Die totalitäre Gesellschaft in den Anti-Utopien "My" von Zamjatin und "Republik des Südkreuzes" von Brjusov


Seminararbeit, 2010

22 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Utopie und Totalitäres System
2.1 Definition und Geschichte der Utopie
2.1.1 Literarische Definition
2.1.2 Geschichte der Utopie
2.1.3 Utopie und Anti-Utopie
2.2 Definition Totalitäres System

3. Analyse Zamjatin „My“
3.1 Textwelt und Handlung
3.2 Textanalyse
3.3 Interpretation

4. Analyse Brjusov „Respublika Južnogo Krestavon“
4.1 Textwelt und Handlung
4.2 Textanalyse
4.3 Interpretation

5. Komparative Darstellung
5.1 Aspekte des totalitären Systems
5.2 Politische Ideologie

6. Schlussfolgerung

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die Anti-Utopie entstand am Ende des 19. Jahrhunderts. Viele Autoren aus aller Welt haben in ihnen ihre gesellschaftliche Kritik mit negativen Zukunftsvisionen ausgedrückt.

In der folgenden Arbeit werden die beiden Anti-Utopien „My“ von Zamjatin und „Respublika Južnogo Krestavon“ von Brjusov untersucht.

Die beiden Werke werden einzeln analysiert und auf Ihre Darstellung des totalitären Systems in der anti-utopischen Literatur untersucht. Durch die Analysen der Hauptfiguren werden die Auswirkungen des totalitären Staates auf die Individuen geprüft.

Um die Werke in die Gattung der literarischen Anti-Utopie einordnen zu können und Ihre Ausprägungen des Totalitären Systems darzustellen, werden zuerst die Begriffe literarische Utopie, Anti-Utopie und Totalitäres System erläutert und deren Geschichte dargestellt.

Diese Arbeit soll die Kernfragen beantworten: Handelt es sich um ein totalitäres System in den beiden Texten und wie wird es dargestellt? Des Weiteren wird untersucht, ob die Texte die anti-utopischen Merkmale erfüllen.

Da der Text von Zamjatin zuerst in Englisch veröffentlicht wurde und da es mir aufgrund meiner noch unzureichenden Russischkenntnissen noch nicht möglich ist mit der russischen Version zu arbeiten, wird in dieser Arbeit aus der englischen Ausgabe zitiert.

2. Utopie und Totalitäres System

2.1 Definition und Geschichte der Utopie

2.1.1 Literarische Definition

Utopie bezeichnet im Allgemeinen jeden fiktiven Gesellschaftsentwurf. Die literarische Utopie bezeichnet eine Konzeption eines idealen Staates. Einige wichtige gesellschaftliche Merkmale der utopischen Staaten sind Gerechtigkeit, Gewaltfreiheit, Abwesenheit von sozialer Not und Krankheit und die Beherrschung der Natur. Um dies zu erreichen müssen die Gesetze des Staates befolgt werden.[1]

Wolfgang Biesterfeld beschreibt verschiedene Merkmale der Utopischen Staaten in der Literatur, die im Folgenden aufgelistet werden, um die beiden Texte auf diese Kriterien hin zu untersuchen. Zum einen die geographische „Isoliertheit“ der Staaten.[2] Es besteht wenig oder kein Kontakt zur Außenwelt, um die Organisation des Staates nicht zu gefährden. Es wird auf Geld verzichtet, meist wird Tauschhandel betrieben. Reisen sind nicht gern gesehen. Es gibt kein Privatleben und Privateigentum, die Freizeit wird reguliert und es besteht eine Pflicht und Recht zur Arbeit. Die Arbeit wird allerdings nicht mit Geld vergütet. Die Kindeserziehung erfolgt außerhalb des Elternhauses und sie ist die Garantie für das weitere Bestehen des utopischen Staates und dessen Ideologie. Die Naturwissenschaft dominiert die Wissenschaft. Die Kleidung ist zweckmäßig und die Meinung der Menschen wird manipuliert. Außerdem wird die Kommunikation verhindert und die Bevölkerung ständig überwacht und kontrolliert. Kultur ordnet sich zu Zwecken des Staates unter und es herrscht eine Zensur. Außerdem ist ein geometrischer Städteaufbau mit Mittelpunkt (z.B. Tempel, Rathaus etc.) typisch.[3]

2.1.2 Geschichte der Utopie

Die erste Utopie geht auf Platons Veröffentlichung von „Politeia“ um 374 v. Chr. zurück.[4] Der Beginn der utopischen Literatur der Neuzeit ist in der

Renaissance zu finden. Der Begriff findet sich erstmals in dem 1516 in England erschienenen Roman von Thomas Morus, „Utopia“.[5]

[...]


[1] Vgl. Winter, Michael: Utopie. In: Literatur Lexikon. Hg. von Walther Killy. Bd.14: Begriffe, Realien, Methoden. Hg. v. Volker Meid. München: Bertelsmann Verlag 1993. S. 451f.

[2] Vgl. Biesterfeld, Wolfgang: Die literarische Utopie, Stuttgart, 1982, S.16

[3] Vgl. Biesterfeld, Wolfgang: Die literarische Utopie, Stuttgart, 1982, S.16-27

[4] Vgl. Biesterfeld, Wolfgang: Die literarische Utopie, Stuttgart, 1982, S.30

[5] Vgl. Winter, Michael: Utopie. In: Literatur Lexikon. Hg. von Walther Killy. Bd.14: Begriffe, Realien, Methoden. Hg. v. Volker Meid. München: Bertelsmann Verlag 1993. S. 451f.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Die totalitäre Gesellschaft in den Anti-Utopien "My" von Zamjatin und "Republik des Südkreuzes" von Brjusov
Hochschule
Universität zu Köln  (Slavisches Institut)
Veranstaltung
Proseminar Russische Moderne
Autor
Jahr
2010
Seiten
22
Katalognummer
V161354
ISBN (eBook)
9783640744206
ISBN (Buch)
9783640744435
Dateigröße
543 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Totalitäre, Gesellschaft, Anti-Utopien, Zamjatin, Republik, Südkreuzes, Brjusov
Arbeit zitieren
Linda Woog (Autor), 2010, Die totalitäre Gesellschaft in den Anti-Utopien "My" von Zamjatin und "Republik des Südkreuzes" von Brjusov, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/161354

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