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Untersuchung der Machtbeziehungen zwischen Beratern und Klienten anhand zweier Fallstudien

Titel: Untersuchung der Machtbeziehungen zwischen Beratern und Klienten anhand zweier Fallstudien

Seminararbeit , 2010 , 25 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Sarah Dorst (Autor:in)

BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation
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Zusammenfassung Leseprobe Details

„In Organisationen tobt das Leben. Weit von jenen anämischen Gebilden entfernt, die in der althergebrachten Forschung unter dem Namen ’Organisationsstruktur’ ihr schattenhaftes Dasein fristen und von oben bis unten vermessen werden, sind Organisationen in Wirklichkeit Arenen heftiger Kämpfe, heimlicher Mauscheleien und gefährlicher Spiele mit wechselnden Spielern, Strategien, Regeln und Fronten“ (Küpper / Ortmann 1992, S.7).

In Beratungsprozessen tobt auch das Leben. Es gibt jedoch nur wenige, die wissen, was Organisationsberater wirklich tun, wenn sie ein Unternehmen beraten. Der Beratungsprozess, verstanden als Interaktionsprozess zwischen Beratern und Klienten und damit entstehende Dynamiken, werden bis heute als Black Box bezeichnet (vgl. Fitsch 2008, S. 165). Doch was machen Berater, wenn sie beraten? Warum wurden die Berater vom Klienten überhaupt beauftragt? Wie interagieren Klienten und Berater? Und warum kommt es in Beratungsprozessen zu bestimmten Handlungen?

Um Beratung verstehen zu können, ist es wichtig die Handlungen und Interaktionen der Berater und Klienten näher zu betrachten. Leider sind bisherige Beiträge über Beratungsinteraktionen in der Beratungsforschung sehr rar. Es fällt auf, dass bisher hauptsächlich quantitative Studien erscheinen, die sich entweder mit dem Beratungsmarkt und dessen Entwicklung beschäftigen (vgl. z.B. Ernst / Kieser 2002; Kolbeck 2001) oder auch Erklärungen für den großen Wachstum der Beraterbranche liefern (vgl. z.B. Armbrüster / Kieser 2001; Faust 2000). Ein Mangel besteht dagegen auf qualitativer Ebene. Es gibt kaum detaillierte qualitative Studien zum Thema Beratungshandeln. Ausnahmen bilden die Arbeiten von Mingers 1996, Iding 2000, Muhr 2004, Fitsch 2007 und Wieandt-Ledebur 2009. Sowohl Fitsch 2007 als auch Muhr 2004 beziehen sich in ihren Arbeiten auf den organisationstheoretischen Ansatzes von Crozier und Friedberg. Aus diesem Grund wurden beide qualitative Studien für diese Seminararbeit gewählt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. EINFÜHRUNG

2. MACHTBEGRIFF NACH CROZIER UND FRIEDBERG

2.1. Definition und Kennzeichen von Macht

2.2. Macht und Spiele in Organisationen

2.3. Machtquellen

3. MACHTBEZIEHUNGEN ZWISCHEN BERATERN UND KLIENTEN

3.1. Mikropolitische Fallstudie von Umsetzungsschwierigkeiten in Beratungsprozessen von Fitsch

3.1.1. Vorbemerkungen zur Studie

3.1.2. Interessen und Handlungen der Klienten

3.1.3. Interessen und Handlungen der Berater

3.2. Mikropolitische Fallstudie einer Organisationsberatung von Muhr

3.2.1. Vorbemerkungen zur Studie

3.2.2. Interessen und Handlungen der Klienten

3.2.3. Interessen und Handlungen der Berater

4. FAZIT

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Machtbeziehungen zwischen Organisationsberatern und ihren Klienten auf Basis eines qualitativ-mikropolitischen Forschungsansatzes. Im Fokus steht dabei die Dekonstruktion der "Black Box" Beratung, um zu verstehen, wie Akteure ihre Interessen durchsetzen, wie Beratungsprozesse als Tausch- und Verhandlungsbeziehungen funktionieren und warum die Neutralität der Berater kritisch zu hinterfragen ist.

  • Grundlagen des Machtbegriffs nach Crozier und Friedberg
  • Die Organisation als Arena für politische Spiele
  • Analyse von Fallstudien zu Lean Production und Organisationsberatung
  • Interessenkonflikte und Strategien von Klienten und Beratern
  • Wissen als zentrale Machtressource in Beratungsprozessen

Auszug aus dem Buch

3.1. Mikropolitische Fallstudie von Umsetzungsschwierigkeiten in Beratungsprozessen von Fitsch

Fitsch zieht mehrere Forschungsmethoden zur Analyse ihrer mikropolitischen Fallstudie 2007 heran. Mit Hilfe einer dreijährigen Beobachtenden Teilnahme, 85 problemzentrierten Interviews und einer ausführliche Dokumentenanalyse stellt Fitsch Umsetzungsschwierigkeiten in Veränderungsprozessen in den Vordergrund ihrer Beratungsanalyse.

3.1.1. Vorbemerkungen zur Studie

Ende des letzten Jahrzehnts ist der Wettbewerbsdruck für die internationale Automobilindustrie deutlich gestiegen. Im Marktanteil zwischen den Herstellern und den Zulieferern lassen sich Verschiebungen beobachten. Die Automobilindustrie reagiert darauf mit verschiedenen Optimierungsprogrammen. Eine Reaktion ist das Veränderungskonzept Lean Production, das auch in dem von Fitsch untersuchten Produktionswerk eines internationalen Automobilkonzerns eingeführt werden soll. Wichtigstes Ziel von Lean Production ist dabei die Verschlankung des Unternehmens (vgl. Fitsch 2007, S. 75). Im untersuchten Werk werden Fahrzeugaggregate und -komponenten gefertigt und an die Endmontage des Konzerns geliefert. Das Produktionswerk umfasst ca. 19.000 Beschäftigte und ist organisatorisch in Profitcenter strukturiert (vgl. Fitsch 2007, S. 83). Der Einführungsprozess von Lean Production wird 1999 im ganzen Konzern gestartet. Zusätzlich wird im untersuchten Werk Ende 2002 noch ein Unterstützungsprozess initiiert. Die beim Einführungsprozess beteiligten Berater lassen sich in Berater für das Produktionssystem (nachfolgend PS-Berater genannt), fünf Organisationsentwickler und einigen externe Berater unterteilen. Die PS-Berater agieren dabei als Expertenberater und die Organisationsentwickler als Prozessberater (vgl. Fitsch 2007, S. 87).

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINFÜHRUNG: Die Einleitung beleuchtet die Notwendigkeit, Beratungsprozesse als soziale Interaktionsprozesse zu verstehen und begründet die Wahl des mikropolitischen Ansatzes von Crozier und Friedberg.

2. MACHTBEGRIFF NACH CROZIER UND FRIEDBERG: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen, insbesondere das Verständnis von Organisationen als Arenen politischer Spiele und die Definition von Macht als asymmetrischen Austausch.

3. MACHTBEZIEHUNGEN ZWISCHEN BERATERN UND KLIENTEN: Hier werden zwei konkrete Fallstudien analysiert, um die strategischen Interessen und das tatsächliche Handeln von Beratern und Klienten in Beratungsprojekten offenzulegen.

4. FAZIT: Das Fazit schlussfolgert, dass die postulierte Neutralität von Beratern irreführend ist und Beratung selbst als ein komplexes, von Interessen geleitetes Problem betrachtet werden muss.

Schlüsselwörter

Machtbeziehungen, Mikropolitik, Organisationsberatung, Crozier und Friedberg, Lean Production, Beratungshandeln, Wissensressourcen, Verhandlungsbeziehung, Klienteninteressen, Beratungsprozess, Fallstudie, Organisationsentwicklung, Machtquellen, Interessendurchsetzung, Veränderungsprozesse

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Machtgefüge und die verborgenen Interessenkonflikte in der Interaktion zwischen Organisationsberatern und Klienten.

Welche thematischen Schwerpunkte werden gesetzt?

Zentrale Themen sind die theoretische Fundierung durch Crozier und Friedberg, die Analyse von Beratungsprozessen als politische Spiele sowie die Rolle von Wissen und Macht in Veränderungsprojekten.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, die "Black Box" Beratung zu öffnen und aufzuzeigen, dass Berater keine neutralen Akteure sind, sondern aktive Mitspieler mit eigenen Interessen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt einen qualitativen, mikropolitischen Ansatz und stützt sich auf die Rekonstruktion und Analyse existierender qualitativer Fallstudien.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zwei spezifische Fallstudien (Fitsch 2007 und Muhr 2004) detailliert hinsichtlich der Interessen und Handlungsstrategien der beteiligten Akteure untersucht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Machtquellen, Mikropolitik, Organisationsberatung, Interessen, Tausch- und Verhandlungsbeziehungen sowie Beratungshandeln.

Welche Rolle spielt Wissen in den untersuchten Beratungsprozessen?

Wissen wird als zentrale Machtressource identifiziert; während Klienten Bereichswissen besitzen, verfügen Berater über fachspezifisches Expertenwissen, was zu wechselseitigen Abhängigkeiten führt.

Warum instrumentalisieren Klienten die Berater?

Wie die Fallstudien zeigen, nutzen Klienten Berater oft, um unliebsame Entscheidungen – etwa Personalabbau – zu legitimieren und sich selbst aus der direkten Verantwortungszone zu ziehen.

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Details

Titel
Untersuchung der Machtbeziehungen zwischen Beratern und Klienten anhand zweier Fallstudien
Hochschule
Technische Universität Chemnitz
Note
2,0
Autor
Sarah Dorst (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
25
Katalognummer
V161613
ISBN (eBook)
9783640750771
ISBN (Buch)
9783640751433
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Untersuchung Machtbeziehungen Beratern Klienten Fallstudien Crozier Friedberg Fitsch Muhr
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sarah Dorst (Autor:in), 2010, Untersuchung der Machtbeziehungen zwischen Beratern und Klienten anhand zweier Fallstudien, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/161613
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Leseprobe aus  25  Seiten
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