Familie ist gerade in Zeiten demographischen Wandels vom Rand ins Zentrum öffentlichen Interesses gerückt und Familienpolitik hat einen neuen Stellenwert erhalten. Der Neuausrichtung zu einer nachhaltigen Familienpolitik liegen demographische und ökonomische Argumente zugrunde, wie diese Arbeit zeigen wird. Nachhaltige Familienpolitik möchte Familien unterstützen, Beruf und Familie zu vereinbaren, damit Lebensentwürfe mit Kindern realisiert werden können. Der 7. Familienbericht belegt, dass die Lebenswünsche der übergroßen Mehrheit vorsehen, Elternschaft und Erwerbstätigkeit zu verknüpfen. Das Wesen nachhaltiger Familienpolitik besteht nicht zuletzt daher aus einem Dreiklang von Zeitpolitiken, Infrastrukturförderung und monetärer Unterstützung neuen Zuschnitts. (vgl. BMFSFJ 2006 a, S. XXIV).
Neu zugeschnitten ist seit 1.1.2007 das neue Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz. Das Elterngeld, als neue familienpolitische Leistung, wird als eine wichtige Säule nachhaltiger Familienpolitik proklamiert. Es wird daher im Mittelpunkt der Betrachtung dieser Arbeit stehen und auf Grundlage der Absichten nachhaltiger Familienpolitik betrachtet werden. Dabei strebt die Form der Hausarbeit nicht die Vollständigkeit einer Expertise an. Ziel der Arbeit ist, den Hintergrund des Perspektivwechsels zur nachhaltigen Familienpolitik und zur Einführung des Elterngeldes als familienpolitische Maßnahme zu beleuchten und dabei der Frage nachzugehen, ob mit dem neuen Gesetz Maßstäbe einer nachhaltigen Familienpolitik erfüllt werden.
„Demographischer Wandel“, „Geburtenrückgang“ und „Nachhaltige Familienpolitik“ gehören zu den Schlagworten politischen Zeitgeschehens. Da sich das Thema „Elterngeld“ in diesem Kontext einordnet, sind diese Aspekte Bestandteil meiner Ausführungen und werden im Anschluss an die Darstellung des Elterngeldes erläutert. Die vorliegende Arbeit wurde im Rahmen des Studienganges Soziale Arbeit, dem Grundbereich Sozialpolitik verfasst. Zur Einordnung der Familienpolitik in die Sozialpolitik werden grundlegende Ziele und Aufgaben von Familienpolitik erläutert. Zur Beurteilung des neuen Elterngeldes werden die erarbeiteten Erkenntnisse der Arbeit herangezogen. Abschließend werden sie im Resümee zusammengefasst dargestellt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Ausgestaltung des Elterngeldgesetzes
2.1 Voraussetzungen für den Bezug
2.2 Höhe und Berechnung des Elterngeldes
2.3 Anrechnung anderer Leistungen
2.4 Bezugsdauer
3. Gründe für die Einführung des neuen Elterngeldes
3.1 Demographischer Wandel in Deutschland
3.2 Familiale Gründe für Geburtenrückgang
3.2.1 Pluralität von Familie heute
3.2.2 Finanzielle Situation von Familien
3.2.3 Das Dilemma der Frau im Wandel des Rollenverständnisses
4. Politische Zielsetzung der Einführung des Elterngeldes
4.1 Grundlegende Charakteristika von Familienpolitik
4.2 Konzept einer Nachhaltigen Familienpolitik
4.3 Bedingungen für erfolgreiche Maßnahmen
5. Beurteilung des neuen Elterngeldes
5.1 Sicherung der Lebensgrundlage und nachhaltige Stärkung der Familien
5.2 Sicherung der Teilhabe an Beruf und Familie für Männer und Frauen
6. Resümee
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Einführung des Elterngeldes in Deutschland als familienpolitische Maßnahme. Ziel ist es zu analysieren, ob dieses Gesetz den Maßstäben einer nachhaltigen Familienpolitik entspricht, um dem demografischen Wandel entgegenzuwirken und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu fördern.
- Faktische Ausgestaltung und Voraussetzungen des Elterngeldes
- Demografischer Wandel und Geburtenrückgang als Handlungsgründe
- Konzept und Zielsetzung nachhaltiger Familienpolitik
- Rolle des Elterngeldes bei der Sicherung von Lebensgrundlagen
- Förderung der Gleichstellung von Männern und Frauen im Erwerbsleben
Auszug aus dem Buch
3.1 Demographischer Wandel in Deutschland
Die demographische Entwicklung Deutschlands ist wesentlich gekennzeichnet durch die relative Zunahme des Anteils älterer Menschen an der Gesamtbevölkerung. Die Gründe für den demographischen Wandel sind vielfältig, jedoch werden wiederholt der Rückgang der Geburtenrate, sowie die gestiegene Lebenserwartung als Hauptgründe benannt. (vgl. Henkel 2002, S.121). Das Augenmerk dieser Arbeit liegt auf dem Aspekt der Geburtenrate, da dies beim Thema Elterngeld unter dem Gesichtspunkt Familie und Kinder faktisch von Bedeutung ist.
Deutschland gehört mit etwa 1,4 Kindern pro Frau weltweit zu den Staaten mit der geringsten Geburtenhäufigkeit. (...) Deutschland sticht im internationalen Vergleich durch eine besonders geringe Fertilität bei Frauen mit höheren Bildungsabschlüssen hervor: 43 Prozent der Frauen mit Hochschulabschluss im Alter von 35 bis 39 Jahren waren im Jahr 1997 kinderlos. (Opielka 2004, S.100). Dies ist jedoch nicht nur ein Phänomen der Gegenwart, bereits in den 70er Jahren gewannen alternative Lebensentwürfe, wie der Verzicht auf Kinder und der Vorzug kleiner Familien von Bedeutung, wie im 7. Familienbericht zu lesen ist. Der dramatische Rückgang der Geburtenrate von 2,64 Kindern pro Frau im Alter von 15 bis 49 im Jahr 1966 auf die sich seit 1973 einpendelnde Rate von 1,4 im entsprechenden Alter belegt diese Entwicklung. (vgl. BMFSFJ 2006 a, S.77).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung des Themas Elterngeld im Kontext nachhaltiger Familienpolitik und Festlegung der Zielsetzung der Hausarbeit.
2. Ausgestaltung des Elterngeldgesetzes: Detaillierte Darstellung der gesetzlichen Regelungen zu Anspruchsberechtigung, Berechnung, Anrechnung und Bezugsdauer.
3. Gründe für die Einführung des neuen Elterngeldes: Analyse des demografischen Wandels und familiärer Faktoren, die den Geburtenrückgang erklären.
4. Politische Zielsetzung der Einführung des Elterngeldes: Erörterung der Grundzüge von Familienpolitik und des Konzepts der Nachhaltigkeit als politischer Maßstab.
5. Beurteilung des neuen Elterngeldes: Kritische Überprüfung, inwieweit das Elterngeld zur Stärkung der Familien und zur besseren Teilhabe an Beruf und Familie beiträgt.
6. Resümee: Zusammenfassende Bewertung des Elterngeldes als Instrument zur Förderung familienfreundlicher Lebensentwürfe im Rahmen einer nachhaltigen Politik.
Schlüsselwörter
Elterngeld, Familienpolitik, demografischer Wandel, Geburtenrückgang, Nachhaltigkeit, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Erwerbstätigkeit, Humankapital, Elternzeit, Lebensstandard, soziale Sicherheit, Geschlechtergerechtigkeit, Teilzeitarbeit, Familienförderung, Kinderbetreuung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das 2007 eingeführte Elterngeld und dessen Beitrag zur nachhaltigen Familienpolitik in Deutschland.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind demografischer Wandel, Familienpolitik, Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie die konkrete Ausgestaltung und Bewertung des Elterngeldgesetzes.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Prüfung, ob das Elterngeld Maßstäbe nachhaltiger Familienpolitik erfüllt und Familien tatsächlich unterstützt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Analyse auf Basis von Fachliteratur, Berichten (z.B. Familienbericht) und gesetzlichen Grundlagen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der gesetzlichen Fakten, die Analyse der demografischen Gründe für das Gesetz, das Konzept nachhaltiger Familienpolitik und die abschließende Beurteilung der Auswirkungen des Elterngeldes.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Elterngeld, Nachhaltigkeit, Demografie und Vereinbarkeit von Familie und Beruf geprägt.
Warum wird das Konzept des "Dreiklangs" in der Familienpolitik erwähnt?
Der Dreiklang – bestehend aus Zeitpolitik, finanzieller Transferpolitik und Infrastrukturpolitik – bildet laut dem Bundesministerium das Fundament nachhaltiger Familienpolitik.
Inwiefern unterscheidet sich das Elterngeld vom alten Erziehungsgeld?
Im Gegensatz zum Erziehungsgeld fungiert das Elterngeld als Lohnersatz, der es Eltern ermöglichen soll, ihren Lebensstandard bei einer Unterbrechung der Erwerbstätigkeit weitgehend beizubehalten.
- Citation du texte
- Doreen Förste (Auteur), 2008, Elterngeld als Maßnahme nachhaltiger Familienpolitik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/161202