Die Digitalisierung prägt zunehmend das Konsum- und Freizeitverhalten und stellt auch Fitnessstudios vor neue Herausforderungen. Besonders Social Media eröffnet große Chancen zur Mitgliederbindung und Neukundengewinnung. Diese Bachelorarbeit untersucht am Beispiel der Fitnesskette Fitness & Gesundheit das Internetnutzungsverhalten von Studiomitgliedern und leitet praxisnahe Empfehlungen für das Social-Media-Marketing ab.
Dazu wurde eine quantitative Befragung von 100 Mitgliedern am Standort Sögel durchgeführt. Die Analyse zeigt: Fast alle Mitglieder sind täglich online, die Mehrheit nutzt WhatsApp, Instagram und Facebook intensiv. Dennoch besteht eine deutliche Lücke zwischen allgemeiner Social-Media-Nutzung und der tatsächlichen Online-Verbindung mit dem Studio. Digitale Fitnessangebote wie Apps oder Fitnesstracker sind zwar verbreitet, klassische Online-Kurse und virtuelle Studios spielen jedoch kaum eine Rolle.
Auf Grundlage der Ergebnisse werden konkrete Handlungsempfehlungen entwickelt: Eine stärkere Motivation der Mitglieder, den Studio-Kanälen zu folgen, gezielte Inhalte für verschiedene Altersgruppen, die Einführung von E-Mail-Marketing sowie eine konsequentere Suchmaschinenoptimierung. Gleichzeitig sollte das Studio seine Ressourcen nicht auf wenig relevante Kanäle wie Snapchat oder Twitter verstreuen.
Die Untersuchung macht deutlich, dass ein strategisch eingesetztes Social-Media-Marketing für Fitnessstudios nicht nur zur Neukundengewinnung beiträgt, sondern auch langfristig die Bindung bestehender Mitglieder stärkt. Gerade in Zeiten der COVID-19-Pandemie zeigt sich, wie wichtig digitale Kommunikation geworden ist. Fitness & Gesundheit kann durch die Umsetzung der vorgeschlagenen Maßnahmen seine Reichweite erhöhen, den Markenauftritt modernisieren und sich nachhaltig im Wettbewerb positionieren.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Einleitung und Problemstellung
- 2 Zielsetzung
- 3 Gegenwärtiger Kenntnisstand
- 3.1 Definition Online-Marketing, Online-Marketing-Instrumente und Social-Media-Marketing
- 3.1.1 Online-Marketing
- 3.1.2 Online-Marketing-Instrumente
- 3.1.3 Social-Media-Marketing
- 3.2 Grundlagen Social-Media-Marketing und Web 2.0
- 3.3 Darstellung zweier aktueller Studien zum Internet Nutzungsverhalten der Konsumenten
- 3.4 Online Auftritt von Fitness & Gesundheit
- 3.4.1 Corporate Website
- 3.4.2 Facebook
- 3.4.3 Instagram
- 3.4.4 Google
- 3.1 Definition Online-Marketing, Online-Marketing-Instrumente und Social-Media-Marketing
- 4 Methodik
- 4.1 Forschungsfrage und Hypothesen
- 4.2 Untersuchungsobjekte
- 4.3 Untersuchungsablauf
- 4.4 Datenerhebung
- 4.5 Deskriptive Statistik
- 5 Ergebnisse
- 5.1 Allgemeine Darstellung des Probanden
- 5.2 Das Fitnessstudio
- 5.3 Geräte, Fitnessangebote und Onlineaktivitäten
- 5.4 Social Media
- 6 Diskussion
- 6.1 Handlungsempfehlungen Fitness & Gesundheit
- 6.2 Kritische Reflexion der Ergebnisse
- 6.2.1 Methodenkritik
- 6.2.2 Eingrenzung der Arbeit
- 6.3 Schlussfolgerung und Ausblick
- 7 Zusammenfassung
- 8 Literaturverzeichnis
- 9 Abbildungs-, Tabellen-, Abkürzungsverzeichnis
- 9.1 Abbildungsverzeichnis
- 9.2 Tabellenverzeichnis
- Anhang
- Anhang 1: Fragebogen der Bachelor-Thesis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Bachelorarbeit zielt darauf ab, anhand einer Analyse des Internetnutzungsverhaltens von Fitnessstudiomitgliedern konkrete Handlungsempfehlungen für das Social-Media-Marketing des Unternehmens "Fitness & Gesundheit" zur Neukundengewinnung zu formulieren.
- Analyse des Internetnutzungsverhaltens von Fitness-Studio Mitgliedern.
- Ableitung strategischer Maßnahmen für Social-Media-Marketing.
- Verbesserung der Mitgliederbindung und Neukundengewinnung.
- Ermittlung des Ist-Standes des Social-Media-Marketings von Fitness & Gesundheit.
- Zukunftsausblick auf Chancen und Risiken durch die COVID-19-Pandemie.
- Entwicklung eines erfolgreichen Social-Media-Marketings basierend auf Fragebogenergebnissen.
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Online-Marketing
Der Begriff des klassischen Marketings lässt sich definieren als Planung, Koordination und Kontrolle aller auf die aktuellen und potentiellen Märkte ausgerichteten Unternehmensaktivitäten. Das Ziel dabei ist das Erreichen einer oder mehrerer Zielgruppen und das Schaffen von Bedürfnissen. Durch die Befriedigung der Kundenbedürfnisse sollen Unternehmensziele verwirklicht werden (mod. nach Meffert, 2015, S.11).
Im Gegensatz dazu wird Online-Marketing als die absatzpolitische Verwendung des Internets verstanden, um innerhalb der technischen Rahmenbedingungen (Rechnerleistung, Vernetzung, Digitalisierung und Datentransfer) die Produkt-, Preis-, Vertriebs- und Kommunikationspolitik mit Hilfe der innovativen Möglichkeiten der Online-Kommunikation (Virtualität, Multimedia, Interaktivität und Individualität) marktgerecht zu gestalten (Holland, 2016, S.77). Online-Marketing begegnet allen Nutzern des Internets tagtäglich in den unterschiedlichsten Erscheinungsformen. Beim Öffnen der Emails, Scrollen durch die sozialen Medien, Herumstöbern auf Marktplattformen wie Amazon oder Ebay, beim Lesen von Blogs und auch beim normalen Surfen durch das World Wide Web. Jeder Mensch wird auf eine bestimmte Form im Internet sensibilisiert und von Werbung beeinflusst mit dem Ziel, das Produkt oder die Dienstleistung zu erwerben. Hierbei ist für das jeweilige Unternehmen entscheidend, dass die platzierte Werbung, also die Marketing-Maßnahmen des Unternehmens, orientiert ist. Beispielsweise ist es nicht effektiv, eine Werbeanzeige für Personen mittleren Alters bei einem 18-jährigen Jugendlichen anzuwenden. Um wirklich eine erfolgversprechende Werbung bei den potentiellen Kunden zu platzieren, helfen verschiedene Tools, sogenannte Instrumente des Online-Marketings, auf die im späteren Verlauf des Kapitels genauer eingegangen wird.
Der Ursprung des Online Marketings reicht in das Jahr 1991 zurück. Mobile Netze für Telefone und das Internet gewannen an Popularität, wurden zu immer häufiger genutzten Medien und erlaubten einen internationalen Transfer in unterschiedlichster Form. Später folgte die Anwendung des Begriffes „Web 2.0“, dessen Kernaufgabe es war, die neuen technischen Medien für alle Internetnutzer zu integrieren. Der Grundgedanke ist hierbei, alle Unternehmen von den neuen Möglichkeiten profitieren zu lassen und das Potential der modernen Medien maximal auszuschöpfen (Kreutzer, 2014, S.5). Die hiermit neu entwickelten Erscheinungsformen des Internets in Form von Blogs, Wikis und sozialen Plattformen boten ab diesem Zeitpunkt die Möglichkeit, mit Werbung innerhalb von Sekunden mehrere Millionen Menschen zu erreichen. Diese Transparenz hat es auf diese Art und Weise zuvor nicht gegeben. Somit eröffnete sich ein komplett neues Feld des Marketings, um Produkte und Dienstleistung an den Endverbraucher zu bringen. Erwähnenswert im Zuge der Entwicklung des Online-Marketings ist die Relevanz des Smartphones im heutigen Zeitalter. Als ein immer wichtiger werdender Zugangskanal gerade für Unternehmen besitzt der Großteil der Weltbevölkerung dieses Medium und erlangt infolgedessen uneingeschränkten Zugang auf das Internet unabhängig von Zeit und Ort. Die ständige Erreichbarkeit in Form von 24 Stunden an sieben Tagen in der Woche wird in der heutigen Gesellschaft an gewissen Stellen mittlerweile vorausgesetzt und sogar verlangt. Diese „always-online“ Mentalität verstärkt zusätzlich die Nachfrage und die Intensität der Internetnutzung des Endverbrauchers und somit die Möglichkeit, sich zusätzlich für Marketing angreifbar zu machen (mod. nach Kreutzer, 2014, S.322).
Die Erfolgsfaktoren des Online-Marketings kennzeichnen die gleiche Gültigkeit wie die Erfolgsfaktoren des traditionellen Marketings. Bevor im nächsten Abschnitt 3.1.2 die Erfolgsfaktoren für die jeweiligen Instrumente untersucht werden, erfolgt nun eine Auflistung der allgemeingültigen Faktoren (vgl. Altobelli, 2010, S.170f). Ein erster allgemeingültiger Erfolgsfaktor ist die Navigation, denn die Marke des Unternehmens muss leicht zu finden sein. Ebenso sollte die Benutzerführung im Internet intuitiv zu bedienen sein, sodass Konsumenten nur wenige Klicks bis zu einer möglichen Bestellung benötigen. Als weiterer zentraler Erfolgsfaktor ist die Individualisierung zu nennen. Bestimmte, unternehmensspezifische Profile erlauben in diesem Fall die individuelle Ansprache von einzelnen Zielpersonen und -gruppen im Gegensatz zur wahllosen Streuung einer Werbeanzeige an alle Konsumenten.
Zusammenfassung der Kapitel
Kapitel 1 Einleitung und Problemstellung: Beschreibt die zunehmende Bedeutung der Digitalisierung und sozialer Medien für Unternehmen, insbesondere in der Fitnessbranche, und leitet die Problemstellung der Arbeit ab, verstärkt durch die COVID-19-Pandemie.
Kapitel 2 Zielsetzung: Formuliert das Hauptziel der Arbeit, nämlich Handlungsempfehlungen für das Social-Media-Marketing des Fitnessstudios "Fitness & Gesundheit" zur Neukundengewinnung zu entwickeln, basierend auf einer Analyse des Internetnutzungsverhaltens der Mitglieder.
Kapitel 3 Gegenwärtiger Kenntnisstand: Erläutert theoretische Grundlagen des Online- und Social-Media-Marketings, stellt aktuelle Studien zum Internetnutzungsverhalten dar und analysiert den Online-Auftritt des Unternehmens "Fitness & Gesundheit".
Kapitel 4 Methodik: Beschreibt die quantitative Forschungsmethode, die auf einem anonymisierten Fragebogen basiert, um das Internetnutzungsverhalten von 103 Fitnessstudiomitgliedern zu analysieren und fünf Hypothesen zu überprüfen.
Kapitel 5 Ergebnisse: Präsentiert die Resultate der Befragung zur demografischen Zusammensetzung der Probanden, ihrer Internet- und Social-Media-Nutzung sowie ihrer Verbindung zum Fitnessstudio und digitalen Fitnessangeboten.
Kapitel 6 Diskussion: Interpretiert die Ergebnisse der empirischen Studie, überprüft die aufgestellten Hypothesen, leitet konkrete Handlungsempfehlungen für das Social-Media-Marketing ab und reflektiert kritisch die Methodik sowie die Eingrenzung der Arbeit.
Kapitel 7 Zusammenfassung: Fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen, betont die Wichtigkeit von Social-Media-Marketing in der Fitnessbranche und gibt einen Ausblick auf zukünftige Optimierungsmöglichkeiten.
Schlüsselwörter
Online-Marketing, Social-Media-Marketing, Fitnessstudio, Internetnutzung, Neukundengewinnung, Mitgliederbindung, COVID-19 Pandemie, Digitalisierung, Online-Präsenz, Marketingstrategie, Datenanalyse, Fragebogen, Konsumentenverhalten, Fitnessbranche, Handlungsempfehlungen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das Internetnutzungsverhalten von Fitnessstudiomitgliedern, um darauf basierend Handlungsempfehlungen für das Social-Media-Marketing des Fitnessstudios "Fitness & Gesundheit" zur Neukundengewinnung zu entwickeln.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themenfelder sind Online-Marketing, Social-Media-Marketing, das Internetnutzungsverhalten von Konsumenten, Mitgliederbindung und Neukundengewinnung in der Fitnessbranche sowie der Einfluss der Digitalisierung und der COVID-19-Pandemie.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, Handlungsempfehlungen für das Social-Media-Marketing des Fitnessstudios "Fitness & Gesundheit" zur Neukundengewinnung zu formulieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine quantitative Forschungsmethode angewendet, die auf der Auswertung eines standardisierten, anonymisierten Fragebogens von 103 Fitnessstudiomitgliedern basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die Definition relevanter Marketingbegriffe, die Darstellung aktueller Studien zum Internetnutzungsverhalten, den Online-Auftritt des untersuchten Fitnessstudios, die Methodik der Datenerhebung und -auswertung sowie die Präsentation der Studienergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Schlüsselwörter wie Online-Marketing, Social-Media-Marketing, Fitnessstudio, Internetnutzung, Neukundengewinnung, Mitgliederbindung, COVID-19 Pandemie, Digitalisierung, Online-Präsenz, Marketingstrategie, Datenanalyse, Fragebogen, Konsumentenverhalten, Fitnessbranche und Handlungsempfehlungen charakterisiert.
Wie hat die COVID-19-Pandemie die Fitnessbranche und das Nutzungsverhalten beeinflusst?
Die Pandemie führte zu einer verstärkten Digitalisierung und Internetnutzung, gleichzeitig aber zu Unsicherheiten und Ängsten bezüglich Fitnessstudios. Für Unternehmen entstand die Notwendigkeit, Marketingkampagnen auf das Internet auszuweiten und anzupassen.
Welche Rolle spielen Fitness-Influencer in dieser Arbeit?
Die Arbeit untersucht die Bekanntheit von Fitness-Influencern (Karl Ess, Sophia Thiel) unter den Befragten, kommt aber zu dem Schluss, dass deren Rolle in einer ländlichen Region gering ist und ihre Nutzung für Marketingzwecke nicht empfohlen wird.
Welche Rolle spielen die Altersgruppen bei der Nutzung sozialer Medien im Kontext dieser Arbeit?
Die Studie zeigt signifikante Unterschiede in der Nutzung sozialer Medien nach Altersgruppen; jüngere Generationen bevorzugen Instagram und Snapchat, während ältere Probanden eher Facebook nutzen, was zielgruppenorientierte Marketingstrategien nahelegt.
Warum wurde Hypothese 4, die Trainingshäufigkeit und Online-Verbundenheit betrifft, widerlegt?
Hypothese 4 wurde widerlegt, da die Analyse ergab, dass die Verbundenheit mit dem Fitnessstudio in den sozialen Medien bei Mitgliedern mit niedrigerer Trainingshäufigkeit am höchsten war und nicht proportional zur steigenden Trainingshäufigkeit zunahm.
- Citation du texte
- Yannis Deters (Auteur), 2021, Analyse der Internetnutzung von Fitness-Studio Mitgliedern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1618322