Die heutige Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen unterscheidet sich stark von der früherer Generationen. Dieser Wandel stellt auch neue Ansprüche an die Institution Schule, deren Strukturen von Bildung und Erziehung jener Zeit sich bis heute kaum verändert haben. Daher sollen hier zunächst einige wesentliche Beispiele der veränderten kindlichen Lebenswelt genannt, sowie die aktuelle Situation in der Schule erörtert werden, um schließlich der Frage nachzugehen, wie die Institution Schule strukturell und auch ich als zukünftiger Lehrer und Teil dieser Institution auf diese Veränderungen reagieren kann.
Inhaltsverzeichnis
1. Kindheit und Jugend im Wandel - Konsequenzen für die Gestaltung von Schule
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den tiefgreifenden Wandel der kindlichen Lebenswelten und dessen Auswirkungen auf das schulische Umfeld, um daraus notwendige strukturelle Anpassungen für eine zeitgemäße Schule abzuleiten.
- Veränderungen familialer Lebensformen und Erziehungskontexte
- Einfluss der veränderten Freizeitgestaltung auf das Sozialverhalten
- Herausforderungen für Lehrer im Umgang mit verhaltensauffälligen Schülern
- Notwendigkeit einer pädagogischen Öffnung der Schule als Lebensraum
- Konzepte für eine stärkere Kooperation zwischen Schule, Eltern und außerschulischen Partnern
Auszug aus dem Buch
Kindheit und Jugend im Wandel - Konsequenzen für die Gestaltung von Schule
Die heutige Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen unterscheidet sich stark von der früherer Generationen. Dieser Wandel stellt auch neue Ansprüche an die Institution Schule, deren Strukturen von Bildung und Erziehung jener Zeit sich bis heute kaum verändert haben. Daher sollen hier zunächst einige wesentliche Beispiele der veränderten kindlichen Lebenswelt genannt, sowie die aktuelle Situation in der Schule erörtert werden, um schließlich der Frage nachzugehen, wie die Institution Schule strukturell und auch ich als zukünftiger Lehrer und Teil dieser Institution auf diese Veränderungen reagieren kann.
In der heutigen Zeit sehen sich Kinder vor allem im familialen Bereich im Vergleich zu früheren Generationen großen Veränderungen gegenüber. Die allgemeinen Tendenzen werden zusammenfassend als „Pluralisierung und Individualisierung familialer und familienähnlicher Lebensformen“ (Büchner 1994, 15) bezeichnet. Die große Vielfalt privater Lebensformen zeigt sich in der stetig wachsenden Zahl alleinerziehender Eltern, viele Kinder wachsen in nicht-ehelichen Lebensgemeinschaften auf und auch die Tendenz zur Kleinfamilie nimmt zu (vgl. Nave-Herz 2007, 318).
Die Veränderungen der Familienzusammensetzung und des Aufwachsens als Einzelkind gehen mit veränderten Ansprüchen an das Kind und seiner Rolle innerhalb der Familie einher. Insbesondere die Rolle der Frau weicht heutzutage von der traditionellen Vorstellung der Hausfrau und Mutter ab; heute ist die Mehrzahl der Mütter berufstätig (vgl. Nave-Herz 2007, 319). Ebenso hat sich das Erziehungsleitbild und damit die Rolle des Kindes stark verändert. Das Verhältnis ist moderner und der Umgang ‚lockerer’ geworden. Anstatt ihren Kindern ‚Befehle’ zu erteilen, handeln Eltern mit ihnen gemeinsam die Regeln des Zusammenlebens und Verhaltens aus (vgl. Meyer 2002, 426). Eltern und Kinder müssen sich in den Verhandlungen gleichermaßen erklären und ihre Meinung rechtfertigen. Zwar haben die Eltern noch immer eine übergeordnete Position und üben Kontrolle aus, diese findet aber nur partiell statt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Kindheit und Jugend im Wandel - Konsequenzen für die Gestaltung von Schule: Das Kapitel analysiert den soziokulturellen Wandel kindlicher Lebenswelten und leitet daraus die dringende Notwendigkeit für eine pädagogische Neugestaltung und Öffnung der Schule ab.
Schlüsselwörter
Kindheit im Wandel, Lebenswelt, Schulöffnung, Individualisierung, Familienstruktur, Sozialisation, Schulentwicklung, Erziehungsaufgabe, außerfamiliale Beziehungen, Freizeitverhalten, pädagogisches Handeln, Ganztagsschule, soziale Kontakte, Lehrkraft, Schulleben
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Diskrepanz zwischen der modernen, veränderten Lebenswelt von Kindern und der traditionellen Struktur des Schulsystems.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Themen umfassen den Wandel von Familienstrukturen, die Auswirkungen der veränderten Freizeitgestaltung, die Rolle der Schule als Erziehungsinstanz und Möglichkeiten der Schulöffnung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es aufzuzeigen, wie die Schule ihre Strukturen anpassen kann, um den heutigen Bedürfnissen von Schülern gerecht zu werden und als Lebensraum für soziales Lernen zu fungieren.
Welche wissenschaftliche Perspektive wird verwendet?
Der Autor stützt sich auf soziologische und pädagogische Fachliteratur, um den Wandel der Kindheit zu belegen und daraus Handlungskonsequenzen für Lehrer und Institutionen abzuleiten.
Was wird im inhaltlichen Hauptteil thematisiert?
Der Hauptteil behandelt die konkreten Probleme des Schulalltags, wie Disziplinschwierigkeiten und Motivationsmangel, und diskutiert Reformvorschläge wie ganztägige Betreuungsangebote und eine flexiblere Unterrichtsgestaltung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Schulöffnung, Lebenswelt, Individualisierung, pädagogische Neugestaltung und soziale Kompetenz.
Warum fühlen sich laut Autor viele Schüler in der Schule unverstanden?
Viele Kinder fühlen sich missverstanden, da sie außerhalb der Schule eine höhere Souveränität und Selbstbestimmung erleben, während sie in der Schule oft auf die Rolle des passiven, untergeordneten Schülers reduziert werden.
Welche Rolle spielt die Ganztagsbetreuung in diesem Reformkonzept?
Die Ganztagsbetreuung wird als pädagogisch sinnvolle Ergänzung gesehen, um Defizite des Familienlebens aufzufangen und den Schülern einen strukturierten, aber offenen Lebensraum zu bieten.
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- Thiemo Urban (Autor), 2007, Kindheit und Jugend im Wandel, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/162090