Die Frage nach dem Sinn und dem Aufbau eines Mitarbeiterportals kann man nur kl¨aren,
wenn man die Urspr ¨unge der Mitarbeiterportale kennt. Mitarbeiterportale sind die evolution
¨are Weiterentwicklungen von Intranets, daher werden Intranets oft auch als “Stufe 1“
Mitarbeiterportale aufgefasst [JF03].
Definition Intranet nach [cor03]:
“Ein Intranet ist ein Netzwerk, das Personal Computer innerhalb eines Unternehmens miteinander
verbindet Computer, Betriebssysteme und Anwendungen verschiedener Hersteller
k¨onnen dank des gemeinsamen Protokolls TCP/IP kommunizieren.“
Auf die technische Basis von Intranets setzen verschiedenste Dienste auf, beispielsweise eMail
Dienste, Groupware L¨osungen, Dokumentenverwaltungen/Archive, unternehmensinterne
FAQs etc. Wenn jedoch diese Dienste rein webbasiert angeboten werden, dann ist
der Schritt zu einen Mitarbeiterportal nicht mehr weit. In der Gr¨ osse ist ein Intranet nicht
auf einen einzelnen Standort zu reduzieren, ein Firmenintranet eines grossen Konzerns
kann durchaus weltweit genutzt werden, jedoch bleibt es wegen der Nutzung in nur einem
Unternehmen stets ein Intranet, welches normalerweise f ¨ ur Unternehmensaußenstehende
nicht sichtbar ist [Rei02].
Inhaltsverzeichnis
1 Einfuhrung und Motivation
1.1 Sinn des Intranets
1.2 Vom Intranet zu Mitarbeiterportalen
1.3 B2E
2 Mitarbeiterportale
2.1 Definition
2.2 Organisation
2.3 Einfuhrung eines Portals in dem Betrieb
3 Vor- und Nachteile
3.1 Vorteile und Ziele
3.2 Nachteile und Hindernisse
4 Personaleinsatz und Mitarbeiterportale
4.1 Employee Self-Service
4.2 Personalintegration
4.3 e-Learning
4.4 e-Recruiting
5 Stand und Ausblick
5.1 Success Stories
5.2 Zukunft von Mitarbeiterportalen- Thesen und Auswertung:
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Nutzen und die Herausforderungen beim Aufbau von Mitarbeiterportalen in Unternehmen. Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie diese Portale als evolutionäre Weiterentwicklung von Intranets die Personalintegration sowie die betriebliche Personalentwicklung maßgeblich unterstützen und optimieren können.
- Grundlagen und Definition von Mitarbeiterportalen sowie ihre Abgrenzung zum klassischen Intranet.
- Analyse der organisationalen Anforderungen bei der Einführung und dem Betrieb eines Mitarbeiterportals.
- Bewertung von Vorteilen und strategischen Zielen im Vergleich zu den identifizierten Hindernissen.
- Einsatzmöglichkeiten in den Bereichen Employee Self-Service, e-Learning und e-Recruiting.
- Diskussion aktueller Praxiserfolge ("Success Stories") und Zukunftsthesen für den Einsatz in der Betriebspraxis.
Auszug aus dem Buch
3.2 Nachteile und Hindernisse
Die folgende Grafik verdeutlicht die grössten Probleme für die Einführung eines Mitarbeiterportals:
Diese Grafik fasst alle Probleme zusammen:
• Budget: Mehr als 80 Prozent aller Mitarbeiterportal Projekte scheitern. In diese gescheiterten Projekte sind dann allerdings bereits oft mehr als 25.000 Euro geflossen. Dies ist jedoch nicht das einzige Risiko, auch ist der Nutzen durch freigesetzte Arbeitszeit nicht monetär quantifizierbar. Gerade die doch oftmals hohen initialen Investitionskosten stehen so in der Bilanz. Der Return-On-Investment kann also nur geschätzt werden, daher ist oftmals gegenüber älteren skeptischen Führungskräften das Projekt schwer durchzusetzen.
• Akzeptanz der Mitarbeiter: Wie die vorherigen Abschnitte ausführlich gezeigt haben, fällt und steht das Portal durch die es nutzenden und pflegenden Mitarbeiter. Gerade in Unternehmen, die z.B. viele Mitarbeiter ohne EDV in der Produktion haben, sind die Befürchtungen, das die Mitarbeiter nicht genug geschult sind und sich gegen das Portal wehren, oft sogar begründet.
• Fehlende Verantwortlichkeit: Die Mitarbeiter müssen für den Kontent sorgen und jede Abteilung bei einer dezentralen Inhaltserstellung für ihre jeweiligen Dokumente. Wenn die Zuständigkeiten nicht geklärt sind und die Erstellung von Inhalt als Last und zusätzliche unnütze Arbeit angesehen wird, ist dies durchaus ein Problem.
• Geringe Priorität: Solch ein Projekt muss Chefsache sein. Wenn älteres Topmanagement, das nicht von dem System überzeugt ist, seine Unterstützung verweigert, ist diese Befürchtung nicht ganz unbegründet.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einfuhrung und Motivation: Dieses Kapitel erläutert die technologischen Ursprünge von Intranets und den Wandel hin zu personalisierten Mitarbeiterportalen im B2E-Bereich.
2 Mitarbeiterportale: Hier wird die vierstufige Hierarchie von Mitarbeiterportalen definiert und die Bedeutung der dezentralen Organisation sowie der Einführungsprozesse beleuchtet.
3 Vor- und Nachteile: Das Kapitel analysiert die strategischen Vorteile sowie die wesentlichen Hindernisse, wie etwa Budgetfragen und Nutzerakzeptanz, die den Erfolg eines Portals maßgeblich beeinflussen.
4 Personaleinsatz und Mitarbeiterportale: Fokus auf konkrete Anwendungsgebiete wie Employee Self-Service, die Unterstützung der Personalintegration, e-Learning und effiziente Prozesse im e-Recruiting.
5 Stand und Ausblick: Anhand von Unternehmensbeispielen werden Erfolgsfaktoren illustriert und Thesen zur zukünftigen Bedeutung von Mitarbeiterportalen in der Wirtschaft aufgestellt.
Schlüsselwörter
Mitarbeiterportal, Intranet, Personalintegration, Employee Self-Service, B2E, e-Learning, e-Recruiting, Wissensmanagement, Unternehmenskultur, Projektmanagement, Personalentwicklung, Skill-Management-System, Prozessoptimierung, IT-Infrastruktur, Akzeptanz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Seminararbeit behandelt den Aufbau, den Nutzen und die Herausforderungen beim Einsatz von Mitarbeiterportalen zur Unterstützung unternehmensweiter Personalentwicklung.
Welche zentralen Themenfelder deckt die Arbeit ab?
Zentrale Felder sind die technologische Basis, die organisatorische Einbindung, die Entlastung durch Self-Services sowie die Verbesserung von Lern- und Rekrutierungsprozessen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Mitarbeiterportale durch personalisierte Informationsbereitstellung Prozesse optimieren und zur Integration der Mitarbeiter beitragen können.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender Studien und Fachpublikationen sowie der Auswertung von Praxisbeispielen (Success Stories) führender Unternehmen.
Was steht im Hauptteil der Arbeit im Fokus?
Der Hauptteil gliedert sich in die inhaltliche Definition von Portalen, die Gegenüberstellung von Vor- und Nachteilen sowie die detaillierte Analyse der Personalintegration durch IT-gestützte Systeme.
Welche Schlüsselbegriffe sind für die Arbeit charakteristisch?
Wesentliche Begriffe sind insbesondere Mitarbeiterportal, Personalintegration, Employee Self-Service (ESS), B2E und Skill-Management.
Welche Rolle spielt der Betriebsrat bei der Einführung eines Portals?
Der Betriebsrat kann aufgrund datenschutzrechtlicher Bedenken bezüglich der personalisierten Daten in Mitarbeiterportalen eine kritische Rolle einnehmen; durch frühzeitige Einbindung können diese Hürden jedoch minimiert werden.
Warum scheitern viele Projekte im Bereich der Mitarbeiterportale laut der Analyse?
Hauptgründe für ein Scheitern sind oft unzureichende Budgets, fehlende Akzeptanz durch die Anwender sowie mangelnde Unterstützung durch das Top-Management bei der Umsetzung strategischer Ziele.
- Quote paper
- Mathias Uslar (Author), 2003, Aufbau eines Mitarbeiterportals zur Unterstützung der Personalintegration im Rahmen der unternehmensweiten Personalentwicklung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/16131