Organisation (griechisch Organisation: organon = Werkzeug) ist immer dann notwendig, wenn Aufgaben zu bewältigen sind, die nicht von einer Person in einem Schritt erledigt werden können. Ihre Bewältigung verlangt folglich nach Organisation und bedingt eine Herausbildung arbeitsteiliger Leistungssysteme. Organisation bedeutet dann ein Zweifaches: Erstens, die Aufgaben geeignet aufzuteilen und zweitens, die Einzelaktivitäten zusammenzuführen, also die Durchführung der Einzelaktivitäten zu koordinieren.
Der Organisationsaufgabe, vor allem in klein- und mittelständischen Unternehmen, wird heute oft nur eine geringe Bedeutung zugeordnet.1 Diese Auffassung veränderte sich allmählich in den letzten Jahren durch Veränderung der Gestaltungsbedingungen.
Die Hypothese, dass für das Management in klein- und mittelständischen Unternehmen andere betriebswirtschaftliche Prinzipien heranzuziehen sind als in Großbetrieben, lässt sich treffend mit dem Satz zusammenfassen: „A small business is not a little big business“.2
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1 Vgl. Die Beschreibung der „Organisationslücke“ in Schauf, M. (2006), S. 224.
2 Vgl. Welsh, J.A.; White, J.F. (1980), S. 18-32.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Klein- und mittelständische Unternehmen (KMU)
2.1. Definition
2.2. Besonderheiten
3. Organisationsformen
3.1. Verbreitete Organisationsformen in KMU
3.2. Moderne Organisationsformen in KMU
4. Unternehmensführung und Organisationsstruktur von KMU
4.1. Unternehmensführung in KMU
4.2. Einflussfaktoren auf die Organisationsstruktur von KMU
4.3. Organisationsveränderung in KMU
4.4. Wechselwirkung Organisationsstrukturen - Unternehmensführung
4.4.1. Entscheidungsverhalten
4.4.2. Unternehmensstrategie
4.4.3. Unternehmensgründung und -nachfolge
4.5. Auswirkungen auf die Unternehmensführung
5. Zusammenfassung und Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Organisationsstrukturen in kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) und analysiert deren spezifische Auswirkungen auf die Unternehmensführung, um aufzuzeigen, wie eine optimale Abstimmung zwischen Struktur und Führung den Unternehmenserfolg sichern kann.
- Bedeutung und Besonderheiten von KMU in der deutschen Volkswirtschaft
- Verbreitete klassische versus moderne Organisationsmodelle
- Einflussfaktoren auf die Ausgestaltung der Organisationsstruktur
- Wechselwirkungen zwischen Organisationsstruktur und unternehmerischem Entscheidungsverhalten
- Strategische Relevanz von Organisationsstrukturen bei Gründung und Nachfolge
Auszug aus dem Buch
3. Organisationsformen
In der einschlägigen Literatur finden sich viele verschiedene organisationstheoretische Ansätze - welche beginnend mit dem Bürokratieansatz von Max Weber bis zum modernen Selbstorganisationsansatz - alle in bestimmten Teilaspekten ihre Aktualität bewahrt und das komplexe Gesamtbild der Organisationstrukturen weiter bereichert haben.
Die betriebswirtschaftliche Organisationslehre unterscheidet zwei Gestaltungsbereiche der Organisation, die gemeinsam eine effektive Ordnung im Unternehmen bilden sollen: Die Gestaltung des Aufbaus einer Unternehmung und die Gestaltung das Ablaufs von Leistungsprozessen. Die Aufbauorganisation beruht auf einer statischen, die Ablauforganisation auf einer dynamischen Betrachtung der Organisationszusammenhänge. Die Aufbauorganisation zeigt den Bestand an Stellen und die zwischen ihnen bestehenden Beziehungen zu einem bestimmten Zeitpunkt z.B. mittels eines Organigramms (statischer Aspekt), sowie die Entscheidungszentralisation und Koordination. Dagegen bemüht sich die Ablauforganisation um die optimale Gestaltung von Arbeitsprozessen im räumlichen und zeitlichen Arbeitsablauf (dynamischer Aspekt) nach Maßgabe des ökonomischen Prinzips. Diese Unterscheidung ist analytisch zu sehen, denn in der Praxis sind die Übergänge zwischen beiden Gebieten fließend.
Ebenso finden sich in der Literatur verschiedene klassische und moderne Strukturmodelle zur Gestaltung der Organisationsstruktur. Zu den klassischen Modellen gehören funktionale, divisionale und Matrixorganisation. Unter den modernen Modellen finden sich u.a. Team-Konzepte, Bildung von Fraktalen und die lernende Organisation.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Notwendigkeit von Organisation zur Aufgabenbewältigung und stellt die Hypothese auf, dass Managementprinzipien in KMU differenziert von Großbetrieben betrachtet werden müssen.
2. Klein- und mittelständische Unternehmen (KMU): Dieses Kapitel definiert KMU anhand quantitativer und qualitativer Kriterien und arbeitet deren spezifische Vorteile wie Flexibilität und Kundennähe heraus.
3. Organisationsformen: Hier werden grundlegende organisationstheoretische Ansätze sowie klassische und moderne Organisationsmodelle erläutert, die als Gestaltungsgrundlage dienen.
4. Unternehmensführung und Organisationsstruktur von KMU: Dieses Kernkapitel untersucht die komplexen Interaktionen zwischen Führungshandeln, strategischer Ausrichtung und den strukturellen Rahmenbedingungen im Mittelstand.
5. Zusammenfassung und Fazit: Das Fazit bilanziert, dass eine moderate, situativ angepasste Organisation für KMU essenziell ist, um Wettbewerbsvorteile zu wahren und die „Organisationslücke“ zu schließen.
Schlüsselwörter
KMU, Unternehmensführung, Organisationsstruktur, Aufbauorganisation, Ablauforganisation, Mittelstand, Flexibilität, Entscheidungsverhalten, Unternehmensstrategie, Innovationskraft, Lernende Organisation, Koordination, Unternehmenskultur, Spezialisierung, Wettbewerbsfähigkeit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Zusammenhang zwischen Organisationsstrukturen und der Führung von klein- und mittelständischen Unternehmen (KMU).
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen die Definition des Mittelstands, der Vergleich verschiedener Organisationsformen, Faktoren der Entscheidungsfindung sowie die strategische Bedeutung der Struktur für Unternehmenswachstum und Nachfolge.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die spezifischen Anforderungen an die Organisation in KMU zu identifizieren und aufzuzeigen, wie diese Strukturen das Verhalten der Führungsebene beeinflussen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse und bezieht empirische Forschungsergebnisse zur Organisationsentwicklung in KMU ein.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Wechselwirkung zwischen Organisationsstrukturen und Unternehmensführung, beleuchtet Entscheidungsverhalten, Strategiebildung sowie Ansätze zur Organisationsveränderung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere KMU, Organisationsstruktur, Unternehmensführung, Flexibilität, Innovationskraft und Lernende Organisation.
Warum gibt es keine "Patentlösung" für KMU-Strukturen?
Da KMU sehr heterogen sind und die jeweilige Situation im Umfeld sowie unternehmensinterne Faktoren (wie Größe und Branche) die Wahl der Struktur maßgeblich beeinflussen, lässt sich kein allgemeingültiges Modell definieren.
Welche Rolle spielt die Führung bei der Organisationsgestaltung?
Die Führungspersonen in KMU tragen durch ihre Informationspolitik, Delegation und die Förderung einer Unternehmenskultur maßgeblich dazu bei, die Struktur aktiv zu formen und an Marktveränderungen anzupassen.
- Citar trabajo
- Bernd Hildebrandt (Autor), 2010, Organisationsstrukturen in Klein- und Mittelständischen Unternehmen und ihre Auswirkung auf die Unternehmensführung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/161645