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Das Massaker von Srebrenica

Ein Scheitern der UN-Friedenssicherung

Titre: Das Massaker von Srebrenica

Dossier / Travail , 2010 , 15 Pages , Note: 1,7

Autor:in: Andreas Ratz (Auteur)

Histoire de l'Europe - Nouvelle Histoire, Union européenne
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Résumé Extrait Résumé des informations

Am 11. und 12. Juli 1995 eroberten bosnischen Serben unter General Ratko Mladić die UN-Schutzzone Srebrenica in Ostbosnien und töteten mehrere Tausend meist unbewaffnete bosnische Muslime, die dort Schutz gesucht hatten. In der folgenden Untersuchung möchte ich darauf eingehen wie es zu diesem größten Kriegsverbrechen in Europa nach dem 2. Weltkrieg kommen konnte und wieso die UNO-Soldaten nicht eingriffen um tausende Menschenleben zu retten.
Zunächst werden die Vorgeschichte des Konflikts in Bosnien-Herzegowina sowie die Umstände, die zur Schaffung der so genannten Schutzzonen führten, grob beschrieben und anschließend das Verhalten der niederländischen Soldaten, welche das Kommando in der Schutzzone Srebrenica innehatten, analysiert.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Vorgeschichte des Konflikts in Bosnien-Herzegowina

3. Die UNPROFOR und die Einrichtung der so genannten „safe areas“

4. Der Angriff auf Srebrenica und die Passivität der UNPROFOR-Soldaten

5. Schlussbetrachtung und Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht das Scheitern der UN-Friedenssicherung während des Bosnienkrieges am Beispiel des Massakers von Srebrenica. Ziel ist es, die Gründe für die Unfähigkeit der Vereinten Nationen zu analysieren, die als „Schutzzonen“ deklarierten Gebiete gegen serbische Angriffe zu verteidigen und das Leben der dortigen Zivilbevölkerung zu schützen.

  • Historische Kontextualisierung des Zerfalls Jugoslawiens und des Konflikts in Bosnien-Herzegowina.
  • Analyse der UNPROFOR-Mission und der rechtlichen sowie faktischen Problematik der sogenannten „safe areas“.
  • Untersuchung der Passivität der UN-Soldaten und der versagenden Entscheidungsprozesse innerhalb der UN-Hierarchien.
  • Darstellung der dramatischen Ereignisse während des Angriffs auf Srebrenica im Juli 1995.
  • Kritische Reflexion über politische Willensbildung und strukturelle Defizite der UN bei humanitären Kriseneinsätzen.

Auszug aus dem Buch

Die UNPROFOR und die Einrichtung der so genannten „safe areas“

Bereits am 08.06.1992 wurde im UN-Sicherheitsrat die Resolution 758 verabschiedet, welche das Mandat der United Nations Protection Force (UNPROFOR) auf Bosnien ausweitete. Zunächst operierte die UNPROFOR nämlich nur im Gebiet von Kroatien und hatte vor allem Friedensicherungsaufgaben und kontrollierte die humanitären Hilfslieferungen.

Die Situation in Srebrenica im Frühjahr 1993 war aussichtslos. Die Stadt war komplett von der serbischen Armee umzingelt und die muslimischen Zivilisten starben aufgrund fehlender medizinischer Versorgung. Ein UNHCR-Bericht vom 19. Februar 1993 beschrieb die Lage der Menschen rund um Srebrenica so: „Es gibt nichts, was Ähnlichkeit mit Nahrungsmitteln hätte, wie wir sie kennen. Sie haben seit Monaten nichts Richtiges zu essen gehabt. Sie überleben mit Weizenspreu und Baumwurzeln. Jeden Tag sterben Menschen vor Hunger und Erschöpfung. Die medizinische Situation könnte schlimmer nicht sein. Verwundete werden ins Krankenhaus gebracht, wo sie an den einfachsten Verletzungen sterben, weil die notwendigen medizinischen Mittel fehlen.“

Im März 1993 fuhr der damalige UNPROFOR-Kommandeur für Bosnien Herzegowina, der französische General Philippe Morillon, nach Srebrenica um sich persönlich von der Lage dort ein Bild zu machen. Er wollte erreichen, dass die Hilfskonvois mit Nahrungsmitteln und Medikamenten sicher nach Srebrenica gelangten und dass Frauen und Kinder die Stadt mit UN-Konvois verlassen durften. Die Menschen in Srebrenica waren so verzweifelt, dass sie ihn schließlich als Geisel gefangen nahmen weil sie glaubten dass die serbische Armee den Beschuss der Stadt so lange unterließ wie sich der UN-General dort befand.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik des Massakers von Srebrenica ein, stellt die Forschungsfrage nach den Gründen des UN-Versagens und gibt einen Ausblick auf die verwendete Literatur.

2. Die Vorgeschichte des Konflikts in Bosnien-Herzegowina: Dieses Kapitel erläutert den Zerfall Jugoslawiens sowie die ethnischen und politischen Spannungen, die zum Ausbruch des Krieges und zur Zuspitzung der Lage in Srebrenica führten.

3. Die UNPROFOR und die Einrichtung der so genannten „safe areas“: Der Abschnitt behandelt das Mandat der UNPROFOR, die katastrophale humanitäre Lage vor Ort und die politisch fragwürdige Etablierung der Schutzzonen ohne ausreichende militärische Absicherung.

4. Der Angriff auf Srebrenica und die Passivität der UNPROFOR-Soldaten: Hier wird der serbische Angriff auf Srebrenica im Juli 1995 detailliert beschrieben und die systematische Untätigkeit der UN-Soldaten unter dem Druck der Geiselnahmen analysiert.

5. Schlussbetrachtung und Fazit: Das Fazit fasst die strukturellen und politischen Ursachen des Scheiterns zusammen und betont die Notwendigkeit von Reformen für künftige Friedenseinsätze.

Schlüsselwörter

Srebrenica, Bosnienkrieg, UNPROFOR, Vereinte Nationen, Schutzzonen, Safe Areas, Völkermord, Ratko Mladić, Friedenssicherung, Jugoslawien, Humanitäre Hilfe, Dutchbat, ethnische Säuberung, UN-Sicherheitsrat, Kriegsverbrechen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Scheitern der Friedensmission der Vereinten Nationen im bosnischen Srebrenica, das 1995 in einem der schwersten Kriegsverbrechen Europas nach dem Zweiten Weltkrieg mündete.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Geschichte des Bosnienkonflikts, das UN-Mandat der Schutzzonen, die Rolle der UNPROFOR-Truppen und die Ursachen für deren Passivität während der serbischen Offensive.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu verstehen, warum die internationale Gemeinschaft und insbesondere die UN trotz der Einrichtung sogenannter Schutzzonen nicht in der Lage waren, die Zivilbevölkerung vor einem Völkermord zu schützen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse zeitgenössischer Berichte, UN-Dokumente und wissenschaftlicher Sekundärliteratur, um die Ereignisse chronologisch und analytisch aufzuarbeiten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die historische Vorgeschichte, die Problematik der Schutzzonen-Konzeption, das Verhalten der niederländischen UN-Truppen (Dutchbat) und der konkrete Ablauf des Angriffs auf Srebrenica detailliert untersucht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Srebrenica, UNPROFOR, Völkermord, Schutzzonen, politische Handlungsunfähigkeit und ethnische Säuberung charakterisieren.

Welche Rolle spielte die UNPROFOR bei der Geiselnahme?

Die UNPROFOR-Soldaten wurden von serbischen Truppen als Geiseln benutzt, um Luftschläge der NATO zu verhindern, was die Handlungsfähigkeit der UNO massiv einschränkte und letztlich zur Preisgabe der Schutzzone führte.

Wie bewertet der Autor das Scheitern der Schutzzonenpolitik?

Das Scheitern wird auf eine Kombination aus mangelnder Truppenstärke, unzureichendem politischen Willen der UN-Mitgliedstaaten und einer bürokratischen Struktur zurückgeführt, die eine effektive Verteidigung verhinderte.

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Résumé des informations

Titre
Das Massaker von Srebrenica
Sous-titre
Ein Scheitern der UN-Friedenssicherung
Université
University of Cologne  (Historisches Seminar)
Cours
Die Geschichte der UNO
Note
1,7
Auteur
Andreas Ratz (Auteur)
Année de publication
2010
Pages
15
N° de catalogue
V161205
ISBN (ebook)
9783640758012
ISBN (Livre)
9783640758180
Langue
allemand
mots-clé
UNO Vereinte Nationen Srebrenica Bosnien United Nations UN Friedensmission UNPROFOR
Sécurité des produits
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Citation du texte
Andreas Ratz (Auteur), 2010, Das Massaker von Srebrenica, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/161205
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Extrait de  15  pages
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