Mobile Bonus Cards

Rechtsfragen im Zusammenhang mit Kundenbindungs- und Bonussystemen über Mobiltelefone


Masterarbeit, 2010

54 Seiten, Note: 2,00


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Vorwort

2. Kundenbindung im Allgemeinen
2.1. Wirtschaftliche Bedeutung der Kundenbindung
2.2. Kundenkarten und Bonusprogramme
2.2.1. Textbasierte Karten
2.2.2. Magnetstreifen- und Chipkarten
2.2.3. RFID Systeme
2.2.4. Barcodes
2.4. Die Bedeutung des Mobiltelefons
2.5. Akzeptanz von Online-Zahlungssystemen

3. Systeme und Konzepte
3.1. Caboo4me
3.1.1. Technischer Überblick des gesamten Verfahrens
3.1.2. Aktueller Stand der Entwicklung
3.2. Alternative Modelle
3.2.1. Bezahldienst Square
3.2.2. Paybox

4. Vertragsverhältnis
4.1. Personen und Leistungen
4.2. Konsumentenschutzrechtliche Aspekte von Verträgen
4.2.1. Bonusprogramme
4.2.2. Ticketing und Zahlung
4.2.3. Anwendbarkeit des ECG auf M-Commerce
4.2.4. Informationspflichten
4.3. Vertragsabschluss und Vertragsbedingungen
4.3.1. Vertrag des Kunden mit dem Unternehmen über eine Bonuskarte
4.3.2. Vertrag des Kunden mit dem Diensteanbieter
4.3.3. Vertrag zwischen caboo4me und dem Unternehmen
4.4. Kauf einer App

5. Kundenkarten und Datenschutz
5.1. Grundprobleme
5.2. Verwendung personenbezogener Daten
5.2.1. Zustimmung des Betroffenen
5.2.2. Umfang der Einwilligung und Informiertheit
5.3. Auftraggeber
5.4. Meldepflicht

6. Urheberrechtliche Fragen
6.1. Urheberrechtlicher Aspekt der derzeitigen caboo4me Anwendung
6.2. Werkcharakter der Kundenkarte
6.3. Digitalisierung der Kundenkarte
6.3.1. Begriff der Vervielfältigung
6.3.2. Werknutzungsrecht
6.3.3. Recht auf Privatkopie

7. Verhältnis zum Bankenrecht
7.1. E-Geld Gesetz
7.2. Zahlungsdienstegesetz

8. Strafrechtliche Relevanz
8.1. Die digitale Kundenkarte – in unbares Zahlungsmittel?
8.2. Die digitale Kundenkarte als Ausweisdokument

9. Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Vergleich Barcode und RFID

Abbildung 2: Marktanteile von Smartphones und sonstigen Mobiltelefonen in den USA

Abbildung 3: Ablauf eines Transaktionsvorganges mit der caboo4me digitalen Karte

Abbildung 4: Upload einer digitaliserten Karte auf www.caboo4me.net

Abbildung 5: Download der Karte auf iPhone

Abbildung 6: Derzeitiger Verfahrensablauf mit caboo4me

Abbildung 7: Dreipersonales Verhältnis bei elektronischen Kundenkarten

„Der Verkauf eines Autos

ist nicht der Abschluss eines Geschäftes,

sondern der Beginn einer Beziehung.“

Henry Ford

1. Vorwort

Wir leben in einer Gesellschaft, die stark durch ihr Konsumverhalten geprägt ist. Gleichzeitig aber auch in einem Zeitalter der globalen Vernetzung und mobilen Kommunikation. In Österreich besaßen im Jahr 2008 bereits 90,4% der Bevölkerung zumindest ein Mobiltelefon[1] und immerhin 55% der Haushalte hatten einen Breitband-Internetanschluss.[2]

Diese – noch immer stark ansteigende – Tendenz zu neuen Medien und Informationstechnologie führt zu einem Wandel unserer Kaufgewohnheiten, der längst mehr ist, als der in den 90er Jahren des vergangen Jahrhunderts gebräuchliche Begriff des „Greißlersterbens“. Überall dort, wo der Einkaufsprozess nicht die persönliche Anwesenheit des Käufers voraussetzt oder wo es nicht um individuell angefertigte Einzelstücke geht, wird Online-Shopping von Jahr zu Jahr beliebter. Gemäß den Erhebungen der Statistik Austria[3] gaben 41% der Personen zwischen 16 und 74 Jahren an, im vergangen Jahr Waren oder Dienstleistungen über das Internet gegen Entgelt bezogen zu haben.

Die beliebtesten Artikel waren dabei Bücher, Zeitschriften, Zeitungen und E-Learning-Materialien, gefolgt von Kleidung, Sportartikeln aber auch von Reisen und Urlaubsunterkünften. Schließlich waren aber auch elektronische Geräte, Tickets für Veranstaltungen, Filme und Musik beliebte Online-Kaufgegenstände. Die positive Bilanz des Online-Shopping ist wohl auch durch die einfache Abwicklung und die damit verbundene Zeitersparnis zu erklären, wenngleich es bemerkenswert ist, dass der Großteil der Online-Shopper, immerhin 94%, von keinen Problemen beim Einkaufen im Internet berichtete.

Die Akzeptanz digitaler Einkaufslösungen ist somit grundsätzlich gegeben. Mit der nahezu flächendeckenden Verbreitung des Mobiltelefons und dem aktuellen Trend zu Smartphones[4] scheint auch eine Basis vorhanden zu sein, auf die neue Entwicklungen in der Digitalisierung des Einkaufsverhaltens aufbauen können.

Diese auf Mobiltelefone abgestimmten Kundenbindungs- und Zahlungssysteme soll die vorliegende Arbeit in ihrem rechtlichen Zusammenhang im Lichte ausgewählter Rechtsgebiete untersuchen und dabei rechtliche Problembereiche und Grauzonen aufdecken. Als Beispiel dient das System „caboo4me“[5], das in der Folge näher vorgestellt wird.

Ich möchte nicht verabsäumen, Dr. Gerhard Laga für die Übernahme der Betreuung meiner Masterthese zu danken. Ebenso bin ich Johann Locher und der dicamoo hongkong limited zu großem Dank verpflichtet, die meine Teilnahme am Universitätslehrgang Informationsrecht und Rechtsinformation ermöglicht und finanziert haben.

Wien im August 2010 Balazs Esztegar

2. Kundenbindung im Allgemeinen

2.1. Wirtschaftliche Bedeutung der Kundenbindung

In praktisch allen Bereichen wirtschaftlicher Tätigkeit ist Kundenbindung eine zentrale Messgröße für den unternehmerischen Erfolg. Erfolgreiche Kundenbetreuung und –bindung sichert eine lang andauernde und damit wirtschaftlich einträgliche Geschäftsbeziehung zwischen dem Unternehmen und seinen Kunden.[6] Dabei geht es vor allem darum, die Wünsche und Bedürfnisse der Kunden zu erkennen, zu bedienen und eine Interaktion zwischen ihrem Konsumverhalten und den strategischen Entscheidungen des Unternehmens herzustellen.[7] Langfristige Kundenbindung kann einen nicht zu unterschätzenden Wettbewerbsvorsprung bedeuten.[8] Gerade im Einzelhandel sind Kundenbindungsprogramme den meisten Menschen vertraut. Dort haben sie auch das größte Potential.

Im Jahr 2007 entfielen in Österreich 1,62 m² Geschäftsfläche auf jeden Einwohner. Damit liegt Österreich im europäischen Spitzenfeld. Jährlich werden in Österreichs Einkaufszentren 260 Millionen Einkäufe getätigt.[9] Durch die Erhebung und versuchte Beeinflussung des Konsumverhaltens durch die am Markt vertretenen Unternehmen ist es möglich, Kundenprofile zu erstellen und genaue Vorhersagen über Trends und das Kaufverhalten insgesamt zu machen. Kundenbindungsinstrumente wie Bonusprogramme sind also keineswegs freigiebige Aktionen der Unternehmen, sie dienen der Verfolgung ganz konkreter wirtschaftlicher Ziele, nämlich der genauen Analyse des Kaufverhaltens.

2.2. Kundenkarten und Bonusprogramme

Die im Konsumentenbereich geläufigsten Mittel der Kundenbindung sind Rabatt- bzw. Bonussysteme und Kundenclubs.[10] In der Regel wird dem Kunden hierbei eine gewisse Vergünstigung auf seinen Einkauf geboten, wenn er bestimmte Umsatzgrenzen erreicht. Oftmals kann der Kunde, der Mitglied eines Bonusprogramms ist, bestimmte Produkte vergünstigt kaufen oder erhält Gutscheine und wird von Aktionen verständigt. Die Zugehörigkeit wird regelmäßig durch eine physische Kundenkarte symbolisiert, die dem Kunden ausgestellt wird. Mit der Karte kann der Kunde im Zuge seines Einkaufs den Nachweis seiner Bonusclubszugehörigkeit erbringen. Im Folgenden soll ein kurzer Überblick über die gängigsten Identifikationstechnologien im Zusammenhang mit Kundenkarten gegeben werden:

2.2.1. Textbasierte Karten

Die simpelste, unsicherste aber auch älteste Form der Kundenkarte basiert auf der Authentifizierung über den Namen des Karteninhabers oder über eine auf die Karte geschriebene oder gedruckte Zahlenkombination, die Kundennummer. Der klare Vorteil liegt in der einfachen Ausstellung und Verwendung, zu der keine besondere technische Ausrüstung notwendig ist. Die dadurch bedingte leichte Kopierbarkeit stellt gleichzeitig den größten Nachteil dieser Karten dar.

2.2.2. Magnetstreifen- und Chipkarten

Als die wohl bekannteste Art von Plastikkarten kommen Magnetstreifen häufig zur Anwendung und sind bei Bankomat- und Kreditkarten ebenso zu finden, wie bei Kundenkarten. Der schwarze Magnetstreifen auf der Rückseite der Karte enthält elektronisch codierte Daten, die durch ein spezielles Lesegerät ausgelesen und verarbeitet werden können. Die Magnetstreifencodierung ist nach ISO 7811 genormt und hat ein Datenvolumen von etwa 1024 Bit auf 3 Spuren.[11] Die Daten sind hier nicht so offensichtlich, wie bei der zuvor beschriebenen Kartenvariante. Zur Absicherung des Zugangs kann ein PIN-Code notwendig sein, der nicht auf der Karte gespeichert ist und somit einen gewissen Schutz vor Fremdzugriffen bzw. Missbrauch bietet.

Gewissermaßen eine Weiterentwicklung des Magnetstreifens ist die Karte mit integriertem Schaltkreis, idR als „Mikrochip“ bzw. „Chipkarte“ bezeichnet.[12]

2.2.3. RFID Systeme

Radio Frequency Identification ist eine transponderbasierte, berühungslose Technologie, die sich in manchen Bereichen, in denen Plastikkarten eingesetzt werden, erfolgreiche durchgesetzt hat. Im Vergleich zu der weiten Verbreitung, die RFID in Asien erlangt hat, konnte das System in Europa bisher keinen durchschlagenden Erfolg erreichen: Anfang 2009 setzten in der EU nur etwa drei Prozent der Unternehmen RFID-Technologie ein. Der primäre Einsatzbereich von RFID ist die Personenidentifizierung oder Zutrittskontrolle mit 56 Prozent aller Anwendungen. Für Zahlungen, beispielsweise für Autobahngebühren, wurden lediglich ein Viertel aller RFID Anwendungen genutzt.[13] Das mag zum Großteil an der teuren Implementierung der Technologie liegen, die – im kommerziellen Umfeld eingesetzt – umfangreiche Hardwareinstallationen (Verkabelung, Antennen etc.) notwendig macht. Daher beschränkt sich der Einsatz von RFID im Wesentlichen auf Zutrittskontrollsysteme, bei denen ein rasches Auslesen der Kartendaten besonders ins Gewicht fällt.

2.2.4. Barcodes

Einen interessanten Kompromiss zwischen Magnetstreifen und RFID bieten Barcodes,[14] wie im Folgenden noch zu zeigen sein wird. Den wichtigsten Anwendungsfall für Barcode-Systeme findet man im Handel, wo üblicherweise das EAN-8 oder EAN-13 Format für die Artikelidentifikation verwendet werden. Die Verwaltung dieser Codes erfolgt über eine zentrale Stelle, in Österreich die GS1 Austria GmbH,[15] sodass die Eindeutigkeit dieser Codes gewährleistet ist. Das wiederum ermöglicht eine automatisierte Identifikation der mit dem Strichcode versehenen Produkte an der Kassa oder anderen Scanterminals. Über die Verknüpfung dieser eindeutigen Produktidentifikation mit weiteren Produktattributen, von denen der wichtigste der Preis ist, können moderne Kassensysteme arbeiten.

Neben dem EAN[16] werden Barcodes schon länger auf Plastikkarten, insbesondere Kundenkarten, verwendet. Die Kundennummer des Karteninhabers wird als Barcode codiert und auf die Karte gedruckt. Sie wird dadurch maschinell lesbar und muss nicht mehr händisch vom Kassenpersonal eingegeben werden. Gleichzeitig ist eine solche Karte weniger empfindlich gegen Umwelteinflüsse, als eine mit einem Magnetstreifen versehene Karte.

Im Vergleich mit RFID zeigt sich, dass beide Systeme Stärken und Schwächen haben, wie die folgende Abbildung[17] veranschaulichen soll:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Vergleich Barcode und RFID

Dort, wo vor allem der Kostenfaktor eine Rolle spielt, eignen sich Barcodes als Ersatz für RFID-Karten. Hinzu kommt allerdings noch ein weiterer Aspekt, der beim Einsatz im Konsum für Barcodes und gegen RFID spricht: das Vertrauen der Kunden. Im Gegensatz zur berührungslosen RFID-Technologie muss der Kunde eine Barcode-Karte merkbar benutzen – er merkt, dass seine Karte ausgelesen wird, weil für den optischen Lesevorgang naturgemäß das Scannen der Karte notwendig wird. Hingegen ist das Auslesen eines RFID-Chips auch ohne Wissen des Karteninhabers möglich. Dieser Umstand suggeriert einen deutlichen Kontrollverlust seitens des Kunden, der vermeintlich „die Herrschaft über seine Daten“ verliert und gar nicht merkt, dass ein Lese- oder Schreibvorgang stattfindet.[18]

2.4. Die Bedeutung des Mobiltelefons

In den letzten Jahren hat vor allem der Siegeszug der Smartphones[19] dem Mobilfunkmarkt Veränderungen beschert. Mit dem Anstieg der Smartphoneverkäufe ging die Nutzung von „schlichten“ Mobiltelefonen deutlich zurück. Die folgende Grafik zeigt die Mobilfunkpenetration in den USA im direkten Vergleich zwischen Smartphones und anderen Mobiltelefonen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Marktanteile von Smartphones und sonstigen Mobiltelefonen in den USA
Quelle: http://www.gpsbusinessnews.com/Nielsen-US-Smartphone-Penetration-to-Be-over-50-in-2011_a2154.html

Für Ende 2011 wird prognostiziert, dass es gleich viele Smartphones wie andere Mobiltelefone geben wird. Die weite Verbreitung dieser Geräte bringt neue mobile Kommunikationsmöglichkeiten mit sich: das Internet ist jederzeit mobil verfügbar. Dadurch werden E-Mails, Webdienste und Social Networks von jedem Standort aus zugänglich, wodurch sich ihr Nutzungsumfang vervielfacht.[20] Das Mobiltelefon wird also immer mehr ein vernetztes Multifunktionsgerät, dessen ursprüngliche Funktion inzwischen in den Hintergrund getreten ist. Es ist daher nicht weiter verwunderlich, wenn das Mobiltelefon in Zukunft auch als Kundenkarte oder Zahlungssystem fungieren soll. Dazu gibt es bereits einige Ansätze, von denen einige im Folgenden vorgestellt werden sollen.

2.5. Akzeptanz von Online-Zahlungssystemen

Von den am Markt etablierten Zahlungssystemen werden manche stärker, manche weniger häufig genutzt. Gerade im Onlinebereich kommt es mangels physischer Präsenz der handelnden Personen besonders stark auf die Art der Bezahlung an. Grundsätzlich unterscheidet man 3 Varianten von Online-Zahlungssystemen: Prepaid-, Debit- und Postpaid-Systeme. Die Akzeptanz des verwendeten Systems orientiert sich an 4 wesentlichen Kriterien:[21] der Bekanntheit der Zahlungsform, einer hohen technischen und rechtlichen Sicherheit, einem geringen Implementierungsaufwand auf der Seite des Unternehmens sowie einer betriebswirtschaftlichen Vertretbarkeit der Transaktionskosten für beide Seiten.

3. Systeme und Konzepte

3.1. Caboo4me

Der Schweizer Unternehmer Johann Kaspar Locher hat im Mai 2009 in den Vereinigten Staaten von Amerika ein Verfahren zum Patent angemeldet, das er mit „Vorrichtung und Verfahren zum Authentifizieren von Berechtigungen oder Befähigungen einer Person unter Verwendung eines mobilen Kommunikationsgerätes“ betitelte. Das darin beschriebene Verfahren, das im Folgenden überblicksweise vorgestellt wird, wird inzwischen von dem Hongkonger Unternehmen dicamoo hongkong limited unter dem Markennamen caboo4me vermarktet.

3.1.1. Technischer Überblick des gesamten Verfahrens

Im Zentrum von caboo4me als Verfahren steht die Nutzung des Mobiltelefons und der auf der SIM Karte gespeicherten Mobiltelefonnummer. Zur Erhöhung der Sicherheit im Umgang mit Kundenkarten und Zahlungskarten wird die jeweilige Karte nicht mehr physisch ausgegeben, sondern befindet sich in digitalisierter Form auf dem Mobiltelefon. Die Identifikation erfolgt dabei über einen Barcode, da es im Gegensatz zu RFID von jedem gängigen Mobiltelefon – es muss nicht einmal ein Smartphone sein – dargestellt werden kann.[22][23] Im chronologischen Ablauf füllt der Kunde zunächst – online oder auf Papier – einen Antrag auf Ausstellung einer Kundenkarte aus und übermittelt sie dem Unternehmen. Da die Mobiltelefonnummer als zentrales Identifikationsmerkmal auftritt, muss der Kunde seine Nummer dem Unternehmen bekannt geben. Das Unternehmen erzeugt dann über ein eigens entwickeltes Verschlüsselungsverfahren einen Barcode, dessen Bestandteile gewissen Vorgaben folgen: der Barcode enthält jedenfalls die Mobiltelefonnummer des Kunden und auch einen optional nutzbaren PIN Code. Diese Bestandteile werden mehrfach validiert und dann verschlüsselt. Der entstehende Barcode kann in das digitale Abbild einer Kundenkarte integriert werden, das dem Kunden sodann übermittelt wird. Der Kunde erhält zunächst eine SMS Benachrichtigung über die für ihn bereitgestellte Kundenkarte, die auf dem Server des Unternehmens zum Download bereit steht. Über eine eigens entwickelte App,[24] das auch der Verwaltung der Karten dient, kann der Kunde nun den Kartendownload der Karte vom Server auf sein Mobiltelefon durchführen. Dieser Download erfolgt über UMTS, somit über eine Internetverbindung. Dafür benötigt er einen zeitlich begrenzt gültigen Download-Code, der ihm mittels eines SMS zugeschickt wird.

Hat der Kunde die Karte einmal heruntergeladen, kann er sie bei jedem Einkauf nutzen, indem er sie aus seiner Kartenverwaltungs-App aufruft. Die Karte wird systemseitig an der Kassa gescannt, der Barcode decodiert und auf Integrität geprüft. Zur Verifikation der Transaktion wird eine Verifizierungsanfrage (PIN-Code Abfrage) an die im Barcode hinterlegte, nunmehr decodierte, Telefonnummer übermittelt. Der Kunde erhält die Aufforderung auf sein Mobiltelefon per SMS und muss mit Eingabe seines PIN-Codes als Antwort SMS die Transaktion bestätigen. Für diese SMS fallen dem Kunden – je nach dem welche Leistungen in seinem Tarifpaket inkludiert sind – unter Umständen Kosten an, die er selbst zu tragen hat. Das System prüft nun den PIN-Code ähnlich wie bei einer Bankomatkarte, zu dem die folgenden Transaktionsschritte analog verlaufen. Dieser Umstand setzt jedoch voraus, dass am Point of sale, an der Kassa, der Kunde über einen ausreichenden Netzempfang für sein Mobiltelefonnetz verfügt, um SMS empfangen und versenden zu können. Die technischen Voraussetzungen für das Mobilfunknetz kann caboo4me allerdings nicht selbst schaffen.

Die Lizenzierung der Anwendung zwischen caboo4me und dem Unternehmen erfolgt im Wesentlichen aufgrund einer Lizenzgebühr pro Transaktion. Der Kunde selbst zahlt kein Transaktionsentgelt.

[...]


[1] STATISTIK AUSTRIA, Europäische Erhebung über den IKT-Einsatz in Haushalten 2008.

[2] http://www.statistik.at/web_de/statistiken/informationsgesellschaft/ikt-einsatz_in_haushalten/index.html (Stand: 28.08.2010).

[3] http://www.statistik.at/web_de/statistiken/informationsgesellschaft/ikt-einsatz_in_haushalten/index.html (Stand: 28.08.2010).

[4] Wee, TREND: Smartphones will dominate by 2011, http://www.penn-olson.com/2010/03/30/trend-smartphones-will-dominate-by-2011/ (Stand: 28.08.2010).

[5] http://www.caboo4me.net/

[6] Gaudriot, Der Kunde als König, persaldo 2007, H 1, 25.

[7] Vgl. Hatzmann, Kundenbindungsinstrumente in österreichischen Einkaufszentren, WBFÖ 2007, H 2, 30.

[8] Gaudriot, Der Kunde als König, persaldo 2007, H 1, 25.

[9] Hatzmann, Kundenbindungsinstrumente in österreichischen Einkaufszentren, WBFÖ 2007, H 2, 30.

[10] Hatzmann, Kundenbindungsinstrumente in österreichischen Einkaufszentren, WBFÖ 2007, H 2, 31.

[11] Vgl Wikipedia, Lemma „Magnetstreifen“, http://de.wikipedia.org/wiki/Magnetstreifen (Stand: 28.08.2010).

[12] Vgl Wikipedia, Lemma „Chipkarte“, http://de.wikipedia.org/wiki/Chipkarte (Stand: 28.08.2010).

[13] http://www.ident.de/newsarchiv/archive/2010/march/article/eurostat-rfid-statistik/?tx_ttnews%5Bday%5D=03&cHash=a0f448f460 (Stand: 28.08.2010).

[14] Der Begriff „Barcode“ leitet sich aus dem englischen Wort „bar“ für „Balken“ ab und hat sich als Bezeichnung für alle ein- und zweidimensionalen monochromen Strich- und Punktcodes etabliert.

[15] www.gs1austria.at.

[16] EAN steht für European Article Number, einem seit 2009 in GTIN (Global Trade Item Number) umbenannten Standard für die Produktkennzeichnung von Handelsartikeln.

[17] Für einen Vergleich von Barcode- und RFID-Systemen siehe zB: http://www.rfid-basis.de/barcode_vs_rfid.html oder http://www.rfid-journal.de/barcode.html (Stand: 28.08.2010).

[18] Liebwald, Die RFID-Technologie im Lichte des Datenschutzrechts, MR 2007, 454.

[19] Als „Smartphone“ wird ein leistungsfähiges Mobiltelefon bezeichnet, das neben den üblichen Telefonie- und SMS-Funktionen den Funktionsumfang eines Mobiltelefons mit dem eines Personal Digital Assistants (PDA) erweitert. Idealerweise wird ein Smartphone mit einem Tarifpaket genutzt, das einen mobilen Breitbandanschluss über UMTS bzw. HSDPA beinhaltet.

[20] Wee, TREND: Smartphones will dominate by 2011, http://www.penn-olson.com/2010/03/30/trend-smartphones-will-dominate-by-2011/ (Stand: 28.08.2010).

[21] Vgl. WKO, Recht im E-Business, S 149.

[22] Die in diesem Abschnitt beschriebenen Informationen entstammen der Patentschrift für das beschriebene Verfahren vom 29.05.2009 sowie anderen von dicamoo hongkong limited bereitgestellten Unterlagen.

[23] Prognosen, wonach schon 2009 bzw. 2010 die Hälfte aller Mobiltelefone mit RFID ausgestattet sein wird, haben sich nicht bewahrheitet. Nicht einmal die im Bereich der Smartphones führenden Marken „iPhone“ und „HTC“ rüsten ihre Telefone mit RFID aus. Vgl http://www.zdnet.com/news/rfid-could-be-in-all-cell-phones-by-2010/315292 (Stand: 28.08.2010); ebenso: http://radio-weblogs.com/0105910/2004/07/19.html (Stand: 28.08.2010).

[24] Als „App“ bezeichnet man mobile Applikationen, vorwiegend auf dem iPhone, aber auch auf anderen Smartphones. Vgl Wikipedia, Lemma „App“, http://de.wikipedia.org/wiki/App (Stand: 28.08.2010).

Ende der Leseprobe aus 54 Seiten

Details

Titel
Mobile Bonus Cards
Untertitel
Rechtsfragen im Zusammenhang mit Kundenbindungs- und Bonussystemen über Mobiltelefone
Hochschule
Universität Wien  (Universitätslehrgang für Informationsrecht und Rechtsinformation)
Note
2,00
Autor
Jahr
2010
Seiten
54
Katalognummer
V161348
ISBN (eBook)
9783640769223
ISBN (Buch)
9783640769360
Dateigröße
1242 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kundenkarte, Kundenbindung, Bonusprogramm, Bonusklub, App, iphone, Smartphone, Digitalisierung, Datenschutz
Arbeit zitieren
Mag. Balazs Esztegar (Autor), 2010, Mobile Bonus Cards, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/161348

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Mobile Bonus Cards



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden