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Gestaltungsoptionen Thüringer Europapolitik

unter besonderer Berücksichtigung des Ausschusses der Regionen

Título: Gestaltungsoptionen Thüringer Europapolitik

Tesis de Maestría , 2010 , 116 Páginas , Calificación: 2,3

Autor:in: Anonym (Autor)

Politíca - Otros temas
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Die Arbeit untersucht die Rolle Thüringens im europäischen Mehrebenensystem und zeigt, wie sich der Freistaat seit den 1990er-Jahren institutionell und strategisch in die EU-Strukturen eingebunden hat. Im Fokus stehen die direkten Mitwirkungsmöglichkeiten auf europäischer Ebene, insbesondere über das Thüringen-Büro Brüssel und den Ausschuss der Regionen (AdR). Zentrale Fragen sind, welche Gestaltungsoptionen Thüringen in der Europapolitik besitzt und wie es Einfluss auf Entscheidungen im AdR nehmen kann. Ziel ist es, Strukturen, Akteure und die Wirksamkeit der Thüringer Europapolitik zu analysieren und eine Forschungslücke für kleinere Bundesländer zu schließen.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

  • 1. Einleitung
  • 2. Theoretische und methodische Grundlagen
    • 2.1 Die Europäische Union als dynamisches Mehr-Ebenen-System
    • 2.2 Die Vertretung subnationaler Einheiten auf europäischer Ebene im Wandel
    • 2.3 Lobbying regionaler Gebietskörperschaften
    • 2.4 Die Ableitung der zentralen Fragestellungen
    • 2.5 Das methodische Vorgehen
      • 2.5.1 Die qualitative Erhebung der Daten
      • 2.5.2 Die Analyse der Daten durch qualitative Inhaltsanalyse
    • 2.6 Zwischenfazit
  • 3. Institutionelle Verankerung und Ziele der Thüringer Europapolitik
    • 3.1 Die Erfurter Staatskanzlei als Schaltstelle der Europapolitik
    • 3.2 Europapolitische Interessen der Thüringer Landesregierung
    • 3.3 Zwischenfazit
  • 4. Gestaltungsoptionen Thüringer Europapolitik
    • 4.1 Die Entwicklung der Mitwirkungsmöglichkeiten für die Bundesländer
    • 4.2 Mitwirkungsoptionen bezüglich europäischer Rechtsetzungsvorhaben
    • 4.3 Die Beteiligung Thüringens an der Europapolitik über den Bundesrat
    • 4.4 Die Europaministerkonferenz als wichtiger Impulsgeber
    • 4.5 Der Länderbeobachter sowie regionale Beteiligung im Rat
    • 4.6 Zwischenfazit
  • 5. Die direkte Vermittlung Thüringer Interessen durch das Thüringen-Büro
    • 5.1 Rechtliche Rahmenbedingungen sowie Einrichtung
    • 5.2 Der organisatorische Aufbau
    • 5.3 Funktionen und Aufgaben
    • 5.4 Die Lobbyarbeit als Hauptaufgabe
    • 5.5 Zwischenfazit
  • 6. Der Ausschuss der Regionen
    • 6.1 Rechtliche Grundlagen sowie Aufgaben und Ziele des Ausschusses
    • 6.2 Die Etablierung des AdR als eine Idee deutscher Länder
    • 6.3 Die Stellung im institutionellen Gefüge der europäischen Institutionen
    • 6.4 Der AdR in der aktuellen Mandatsperiode 2010 – 2015
    • 6.5 Zwischenfazit
  • 7. Die Mitwirkung Thüringens im AdR und Thüringer Lobbyarbeit in der Praxis
    • 7.1 Grünbuch „Hin zu einer neuen Kultur der Mobilität in der Stadt“
    • 7.2 Richtlinienvorschlag „Die Förderung sauberer Straßenfahrzeuge“
  • 8. Fazit und Ausblick
  • Literatur- und Quellenverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Diese Magisterarbeit untersucht die Gestaltungsoptionen und die Rolle des Freistaates Thüringen innerhalb des komplexen europäischen Mehr-Ebenen-Systems. Das Hauptziel ist es, zu analysieren, welche Mitwirkungsmöglichkeiten Thüringen in der Europapolitik zur Verfügung stehen und wie effektiv der Freistaat Einfluss auf europäische Entscheidungen nehmen kann, insbesondere unter Berücksichtigung des Ausschusses der Regionen.

  • Die Europäische Union als dynamisches Mehr-Ebenen-System und die Vertretung subnationaler Einheiten.
  • Lobbyarbeit regionaler Gebietskörperschaften in Brüssel.
  • Die institutionelle Verankerung und die europapolitischen Interessen der Thüringer Landesregierung.
  • Direkte und indirekte Mitwirkungsoptionen Thüringens in der europäischen Rechtsetzung.
  • Die Funktionen und die Lobbyarbeit des Thüringen-Büros in Brüssel.
  • Die Rolle und Einflussmöglichkeiten Thüringens im Ausschuss der Regionen anhand von Fallbeispielen.

Auszug aus dem Buch

2.1 Die Europäische Union als dynamisches Mehr-Ebenen-System

Das politische System der Europäischen Union unterscheidet sich von denen der Nationalstaaten, weil eine Vielzahl von Akteuren am Entscheidungsprozess beteiligt ist. Diese komplexe Struktur wird in der Politikwissenschaft als Mehr-Ebenen-System charakterisiert.3 Andreas Grimmel und Cord Jakobeit führen aus, dass in früheren Analysen der Politikwissenschaft entweder der (Europäischen) Gemeinschaft oder dem Nationalstaat die zentrale Rolle bei der Gestaltung europäischer Politik zugedacht wurde. Das politische System der Europäischen Gemeinschaft / Union wurde entlang der Frage ‚Staatenbund oder Bundesstaat?‘ versucht zu definieren.

Im weiteren Verlauf der europäischen Integration musste jedoch der Vielschichtigkeit europäischer Politik Rechnung getragen werden, so Andreas Grimmel und Cord Jakobeit weiter. Europäische Politik wird mittlerweile durch eine Vielzahl unterschiedlicher Akteure beziehungsweise Interessenverbände mitgestaltet, weshalb es nicht mehr ausreicht, die Beziehungen zwischen den Mitgliedstaaten und der Europäischen Union zu untersuchen. Vielmehr muss stattdessen das politische System der Europäischen Union als eine komplexe Wechselbeziehung und Verknüpfung der supranationalen, nationalen sowie subnationalen Ebene betrachtet werden, wobei die Ebenen im Sinne ineinandergreifender Handlungssysteme als „territoriale organisierte politische Ebenen“4 verstanden werden. In der Mehr-Ebenen-Analyse gilt „das Interesse dabei politischen Strukturen und Prozessen, die die Ebenen miteinander verbinden“5. Mehr-Ebenen-Ansätze untersuchen den Wandel von Staatlichkeit und können somit das komplexe Gebilde Europäische Union mit seinen verschiedenen Ebenen erklären.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Beschreibt die zunehmende Bedeutung der Europapolitik für Thüringen und führt die Forschungsfrage ein, wie sich Thüringen im europäischen Mehr-Ebenen-System positioniert und Einfluss nimmt.

2. Theoretische und methodische Grundlagen: Erläutert die EU als dynamisches Mehr-Ebenen-System, die Vertretung subnationaler Einheiten und Lobbying, sowie die gewählte qualitative Forschungsmethodik (Interviews, teilnehmende Beobachtung, qualitative Inhaltsanalyse).

3. Institutionelle Verankerung und Ziele der Thüringer Europapolitik: Stellt die Thüringer Staatskanzlei als zentrale Schaltstelle der Europapolitik vor und definiert deren Leitlinien, Ziele und Aufgaben, einschließlich der wirtschaftlichen, politisch-institutionellen und identitätsstiftenden Interessen.

4. Gestaltungsoptionen Thüringer Europapolitik: Analysiert die Möglichkeiten Thüringens, sich über indirekte Wege (Bundesrat, Europaministerkonferenz, Länderbeobachter) und direkte Wege (Thüringen-Büro, Ausschuss der Regionen) in die europäische Politik einzubringen.

5. Die direkte Vermittlung Thüringer Interessen durch das Thüringen-Büro: Charakterisiert das Thüringen-Büro in Brüssel als direkte und informelle Gestaltungsoption, wobei der Fokus auf dessen Lobbyarbeit, Informationsbeschaffung und Netzwerkbildung liegt.

6. Der Ausschuss der Regionen: Beschreibt den AdR als eine direkte und formelle Gestaltungsoption, seine rechtlichen Grundlagen, institutionelle Stellung und Arbeitsweise sowie die besondere Rolle der deutschen Bundesländer bei seiner Etablierung.

7. Die Mitwirkung Thüringens im AdR und Thüringer Lobbyarbeit in der Praxis: Untersucht anhand von zwei konkreten Beispielen (Grünbuch und Richtlinienvorschlag) die praktischen Lobbying-Strategien Thüringens und die Herausforderungen bei der Einflussnahme im AdR und Europäischen Parlament.

8. Fazit und Ausblick: Fasst die wesentlichen Erkenntnisse über Thüringens Gestaltungsoptionen zusammen, bewertet die Effektivität der verschiedenen Mitwirkungswege und gibt einen Ausblick auf zukünftige Herausforderungen und Potenziale.

Schlüsselwörter

Europapolitik, Thüringen, Ausschuss der Regionen (AdR), Mehr-Ebenen-System, Lobbying, Bundesländer, Interessenvertretung, Bundesrat, Europäische Kommission, Europäisches Parlament, Thüringen-Büro Brüssel, Subsidiaritätsprinzip, qualitative Sozialforschung, regionale Entwicklung, Kohäsionspolitik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

In dieser Magisterarbeit werden die Gestaltungsoptionen und Einflussmöglichkeiten des Freistaates Thüringen im Kontext der europäischen Politik untersucht, insbesondere unter Berücksichtigung des Ausschusses der Regionen und des Thüringen-Büros in Brüssel.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themenfelder umfassen die Europäische Union als dynamisches Mehr-Ebenen-System, die Interessenvertretung subnationaler Einheiten, Lobbying auf europäischer Ebene sowie die institutionelle Verankerung und praktischen Gestaltungsoptionen der Thüringer Europapolitik.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, die Rolle Thüringens innerhalb des europäischen Mehr-Ebenen-Systems zu untersuchen. Die zentralen Forschungsfragen sind: 1. Welche Gestaltungsoptionen hat der Freistaat Thüringen bezüglich europäischer Politik? 2. Inwieweit kann der Freistaat Thüringen Einfluss auf Entscheidungen im Ausschuss der Regionen nehmen?

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die qualitative Sozialforschung, insbesondere qualitative Interviews mit relevanten Akteuren aus Politik und Verwaltung sowie teilnehmende Beobachtung durch Praktika. Die Datenauswertung erfolgt mittels qualitativer Inhaltsanalyse nach Philipp Mayring.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die theoretischen und methodischen Grundlagen der Untersuchung, die institutionelle Verankerung der Thüringer Europapolitik, verschiedene Gestaltungsoptionen (indirekt über den Bundesrat, direkt über das Thüringen-Büro und den Ausschuss der Regionen) sowie konkrete Fallbeispiele zur Mitwirkung Thüringens im Ausschuss der Regionen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Europapolitik, Thüringen, Ausschuss der Regionen (AdR), Mehr-Ebenen-System, Lobbying, Bundesländer, Interessenvertretung, Europäische Kommission, Thüringen-Büro Brüssel, Subsidiaritätsprinzip, qualitative Sozialforschung, regionale Entwicklung, Kohäsionspolitik.

Welche Rolle spielt die Thüringer Staatskanzlei in der Europapolitik des Freistaates?

Die Thüringer Staatskanzlei wird als die zentrale Schaltstelle der Thüringer Europapolitik definiert, in der alle europapolitischen Fäden zusammenlaufen. Der Chef der Staatskanzlei fungiert zugleich als Thüringer Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten, was die hohe Priorität dieses Politikfeldes unterstreicht.

Warum wurde der Ausschuss der Regionen (AdR) als eine Idee deutscher Länder etabliert?

Die Etablierung des AdR geht maßgeblich auf eine Initiative der deutschen Bundesländer zurück, die aufgrund der fortschreitenden europäischen Integration und der damit verbundenen Sorge vor einem Verlust eigener Hoheitsrechte eine institutionalisierte Mitsprache der subnationalen Ebene forderten. Die Münchner Thesen und Konferenzen zum "Europa der Regionen" waren hierfür entscheidend.

Inwiefern unterscheidet sich die Lobbyarbeit des Thüringen-Büros in Brüssel von der Beeinflussung des Europäischen Parlaments?

Während das Thüringen-Büro (TBB) die Europäische Kommission bereits in der Entstehungsphase von Rechtsetzungsvorhaben beeinflussen kann, sind die Abgeordneten des Europäischen Parlaments durch das Mitentscheidungsverfahren vergleichsweise spät in den Rechtsetzungsprozess eingebunden, was die Chancen einer direkten und erfolgreichen Beeinflussung aus Thüringer Sicht erheblich mindert.

Final del extracto de 116 páginas  - subir

Detalles

Título
Gestaltungsoptionen Thüringer Europapolitik
Subtítulo
unter besonderer Berücksichtigung des Ausschusses der Regionen
Universidad
http://www.uni-jena.de/
Calificación
2,3
Autor
Anonym (Autor)
Año de publicación
2010
Páginas
116
No. de catálogo
V1618250
ISBN (PDF)
9783389160176
ISBN (Libro)
9783389160183
Idioma
Alemán
Etiqueta
Thüringen Bayern Europa Europäische Union Ausschuss der Regionen Europspolitik Bundesländer
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Anonym (Autor), 2010, Gestaltungsoptionen Thüringer Europapolitik, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1618250
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