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Die Gestalt Svidrigajlovs in Dostojewskis Roman "Schuld und Sühne"

Title: Die Gestalt Svidrigajlovs in Dostojewskis Roman "Schuld und Sühne"

Term Paper (Advanced seminar) , 2010 , 25 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Levana Oesting (Author)

Literature - Slavic Literature
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Summary Excerpt Details

Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit der Figur des Arkadi Iwanowitsch Svidrigajlov aus Fjodor M. Dostojewskis Roman „Schuld und Sühne“.
Wie vielschichtig die Rolle und Funktion ist, die Dostojewski Svidrigajlov zuschreibt, wie wichtig er für die Handlung und Aussage von „Schuld und Sühne“ ist, und mit welchen Mitteln Dostojewski dies verdeutlicht, werde ich in der folgenden Hausarbeit erörtern. Denn Svidrigajlov ist nicht nur der Bösewicht des Romans, viel mehr ist er von entscheidender Bedeutung für die Entwicklung von Rodion Romanowitsch Raskolnikoff.
Zunächst werde ich auf die Äußerlichkeiten und die Biografie des Svidrigajlovs eingehen und dann im nächsten Schritt die besondere Konstellation von Svidrigajlov und Raskolnikoff erörtern, die für das richtige Verständnis der verschiedenen Aspekte des Romans von zentraler Bedeutung ist. Des Weiteren werde ich die aussagekräftigsten Eigenschaften Svidrigajlovs und Motive, die mit ihm in Verbindung stehen näher erläutern. Zum Schluss dieser Arbeit werde ich noch einen kurzen Einblick in die Methoden geben, die Dostojewski am Beispiel der Figur Svidrigajlov anwendet.
Über den Hintergrund des Namens Svidrigajlov gibt es verschiedene Meinungen. So liege laut Dietrich Wörn Dostojewskis Motivation in dem deutschen Wort geil. Zumal Svidrigajlov kein typisch russisch klingender Name sei, und somit, im negativen Sinne, das westlich-fremdländische widerspiegele. Rudolf Neuhäuser hingegen verweist auf Peace, den der Name an Dvigajlov erinnere, einen litauischen Fürsten des 15. Jahrhunderts, der gegen die Orthodoxie in Russland zu Felde zog. Er sei wie Svidrigajlov der Heide und Barbar par exellence. So lässt sich schon aus dem Namen schließen, dass Svidrigajlov als Repräsentant der falschen Werte und Normen von Dostojewski eingesetzt wird.
Svidrigajlov ist eine abwechslungsreiche und interessante Figur, die sich allerdings selbst vor Langeweile nicht zu helfen weiß. Er wird zum Falschspieler, Wolllüstling, Kinderschänder, zumindest verdächtigerweise zum Mörder und schlussendlich zum Selbstmörder.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. BIOGRAFIE UND AUSSEHEN SVIDRIGAJLOVS

2.1 DIE BIOGRAFIE SVIDRIGAJLOVS

2.2 SVIDRIGAJLOVS ÄUßERES ERSCHEINUNGSBILD

3. SVIDRIGAJLOVS BEDEUTUNG FÜR RASKOLNIKOFF

3.1 TRICHOTOMIE

3.2 DAS AUSSEHEN VON SVIDRIGAJLOV UND RASKOLNIKOFF

3.3 SVIDRIGAJLOV UND RASKOLNIKOFFS THEORIE

4. DIE SEXUALITÄT DES SVIDRIGAJLOV

5. SVIDRIGAJLOVS LANGEWEILE

6. DIE DUALITÄT DES SVIDRIGAJLOVS

7. DIE TRÄUME

8. SVIDRIGAJLOV UND DER TOD

9. BESONDERE SYMBOLE IM ZUSAMMENHANG MIT SVIDRIGAJLOV

9.1 WASSER

9.2 DIE SPINNE UND DIE FLIEGE

10. ANGEWANDTE METHODEN DOSTOJEWSKIS

10.1 DIE REFLEXION DES FREMDEN WORTES

10.2 DAS UNWAHRSCHEINLICHE

10.3 ANTINOMIE

10.4 GEZIELTE DESINFORMATION DES LESERS AM BEISPIEL DER BIOGRAFIELOSIGKEIT

11. FAZIT

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit analysiert die Figur des Arkadi Iwanowitsch Svidrigajlov in Fjodor M. Dostojewskis Roman „Schuld und Sühne“. Ziel ist es, seine komplexe Rolle und Funktion für die Entwicklung von Rodion Raskolnikoff sowie die angewandten literarischen Methoden des Autors zu untersuchen, um Svidrigajlovs Bedeutung als Repräsentant moralischer Amoralität und psychologisches Gegenstück zum Protagonisten zu verdeutlichen.

  • Die Biografie und das äußere Erscheinungsbild von Svidrigajlov.
  • Die Konstellation von Svidrigajlov und Raskolnikoff im Rahmen der christlichen Trichotomie.
  • Die Bedeutung von Svidrigajlovs Sexualität, Langeweile und seiner Todessehnsucht.
  • Die Analyse zentraler Symbole wie Wasser, Spinnen und Fliegen.
  • Dostojewskis Erzähltechniken wie die Reflexion des fremden Wortes und Antinomien.

Auszug aus dem Buch

3.1 Trichotomie

Birgit Harreß erklärt die Beziehung von Svidrigajlov zu Raskolnikoff und die Funktion Svidrigajlovs im Roman hauptsächlich über die christliche Trichotomie. So steht Raskolnikoff für die seelische und Svidrigajlov für die leibliche Komponente. Ersterer führt einen Kampf mit sich und der Welt (und damit auch Gott) während der andere sich ganz der Befriedigung seiner sinnlichen Bedürfnisse verschreibt. Somit sind beide ich-zentriert, was es ihnen unmöglich macht, in der Welt zu bestehen. Besonders deutlich werden diese Fehlausrichtungen, dieser Egoismus, durch die dritte Person der Konstellation, Sonja. Denn Sonja trägt, obgleich sie Prostituierte ist, den Geist Gottes in sich. Sie hadert weder mit sich noch der Welt oder gibt sich körperlichen Trieben hin. Ihre Prostitution ist lediglich ein Opfer, das Sonja bringt, um ihrer Familie zu helfen. Ihre Seele bleibt auf Grund ihres tiefen Glaubens davon unberührt. Sonja ist die Verkörperung des Guten und der Liebe. Svidrigajlovs Seele und somit seine Moral und sein Gewissen sind hingegen so vergiftet, dass für ihn ‚das Gute’ gar nicht (mehr) existiert. Folglich kann er Gutes nicht mehr erkennen und nicht von Bösem unterscheiden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Einführung in die Thematik der Figur Svidrigajlov in Dostojewskis „Schuld und Sühne“ und die Darlegung der Zielsetzung der Arbeit.

2. BIOGRAFIE UND AUSSEHEN SVIDRIGAJLOVS: Detaillierte Betrachtung der Lebensgeschichte sowie der äußeren Erscheinung und deren Bedeutung für die Charakterisierung der Figur.

3. SVIDRIGAJLOVS BEDEUTUNG FÜR RASKOLNIKOFF: Analyse der komplexen Verbindung beider Figuren, ihrer theoretischen Bezüge und ihrer Rolle im Spannungsfeld zwischen Gut und Böse.

4. DIE SEXUALITÄT DES SVIDRIGAJLOV: Untersuchung der triebhaften Natur Svidrigajlovs und deren Verbindung zu seiner absoluten Egozentrik und Aussichtslosigkeit.

5. SVIDRIGAJLOVS LANGEWEILE: Erörterung der Langeweile als zentrales Motiv, das für Svidrigajlov den Transzendenzverlust und eine tiefe Todesangst symbolisiert.

6. DIE DUALITÄT DES SVIDRIGAJLOVS: Beleuchtung der inneren Zerrissenheit der Figur, die einerseits das Böse verkörpert, aber andererseits ein Verständnis für das Gute besitzt.

7. DIE TRÄUME: Deutung der Traumszenen als Offenlegung des Unterbewusstseins, in denen die Fassade der Gleichgültigkeit Svidrigajlovs zusammenbricht.

8. SVIDRIGAJLOV UND DER TOD: Untersuchung der engen Verknüpfung von Svidrigajlov mit dem Motiv des Todes und die Entscheidung zum Suizid als logische Konsequenz seines Daseins.

9. BESONDERE SYMBOLE IM ZUSAMMENHANG MIT SVIDRIGAJLOV: Analyse symbolischer Elemente wie Wasser, Spinnen und Fliegen, die Svidrigajlovs inneren Zustand und seine Schuld verdeutlichen.

10. ANGEWANDTE METHODEN DOSTOJEWSKIS: Darlegung der erzähltechnischen Mittel Dostojewskis, wie der Reflexion des fremden Wortes, der Antinomie und der gezielten Desinformation des Lesers.

11. FAZIT: Zusammenfassende Bewertung der Rolle Svidrigajlovs für das Verständnis von Raskolnikoffs Entwicklung und der moralischen Aussage des Romans.

Schlüsselwörter

Svidrigajlov, Raskolnikoff, Schuld und Sühne, Dostojewski, Trichotomie, Amoralität, Egoismus, Literaturanalyse, Narzissmus, Symbolik, Religion, Menschenbild, Suizid, psychologische Erzählweise, Romanstruktur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Funktion und die psychologische Bedeutung der Figur Arkadi Iwanowitsch Svidrigajlov im Roman „Schuld und Sühne“ von Fjodor M. Dostojewski.

Welche sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zu den zentralen Themen gehören die Charakterisierung Svidrigajlovs, seine Beziehung zu Raskolnikoff, die christliche Trichotomie, die Bedeutung von Sexualität, Langeweile und Tod sowie die Analyse literarischer Symbole.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das primäre Ziel ist es aufzuzeigen, wie Dostojewski Svidrigajlov als psychologisches Gegenstück zu Raskolnikoff einsetzt, um die Entwicklung des Protagonisten und das zugrunde liegende Menschenbild zu veranschaulichen.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin oder der Autor?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die primär auf der Deutung des Romantextes sowie der Einbeziehung relevanter Sekundärliteratur zu Dostojewskis Werk und Symbolik basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit Svidrigajlovs Biografie, seinem Einfluss auf Raskolnikoff, der symbolischen Deutung seiner Träume und seines Todes sowie mit Dostojewskis erzähltechnischen Methoden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Svidrigajlov, Amoralität, Trichotomie, Egoismus, psychologische Charakterstudie und literarische Symbolik charakterisiert.

Welche Rolle spielt Sonja in der Konstellation von Raskolnikoff und Svidrigajlov?

Sonja fungiert als dritte Person in der Konstellation und verkörpert den „neuen Menschen“, das Gute und die Nächstenliebe, was einen scharfen Kontrast zur Amoralität Svidrigajlovs darstellt.

Wie deutet die Arbeit Svidrigajlovs Angst vor dem Wasser?

Die Angst vor Wasser wird als unweigerlich mit seiner Todesangst und der Schuld verknüpft interpretiert; Wasser dient hierbei als Symbol des Unbewussten, das seine Fassade der zynischen Gelassenheit durchbricht.

Warum bezeichnet der Autor Svidrigajlov als „Maske“?

Die „Maske“ steht für Svidrigajlovs Selbstschutz vor seiner eigenen Schuld und moralischen Leere; sie symbolisiert die Abwesenheit von echtem Leben und dient als Distanzierung von seiner inneren Realität.

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Details

Title
Die Gestalt Svidrigajlovs in Dostojewskis Roman "Schuld und Sühne"
College
Otto-von-Guericke-University Magdeburg
Course
Dostojewskijs Roman: Verbrechen und Strafe
Grade
1,7
Author
Levana Oesting (Author)
Publication Year
2010
Pages
25
Catalog Number
V161783
ISBN (eBook)
9783640752157
ISBN (Book)
9783640752591
Language
German
Tags
Gestalt Svidrigajlovs Dostojewskis Roman Schuld Sühne
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Levana Oesting (Author), 2010, Die Gestalt Svidrigajlovs in Dostojewskis Roman "Schuld und Sühne", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/161783
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