Gesundheitssysteme haben sich im Verlauf von Jahrhunderten entwickelt. Ab dem 19. Jahrhundert wurden durch die Entstehung einer Industriegesellschaft die Gesundheit und die medizinische Versorgung der Bevölkerung eines Staates zunehmend zu einer politischen Aufgabe. Ende des 19. Jahrhunderts initiierte Bismarck die Sozialgesetzgebung, die bis heute die Rolle des Staates im Gesundheitswesen maßgeblich prägt. Dennoch haben sich sehr unterschiedliche Gesundheitssysteme entwickelt.
Welche Public-Health-relevanten Erklärungsmodelle des Gesundheitsverhaltens der österreichischen und amerikanischen Bevölkerung gibt es? Haben die jährlichen Vorsorge- und Früherkennungsuntersuchungen sowie Gesundheitsberatungen einen Gesundheitsnutzen für die Bevölkerung, oder führen defensivmedizinisch motivierte Programme zu einer kostspieligen Überdiagnostik?
Diese und weitere Fragen beantwortet Hans Schön in seinem neuen Buch. Dazu stellt der Autor die Gesundheitssysteme in Österreich und in den USA im Rahmen eines rechts- und gesundheitspolitischen Vergleichs dar und analysiert ihre Aufbaustrukturen und Ablauforganisationen, um durch Instrumente des „New Public Managements“ (öffentliche Reformverwaltung) funktionsorientierte und verwaltungsvereinfachende Reformansätze auf das österreichische Gesundheitswesen zu übertragen. Darüber hinaus stellt Schön Public-Health-relevante Modelle vor, die das Gesundheitsverhalten der Bevölkerung in beiden Ländern erklären und verbessern.
Inhaltsverzeichnis
- Abkürzungsverzeichnis
- Abbildungsverzeichnis
- Tabellenverzeichnis
- 1 Einleitung
- 1.1 Problemstellung
- 1.2 Forschungsfrage und Ziel der Arbeit
- 1.2.1 Forschungsfragen
- 1.2.2 Zielsetzung der Arbeit
- 1.2.3 Eingrenzungen
- 1.3 Methodik und Aufbau der Arbeit
- 1.3.1 Methodik
- 1.3.2 Literaturrecherche
- 1.3.3 Ergebnisse der Literaturrecherche zum US-amerikanischen Gesundheitssystem
- 1.3.4 Aufbau der Arbeit
- 2 Begriffsbestimmungen
- 2.1.1 Gesundheitspolitik – Gesundheitswissenschaft
- 2.1.2 Gesundheitswesen – Gesundheitssystem – Gesundheitsreform
- 2.1.3 Gesundheitsförderung und Prävention
- 2.1.4 New Public Health – New Public Management
- 2.1.5 Qualität des Gesundheitssystems- Patientensicherheit
- 2.2 Die Rolle des Staates im Gesundheitswesen
- 2.3 Gesundheitssysteme als komplexe Gebilde
- 3 Grundlagen und Aufbau des österreichischen Gesundheitssystems
- 3.1 Gesetzgeber und Kompetenzverteilung
- 3.2 Rechtsgrundlagen der bundesstaatlichen Kompetenzverteilung
- 3.2.1 Zuständigkeitsregelungen im Bundesverfassungsgesetz
- 3.2.2 Vereinbarung gemäß Artikel 15a B-VG über die Organisation und Finanzierung des Gesundheitswesens, Vereinbarung gemäß Artikel 15a B-VG Zielsteuerung-Gesundheit Konsultationsmechanismus und Vereinbarungsumsetzungsgesetz 2017
- 3.3 Rechtliche Grundlagen der Krankenanstalten und Versorgungsauftrag
- 3.3.1 Das Bundeskrankenanstalten-Gesetz
- 3.3.2 Föderales Gesundheitswesen vs Bundeskrankenanstalten Gesetz
- 3.4 Gesundheitseinrichtungen und Gesundheitsdienstleister
- 3.4.1 Ärztliches Berufsrecht unter dem Teilaspekt der Gruppenpraxen versus Ambulatorien
- 3.4.2 Abgrenzung Gruppenpraxen versus Ordinations- und/oder Apparate-Gemeinschaften
- 3.4.3 Die Primärversorgungseinheit
- 3.4.4 Anstellung und Vertretung von Ärzten in Ordinationen und Gruppenpraxen
- 3.4.5 Abgrenzungsmerkmale zwischen Krankenanstalten und selbständigen Ambulatorien
- 3.4.5.1 Krankenanstalten
- 3.4.5.2 Selbständige Ambulatorien
- 3.4.6 Abgrenzungsmerkmale zwischen ärztlichen Ordinationen, Gruppenpraxen und selbständigen Ambulatorien
- 3.4.7 Abgrenzungskriterien zwischen ärztlichen Ordinationen und Krankenanstalten
- 3.5 Der Begriff Krankenanstalt, Arten von Krankenanstalten
- 3.5.1 Die erste Versorgungsstufe – die Standard-Krankenanstalt
- 3.5.2 Die zweite Versorgungsstufe – die Schwerpunkt-Krankenanstalt
- 3.5.3 Die dritte Versorgungsstufe – die Zentral-Krankenanstalt
- 3.5.4 Eine Krankenanstalt an zwei oder mehreren Standorten
- 3.5.5 Neue Betriebsformen (Organisationsformen)
- 3.5.6 Entwicklung der Krankenanstalten von 2010 bis 2019
- 3.5.7 Wie bewerten Krankenhausmitarbeiter das österreichische Gesundheitssystem 2019 – ein Mitarbeiter-Feedback
- 3.5.8 Indexentwicklung 1990 bis 2017 - Personalstand und Patientenzahl steigen in Österreichs Spitälern
- 3.5.9 Öffentliche Krankenanstalten und die Rechtsbegriffe Gemeinnützigkeit und Öffentlichkeitsrecht
- 3.5.10 Entgelte in der Sonderklasse
- 3.5.11 Private Krankenanstalten
- 3.6 Bedarfsprüfung, Errichtungs- und Betriebsbewilligung von Krankenanstalten
- 3.6.1 Die bettenführende Krankenanstalt
- 3.6.2 Zurücknahme der Errichtungs- und Betriebsbewilligung
- 3.6.3 Versicherungsrechtliche Haftung für Krankenanstalten
- 3.7 Organisationsrecht und Management
- 3.7.1 Kollegiale Führung und ärztlicher Dienst
- 3.7.2 Abteilungen, Stationen und Haftungsrecht
- 3.7.3 Die Anstaltsordnung
- 3.7.4 Rufbereitschaft
- 3.8 Vorgesehene „Kommissionen, Schutzgruppen und beauftragte Personen“
- 3.9 Patientenaufnahme - Krankengeschichte – Entlassung
- 3.9.1 Patientenaufnahme
- 3.9.1.1 „Solvenzschutz“
- 3.9.1.2 „Überlastungsschutz“
- 3.9.2 Krankengeschichte
- 3.9.3 Entlassung
- 3.9.1 Patientenaufnahme
- 3.10 Qualitätssicherung
- 3.11 Patientenrechte und transparentes Wartelistenregime
- 3.11.1 Patientenrechte - § 5a KAKuG – Bundesgrundsatzgesetz
- 3.11.2 Transparentes Wartelistenregime
- 3.11.3 Patientenentschädigungsfonds im Krankenanstaltenrecht
- 3.12 Kuranstalten
- 3.13 Sanitäre Aufsicht
- 3.14 Organentnahme zum Zwecke der Transplantation
- 4 Planung, Organisation und Finanzierung des österreichischen Gesundheitswesens
- 4.1.1 Rechtsgrundlagen der Zielsteuerung-Gesundheit ab 2017 und systemrelevante Zusammenhänge
- 4.1.2 Planung im Gesundheitswesen
- 4.1.3 Der Österreichische Strukturplan Gesundheit – bundesweite und regionale Planungsinstrumente und Rahmenplan
- 4.1.4 Rechtliche Umsetzung der Planungsvorgaben des Österreichischen Strukturplan Gesundheit - ÖSG und der Regionalen Strukturpläne Gesundheit – RSG; funktioneller und operativer Ablauf
- 4.1.5 Der Österreichische Strukturplan Gesundheit 2017 – ÖSG 2017
- 4.1.5.1 Versorgungsregionen und Akutkrankenanstalten
- 4.1.5.2 Akutbettendichte in den Bundesländern
- 4.1.5.3 Ausbau und Inhalte des Österreichischen Strukturplans Gesundheit
- 4.1.5.4 Versorgungsstufenmodell für akut und chronisch Kranke – Gestaltungselemente der Gesundheitsversorgung
- 4.1.5.5 Planungsrichtwerte für die Normalpflege- und Intensivbereiche sowie tagesklinische/tagesambulante Versorgung in Akutkrankenanstalten (Planungshorizont 2025)
- 4.1.5.6 Planungsrichtwerte für den gesamten ambulanten Bereich (Planungshorizont 2025)
- 4.1.5.7 Planungsgrundlagenmatrix – PM
- 4.1.5.8 Versorgungsmatrix – VM
- 4.1.5.9 Leistungsmatrix - ambulant - LM-amb
- 4.1.5.10 Leistungsmatrix - stationär - LM-stat
- 4.2 Spitalsfinanzierung
- 4.2.1 Maßgebende Rechtsgrundlagen der Spitalsfinanzierung
- 4.2.2 Finanzströme in der Österreichischen Fondsspitalsfinanzierung
- 4.2.3 Wesentliche Akteure im Österreichischen Gesundheitswesen
- 4.2.4 „Leistungsorientierte“ Krankenanstaltenfinanzierung - LKF
- 4.2.5 Leistungskatalog stationär und Leistungskatalog ambulant
- 5 Die neue Struktur der Sozialversicherung in Österreich
- 5.1 Die Aufgabe des Österreichischen Sozialrechts und gesetzliche Sozialleistungen
- 5.2 Familienlastenausgleich
- 5.3 Arbeitslosengeld
- 5.4 Notstandshilfe
- 5.5 Bedarfsorientierte Mindestsicherung – BMS/Sozialhilfe
- 5.6 Struktur der Österreichischen Sozialversicherung
- 5.7 Personen-/Berufsgruppen-spezifische Sozialversicherungsträger - Wer ist wo sozialversichert?
- 5.7.1 Versicherte nach dem Allgemeinen Sozialversicherungsgesetz – ASVG (BGBl 189/1955 idF BGBl I 78/2021)
- 5.7.1.1 Krankenversicherung – KV
- 5.7.1.2 Unfallversicherung - UV
- 5.7.1.3 Pensionsversicherung - PV
- 5.7.2 Versicherte nach dem Beamten-Kranken- und Unfallversicherungsgesetz - B-KUVG (BGBl 200/1967 idF BGBl I 61/2021)
- 5.7.2.1 Krankenversicherung und Unfallversicherung
- 5.7.3 Krankenversicherung
- 5.8 Krankenversicherung für Selbständige
- 5.8.1 Krankenversicherung und Pensionsversicherung
- 5.8.2 Krankenversicherung
- 5.8.3 Pensionsversicherung
- 5.9 Versicherte nach dem Bauern- Sozialversicherungsgesetz – BSVG (BGBl 559/1978 idF BGBl I 36/2021) und Notarversicherungsgesetz – NVG (BGBl. 66/1972 idF BGBl I 100/2018)
- 5.9.1 Krankenversicherung, Unfallversicherung und Pensionsversicherung
- 5.9.2 Krankenversicherung
- 5.9.3 Pensionsversicherung im Notarversicherungsgesetz
- 5.10 Allgemeines Pensionsgesetz – APG/Pensionsharmonisierungsgesetz
- 5.11 Die einzelnen Versicherungssparten: Krankenversicherung samt Pflegegeld
- 5.11.1 Die Aufgaben der Krankenversicherung (§ 116 ASVG)
- 5.11.1.1 Salutogenese (Gesundheitsentstehung)
- 5.11.1.2 Vorsorge-(Gesunden)Untersuchung zur Erhaltung der Volksgesundheit
- 5.11.1.3 Umfang und Ziel der Krankenbehandlung
- 5.11.1.4 Wie stellen sich die Einnahmen der Krankenversicherung dar?
- 5.11.1.5 Gebarung der Krankenversicherung im Jahr 2019
- 5.11.1.6 Finanzierung und Kostenaufteilung der öffentlichen Spitäler
- 5.11.1.7 Aufteilung öffentlicher Finanzierungsbeiträge für die Gesundheitsausgaben
- 5.11.2 Das Pflegegeld als zweckgebundene Leistung
- 5.11.3 Zweck des Pflegegeldes und Anspruchsvoraussetzungen
- 5.11.1 Die Aufgaben der Krankenversicherung (§ 116 ASVG)
- 5.12 Private Krankenversicherung und das Problem der Nichtversicherung
- 5.7.1 Versicherte nach dem Allgemeinen Sozialversicherungsgesetz – ASVG (BGBl 189/1955 idF BGBl I 78/2021)
- 6 Grundlagen und Aufbau des amerikanischen Gesundheitssystems
- 6.1 Staatliche Versicherungsprogramme
- 6.2 Marktwirtschaftlich orientiertes Gesundheitssystem der USA
- 6.2.1 Private Krankenversicherungen
- 6.2.2 Arten privater Krankenversicherungen
- 6.2.3 Das Problem der Nicht-Versicherung
- 6.3 Finanzierung des amerikanischen Gesundheitssystems
- 6.4 Gesundheitsausgaben in den USA
- 6.5 Leistungserbringung im niedergelassenen Bereich
- 6.6 Qualitätsvergleich
- 6.6.1 Gesundheitszustand der amerikanischen Bevölkerung
- 6.6.2 Finanzielle Fairness
- 6.6.3 Notfallversorgung
- 6.6.4 Patientensicherheit
- 6.7 Reformen des US-Gesundheitssystems
- 6.7.1 Gesundheitsreform 2010 – „Obamacare“
- 6.7.2 Reformpläne von Donald Trump
- 6.7.3 Reformmodelle
- 6.8 Strategien für mehr Chancengleichheit und Fairness
- 7 Public Health als nationale, multidisziplinäre Aufgabe
- 7.1 Grundlagen der Gesundheitsförderung
- 7.2 Public-Health-relevante Modelle zur Verbesserung des Gesundheitsverhaltens und des Lebensstils
- 7.3 Bildung, Krankheitsprävalenz und sozioökonomischer Status
- 7.4 Defensivmedizin als Folge einer Verrechtlichung der Medizin
- 8 Diskussion der Ergebnisse
- 8.1 Die Gesundheitssysteme in Österreich und Amerika im Vergleich
- 8.2 Soziallagenbezogene Maßnahmen zur gesundheitlichen Chancengleichheit
- 8.3 Limitationen
- 8.4 Empfehlungen für weiterführende Untersuchungen
- 9 Schlussfolgerungen und Erkenntnisse
- 10 Beantwortung der Forschungsfragen
- 11 Zusammenfassung und Ausblick
- 12 Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Ziel dieser Arbeit ist es, die Gesundheitssysteme in Österreich und Amerika rechts- und gesundheitspolitisch zu vergleichen sowie ihre Strukturen und Ablauforganisationen zu analysieren. Dabei sollen Reformansätze des "New Public Managements" auf das österreichische Gesundheitswesen übertragen und Public Health-relevante Modelle zur Erklärung und Verbesserung des Gesundheitsverhaltens in beiden Ländern vorgestellt werden.
- Rechts- und gesundheitspolitischer Vergleich der Gesundheitssysteme in Österreich und den USA.
- Analyse der Aufbaustrukturen und Ablauforganisationen der Gesundheitssysteme.
- Übertragung funktionsorientierter und verwaltungsvereinfachender Reformansätze des „New Public Managements“ auf das österreichische Gesundheitswesen.
- Vorstellung Public Health-relevanter Modelle zur Erklärung und Verbesserung des Gesundheitsverhaltens.
- Identifikation von "Kostenverursachern" und Schwächen im österreichischen Gesundheitswesen.
- Diskussion von Chancengleichheit und Fairness in beiden Gesundheitssystemen.
Auszug aus dem Buch
8.1 Die Gesundheitssysteme in Österreich und Amerika im Vergleich
Ein Vergleich der Krankenversicherungssysteme zwischen Österreich und den USA ist nicht einfach, weil es sich um zwei grundsätzlich verschiedene Systeme handelt. Beruht das österreichische System auf einem Solidarsystem, das auf den Bismarck’schen Grundsäulen aufgebaut ist, handelt es sich bei dem System der USA um ein grundsätzlich singuläres System in der Welt. Das US-amerikanische Gesundheitssystem ist marktwirtschaftlich orientiert. Der freie Markt regelt den Zugang zu den Gesundheitsleistungen und den Versicherungsanbietern.
Das Gesundheitssystem Österreichs ist eine überwiegend durch die öffentliche Hand organisierte und finanzierte Institution. Das bedeutet, dass die Ausgaben für die Gesundheit aus öffentlichen Mitteln finanziert werden. Die Finanzierung erfolgt über Steuereinnahmen und aus den Sozialversicherungsbeiträgen. Eine zusätzliche Finanzierungsquelle sind private Zahlungen wie beispielsweise Rezeptgebühren oder bei Krankenhausaufenthalten eine zusätzliche Tagegeldzahlung der Patienten an den Krankenhausträger.
Das österreichische Modell des Gesundheitssystems stellt eine Pflichtversicherung dar und ermöglicht allen Bürgern den gleichen Zugang zu allen gesundheitsbezogenen Leistungen. Alter, Sozialstatus und Wohnort, aber auch die Herkunft sind kein Kriterium, die zum Ausschluss von den sozialen Leistungen führen. Auch die Art der zu erbringenden Leistung ist kein Kriterium zum Ausschluss der Person von den reinen Gesundheitsleistungen. Explizit ausgenommen sind medizinisch nicht indizierte Eingriffe, sogenannte Schönheitsoperationen, also eine ärztliche Behandlung nur für kosmetische Zwecke, die von den Patienten selbst bezahlt werden müssen. Die Solidargemeinschaft wird durch diese operativen Eingriffe auf Verlangen der Patienten nicht belastet.
Weil das österreichische Gesundheitssystem nach dem Solidarprinzip aufgebaut ist, es andererseits eine Pflichtversicherung darstellt, ist die Versicherung an eine Erwerbstätigkeit gebunden. Mitversichert sind Familienangehörige ebenso wie auch Paare, die in einer Lebensgemeinschaft leben. Rentenempfänger und Arbeitslose sind gleichermaßen versichert.
Die Gleichstellung aller Versicherten – derzeit nahezu 99 % der Bevölkerung Österreichs – führt dazu, dass die Gesundheitsleistungen für alle bei den öffentlichen Gesundheitsanbietern nahezu identisch sind bei gleichwertiger Vergütung. Es existieren zwar auch in Österreich private Anbieter (Ärzte, Fachärzte, Krankenhäuser). Diese sind jedoch nicht an die Vergütungshöhe der öffentlichen Leistungsanbieter gebunden. Die über die öffentliche Vergütung hinausgehende Vergütung muss vom Patienten privat bezahlt werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problemstellung ein, definiert die Forschungsfragen und Ziele der Arbeit und skizziert die verwendete Methodik sowie den Aufbau der Untersuchung.
2 Begriffsbestimmungen: Hier werden zentrale Konzepte wie Gesundheitspolitik, Gesundheitswissenschaft, Gesundheitswesen, -system, -reform, Gesundheitsförderung, Prävention, New Public Health, New Public Management, Qualität und Patientensicherheit erläutert.
3 Grundlagen und Aufbau des österreichischen Gesundheitssystems: Dieses Kapitel beschreibt detailliert die verfassungsrechtlichen Kompetenzgrundlagen, die Rolle des Krankenanstalten- und Kuranstaltengesetzes sowie die Planung, Organisation und Finanzierung der österreichischen Gesundheitseinrichtungen.
4 Planung, Organisation und Finanzierung des österreichischen Gesundheitswesens: Vertiefende Darstellung der Rechtsgrundlagen der Zielsteuerung-Gesundheit, der Planungsprozesse im Gesundheitswesen, des Österreichischen Strukturplans Gesundheit (ÖSG) und der regionalen Strukturpläne sowie der Spitalsfinanzierung und des LKF-Systems.
5 Die neue Struktur der Sozialversicherung in Österreich: Dieses Kapitel behandelt die Aufgaben des österreichischen Sozialrechts, die gesetzlichen Sozialleistungen, die Struktur der Sozialversicherung nach der Reform und spezifische Sozialversicherungsträger sowie das Pflegegeld und die Problematik der Nichtversicherung.
6 Grundlagen und Aufbau des amerikanischen Gesundheitssystems: Es werden die staatlichen Versicherungsprogramme, das marktwirtschaftlich orientierte System mit privaten Krankenversicherungen, die Finanzierung, Leistungserbringung, Qualitätsvergleiche und Reformen des US-Gesundheitssystems analysiert.
7 Public Health als nationale, multidisziplinäre Aufgabe: Dieses Kapitel definiert Public Health, legt die Grundlagen der Gesundheitsförderung dar und stellt relevante Modelle zur Verbesserung des Gesundheitsverhaltens sowie den Zusammenhang von Bildung, Krankheitsprävalenz und sozioökonomischem Status vor, inklusive der Problematik der Defensivmedizin.
8 Diskussion der Ergebnisse: Hier werden die Gesundheitssysteme in Österreich und Amerika vergleichend diskutiert, soziallagenbezogene Maßnahmen zur gesundheitlichen Chancengleichheit erörtert und Limitationen der Arbeit sowie Empfehlungen für weiterführende Untersuchungen aufgezeigt.
9 Schlussfolgerungen und Erkenntnisse: Das Kapitel fasst die zentralen Ergebnisse zusammen, insbesondere die Bewertung der aktuellen Gesundheitssysteme als „Krankheitssysteme“ und die unzureichende Umsetzung des salutogenetischen Konzepts.
10 Beantwortung der Forschungsfragen: Die in der Einleitung gestellten Forschungsfragen werden basierend auf den Analyseergebnissen detailliert beantwortet, insbesondere hinsichtlich der Effektivität von Vorsorge- und Früherkennungsuntersuchungen.
11 Zusammenfassung und Ausblick: Dieses abschließende Kapitel bietet eine komprimierte Übersicht der Arbeit und gibt einen Ausblick auf mögliche zukünftige Entwicklungen und notwendige Reformen in der Gesundheitspolitik, auch im Hinblick auf eine Harmonisierung in der EU.
Schlüsselwörter
Gesundheitssystem Österreich, Gesundheitssystem USA, Public Health, Gesundheitswesen, Gesundheitspolitik, Zugang, Zugangsbarrieren, New Public Management, Salutogenese, Sozialversicherung, Krankenanstalten, Gesundheitsförderung, Prävention, Chancengleichheit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Diese Arbeit befasst sich mit einem politik- und gesundheitswissenschaftlichen Ländervergleich der Organisation der Leistungserbringung im Gesundheitswesen in Österreich und den USA, um deren Strukturen und Reformansätze zu analysieren.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themenfelder umfassen die Rechtsgrundlagen beider Gesundheitssysteme, deren Organisation und Finanzierung, Public Health-relevante Modelle zur Verhaltensverbesserung und die Auswirkungen sozioökonomischer Faktoren auf die Gesundheit.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, die Gesundheitssysteme in Österreich und Amerika vergleichend darzustellen, deren Aufbaustrukturen und Ablauforganisationen zu analysieren und Reformansätze des "New Public Managements" auf das österreichische System zu übertragen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Zur Beantwortung der Forschungsfragen wird ein Literatur-Review verwendet, bei dem bestehendes Wissen gesammelt, gegenübergestellt und kritisch analysiert wird, ohne neues Wissen zu generieren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die Grundprinzipien, Rechtsnormen, Organisation, Steuerung, Finanzierung und den Versicherungsschutz beider Gesundheitssysteme, die Rolle des Staates im Gesundheitswesen sowie Public Health als multidisziplinäre Aufgabe.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselwörter wie Gesundheitssystem Österreich, Gesundheitssystem USA, Public Health, Gesundheitswesen, Gesundheitspolitik, Zugang, Zugangsbarrieren, New Public Management, Salutogenese, Sozialversicherung, Gesundheitsförderung und Prävention charakterisieren die Arbeit.
Warum werden die heutigen Gesundheitssysteme oft als "Krankheitssysteme" bezeichnet?
Die Arbeit argumentiert, dass Gesundheitssysteme oft als "Krankheitssysteme" bezeichnet werden, weil primär die Behandlung von Krankheiten finanziert wird und Leistungserbringer durch die Heilung von Krankheiten Geld verdienen, während Gesundheitsförderung und Prävention nur begrenzt gefördert werden.
Was ist die Bedeutung der "Artikel 15a Vereinbarungen" im österreichischen Gesundheitswesen?
Die "Artikel 15a Vereinbarungen" sind Staatsverträge zwischen Bund und Ländern, die die Organisation und Finanzierung des öffentlichen Gesundheitswesens regeln und dazu dienen, die zersplitterten Kompetenzen zu koordinieren und die Zusammenarbeit zu verbessern, obwohl sie oft Gegenstand politischer Konflikte sind.
Wie unterscheidet sich das US-amerikanische Gesundheitssystem grundlegend vom österreichischen?
Das US-amerikanische System ist marktwirtschaftlich orientiert mit minimalen staatlichen Eingriffen und rein privater Finanzierung, während das österreichische System auf einem Bismarck'schen Solidarsystem mit Pflichtversicherung, öffentlicher Organisation und Finanzierung basiert, die allen Bürgern gleichen Zugang zu Leistungen ermöglichen soll.
Welche Rolle spielt das "New Public Management" bei Reformansätzen im Gesundheitswesen?
Das "New Public Management" bezieht sich auf Verwaltungsreformen und den Einsatz von Managementtechniken aus der Privatwirtschaft in öffentlichen Verwaltungen. Ziel ist die Übertragung funktionsorientierter und verwaltungsvereinfachender Reformansätze auf das österreichische Gesundheitswesen, um Effizienz und Dienstleistungsqualität zu steigern.
- Citar trabajo
- Hans Schön (Autor), 2021, Organisation der Leistungserbringung im Gesundheitswesen in Österreich und USA, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1619602