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Hegels Kritik an der Verfassung des Deutschen Reiches um 1802 im historischen Kontext

Eine kritische Gegenüberstellung

Titre: Hegels Kritik an der Verfassung des Deutschen Reiches um 1802 im historischen Kontext

Dossier / Travail , 2007 , 16 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Philipp Wansel (Auteur)

Histoire de l'Europe - Nouvelle Histoire, Union européenne
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„Deutschland ist kein Staat mehr…“stellte Hegel in seiner wahrscheinlich 1802 abgeschlossenen „Kritik der Verfassung Deutschlands“ fest. Doch warum ist Deutschland bereits um 1800 für ihn kein Staat mehr? Markiert nicht viel eher die Gründung der Rheinbundstaaten im Jahre 1806 erst die Auflösung des Deutschen Reiches? Vor welchem historischen Kontext und vor welchen zeitgenössischen Ereignissen gelangte Hegel also zu dieser scheinbar noch verfrühten Erkenntnis? Welche idealtypischen Bedingungen müssen für Hegel vorliegen, um von einem wirklichen Staat sprechen zu können?
Die vorliegende Seminararbeit will diese Fragen aufgreifen und unter der zentralen Fragestellung „Ist Deutschland um 1800 wirklich kein Staat mehr?“ Hegels Kritik an der Verfassung des Deutschen Reiches in dieser Zeit auffassen, sie aber auch zugleich dem historischen Kontext kritisch gegenüberstellen und überprüfen, inwiefern Deutschland wirklich nicht mehr als Staat bezeichnet werden kann.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Historische Kontextualisierung

3. Ist Deutschland kein Staat mehr?

3.1. Zum Begriff des Staates

3.2. Hegels Staatsbegriff

3.3. Transformation und Vergleich des hegelschen Staatsbegriffs auf das Deutsche Reich als Staat

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht kritisch die Feststellung von Georg Wilhelm Friedrich Hegel, dass Deutschland um 1800 als Staat nicht mehr existiere. Ziel ist es, Hegels staatsphilosophische Kriterien für einen "wirklichen Staat" mit der politischen Realität und den Auflösungserscheinungen des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation abzugleichen.

  • Hegels "Kritik der Verfassung Deutschlands" im historischen Kontext.
  • Definition und Wesensmerkmale des modernen Staatsbegriffs nach Hegel.
  • Die Problematik der fehlenden zentralen Staatsgewalt und gemeinschaftlichen Verteidigung.
  • Auswirkungen machtpolitischer Partikularinteressen (Preußen/Österreich) auf die Reichseinheit.

Auszug aus dem Buch

3.2. Hegels Staatsbegriff

Hegel versteht unter dem Begriff Staat ein abstraktes Kollektiv von Menschen, das sich nur dann Staat nennen kann, wenn es seine postulierte conditio sine qua non einer gemeinschaftlichen Verteidigung und einer gemeinsamen Staatsgewalt erfüllt (S.165-166).

Die Art und Weise der gebildeten Staatsgewalt ist für Hegel mutativ; sie gehört „[…]in die Sphäre des Zufalls und der Willkür.“ (S.167). Ob die Staatsgewalt nun von einer oder mehreren Personen ausgeübt wird, ob sie demokratisch legitimiert oder hochherrschaftlich vererbt wird, ist von sekundärem Erkenntnisinteresse. Doch sollte die Staatsgewalt sowohl in einem geografischen, als auch machtpolitischen Punkt zentralisiert und hierarchisch klar gegenüber den untergeordneten Körperschaften und Subsystemen abgegrenzt sein.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung der zentralen Fragestellung, warum Hegel Deutschland um 1800 als "keinen Staat mehr" bezeichnete, und Einordnung in den historischen Kontext.

2. Historische Kontextualisierung: Analyse der politischen Instabilität durch den preußisch-österreichischen Dualismus sowie der Auswirkungen der napoleonischen Kriege und Separatfrieden auf das Deutsche Reich.

3. Ist Deutschland kein Staat mehr?: Untersuchung der theoretischen Staatsdefinition Hegels und deren Anwendung auf die fragmentierte Realität des Deutschen Reiches bezüglich Staatsgewalt, Gesetzgebung und gemeinsamer Verteidigung.

4. Fazit: Zusammenfassende Bestätigung der hegelschen These, dass die mangelnde Durchsetzungskraft und die Partikularinteressen der Reichsstände den Status als Staat faktisch aufgehoben haben.

Schlüsselwörter

Georg Wilhelm Friedrich Hegel, Deutschland, Staatstheorie, Deutscher Idealismus, Deutsches Reich, Staatsbegriff, Reichsverfassung, preußisch-österreichischer Dualismus, Gewaltmonopol, Souveränität, Machtpolitik, Politische Philosophie, 1800, Reichsstände, Separation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die politische Schrift "Kritik der Verfassung Deutschlands" von G.W.F. Hegel, in der dieser dem Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation um 1800 den Status als Staat abspricht.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen die staatstheoretischen Voraussetzungen nach Hegel, die historische Zersplitterung des Deutschen Reiches und die Diskrepanz zwischen verfassungsrechtlicher Theorie und militärisch-politischer Realität.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit geht der zentralen Frage nach, ob Deutschland um 1800 aus der Perspektive Hegels tatsächlich kein Staat mehr war und welche strukturellen Mängel zu dieser Einschätzung führten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche und historische Analyse, die Primärquellen (Hegel) mit historischen Kontextdaten verknüpft, um theoriebasierte Argumente an der Realität zu überprüfen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst Hegels Definition des Staates sowie seine Forderung nach einem Gewaltmonopol und gemeinsamer Verteidigung dargelegt und anschließend auf die tatsächliche Lage des Deutschen Reiches zwischen 1795 und 1802 angewendet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Hegel, Staatsbegriff, Souveränität, Deutscher Dualismus, Reichsverfassung und der Begriff des "Gedankenstaats".

Was versteht Hegel unter dem "Gedankenstaat"?

Hegel nutzt diesen Begriff für das Deutsche Reich, um auszudrücken, dass es lediglich als theoretisches Konstrukt existiert, dem jedoch die praktische Macht, Einheit und Durchsetzungskraft eines wirklichen Staates fehlt.

Welche Rolle spielt die militärische Verteidigung in der Arbeit?

Die gemeinsame Verteidigung ist für Hegel eine conditio sine qua non. Da das Reich um 1800 kein deutsches Heer besaß, sondern nur Partikulararmeen mit divergierenden Interessen, verlor es laut Hegel seine staatliche Qualität.

Warum war der preußisch-österreichische Dualismus so zerstörerisch für das Reich?

Laut der Arbeit blockierte die Rivalität der beiden Hegemonialmächte eine einheitliche Reichspolitik, da beide ihre individuellen machtpolitischen Interessen oft zulasten der Reichseinheit verfolgten.

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Résumé des informations

Titre
Hegels Kritik an der Verfassung des Deutschen Reiches um 1802 im historischen Kontext
Sous-titre
Eine kritische Gegenüberstellung
Université
University of Wuppertal
Note
1,3
Auteur
Philipp Wansel (Auteur)
Année de publication
2007
Pages
16
N° de catalogue
V161559
ISBN (ebook)
9783640748747
ISBN (Livre)
9783640749188
Langue
allemand
mots-clé
Staatstheorie Deutschland Staat
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Philipp Wansel (Auteur), 2007, Hegels Kritik an der Verfassung des Deutschen Reiches um 1802 im historischen Kontext, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/161559
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