Die vorliegende Arbeit ist ein Essay aus dem Jahr 2008, in dem ich mich mit dem Historikerstreit und der sogenannten Goldhagendebatte auseinander setze.
Verschiedene Standpunkte der Debatte werden beleuchtet und der Frage nach Zeitgeschichte als Streitgeschichte wird auf den Grund gegangen.
Die Erkenntnis des Textes lässt sich in etwa so zusammenfassen: Die Deutschen werden den Juden Auschwitz niemals verzeihen.
Inhaltsverzeichnis
1. Die Goldhagen-Kontroverse und ihre Bedeutung für die deutsche Zeitgeschichte
1.1 Einleitung und Kernthesen des Werkes
1.2 Kontroverse Argumente und Kritikpunkte
1.3 Vergleichende Perspektiven und psychologische Aspekte der Täterforschung
1.4 Schlussbetrachtung und Fazit der Debatte
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit analysiert die wissenschaftliche und öffentliche Kontroverse um Daniel Goldhagens Buch „Hitlers willige Vollstrecker“ und untersucht die verschiedenen historiografischen Positionen zur Mitwirkung der deutschen Bevölkerung am Holocaust.
- Die Thesen des „eliminatorischen Antisemitismus“
- Kritik an der monokausalen Erklärung des Holocaust
- Psychologische Ansätze zur Täterforschung (Welzer)
- Die Rolle der deutschen Bevölkerung und das Phänomen des Wegschauens
- Die Bedeutung der Kontroverse für die historische Aufarbeitung in Deutschland
Auszug aus dem Buch
Die Goldhagen-Kontroverse und ihre Bedeutung für die deutsche Zeitgeschichte
Der israelische Psychoanalytiker Zvi Rex formulierte treffend, dass die Deutschen den Juden Auschwitz nie verzeihen werden. Genau diesen Eindruck bekommt man auch, wenn die äußerst kontroverse Diskussion um das Buch „Hitlers willige Vollstrecker, Ganz gewöhnliche Deutsche und der Holocaust“ von Daniel Goldhagen, näher betrachtet wird. Die sogenannte Goldhagen Kontroverse, welche sich in die anhaltende Antisemitismus Debatte oder aber auch in den berühmt gewordenen Historikerstreit, in welchem 1986/87 Jürgen Habermas die Historisierung des Holocaust stark kritisierte, einreiht, spiegelt auch sehr deutlich die Uneinigkeit über die Bewältigung speziell der deutschen Geschichte wieder.
Zeitgeschichte ist eben „Streitgeschichte“, wie es der Historiker und Politikwissenschaftler Martin Sabrow ausdrückte. Goldhagens umstrittene Thesen lieferten eine völlig neue Perspektive auf die Betrachtung der Mitwirkung und der damit verbundenen Schuld der deutschen Bevölkerung am Holocaust an den europäischen Juden. Die Kernthese sagt aus, dass die Shoa der Wille der durch und durch antisemitischen Deutschen Bevölkerung war. Die schon vor Erscheinen der deutschen Druckausgabe des Buches begonnene Debatte entzündete sich maßgeblich in einem Zeitungsartikel der „ZEIT“, wo ein Vorabdruck erschien. Das Buch und seine Thesen von einem „eliminatorischen Antisemitismus“ der Deutschen wurde dabei scharf kritisiert.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Die Goldhagen-Kontroverse und ihre Bedeutung für die deutsche Zeitgeschichte: Das Kapitel führt in die Debatte um Daniel Goldhagens Thesen ein, stellt seine Kernthesen zum „eliminatorischen Antisemitismus“ vor und erläutert die verschiedenen Perspektiven der Kritiker sowie weitere Forschungsansätze, um die Motivation der Täter und die Rolle der Bevölkerung im Nationalsozialismus zu verstehen.
Schlüsselwörter
Holocaust, Goldhagen-Kontroverse, Antisemitismus, Eliminatorischer Antisemitismus, Täterforschung, Nationalsozialismus, deutsche Schuld, Zeitgeschichte, Historikerstreit, Polizeibataillon 101, Shoa, Erinnerungskultur, Kollektivschuld, Judenverfolgung, Aufarbeitung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit behandelt die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Daniel Goldhagens Thesen zum Holocaust und die öffentliche Debatte, die sein Werk in Deutschland ausgelöst hat.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen der „eliminatorische Antisemitismus“, die Rolle der „ganz gewöhnlichen Deutschen“ im Holocaust sowie die Frage nach der Kollektivschuld.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die verschiedenen wissenschaftlichen Positionen zur Mitwirkung der deutschen Bevölkerung am Holocaust anhand der Goldhagen-Kontroverse aufzuzeigen und einzuordnen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Quellenanalyse, die verschiedene historische und psychologische Perspektiven auf das Thema Holocaust zusammenführt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Kritik an Goldhagen, zieht Vergleiche zu anderen Forschern wie Browning und Longerich und integriert psychologische Erkenntnisse zur Täterforschung von Harald Welzer.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe umfassen Holocaust, Goldhagen-Kontroverse, eliminatorischer Antisemitismus, Täterforschung und deutsche Schuld.
Wie unterscheidet sich die Sichtweise von Longerich von der Goldhagens?
Longerich sieht keinen tief verwurzelten Antisemitismus als Hauptursache, sondern betont das „Wegschauen“ und die passive bis aktive Unterstützung der Bevölkerung bei der Judenverfolgung.
Welche Rolle spielen psychologische Erkenntnisse in der Debatte?
Psychologische Studien, etwa von Harald Welzer, zeigen, dass Täter keine skrupellosen Bestien waren, sondern normale Menschen, was Goldhagens These eines spezifisch deutschen, durch Antisemitismus geprägten Willens herausfordert.
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- Daniel Schuch (Autor), 2009, Historikerstreit und Goldhagen Kontroverse, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/161929