"Schreiten und Stehen" bei Auguste Rodin


Hausarbeit, 2010
14 Seiten, Note: 1

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Biografie des Künstlers

3. „Das eherne Zeitalter“
3.1 Werksbeschreibung und Vergleichsbeispiel
3.2 Zeitgeschichtlicher Hintergrund
3.3 Interpretation des Werks

4. „Johannes des Täufer“
4.1 Werksbeschreibung und Vergleichsbeispiel
4.2 Zeitgeschichtlicher Hintergrund
4.3 Interpretation des Werks

5. Schlussbemerkung

6. Literaturverzeichnis

„Selbst bei den Werken, bei denen das Moment der Aktion weniger ausgeprägt ist, war es mir ein Anliegen, die Gestik in den Vordergrund zu rücken:

Nur selten habe ich die äußerste Ruhe dargestellt.

Ich habe immer versucht, die inneren Gefühle durch die Beweglichkeit

der Muskeln zum Ausdruck zu bringen […].

Die Kunst existiert nicht ohne das Leben“[1]

(Auguste Rodin)

1. Einleitung

Die Arbeit setzt sich mit dem Thema „Stehen und Schreiten“ in den Werken des Künstlers Auguste Rodin auseinander. Dafür wurden zwei Plastiken ausgewählt. Das erste Werk ist „Das eherne Zeitalter“ (franz.: „L`âge d`airain“) von 1876. Es wurde in Bronze gegossen und hat die Maße 180 x 80 x 60 cm und befindet sich im Musée Rodin in Paris.[2] Die zweite Plastik trägt den Titel „Johannes der Täufer“ aus dem Jahr 1878. Es wurde ebenfalls in Bronze gegossen, hat die Maße 200 x 72,5 x 110 cm und wird ebenfalls im Musée Rodin in Paris aufbewahrt.[3]

Zuerst wird eine kurze Biographie des Künstlers vorgestellt, um seinen Werdegang zu veranschaulichen. Die Arbeit gliedert sich im Verlauf in zwei Teile mit identischem Aufbau. Im ersten Teil wird das Werk „Das eherne Zeitalter“ präsentiert, im Zweiten das Werk „Johannes der Täufer“. Die Darstellungen erfolgen bei beiden Plastiken in gleicher Weise. Zunächst wird das Werk vorgestellt und ein Vergleichsbeispiel herangezogen, das kurz mit dem Hauptwerk verglichen wird. Der nächste Punkt setzt die Plastik in die zeitgeschichtliche Betrachtungsweise und verbindet damit die allgemeine Anschauung und Auseinandersetzung der Kunstwerke mit der Öffentlichkeit in jener Zeit. Den letzten Punkt bildet die Interpretation der Werke, die Rückschlüsse über die Arbeit des Künstlers zieht und damit eine Begründung dieser künstlerischen Umsetzung liefert. In der Schlussbemerkung werden zusätzliche Erwartungen an die Kunst und die allgemeine Kunstauffassung der damaligen Zeit vorgestellt. Damit soll ein besseres Verständnis geschaffen werden, um die „neuartige“ Arbeitsweise des Künstlers im Vergleich zu seiner Zeit zu verstehen. Im Anschluss wird eine Zusammenfassung der Erkenntnisse aus den zuvor vorgestellten Punkten geliefert und damit die Begründung für Rodins Bedeutung für das ausgehende 19. Jh. und beginnende 20. Jh. dargelegt.

2. Biografie des Künstlers

Auguste Rodin wurde 1840 in Paris geboren. In den Jahren von 1854 bis 1857 besuchte er die Petite Ecole in Paris, die sich auf die Ausbildung von Kunsthandwerkern spezialisierte. Nachdem er dreimal durch die Aufnahmeprüfung der Ecole des Beaux Arts gefallen war, arbeitete er bei verschiedenen Handwerkern. 1863 entstand sein erstes eigenständiges Werk „Mann mit gebrochener Nase“. Nach dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/1871 ging er für sechs Jahre nach Brüssel.[4] Im Jahr 1875 reiste er für einige Monate nach Italien und studierte dort die klassischen Werke, insbesondere die von Michelangelo.[5] Nach seiner Rückkehr entstanden Plastiken, wie „Ugolino“ und „Das eherne Zeitalter“. 1880 reiste er wieder nach Paris zurück. Er erhielt den Auftrag für „Das Höllentor“ des Musée des Arts Décoratifs, womit ihm der Durchbruch gelang. In den Folgejahren kamen weitere Aufträge hinzu, darunter das Gruppendenkmal „Die Bürger von Calais“, wenige Jahre darauf ein Denkmal für den Maler Claude Lorrain und den Schriftsteller Balzac. Im Jahre 1895 wurde er zum Gründungsmitglied der Société Nationale des Beaux Arts. Zur Weltausstellung im Jahre 1900 zeigte Rodin 150 seiner Werke und wurde damit auch international bekannt. Es folgten Ausstellungen unter anderem in Wien und Prag. Rodin verstarb 1917 in Paris als einer der wichtigsten Bildhauer des 19. Jh. und beginnenden 20. Jh.[6]

3. „Das eherne Zeitalter“

3.1 Werksbeschreibung und Vergleichsbeispiel

Die Plastik stellt einen muskulösen, jungen Mann dar. Er steht im Kontrapost[7], bei dem das linke Bein leicht durchgedrückt und das andere das Standbein darstellt. Seinen linken Arm stützt er auf seinem Kopf ab, den rechten hat er angewinkelt und in Kopfhöhe erhoben. Die Hand des rechten Arms ist zu einer Faust geballt. Sein Gesicht ist zur Seite gewandt, den Mund und die Augen hat er leicht geöffnet. Ursprünglich hatte Rodin in die linke Hand einen Speer gelegt, den er aber wieder entfernte. „Das eherne Zeitalter“ erinnert stark an Michelangelos „Der sterbende Sklave“. Diese Skulptur war für das Grabmal Papst Julius II. vorgesehen. Bei beiden Werken findet sich der Kontrapost. In beiden Figuren ist eine zweifache Drehung der Körper zu sehen, die eine Bewegung hervorruft. Die Knie sind gebeugt, der Kopf ist nach oben gerichtet und der Arm ist aus einer bestimmten Gefühlsregung heraus, erhoben. Die Figur vermittelt den Eindruck, sich in einer Art Trancezustand zu befinden. Die Gegensätze ergeben sich in der Rezeption beider Werke, indem Michelangelo einen sterbenden Sklaven darstellt und Rodin einen „erwachenden“ Jüngling.[8]

[...]


[1] Rodin, Auguste: Auguste Rodin. Köln 1993, S. 60.

[2] Schmoll, J. A.: Auguste Rodin. Herrsching 1978, S. 12.

[3] Jarrassé, Dominique: Rodin. Frechen 2001, S. 46.

[4] Johannsen, Rolf H.: 50 Klassiker Skulpturen. Von der Antike bis zum 19. Jh. Hildesheim 2005, S. 255.

[5] Carmela, Thiele: Skulptur. Köln 1995, S. 114.

[6] Johannsen, Rolf : 50 Klassiker Skulpturen. Hildesheim 2005, S. 255.

[7] Wechsel von Stand- und Spielbein. Das Becken über dem Standbein ist erhöht und die Schulter gesenkt. Es drückt gleichzeitig Ruhe und Bewegung aus.

[8] Hale, William Harlan: Rodin und seine Zeit 1840-1917. Amsterdam 1972, S. 51.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
"Schreiten und Stehen" bei Auguste Rodin
Hochschule
Universität Kassel
Note
1
Autor
Jahr
2010
Seiten
14
Katalognummer
V162086
ISBN (eBook)
9783640760275
ISBN (Buch)
9783640760459
Dateigröße
452 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Schreiten, Stehen, Auguste, Rodin
Arbeit zitieren
Medina Zec (Autor), 2010, "Schreiten und Stehen" bei Auguste Rodin, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/162086

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