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Zschokke, ein sanfter Rebell. Monographie & Bibliographie zu Matthias Zschokke (1981-2010)

Titre: Zschokke,  ein sanfter Rebell. Monographie & Bibliographie zu Matthias Zschokke (1981-2010)

Etude Scientifique , 2010 , 118 Pages

Autor:in: Niels Höpfner (Auteur)

Philologie Allemande - Littérature Allemande Moderne
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Dies ist das erste Buch über den Schweizer Dichter & Filmemacher MATTHIAS ZSCHOKKE. Das Libell will eine Hinführung, Einführung & Verführung zu Zschokke sein. Nicht mehr - nicht weniger. Die umfangreiche Bibliographie weist Materialien für weitere Studien über Zschokke nach, mag eine Basis für den akademischen Diskurs bilden. Eine biographische Zeittafel rundet das Libell ab.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

Max 9

Prinz Hans 13

Elefanten können nicht in die Luft springen, weil sie zu dick sind -oder wollen sie nicht- 14

ErSieEs 16

Edvige Scimitt 20

Brut 21

Der Wilde Mann 24

Die Alphabeten 25

Piraten 28

Der reiche Freund 34

Der dicke Dichter 36

Erhöhte Waldbrandgefahr 38

Die Exzentrischen 41

Das lose Glück 43

Die Einladung 46

Die singende Kommissarin 49

Ein neuer Nachbar 52

Raghadan 56

Maurice mit Huhn 58

Auf Reisen 61

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Publikation widmet sich dem Werk des Autors Matthias Zschokke und untersucht dessen literarische sowie dramaturgische Entwicklung zwischen 1981 und 2010. Dabei steht die Frage im Zentrum, wie Zschokke durch seine experimentelle und fragmentarische Schreibweise die Grenzen traditioneller Gattungen wie des Romans oder des Theaters Stück für Stück dekonstruiert.

  • Analyse der literarischen Entwicklung Matthias Zschokkes über drei Jahrzehnte.
  • Untersuchung der spezifischen Erzählstruktur und der "Verweigerung als Stil".
  • Auseinandersetzung mit den wiederkehrenden Themen von Sehnsucht, Scheitern und der "bleiernen Schwerkraft der Verhältnisse".
  • Betrachtung der filmischen Arbeiten und deren theatralische Verflechtungen.
  • Zusammenstellung einer umfassenden Bibliographie des Gesamtwerks.

Auszug aus dem Buch

Max

Lesern mit konventionellen Lektüre-Gewohnheiten dürfte Max wie ein epischer Trümmerhaufen vorkommen. In Wirklichkeit jedoch handelt es sich bei dem Buch um eine höchst kunstvolle Zertrümmerung des literarischen Phänotyps "Roman". Adorno hat, Hegel vom Kopf auf die Füße stellend, in Zusammenhang mit Literatur einmal geschrieben: "Das Ganze ist das Unwahre."

Ein changierendes Vexierbild: um sich an ihre vielfältige Eigentlichkeit vorsichtig heranzutasten, hat der Autor seine Figur Max episch atomisiert, dem Leser wird es überlassen, sie sich selbst wieder zu synthetisieren. Vor aller Augen knetet Zschokke aus dem Werkstoff Sprache sich einen Max zurecht, lesend nimmt man teil am Aufbau dieser Person, an dem Prozeß ihrer Kreation, und nie ist oder wird Max eine fix und fertige Romanfigur, der Autor hat sich als Ziel gesetzt, allenfalls eine größtmögliche Annäherung an sie zu erreichen, weil er davon überzeugt ist, daß Menschen nicht bis zum letzten Grund auslotbar sind (und bestimmt nicht zwischen zwei Buchdeckeln). Das Problem der "Identität". Max oder: ein Enkel von Gantenbein.

Zusammenfassung der Kapitel

Max: Der Erstlingsroman wird als bewusste Dekonstruktion der klassischen Romanform analysiert, bei der die Figur Max episch atomisiert wird.

Prinz Hans: Eine Untersuchung des zweiten Buches, das die Titelfigur als melancholischen Flaneur und Zwillingsgeist zu Max einführt.

Elefanten können nicht in die Luft springen, weil sie zu dick sind -oder wollen sie nicht-: Eine Besprechung des Theaterstücks, das in einer Berliner Fabrikhalle spielt und existenzielle Überlebensfragen verhandelt.

ErSieEs: Analyse des Romans, in dem die Hauptfigur zwischen den Geschlechtern oszilliert und die Grenze zwischen Konstruktion und Realität verwischt.

Edvige Scimitt: Betrachtung des Spielfilm-Debüts, das Zschokke als souveränes Spiel zwischen Dokument und Fiktion inszeniert.

Brut: Zusammenfassung des zweiten Theaterstücks, das eine Piratengeschichte als Diskurs über Tatenlosigkeit und Sehnsucht nutzt.

Der Wilde Mann: Interpretation des Films, der als "helvetischer Grusel- und Liebesfilm" und als eine Torte ohne Boden charakterisiert wird.

Die Alphabeten: Diskussion des Theaterstücks, das den Literaturbetrieb als Metapher für das menschliche Leben und die Unfähigkeit, dessen Hieroglyphen zu entziffern, verwendet.

Piraten: Einordnung des Romans im Kontext der Zschokkeschen Figuren, die aus anderen Zusammenhängen in diesen Text zurückkehren.

Der reiche Freund: Kritik der Komödie, die trotz ihres "zerfaserten" Aufbaus durch ihre sprachliche Brillanz überzeugt.

Der dicke Dichter: Untersuchung des depressiven Sturzflugs und der moribunden Stimmung dieses Romans zur Jahrtausendwende.

Erhöhte Waldbrandgefahr: Analyse des Spielfilms, der durch seine asynchrone Liebesgeschichte und die Produktionsbedingungen des "unmöglichen" Filmens besticht.

Die Exzentrischen: Besprechung des No-Action-Plays, das in einem Bahnhofsrestaurant spielt und das existentielle Ringen der Figuren Rhetorik-basiert darstellt.

Das lose Glück: Würdigung des Romans als "fragiles, schwebendes Kunststück" über die menschliche Sehnsucht nach Gelöstsein.

Die Einladung: Analyse des moralisch-verzweifelten Theaterstücks über den "Tanz ums Goldene Kalb" in einem bürgerlichen Setting.

Die singende Kommissarin: Betrachtung des Stücks, das den "mikroskopischen Blick aufs Mikrokosmische" in einer Berliner Polizeistation fokussiert.

Ein neuer Nachbar: Überblick über die Prosastücke des Bandes und die Poetik des "Alltäglichen".

Raghadan: Einblicke in die Arbeit am Stück und die Bedeutung der musikalischen Exaltiertheit für das Schaffen des Autors.

Maurice mit Huhn: Analyse des letzten Romans, der die Gegenwart ohne "Ächzen" zu bewältigen versucht und Zschokkes bisher größter Verkaufserfolg ist.

Auf Reisen: Würdigung der Reiseerzählung, die den Blick für das Unscheinbare und die Poetik des Alltäglichen schärft.

Schlüsselwörter

Matthias Zschokke, Schweizer Literatur, Postmoderne, Dekonstruktion, Theater, Roman, Berlin, Existenzialismus, Fragmentierung, Ironie, Flaneur, Schreibprozess, Alltag, Literaturkritik, Sehnsucht.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit bietet einen systematischen Überblick über das literarische und filmische Gesamtwerk von Matthias Zschokke von 1981 bis 2010.

Was sind die zentralen Themenfelder der Werke?

Zentrale Themen sind die Zerbrechlichkeit menschlicher Identität, die Sinnlosigkeit des Daseins, die kritische Distanz zum Literaturbetrieb und die Poetik des Alltäglichen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, Zschokkes "chaotisch-anarchische" Schreibmethode und die formale Dekonstruktion seiner Texte für den Leser nachvollziehbar zu machen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in diesem Buch angewandt?

Der Autor wählt eine deskriptiv-analytische Methode, die Werkanalysen mit Aussagen des Autors selbst sowie zeitgenössischen Kritiken verwebt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich kapitelweise in eine Analyse der verschiedenen Romane, Theaterstücke und Filme, jeweils begleitet durch Zitate und kritische Einordnungen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Begriffe wie "Fragmentarische Kunst", "Ironie", "Melancholie" und "Dekonstruktion" sind essenziell, um Zschokkes einzigartigen Ton zu verstehen.

Warum erscheint der Roman "Max" wie ein "epischer Trümmerhaufen"?

Weil der Autor bewusst eine "Zertrümmerung des literarischen Phänotyps Roman" vornimmt und dem Leser die Aufgabe der Synthese überlässt.

Inwiefern ist das Theaterstück "Die Alphabeten" eine Metapher für den Literaturbetrieb?

Es thematisiert die Diskrepanz zwischen der hohen Sprachkultur bei Preisverleihungen und der Unfähigkeit der Beteiligten, die eigentlichen "Hieroglyphen des Lebens" zu entziffern.

Warum ist Zschokke laut eigener Aussage kein "Realist"?

Zschokke bezeichnet sich selbst als Dichter und Fabulierer, der nicht das psychologische Abbild der Welt sucht, sondern einen poetischen Freiraum jenseits der "Gebrauchsliteratur".

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Résumé des informations

Titre
Zschokke, ein sanfter Rebell. Monographie & Bibliographie zu Matthias Zschokke (1981-2010)
Auteur
Niels Höpfner (Auteur)
Année de publication
2010
Pages
118
N° de catalogue
V161802
ISBN (ebook)
9783640816644
ISBN (Livre)
9783640820399
Langue
allemand
mots-clé
Zschokke
Sécurité des produits
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Citation du texte
Niels Höpfner (Auteur), 2010, Zschokke, ein sanfter Rebell. Monographie & Bibliographie zu Matthias Zschokke (1981-2010), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/161802
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Extrait de  118  pages
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