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Der Widerspruch zwischen Erfahrung und Wunderglauben in Humes Erkenntnistheorie

Titre: Der Widerspruch zwischen Erfahrung und Wunderglauben in Humes Erkenntnistheorie

Exposé Écrit pour un Séminaire / Cours , 2020 , 22 Pages , Note: 5,5

Autor:in: Thomas Grossenbacher (Auteur)

Philosophie - Philosophie au XVIIe et XVIIIe siècle
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Die Arbeit zeigt, dass Humes Ausschluss von Wundern und religiöser Erfahrung zwar auf seiner Idee der „beweiskräftigen, beständigen Erfahrung“ beruht, er sich damit aber selbst in Schwierigkeiten bringt: Nach seinen eigenen Kriterien – dass ein Wunder glaubwürdig wäre, wenn dessen Falschheit noch wunderbarer wäre, und dass eine ernsthafte Zeugenschaft möglich sein muss – müssten bestimmte Wunderberichte, wie das Sonnenwunder von Fatima, durchaus akzeptiert werden. Damit untergräbt Hume seine eigene Skepsis: Seine Theorie erklärt jedes erstmalige Ereignis zunächst als Wunder und macht Wunderberichte prinzipiell möglich, hält sie aber gleichzeitig für unglaubwürdig. Die Arbeit arbeitet genau diesen inneren Widerspruch heraus und kommt zum Schluss, dass Roger Bacons offenerer Erfahrungsbegriff den Umgang mit religiöser Erfahrung letztlich besser erklären kann.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

  • Einleitung
  • 1. Der Begriff der Erfahrung bei Hume
    • 1.1. Die Rolle der Erfahrung im menschlichen Geist
    • 1.2. Erfahrung und die Kenntnis der Kausalität.
    • 1.3. Kausalität und Erfahrungsschluss.
    • 1.4. Erfahrung und Naturgesetz
  • 2. Der Widerspruch zwischen Erfahrung und Wunder
    • 2.1. Naturgesetze und Wunder..
    • 2.2. Wunder und Religion
  • 3. Kritischer Rückblick anhand eines Wunders
  • Fazit
  • Literaturverzeichnis.

Zielsetzung & Themen

Das primäre Ziel dieser Hauptseminararbeit ist es, herauszufinden, weshalb David Hume die Religion von der Erfahrung entkoppelt und aufgrund welcher Aspekte seines Erfahrungsbegriffes er die religiöse Erfahrung aus seinem philosophischen Konzept ausschliesst, sowie die Plausibilität dieses Ausschlusses zu beurteilen.

  • Analyse von David Humes Erfahrungsbegriff und dessen Rolle im menschlichen Geist.
  • Vergleichende Betrachtung von Humes Erfahrungsbegriff mit dem Konzept von Roger Bacon.
  • Untersuchung von Humes Argumentation bezüglich des Widerspruchs zwischen Erfahrung und Wundern.
  • Anwendung von Humes Thesen auf einen konkreten, gut belegten Wunderbericht wie das Sonnenwunder von Fatima.
  • Diskussion der Plausibilität eines areligiösen versus eines religiösen Erfahrungskonzepts.
  • Analyse des Zusammenhangs zwischen Wundern, Naturgesetzen und religiösem Glauben in Humes Philosophie.

Auszug aus dem Buch

1.1. Die Rolle der Erfahrung im menschlichen Geist

Hume unterscheidet im zweiten Abschnitt seiner Untersuchung zwei Arten von Auffassungen oder Wahrnehmungen des Geistes. Die eine Art besteht aus den Eindrücken. Diese sind lebhafte Wahrnehmungen, die durch die Sinne und die Erfahrung vermittelt werden. Sinneseindrücke wie das Sehen oder Tasten gehören in diese Art von Auffassung, aber auch Affekte wie das Wünschen, Hassen oder Wollen.

Die andere Art umfasst die Gedanken oder Vorstellungen. Die Gedanken sind Abbilder der Eindrücke und werden im Gedächtnis zurückgerufen, wenn man sich auf gemachte Wahrnehmungen besinnt. Neben dem Gedächtnis nennt Hume die Einbildungskraft als ein weiteres Vermögen, welches Gedanken hervorbringt. Mit dieser Kraft werden die Abbilder der Wahrnehmung vorhergesehen.

Weil die Einbildungskraft scheinbar unbegrenzt ist, schreibt Hume dem menschlichen Geist eine Schöpferkraft zu. Die Kreativität des menschlichen Geistes zeigt sich daran, dass der Mensch sich etwas vorstellen kann, das er noch nie gesehen oder gehört hat. Nur was einen Widerspruch enthält lässt sich nicht vorstellen oder denken. Diese denkerische Freiheit des Geistes ist jedoch begrenzt. Denn das freie Denken besteht darin, dass der Geist Eindrücke neu kombiniert. Diese werden von der Erfahrung und den Sinnen vermittelt. Das heisst, dass der Geist zwar willentlich etwas bisher Ungesehenes denken kann. Diese Denktätigkeit ist jedoch bloss eine Kombination von Eindrücken, die man über die Sinne erfahren hat. Etwas vollständig Neuartiges kann sich der Geist nicht ausdenken (Hume 2015, S. 18-20).

Schon an dieser Stelle, in der Hume seine Lehre grundlegt, weist Hume der Erfahrung eine besonders wichtige Rolle zu. Denn ohne die Erfahrung würden dem Gedächtnis und der Einbildungskraft die Urbilder fehlen, die durch diese zwei Vermögen zu Abbildern und Vorausbildern weiterverarbeitet werden. Erfahrung und Sinne scheinen bei Hume die Vermögen der ersten Auffassung des Geistes zu sein. Denn die Vermögen der zweiten Auffassung, also Gedächtnis und Einbildungskraft, vermitteln Abbilder oder Vorausbilder der Erfahrung, bzw. kombinieren die Bilder neu. Die direkten Wahrnehmungen oder Eindrücke werden durch Sinne und Erfahrung vermittelt. Damit scheint es an dieser Stelle, dass Hume unter dem Begriff der Erfahrung nicht die Summe aller gemachten Erfahrungen versteht, sondern eher die geistige Fähigkeit, welche die konkreten Erfahrungen ermöglicht.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Dieses Kapitel stellt die Entwicklung des Empirismus von Roger Bacon zu David Hume dar und formuliert das Hauptziel der Arbeit, nämlich die Untersuchung von Humes Ausschluss religiöser Erfahrung aus seinem philosophischen Konzept.

1. Der Begriff der Erfahrung bei Hume: Hier wird Humes Unterscheidung zwischen Eindrücken und Gedanken sowie die zentrale Rolle der Erfahrung für die Erkenntnis von Kausalität und Naturgesetzen detailliert analysiert, wobei eine Beteiligung der Vernunft am Erfahrungsschluss ausgeschlossen wird.

2. Der Widerspruch zwischen Erfahrung und Wunder: In diesem Kapitel wird Humes Argumentation dargelegt, dass Wunder den aus beständiger Erfahrung abgeleiteten Naturgesetzen widersprechen und daher als unglaubwürdig gelten, wobei seine Skepsis gegenüber Wundern auch auf die Religion übertragen wird.

3. Kritischer Rückblick anhand eines Wunders: Dieses Kapitel überprüft Humes Thesen zur Unglaubwürdigkeit von Wundern anhand des gut belegten Sonnenwunders von Fatima und diskutiert die Plausibilität von Humes und Roger Bacons Erfahrungsbegriffen im Lichte dieser empirischen Herausforderung.

Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, bekräftigt die Stärke von Humes Thesen, erkennt aber auch offene Fragen und Schwächen in seiner Position, insbesondere hinsichtlich der Plausibilität einer grundsätzlichen Skepsis gegenüber Wundern angesichts existenter und bezeugter Ereignisse.

Schlüsselwörter

Hume, Erkenntnistheorie, Erfahrung, Wunder, Empirismus, Kausalität, Naturgesetze, Glaube, Skepsis, Roger Bacon, Eindrücke, Gedanken, Einbildungskraft, Vernunft, Zeugenschaft, Fatima.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Widerspruch zwischen Erfahrung und Wunderglauben in David Humes Erkenntnistheorie, insbesondere wie Hume die religiöse Erfahrung von seinem Erfahrungsbegriff ausschliesst.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themenfelder sind Humes Erfahrungsbegriff, Kausalität und Naturgesetze, der Widerspruch zwischen Erfahrung und Wundern, die Rolle von Religion und die vergleichende Analyse mit Roger Bacons Philosophie.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, herauszufinden, warum Hume die Religion von der Erfahrung entkoppelt und welche Aspekte seines Erfahrungsbegriffs den Ausschluss religiöser Erfahrung aus seinem philosophischen Konzept begründen, sowie die Plausibilität dieses Ausschlusses zu beurteilen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Methode gliedert sich in drei Schritte: Analyse von Humes Erfahrungsbegriff im Vergleich zu Roger Bacon, Analyse von Humes Argumentation zum Widerspruch zwischen Erfahrung und Wundern, und Anwendung von Humes Thesen auf einen konkreten Wunderbericht zur kritischen Rückschau.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt ausführlich Humes Begriff der Erfahrung (Eindrücke, Ideen, Kausalität, Naturgesetze), den von Hume postulierten Widerspruch zwischen Erfahrung und Wundern sowie eine kritische Anwendung seiner Thesen anhand des Sonnenwunders von Fatima.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird charakterisiert durch Schlüsselwörter wie Hume, Erkenntnistheorie, Erfahrung, Wunder, Empirismus, Kausalität, Naturgesetze, Glaube, Skepsis und Roger Bacon.

Inwiefern unterscheidet sich Humes Erfahrungsbegriff von dem Roger Bacons?

Während Roger Bacon die göttliche Inspiration in seinen Erfahrungsbegriff einschloss, verdächtigten Francis Bacon und David Hume das Religiöse und schlossen es aus der Erfahrungswissenschaft aus.

Warum hält Hume Wunder für unglaubwürdig?

Hume betrachtet Wunder als Ereignisse, die den Naturgesetzen und der beständigen Erfahrung widersprechen, welche eine höhere Beweiskraft haben. Die Einmaligkeit von Wundern trägt ebenfalls zu ihrer Unglaubwürdigkeit bei.

Welche Rolle spielt das Sonnenwunder von Fatima in der Argumentation der Arbeit?

Das Sonnenwunder von Fatima dient als konkretes, gut belegtes Fallbeispiel, um Humes Thesen zur Unglaubwürdigkeit von Wundern kritisch zu überprüfen und die Plausibilität seiner Argumentation zu hinterfragen.

Was ist der Hauptkritikpunkt an Humes Ausschluss der Vernunft aus dem Erfahrungsschluss?

Der Hauptkritikpunkt ist, dass eine Beteiligung der Vernunft im Sinne induktiver und deduktiver Logik, sowie beim logisch widerspruchslosen Kombinieren von Erfahrungen, im Erfahrungsschluss durchaus denkbar ist und Hume sie zu stark ausschliesst.

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Résumé des informations

Titre
Der Widerspruch zwischen Erfahrung und Wunderglauben in Humes Erkenntnistheorie
Université
University of Luzern
Note
5,5
Auteur
Thomas Grossenbacher (Auteur)
Année de publication
2020
Pages
22
N° de catalogue
V1612462
ISBN (ebook)
9783389153949
ISBN (Livre)
9783389153956
Langue
allemand
mots-clé
Wunder Hume Empirismus
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Thomas Grossenbacher (Auteur), 2020, Der Widerspruch zwischen Erfahrung und Wunderglauben in Humes Erkenntnistheorie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1612462
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Extrait de  22  pages
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