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Gewaltdarstellung und deren Motive in „Benny‘s Video“ und „Funny Games“ von Michael Haneke

Title: Gewaltdarstellung und deren Motive in „Benny‘s Video“ und „Funny Games“ von Michael Haneke

Term Paper , 2010 , 16 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Sebastian Götz (Author)

Communications - Movies and Television
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Summary Excerpt Details

Die vorliegende Arbeit beinhaltet eine medienethische Auseinandersetzung mit den Motiven Michael Hanekes bei seinen Filmen "Bennys Video" und "Funny Games U.S."

Michael Haneke. Noch bis vor einiger Zeit war dieser Namen nur in Kreisen der Kunstkinobesucher ein viel diskutierter. Spätestens mit dem Gewinn der Goldenen Palme bei den Filmfestspielen in Cannes, der Auszeichnung bei den Golden Globe Awards als Bester Fremdsprachiger Film, sowie der Oscar Nominierung für „Das weisse Band“ ist der Regisseur einem größerem Publikum bekannt. Aber auch schon frühere Werke wie z.B. „Cachè“ (2005) oder „Funny Games U.S.“ (2008) fanden den Weg in die Multiplex Kinos.

Egal ob seine Filme viel- oder wenig besucht waren, Anlass zur Diskussion gaben und geben sie bis heute. Gerade seine provokanten Werke wie „Funny Games“ (1997), dessen - von Haneke selbst inszeniertes - Remake „Funny Games U.S.“ (2008), oder aber das verstörende „Benny‘s Video“ (1992) waren Anlass für Diskussionen zur Gewaltdarstellung in den Medien.

Dabei ist es oftmals Haneke selbst, der sich am Austausch beteiligt und seine Motive zum Ausdruck bringt. Die nachfolgende Arbeit beschäftigt sich mit genau diesem Diskussionspunkt. Aber was ist mediale Gewalt? Wie wird Gewalt in den Medien inszeniert und vor allem mit welchen Motiven?

All diese Fragen sollen unter Berücksichtigung auf Fachliteratur der Medienethik, aber auch schon in Hinblick auf die Einstellungen von Michael Haneke zu diesem Thema erläutert werden. Mit den dadurch gewonnen Erkenntnissen sollen Hankes Werke „Benny‘s Video“ und „Funny Games“ sowie das Remake „Funny Games U.S.“ hinsichtlich ihrer Gewaltdarstellungen und der dahinter verborgenen Motive des Autors untersucht werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Gewalt in den Medien

3. Die Gewaltdarstellungen und Motive in „Benny‘s Video“ und „Funny Games“

3.1 „Benny‘s Video“

3.1.1 Inhaltsangabe

3.1.2 Analyse

3.2 „Funny Games“

3.2.1 Inhaltsangabe

3.2.2. Analyse

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die filmische Inszenierung von Gewalt in Michael Hanekes Werken „Benny‘s Video“ und „Funny Games“ (sowie dessen US-Remake) unter medienethischen Gesichtspunkten. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie Haneke durch gezielte Gewaltdarstellungen und eine bewusste Brechung der filmischen Medialität versucht, das Publikum zur Reflexion anzuregen und die eigene Rolle als Rezipient – oder gar Mittäter – in Frage zu stellen.

  • Differenzierung medialer Gewaltbegriffe
  • Analyse der Gewaltdarstellung in „Benny‘s Video“
  • Reflexion über mediale Repräsentation und Zuschauerrezeption in „Funny Games“
  • Kritische Auseinandersetzung mit der Intention des Regisseurs

Auszug aus dem Buch

3.1.2 Analyse

Nimmt man das Schlachten des Schweins zu Beginn des Films einmal aus (Abb. 1), so ist die Ermordung des Mädchens sicher die drastischste Gewaltdarstellung. Daher lohnt es sich, diese Szene genauer zu analysieren und Gemeinsamkeiten mit weiteren Darstellungsmethoden im Film zu erarbeiten, von denen dann wiederum auf Hanekes Intentionen geschlossen werden kann. Wie schon zu Beginn der Arbeit erwähnt, kritisiert Michael Haneke die Darstellung von Gewalt im sog. Mainstream Bereich (vgl. Grabner, 2008:15). Im selben Interview betont er, der Unterschied zu seinen Filmen liege darin, dass er (Haneke) Gewalt als das darstelle was sie wirklich sei, als Leiden der Opfer (vgl. ebd.). Und tatsächlich sieht der Zuschauer den Mord in Bennys Video nicht direkt. Nachdem Benny das Bolzenschussgerät zum ersten mal betätigt, wird dem Zuschauer die Sicht auf einen Monitor ermöglicht. Die gesamte restliche Einstellung verbleit die Kamera auf diesem Bild. Nur über den Monitor sehen wir das weitere Geschehen.

Durch die Wahl des Bildausschnitts und der doppelten Rahmung macht uns Haneke deutlich der Medialität der Szenerie bewusst (vgl. Mettelmann, 2003:91). Die Nachfolgende Handlung findet nun also im sog. OFF statt, der Zuschauer hört nur mehr das weitere Vorgehen. Man nimmt das Jammern des leidenden Mädchens wahr - und Benny, der es darum bittet still zu sein. Anders als in vielen Horrofilmen hilft es hier nicht, die Augen zu schließen und weg zu sehen, die Gewalttat auszublenden und kurz danach wieder hin zu sehen, als wäre nichts gewesen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in das Schaffen von Michael Haneke und Darlegung der zentralen Fragestellung bezüglich der Inszenierung von Gewalt in seinen Filmen.

2. Gewalt in den Medien: Theoretische Einordnung der verschiedenen Gewaltbegriffe und Diskussion der Kritik an der ästhetisierten Darstellung von Gewalt im Unterhaltungsmedium Film.

3. Die Gewaltdarstellungen und Motive in „Benny‘s Video“ und „Funny Games“: Detaillierte Untersuchung der beiden Filmbeispiele hinsichtlich ihrer spezifischen Erzählstruktur und der Intention des Regisseurs.

3.1 „Benny‘s Video“: Inhaltsangabe und Analyse, wie der Protagonist Benny durch seinen Medienkonsum und die mediale Distanzierung sein Verhältnis zur Realität verliert.

3.1.1 Inhaltsangabe: Kurze Zusammenfassung der Filmhandlung um den Jugendlichen Benny, der ein Mädchen tötet und diese Tat mittels Videokamera dokumentiert.

3.1.2 Analyse: Untersuchung der filmischen Mittel wie der „doppelten Rahmung“, mit der Haneke die Medialität der Tat hervorhebt.

3.2 „Funny Games“: Betrachtung des Remakes und des Originals als ironisches Spiel mit dem Thriller-Genre und dessen Erwartungshaltungen.

3.2.1 Inhaltsangabe: Zusammenfassung der Invasion einer Familie durch zwei gewalttätige Jugendliche.

3.2.2. Analyse: Analyse der direkten Publikumsansprache und der Brechung von filmischen Konventionen durch Haneke.

4. Fazit: Kritische Reflexion darüber, ob Hanekes intendierte Botschaft beim Publikum tatsächlich ankommt oder ob sie aufgrund der Zielgruppenrezeption ins Leere läuft.

Schlüsselwörter

Michael Haneke, Medienethik, Gewaltdarstellung, Benny's Video, Funny Games, Medialität, Mainstreamkino, Gewaltprävention, Zuschauerrezeption, Filmästhetik, Medienkonsum, Psychologische Gewalt, Selbstreflexion, Identifikation, Fiktion und Realität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie der Regisseur Michael Haneke mediale Gewalt in seinen Filmen „Benny‘s Video“ und „Funny Games“ inszeniert, um bestehende Sehgewohnheiten des Publikums zu brechen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Differenzierung von Gewaltbegriffen, die mediale Konstruktion von Realität, die Rolle des Zuschauers sowie die kritische Auseinandersetzung mit der Filmindustrie.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es zu analysieren, ob Hanekes filmische Mittel – wie die Verweigerung von direkter Gewaltinszenierung und die Durchbrechung der filmischen Illusion – erfolgreich dazu beitragen, den Zuschauer zur ethischen Reflexion zu bewegen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer filmwissenschaftlichen und medienethischen Analyse, die durch Fachliteratur gestützt wird und die filmische Formensprache im Kontext der Regieintention untersucht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Filme „Benny‘s Video“ und „Funny Games“ in Unterkapiteln, die jeweils eine Inhaltsangabe und eine tiefgehende Analyse der angewandten Stilmittel wie „OFF-Inszenierung“ oder „Publikumsansprache“ umfassen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Medienethik, Gewaltdarstellung, Medialität, Zuschauer-Manipulation und Selbstreflexion.

Wie unterscheidet sich die Darstellung in „Benny‘s Video“ von typischen Horrorfilmen?

Im Gegensatz zu vielen Horrorfilmen verzichtet Haneke weitgehend auf die direkte visuelle Darstellung der Gewalttat; stattdessen legt er den Fokus auf die auditive Ebene und die Reaktion des Umfelds, um die Phantasie des Zuschauers zu fordern.

Warum zwinkert die Figur Paul in „Funny Games“ in die Kamera?

Das Zwinkern dient als bewusster Bruch der filmischen Illusionsgrenze, um den Zuschauer direkt als Voyeur oder sogar Mittäter an der dargestellten Gewalt zu entlarven.

Scheitert Hanekes Ansinnen der „Belehrung“ des Publikums laut Fazit?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass die Nachricht oft nicht bei der breiten Masse ankommt, da Teile des Publikums die Mittel des Regisseurs lediglich als Unterhaltungs-Gags oder neue, „aufregende“ ästhetische Reize interpretieren.

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Details

Title
Gewaltdarstellung und deren Motive in „Benny‘s Video“ und „Funny Games“ von Michael Haneke
College
University of Passau
Course
Medienethik
Grade
1,7
Author
Sebastian Götz (Author)
Publication Year
2010
Pages
16
Catalog Number
V162091
ISBN (eBook)
9783668306417
ISBN (Book)
9783668306424
Language
German
Tags
haneke ethik medien benny video funny games us
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sebastian Götz (Author), 2010, Gewaltdarstellung und deren Motive in „Benny‘s Video“ und „Funny Games“ von Michael Haneke, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/162091
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