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Interkulturelle Bewegungserziehung. Sport als Mediator in der Konfliktprävention

Titre: Interkulturelle Bewegungserziehung. Sport als Mediator in der Konfliktprävention

Thèse de Master , 2009 , 146 Pages , Note: 1,7

Autor:in: Isabelle Hofmann (Auteur)

Didactique - Sport, Pédagogie du sport
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Die Frage, inwieweit der Sport im interkulturellen Austausch zwischen verschiedenen Ethnien vermitteln kann, soll in dieser Arbeit näher betrachtet werden. Gibt es Gründe, die eine Legitimation für die nachgesagte verbindende Wirkung von Sport zulässt? Welche Chancen und Grenzen sind durch gezielte Sportprogramme, die auf einen interkulturellen Austausch abzielen, zu erwarten?

‚Sport verbindet‘ und ‚Sport spricht alle Sprachen‘. Berühmte Werbeslogans, die gerade in Hinblick auf interkulturelle Verständigung kontrovers diskutiert werden. Sie werden sowohl in nationalen als auch in internationalen Sportprogrammen aufgegriffen und messen dem Sport eine besondere Bedeutung in Bezug auf multikulturelle Zusammentreffen zu, ganz im Sinne des olympischen Gedankens.

Das ‚Children Sport Village‘ in Nattandiya, bildet mit seinem Sportkonzept zur Konfliktprävention in Sri Lanka den Untersuchungsgegenstand der vorliegenden, qualitativen Studie. ‚Connecting Sportspeople‘ ist der einschlägige Slogan mit dem das ‚Children Sport Village‘ für den Abbau von kulturellen und ethnischen Disparitäten durch Sport wirbt.

Die Motivation zur Anfertigung der Arbeit Interkulturelle Bewegungserziehung - Sport als Mediator in der Konfliktprävention, lässt sich wie folgt begründen. Als Folge der Globalisierung entstehen vermehrt multikulturelle Gesellschaften, in denen es aufgrund von Differenzen in Sprache, Kultur und Religion oftmals zu Verständigungsschwierigkeiten kommt. Daraus resultierende Vorurteile können in gravierenden Fällen zu Ausgrenzungen von Minderheiten bis hin zu politischen Konflikten führen. Global betrachtet existieren viele Konflikte, die innerhalb multikultureller und multiethnischer Gesellschaften ausgetragen werden.

Auch Deutschland als Einwanderungsland bietet ein Beispiel dafür, wie durch fehlgeschlagene Integration, Fremdenfeindlichkeit und Ausgrenzung entstehen kann. Studien wie PISA belegen stets die Benachteiligungen der Minderheiten in unserer Gesellschaft. Der Umgang mit Differenzen und Fremdheit gewinnt somit mehr und mehr an Bedeutung und die Sensibilität für das Andere, im Sinne von anderen kulturellen Vorstellungen, fehlt in vielen Fällen. Als Angehörige einer Mehrheitskultur und angehende Lehrerin empfinde ich es als sinnvoll, der Pluralität unserer Gesellschaft offen gegenüberzustehen und diese begreifen zu wollen. Selbst als ‚Fremde‘ in einem mir völlig fremden Land zu forschen, ist somit eine motivierende Herausforderung.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

Einleitung 1

Teil A: Theoretische Grundlagen

1 Zur Bedeutung Interkultureller (Bewegungs-) Erziehung 4

2 Interkulturelle Bewegungserziehung – Eine Orientierung 6

2.1 Kernbegriffe der Interkulturellen Bewegungs- erziehung 7

2.2 Wirkungszuschreibung des Sports im Diskurs 11

2.3 Mögliche Wege Interkultureller Bewegungs- erziehung in der Praxis 13

Teil B: Qualitative Untersuchung

3 Konzept der Untersuchung 17

3.1 Methodische Vorüberlegungen 17

3.1.1 Das Forschungsfeld 18

3.1.1.1 Ethnische Zusammensetzung Sri Lankas 18

3.1.1.2 Exkurs - Der ethnische Konflikt in Sri Lanka 21

3.1.1.3 Konzeptidee des `Children Sport Village´ 22

3.1.2 Design – Qualitative Feldforschung 28

3.1.2.1 Formen der Bobachtungen 31

3.1.2.2 Das Experteninterview 33

3.1.3 Störfaktoren der qualitativen Feldforschung 35

3.2 Die Grounded Theory - Eine Methode der qualitativen Datenauswertung 36

3.3 Durchführung und Reflexion 43

3.4 Auswertung und Darstellung der Ergebnisse 46

3.4.1 Beobachtungsprotokolle 46

3.4.1.1 Konzeptualisieren und Kategorisieren der Beobachtungsprotokolle 47

3.4.1.2 K 1: Äußere Differenzen außerhalb des Sports 49

3.4.1.3 K 2: Äußere Differenzen beim Sport 51

3.4.1.4 K 3: Sportliche Differenzen 51

3.4.1.5 K 4: Sprachbarriere 52

3.4.1.6 K 5: Organisatorische Rahmenbedingungen 52

3.4.1.7 K 6: Kommunikation und Interaktion 54

3.4.1.8 K 7: Wirkung von Sport 55

3.4.2 Experteninterview 57

3.4.2.1 Konzeptualisieren und Kategorisieren des Interviewtranskripts 57

3.4.2.2 K 8: Differenzen 60

3.4.2.3 K 9: Militärischer Konflikt 61

3.4.2.4 K 10: Sport als Medium/Sport als Mediator 62

3.4.2.5 K 11: Organisatorische Rahmenbedingungen 63

3.4.2.6 K 12: Wirkungszuschreibung/Intention des Sports 65

3.4.2.7 K 13: Individuelle Erfolgsbedingungen 66

3.4.2.8 K 14: Affektive Erfolgsbedingungen 67

3.4.2.9 K 15: Organisatorische Erfolgsbedingungen 68

3.4.2.10 K 16: Relative Wirkung von Sport 69

3.4.3 Die (Relative) Wirkung von Sport als Mediator in der Konfliktprävention 70

3.5 Diskussion 74

4 Fazit 78

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Masterarbeit untersucht die Wirksamkeit von Sport als Mediator in der Konfliktprävention, exemplarisch am Fallbeispiel des „Children Sport Village“ in Nattandiya, Sri Lanka. Ziel ist es, aus qualitativ erhobenen Daten mittels der Grounded Theory Kategorien zu identifizieren, die aufzeigen, ob und inwieweit Sport den Austausch zwischen verschiedenen Ethnien fördern kann.

  • Grundlagen der interkulturellen Bewegungserziehung
  • Qualitative Feldforschung und Datenauswertung nach der Grounded Theory
  • Ethnische und soziale Konfliktstrukturen in Sri Lanka
  • Der Sport als Medium zur Kommunikation und Konfliktminderung
  • Chancen und Grenzen interkultureller Sportprogramme

Auszug aus dem Buch

2.1 Kernbegriffe der Interkulturellen Bewegungserziehung

Die Interkulturelle Bewegungserziehung ist eine besondere Form der Erziehung durch Bewegung, so fern sie ihren Wirkungszuschreibungen gerecht wird. Da es sich um eine interkulturelle Form von Erziehung handelt, zielt sie auf Austausch- und Erziehungsprozesse innerhalb unterschiedlicher kultureller oder ethnischer Gruppierungen ab. Um den Ansprüchen dieser Erziehung gerecht zu werden, steht die Vermittlung interkultureller Kompetenzen im Vordergrund. Was man unter interkulturellen Kompetenzen versteht und unter welchem Kulturbegriff sie zu begreifen sind, soll im Folgenden näher erläutert werden.

Um eine erste Annäherung des Begriffs der Interkulturellen Bewegungserziehung zu erlangen, muss der Kulturbegriff prozessual verstanden werden. Kultur kann nicht als statisches, in sich geschlossenes System gesehen werden. Vielmehr sei sie ein Fluss von Bedeutungen, der fortwährend alte Beziehungen auflöst und wiederum neue Verbindungen eingeht (vgl. BERTELSMANN-STIFTUNG, 2006, S. 6). Kultur ist ein dynamischer Fluss, der unter Aushandlungsprozessen von Werten und Normen sowie verschiedenen Lebensweisen beschrieben werden kann. Dadurch ergibt sich das dynamische Konstrukt der interkulturellen Kompetenz. Auch sie kann nicht als statischer Zustand verstanden werden, der das direkte Resultat einer Lernhandlung ist.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die Thematik der interkulturellen Verständigung durch Sport und Vorstellung des Untersuchungsgegenstands „Children Sport Village“.

Teil A: Theoretische Grundlagen: Erörterung der Konzepte interkultureller Erziehung und spezifischer sportwissenschaftlicher Ansätze, inklusive zentraler Begriffe wie Differenz, Fremdheit und Identität.

Teil B: Qualitative Untersuchung: Detaillierte Beschreibung der methodischen Vorgehensweise (Feldforschung/Grounded Theory), Datenerhebung im Forschungsfeld Sri Lanka sowie die Auswertung und Kategorisierung der Ergebnisse.

Fazit: Synthese der Ergebnisse hinsichtlich der Wirksamkeit von Sport als Mediator und Reflexion über die Übertragbarkeit der gewonnenen Erkenntnisse.

Schlüsselwörter

Interkulturelle Bewegungserziehung, Konfliktprävention, Sri Lanka, Children Sport Village, Grounded Theory, qualitative Feldforschung, Sport als Mediator, ethnische Konflikte, interkulturelle Kompetenz, kulturelle Identität, soziale Integration, Sportpädagogik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, ob und wie Sport dazu beitragen kann, den interkulturellen Austausch zwischen verschiedenen Ethnien in Konfliktregionen zu fördern und ethnische Spannungen zu mildern.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die interkulturelle Bewegungserziehung, qualitative Sozialforschung, das Konzept der Konfliktprävention durch Sport sowie die ethnische Situation in Sri Lanka.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Hauptziel ist die Identifikation von Kernkategorien aus erhobenem Datenmaterial, die Chancen und Grenzen des „Sports als Mediator“ zur Konfliktprävention beleuchten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine qualitative Feldforschung durchgeführt, wobei die Auswertung der Daten (Beobachtungsprotokolle und Experteninterviews) nach der Methode der Grounded Theory erfolgt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen und eine umfangreiche qualitative Untersuchung. Letztere umfasst das Forschungsdesign, die Datenerhebung im „Children Sport Village“ sowie die systematische Auswertung und Kategorisierung der Ergebnisse.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Interkulturelle Bewegungserziehung, Sport als Mediator, ethnische Konflikte und die Grounded Theory als methodischer Rahmen.

Warum wurde das „Children Sport Village“ in Sri Lanka als Untersuchungsgegenstand gewählt?

Aufgrund seiner spezifischen Zielsetzung, Kinder unterschiedlicher ethnischer Herkunft durch Sport zusammenzubringen, eignet sich das Projekt in Nattandiya ideal, um das Potenzial des Sports als präventives Mittel in einem multiethnischen, konfliktgeprägten Kontext zu untersuchen.

Welches Fazit zieht die Verfasserin zur Wirksamkeit des Sports in der Konfliktprävention?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass Sport als Medium zur Verbindung ethnischer Gruppen beitragen kann, solange die Teilnehmer sich im organisierten sportlichen Rahmen befinden und eine positive Einstellung mitbringen; eine langfristige Konfliktlösung jenseits des Sports ist jedoch nicht direkt durch das Projekt allein zu erreichen.

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Résumé des informations

Titre
Interkulturelle Bewegungserziehung. Sport als Mediator in der Konfliktprävention
Université
University of Hildesheim  (Institut für Sportwissenschaften und Sportpädagogik)
Note
1,7
Auteur
Isabelle Hofmann (Auteur)
Année de publication
2009
Pages
146
N° de catalogue
V161749
ISBN (ebook)
9783668205352
ISBN (Livre)
9783668205369
Langue
allemand
mots-clé
Children's Sport Village Sri Lanka Ethnien Tamilen Singhalesen Muslime Konfliktprävention Sport Völkerverständigung Atteslander Auernheimer Erdmann Gieß-Stüber Kelle Grounded Theory Sozialforschung ethnischer Konflikt Glaser & Strauß
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Isabelle Hofmann (Auteur), 2009, Interkulturelle Bewegungserziehung. Sport als Mediator in der Konfliktprävention, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/161749
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Extrait de  146  pages
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