dem globalen und komplexen Öko-System Erde mit seinen mannigfaltigen Verknüpfungen und gegenseitigen Einflussfaktoren nur schwer überprüfbar sind. Lediglich die Tatsache, dass sich das Klima verändert ist unumstritten und auf Grund von Beobachtungen der Klimastruktur der letzten Jahrzehnte belegbar. Bereits in wenigen Jahrzehnten könnten die Auswirkungen dieser Entwicklung ihren Einfluss auf das Leben auf der Erde zeigen. Die Folgewirkungen z. B. des Abschmelzens der Polkappen, des Anstieges der Meeresspiegels, die durch die Temperaturverschiebung bedingte Änderungen der Standortbedingungen für Pflanzen, der Störung der allgemeinen atmosphärischen Zirkulation oder der Bildung und Ausweitung von Wüsten sind aus heutiger Sicht noch schwer zu bewerten. In den letzten Jahrzehnten wuchs in der Öffentlichkeit die Einsicht, dass diese Entwicklung verhindert bzw. zumindest abgeschwächt werden muss. Der Druck auf die internationale Politik stieg.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Chronologie der Klimaverhandlungen
2.1 Vereinbarungen vor dem Rio-Gipfel
2.2 Der Gipfel von Rio
2.3 COP 1: Das Berlin-Mandat
2.4 COP 2: Eine Zwischenbilanz
2.5 COP 3: Entstehung des Kyoto-Protokolls
2.6 COP 4: Der Aktionsplan
2.7 COP 5: 1. Bonner Konferenz
2.8 COP 6: Das Bonner Abkommen
2.9 COP 7: Das Ringen um Details
2.10 COP 8: Kein Fortschritt, kein Rückfall
3. Details zum Kyoto-Protokoll
3.1 Die Mechanismen zur Umsetzung der ökologischen Zielvorgaben im Protokoll von Kyoto
3.1.1 Der Handel mit Emissionszertifikaten
3.1.2 Joint Implementation (JI)
3.1.3 Clean Development Mechanism (CDM)
3.2 Der Ratifizierungsprozess
4. Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit verfolgt das Ziel, einen fundierten Überblick über die internationale Klimapolitik zu geben, wobei der Fokus primär auf der Entstehungsgeschichte und der inhaltlichen Ausgestaltung des Kyoto-Protokolls liegt. Es soll analysiert werden, wie sich der globale Prozess der Klimaverhandlungen entwickelte und welche Mechanismen zur Erreichung ökologischer Zielvorgaben geschaffen wurden.
- Chronologische Aufarbeitung der UN-Klimakonferenzen von Rio bis zur Gegenwart
- Analyse der Entstehung und der inhaltlichen Verpflichtungen des Kyoto-Protokolls
- Erläuterung der flexiblen Mechanismen (Emission Trading, JI, CDM)
- Untersuchung des Ratifizierungsprozesses und der politischen Hürden
Auszug aus dem Buch
3.1.2 Joint Implementation
Joint Implementation bedeutet, dass ein Annex-B-Land in einem anderen Annex-B-Land in ein Emissionsreduktions- oder Senkenprojekt investiert. Dafür erhält es „emission reduction units" (ERUs). Diese berechtigen das Investorland zum Ausstoß weiterer Emissionen.
Die Berechnung der Emissionsreduktion wird auf Grund einer Baseline berechnet. Die Baseline ist ein Referenzszenario, das die Emissionen für den Fall berechnet, dass das Projekt nicht erfolgt. Die Differenz zwischen dem Baseline-Wert und den tatsächlichen Emissionen dient als Grundlage für die Berechnung der ERUs.
Es gibt zwei Verfahren für Joint Implementation-Projekte: Das „Track One“ Verfahren wird angewandt, wenn das Gastland alle Kriterien für die Teilnahme an den flexiblen Mechanismen erfüllt. Das Gastland ist dann frei in der Wahl der Berechnungsmethode der ERUs. „Track Two “ wird bei Ländern angewandt, die die Kriterien nicht erfüllen. Es ist nur gestattet bei Ländern, die ein geprüftes Treibhausgas-Inventar haben.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Problematik des menschengemachten Klimawandels und Zielsetzung der Seminararbeit.
2. Chronologie der Klimaverhandlungen: Historischer Abriss der internationalen Klimapolitik von den Anfängen 1979 bis zu den Konferenzen nach dem Kyoto-Abkommen.
3. Details zum Kyoto-Protokoll: Detaillierte Darstellung der Funktionsweise und der flexiblen Mechanismen des Protokolls sowie des Ratifizierungsprozesses.
4. Fazit: Kritische Würdigung des Kyoto-Protokolls als Meilenstein der Klimapolitik unter Berücksichtigung bestehender Probleme und zukünftiger Herausforderungen.
Schlüsselwörter
Kyoto-Protokoll, Klimapolitik, Treibhausgase, COP, Emissionshandel, Joint Implementation, Clean Development Mechanism, Ratifizierung, UN-Klimakonferenz, ökologische Zielvorgaben, Klimawandel, Emissionsreduktion, Senken, Nachhaltigkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet eine Einführung in die internationale Klimapolitik mit einem speziellen Fokus auf die Entstehung und Umsetzung des Kyoto-Protokolls.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Chronologie der Klimakonferenzen, die Mechanismen zur Emissionsreduktion sowie die politischen Hürden bei der Ratifizierung internationaler Abkommen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, den langjährigen Prozess der internationalen Klimapolitik nachzuzeichnen und die Instrumente des Kyoto-Protokolls für die Staaten verständlich darzulegen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine deskriptive wissenschaftliche Arbeit, die auf der Analyse von Konferenzverläufen, offiziellen Dokumenten und Klimaschutzberichten basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die chronologische Darstellung der Klimaverhandlungen (COP 1 bis COP 8) sowie eine detaillierte Erläuterung der flexiblen Mechanismen und des Ratifizierungsprozesses.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kyoto-Protokoll, Treibhausgase, COP, Emissionshandel, CDM, Joint Implementation und Ratifizierung.
Warum wird Russland im Kontext der Ratifizierung als Schlüsselland bezeichnet?
Russland spielt eine zentrale Veto-Rolle, da das Inkrafttreten des Kyoto-Protokolls an die Bedingung geknüpft ist, dass Staaten ratifizieren, die 55% der Emissionen repräsentieren.
Was versteht der Autor unter den „Schlupflöchern“ der flexiblen Mechanismen?
Damit sind Möglichkeiten gemeint, durch die Industriestaaten ihre Emissionsziele durch Anrechnungen (z.B. Senken) oder Zertifikatskäufe theoretisch erreichen können, ohne zwingend die Emissionen im eigenen Land in gleicher Höhe zu senken.
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- Sebastian Klute (Author), 2003, Internationale Lösungsansätze des Umweltproblems am Beispiel des Kyoto-Abkommens, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/16117