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Runen im südgermanischen Raum

An den Wurzeln des Deutschen

Titre: Runen im südgermanischen Raum

Dossier / Travail de Séminaire , 2008 , 22 Pages , Note: 1,7

Autor:in: Patrick Wolf (Auteur)

Philologie Allemande - Littérature Allemande Ancienne, Littérature Médiévale
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Die Auseinandersetzung mit den „Quellen des Deutschen“ führt nicht nur zum Germanischen, der Vorstufe der ersten mehr oder weniger einheitlichen deutschen Sprache, sondern auch zu einem entscheidenden Wendepunkt in der vordeutschen Geschichte. Mit dem Ende der Merowingerzeit und dem Beginn der Karolingerzeit erfolgt die Christianisierung Mitteleuropas und damit ein kultureller Wandel. Neben vielen heidnischen Bräuchen1 wie der Grabbeilage verschwindet mit der Adaption des lateinischen Alphabets die Runenschrift aus dem südgermanischen Kulturraum.
Während die Verwendung der Runen in England bis ins 10. Jahrhundert und in Skandinavien gar bis gegen Ende des 19. Jahrhunderts fortdauerte, starben sie in Mitteleuropa verhältnismäßig früh aus, noch vor 700 n. Chr. Dennoch ist dieses Zeichensystem mit ca. 80 Einzelbelegen im südgermanischen Raum durchaus als relevantes Dokument voralthochdeutscher Sprachkultur zu werten. Thema dieser Arbeit sollen die Runen im südgermanischen, dem späteren deutschen Raum sein.
In der ersten Hälfte der Arbeit wird in das Thema Runen allgemein eingeführt, angefangen beim Ursprung der Runen, über das alte Futhark zu seinen Weiterentwicklungen in das neue Futhark und das angelsächsische Futhorc. Die zweite Teil soll sich eingehender mit der Runenkultur im südgermanischen Raum beschäftigen. Themen sind die dortige Anwendung der Runen und ihre Ausbreitung. Hier werden einige konkrete Beispiele anhand von Einzelbelegen genannt werden.
Ich möchte mich dabei weder mit dem mythischen und mystischen Aspekt der Runen, welcher ihnen zweifelsohne innewohnt, beschäftigen, noch mit dem „Imageschaden“, welchen die Runen durch verfälschende Darstellung und vereinnahmenden Gebrauch seitens der Nationalsozialisten während des Dritten Reichs erlitten, sondern mich einem Brückenschlag zwischen germanischer und frühdeutscher Kultur nähern. Schließlich kann kein kultureller Wandel von heute auf morgen stattgefunden haben. Die Grauzonen der Überschneidung germanischer und römischer Kultur, das heißt gleichzeitig des heidnischen und christlichen Glaubens, ein wenig stärker zu kontrastieren, soll Ziel dieser Arbeit sein.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zum Ursprung

2.1 Begriff „Rune“

2.2 Herleitung der Runenschrift

3. Die Runenreihen

3.1 Älteres Futhark

3.2 Jüngeres Futhark

3.2.1 Jüngeres Futhąrk in Skandinavien

3.2.2 Futhorc im angelsächsischen Raum

4. Runen im südgermanischen (deutschen) Raum

4.1 Ausbreitung der Runen in Mitteleuropa

4.2 Anwendungsgebiete der Runenschrift

4.2.1 Personennamen, Futhark-Inschriften

4.2.2 Brakteaten, Pseudorunen

4.2.3 Religiös motivierte Runenritzungen

4.3 Römisch-Germanischer Kontakt

5. Schluss

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht das Vorkommen und die Bedeutung der Runen im südgermanischen Raum als wichtiges Dokument voralthochdeutscher Sprachkultur. Ziel ist es, die spezifische Runenkultur in diesem Gebiet zu beleuchten, ihre Ausbreitung zu analysieren und den Übergang von germanischen Traditionen zur lateinisch geprägten Kultur während der Christianisierung zu kontrastieren.

  • Ursprung und Etymologie des Begriffs „Rune“
  • Systematik der Runenreihen (Älteres Futhark, Jüngeres Futhark, Futhorc)
  • Anwendungsgebiete und soziale Funktion von Runeninschriften im südgermanischen Raum
  • Verhältnis zwischen Runenkultur und aufkommendem Christentum
  • Konkurrenz und Kontakt zwischen Runenschrift und lateinischem Alphabet

Auszug aus dem Buch

4.2.1 Personennamen, Futhark-Inschriften

Inhaltlich herrschen Namensnennungen vor, deren Deutung sich oft als schwierig erweist. „Wegen der elliptischen Ausdrucksweise der syntaxarmen Runeninschriften bleibt oft unklar, in welcher Beziehung die genannten Personen (Frauen und Männer) zueinander gestanden haben, ob sich Schenker, Besitzer, Hersteller oder Runenritzer nennen.“21

Eindeutig zu beantworten ist diese Frage in Fällen wie dem der 1873 gefundenen Bügelfibel von Freilaubersheim. Die hier gefundende erste Inschrift boso : wraetruna : bezeichnet einen Boso als Schreiber der Runen, während die zweite Inschrift þk : daþïna : golida : laut Krause als „Dich grüßte Dathina“ zu übersetzen wäre.22

Futhark-Inschriften, wie sie in Skandinavien gängig sind, finden sich im südgermanischen Raum nur wenige. Ein Beispiel für eine abgeänderte Futharkreihe gibt die 1955 gefundene Bügelfibel von Beuchte, welche aus einem Frauengrab stammt. Auf der Rückseite findet sich die abgewandelte futhark-Form fuþarzj neben der Inschrift buirso eingeritzt. Düwel hierzu: „Die beiden Runenzeilen sind sprachlich nicht aufzuschließen, aus moderner Sicht wieder eine sinnlose Inschrift. Eine magieorientierte Deutung sieht in den Runen aus dem Anfang des älteren Futhark ‚Heilswünsche‘ für die Besitzerin der Fibel, der mit z und j als Begriffsrunen ‚Abwehr‘ und ‚gutes Jahr‘ noch ‚besondere Wünsche‘ mitgegeben wurden.“23 buirso lässt sich umgestellt zu Būriso als Männername deuten, welcher den Schenker oder Ritzer bezeichnen könnte, oder als weiblicher Name Burisō, welcher die Besitzerin angeben würde. Bei beiden Varianten handelt es sich um Spekulationen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung umreißt die Rolle der Runen im südgermanischen Raum als relevantes Dokument voralthochdeutscher Kultur vor dem Hintergrund des kulturellen Wandels durch die Christianisierung.

2. Zum Ursprung: Dieses Kapitel behandelt den wissenschaftlichen Forschungsstand zur Etymologie des Begriffs „Rune“ sowie die verschiedenen Thesen zur Herkunft der Runenschrift selbst.

3. Die Runenreihen: Hier werden die verschiedenen Runenreihen, insbesondere das Ältere Futhark sowie dessen Weiterentwicklungen zum Jüngeren Futhark und zum angelsächsischen Futhorc, erläutert.

4. Runen im südgermanischen (deutschen) Raum: Dieses Kapitel bildet den Hauptteil und befasst sich mit der Ausbreitung, den spezifischen Anwendungsgebieten der Runen sowie dem Kontakt mit der römisch-lateinischen Kultur.

5. Schluss: Das Fazit fasst zusammen, dass die südgermanische Runenkultur eher als kulturelle Modewelle zu verstehen ist, die gegen die etablierte lateinische Schriftkultur keine dauerhafte Beständigkeit aufweisen konnte.

Schlüsselwörter

Runen, Südgermanischer Raum, Älteres Futhark, Runeninschriften, Christianisierung, Germanen, Lateinische Schrift, Kulturwandel, Brakteaten, Runenkunde, Epigraphik, Sprachgeschichte, Völkerwanderungszeit, Schriftkultur, Frühgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Bedeutung und den Gebrauch von Runen im südgermanischen Raum während der Spätantike und des frühen Mittelalters.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Felder sind die Herkunft der Runenschrift, die Systematik der Runenreihen sowie die Analyse von Runeninschriften auf archäologischen Fundstücken wie Fibeln und Brakteaten.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die Rolle der Runen im Übergang von der germanischen zur voralthochdeutschen Kultur zu definieren und ihre Stellung gegenüber der sich ausbreitenden lateinischen Schriftkultur zu klären.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer interdisziplinären Auswertung archäologischer Befunde (Runeninschriften auf Fundstücken) und existierender sprachwissenschaftlicher Forschungsliteratur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil liegt der Fokus auf dem südgermanischen Raum, der Ausbreitung der Runen dort, den konkreten Anwendungsgebieten der Schrift und den Wechselwirkungen mit dem römisch-christlichen Umfeld.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Runen, Älteres Futhark, südgermanischer Raum, Christianisierung und Kulturkontakt charakterisiert.

Warum lassen sich viele Runeninschriften im südgermanischen Raum nur schwer deuten?

Dies liegt oft an einer elliptischen Ausdrucksweise, einer syntaxarmen Struktur oder der Tatsache, dass viele Inschriften als Einwortinschriften oder mögliche magische Formeln verfasst wurden.

Welche Rolle spielten die sogenannten „Pseudorunen“?

Das Auftreten von Pseudorunen deutet auf eine schwache oder oberflächliche Verwurzelung der Runenkultur in Mitteleuropa hin, bei der Zeichen teils von Unkundigen als Ornament oder Nachahmung verwendet wurden.

Wie unterscheidet sich die Funktion der Runen von der der lateinischen Schrift in dieser Zeit?

Während lateinische Inschriften meist repräsentativ und für die Öffentlichkeit bestimmt waren, dienten Runen im südgermanischen Kontext häufig privaten Zwecken und wurden oft verdeckt auf der Rückseite von Grabbeigaben angebracht.

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Résumé des informations

Titre
Runen im südgermanischen Raum
Sous-titre
An den Wurzeln des Deutschen
Université
University of Heidelberg  (Neuphilologie)
Note
1,7
Auteur
Patrick Wolf (Auteur)
Année de publication
2008
Pages
22
N° de catalogue
V161172
ISBN (ebook)
9783640747139
ISBN (Livre)
9783640747276
Langue
allemand
mots-clé
Runen Raum Wurzeln Deutschen
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Patrick Wolf (Auteur), 2008, Runen im südgermanischen Raum, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/161172
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Extrait de  22  pages
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