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Sprachentod durch die 'Unsterblichen'

Die Situation der Regionalsprache Bretonisch in einem geeinten Europa

Título: Sprachentod durch die 'Unsterblichen'

Trabajo Escrito , 2009 , 24 Páginas , Calificación: 2,3

Autor:in: Bettina Korte (Autor)

Filología alemana - Lingüística
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Die Idee der Gleichheit, die mit der französischen Revolution aufkam, wurde nicht
und wird nicht auf die Regionalsprachen Frankreichs angewendet. Bis dato weigert
sich die französische Legislative, die UNESCO Carta für Regional- oder
Minderheitensprachen (ECRML) zu ratifizieren. Frankreich hat als einziges
europäisches Land seine Sprachenvielfalt noch nicht offiziell anerkannt. Die Gründe
für die Ablehnung dieser Regionalsprachen sind sicherlich historisch und
soziologisch fundiert. Einige Linguisten stellen sogar die These auf, dass das
Bretonische von Staatsseite her ausgerottet werden soll.
Der Film "Willkommen bei den Scht'ies", ein französischer Film aus dem Jahr 2008,
persifliert die tief verwurzelten Vorurteile, die dem Norden vom Rest Frankreichs
entgegengebracht werden. Die Komik des Filmes, mit all den bäuerlichen und
proletarischen Stereotypen, kann jedoch den Konflikt, den das Bretonische innerhalb
der Nation präsentiert, nicht mindern. Zudem zeigt die Wahl des Topos, daß diese
Vorurteile auch im geeinten Europa des 21. Jahrhunderts noch immer existent sind.
Bretonisch ist eine bedrohte Sprache, sogar vom Sprachtod wird bezüglich dieser
Sprache gesprochen. Europäische, wie auch internationale Institutionen, versuchen
bedrohte Sprachen zu schützen. In Frankreich stellt sich dies als schwierig dar. Die
Sprachschützer der Académie Française berufen sich auf den 2. Artikel der
Verfassung, nach dem Französisch die einzige offizielle Landessprache ist.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Europäische Sprachvielfalt und die Frage der Nation

3. Geographie der Bretagne

4. Geschichte

4.1. Vom 16 bis zum 19. Jahrhundert

4.2. Die Suche nach dem Ursprung des Bretonischen und die Frage der Nation

4.3. Entwicklung des Dialekts

4.4. Theorie des insularen Ursprungs oder Insel-Theorie

4.5. Neuere Forschungsansätze

5. Der Weg zu einer einheitlichen bretonischen Schriftsprache

6. Politische Situation

6.1. historisch

6.2. Die Bretonische Bewegung und ihre Bedeutung für die Sprache

7. Bretonisch an Schule und Universität

8. Demoskopie und Strukturwandel

9. Schwierigkeiten des französisch/bretonischen Bilinguismus

9.1 Der Bilinguistische Mythos

9.2 Bretonische Schande

10. Sprecher

11. Domänen des Bretonischen

12. Aktuelle politische Situation

13. Conclusion

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die prekäre Situation der bretonischen Sprache innerhalb des französischen Nationalstaats. Das Hauptziel besteht darin, die soziolinguistischen und historischen Ursachen für den schleichenden Verlust der Regionalsprache aufzuzeigen und dabei insbesondere die Spannungen zwischen staatlichem Homogenitätszwang und dem Erhalt regionaler kultureller Identität zu analysieren.

  • Historische Entwicklung der bretonischen Sprache
  • Die Rolle des französischen Nationalismus und der Sprachpolitik
  • Sprachkonflikte und soziologische Aspekte wie die „bretonische Schande“
  • Bildungskonzepte und die Rolle der Diwan-Schulen
  • Aktuelle politische Debatten um Minderheitenschutz und Verfassungsrecht

Auszug aus dem Buch

6.1. historisch

Das Bretonische wurde in Frankreich nicht von jeher verfolgt. Laut Georg Bossong „hat die Revolutionsregierung Anfang 1790 beschlossen, ihre Dekrete ins Elsässische, Bretonische, Baskische und zahlreiche französische Dialekte übersetzen zu lassen und zweisprachig herauszugeben [...] Es bildete sich geradezu eine Übersetzungsindustrie heraus; in nur zwei Jahren wurden 124 Bände in allen Sprachen Frankreichs publiziert“. Doch kontra-revolutionäre Revolten haben die Regionalsprachen, insbesondere das Bretonische, das Wohlwollen der Pariser Regierung verspielen lassen.

Die jakobinischen Tendenzen das Land zu einen, zur Nation zu gestalten, implizierten die Durchsetzung der Einheitssprache. Der Gedanke daß eine Nation auch mit einer Sprache sprechen muß. Bossong führt dazu aus:

“Die Sprachpolitik des französischen Staates ist bis heute jakobinisch zentralistisch geblieben. Die für alle verbindliche laizistische Grundschule wurde gezielt als Waffe zur Ausmerzung der Regionalsprachen eingesetzt. Damit alle Staatsbürger gleich vor dem Gesetz sein können, müssen sie alle dieselben sprachlichen Voraussetzungen mitbringen. Vor allem im ausgehenden 19. Jahrhundert, aber auch noch bis weit in das 20. Jahrhundert hinein sahen es die Grundschullehrer als eine ihrer vornehmsten Aufgaben an, alle lokalen Sprachen und Sprachvarianten zurückzudrängen. Alles Nicht Französische wurde abschätzig als patois behandelt.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die bedrohte Situation des Bretonischen und stellt die These auf, dass der französische Staat durch seine verfassungsrechtliche Sprachpolitik aktiv zum Rückgang der Regionalsprache beiträgt.

2. Europäische Sprachvielfalt und die Frage der Nation: Dieses Kapitel erörtert das theoretische Konstrukt der „Nation“ und den in Frankreich vorherrschenden Homogenitätsdruck, der regionale Sprachen systematisch diskriminiert.

3. Geographie der Bretagne: Es wird die linguistische Unterteilung der Bretagne in Nieder- und Oberbretagne sowie die Verbreitung verschiedener Varietäten beschrieben.

4. Geschichte: Dieser Abschnitt analysiert die historische Wahrnehmung der Sprache, von der keltischen Kelto-Manie bis hin zu modernen Forschungsansätzen über die Ursprünge des Bretonischen.

5. Der Weg zu einer einheitlichen bretonischen Schriftsprache: Das Kapitel dokumentiert die Entwicklung verschiedener Orthographien und die Bemühungen, eine standardisierte bretonische Schriftsprache zur Literaturförderung zu etablieren.

6. Politische Situation: Der Fokus liegt auf der historischen und aktuellen jakobinischen Sprachpolitik Frankreichs sowie dem Einfluss nationalistischer Bewegungen auf die öffentliche Wahrnehmung der Sprache.

7. Bretonisch an Schule und Universität: Hier wird der schwierige Status des Bretonischen im Bildungswesen, insbesondere der Kampf der Diwan-Schulen um Anerkennung, thematisiert.

8. Demoskopie und Strukturwandel: Dieses Kapitel beleuchtet, wie gesellschaftliche Umbrüche und der Wandel in der Landwirtschaft zur Dezimierung der Sprecherzahlen beigetragen haben.

9. Schwierigkeiten des französisch/bretonischen Bilinguismus: Es wird untersucht, wie der „bilinguistische Mythos“ und ein internalisierter Selbsthass, die sogenannte „bretonische Schande“, den Sprachgebrauch innerhalb der Familien untergraben.

10. Sprecher: Basierend auf demographischen Daten wird der starke Rückgang der Sprecherzahlen seit den 1960er Jahren analysiert.

11. Domänen des Bretonischen: Die Untersuchung zeigt auf, wie vor allem die Kirche als traditioneller Schutzraum für die Sprache fungierte, während sie im säkularen, republikanischen Kontext kaum Raum fand.

12. Aktuelle politische Situation: Das Kapitel befasst sich mit der anhaltenden Weigerung Frankreichs, die UNESCO-Charta zu ratifizieren, und den Spannungen mit der Académie Française.

13. Conclusion: Das Fazit zieht eine pessimistische Bilanz und konstatiert, dass eine Aussöhnung zwischen zentralistischer Verfassung und dem Erhalt der Regionalsprache in naher Zukunft kaum zu erwarten ist.

Schlüsselwörter

Bretonisch, Regionalsprache, Minderheitenschutz, Frankreich, Sprachpolitik, Jakobinismus, Sprachkonflikt, Diwan-Schulen, Bilinguismus, kulturelle Identität, UNESCO-Charta, Sprachsterben, Assimilation, Académie Française, Sprachtod.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Überleben der bretonischen Sprache in einem politisch zentralisierten Frankreich, das den Erhalt regionaler Minderheitensprachen oft als Bedrohung für seine nationale Einheit betrachtet.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zu den Kernbereichen gehören die Geschichte der bretonischen Sprache, die Auswirkungen der französischen Bildungspolitik, der soziologische Druck auf Sprecher sowie die aktuelle rechtliche Debatte um internationale Abkommen zum Minderheitenschutz.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, aufzuzeigen, wie politisch motivierte Sprachpolitik und historische Vorurteile dazu führen, dass das Bretonische als bedrohte Sprache einen „leisen Tod“ stirbt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin stützt sich auf eine Analyse soziolinguistischer Studien, historischer Entwicklungen sowie zeitgenössischer Dokumente und Quellen zur aktuellen politischen Debatte in Frankreich.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in historische, soziologische und bildungspolitische Aspekte, wobei besonders der Konflikt zwischen der französischen Verfassung und den Bestrebungen zur kulturellen Autonomie der Bretagne beleuchtet wird.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Schlagworte sind Sprachkonflikt, Assimilation, Minderheitenrecht, kulturelle Identität und der institutionelle Widerstand der französischen Zentralregierung.

Warum gelten die Diwan-Schulen als so bedeutend für die Sprache?

Die Diwan-Schulen nutzen eine Immersions-Pädagogik, um Kindern das Bretonische als lebendige Alltagssprache zu vermitteln, was sie zu einem zentralen, aber staatlich bekämpften Akteur des Spracherhalts macht.

Was versteht die Autorin unter der „bretonischen Schande“?

Es bezeichnet das psychologische Phänomen, bei dem Sprecher aufgrund gesellschaftlicher Stigmatisierung und der Abwertung ihrer Sprache als „ungebildet“ oder „bäuerlich“ dazu neigen, die eigene Sprache im privaten oder öffentlichen Raum zu verleugnen.

Final del extracto de 24 páginas  - subir

Detalles

Título
Sprachentod durch die 'Unsterblichen'
Subtítulo
Die Situation der Regionalsprache Bretonisch in einem geeinten Europa
Universidad
Bielefeld University  (Germanistik: Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft )
Curso
Minderheiten- und Regionalsprachen in Europa
Calificación
2,3
Autor
Bettina Korte (Autor)
Año de publicación
2009
Páginas
24
No. de catálogo
V161579
ISBN (Ebook)
9783640750726
ISBN (Libro)
9783640751365
Idioma
Alemán
Etiqueta
Sprachentod Unsterblichen Situation Regionalsprache Bretonisch Europa
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Bettina Korte (Autor), 2009, Sprachentod durch die 'Unsterblichen', Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/161579
Leer eBook
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