Bereits seit vielen Jahrhunderten setzen sich die unterschiedlichsten Personen mit der Thematik auseinander, die uns Menschen am meisten fasziniert, berührt und fesselt: die Liebe.
Eine Vielzahl von Autoren schrieb und schreibt über die Liebe, über die Leidenschaft, über das Beflügelnde und das Zerschmetternde des Verliebtseins und in kaum einem Werk findet die Liebe- sei es zwischen zwei Verliebten, zwischen Bruder und Schwester, zwischen Freunden auf platonischer Basis, oder zwischen Vater und Tochter- keinen Platz. Eine dieser Autorinnen aus der Vergangenheit, die sich mit der Liebe und der Problematik des Verliebtseins auseinandersetzte, war die britische Autorin Jane Austen. Im Mittelpunkt ihrer Literatur stehen beinah ausnahmslos junge Frauen aus einem gehobenen idyllischen Bürgertum, die nach unterschiedlichen Problematiken und Lernprozessen den Mann, den sie lieben, finden und anschließend heiraten.
Dass die Liebe gerade in Jane Austens Augen eine wesentliche Rolle im Leben eines Jeden spielen sollte, wirft jedoch die Frage auf, wieso diese im oben genannten Zitat daraufhin deutet, dass die Liebe in der Zeit, in der Austen lebte, nur selten Teil einer Ehe war. Ist es tatsächlich zu Lebzeiten Jane Austens und zu den Zeiten der Protagonistinnen ihrer Werke im Zentrum der Handlungen und Leben der jungen Damen gewesen, zu heiraten, ohne Rücksicht auf die Gefühle und auf die Liebe zu nehmen? Um dieser Frage im Detail nachgehen zu können, verwende ich in meiner Argumentation zur Frage nach der Bedeutung der Liebe, der Signifikanz der Ehe und deren Zusammenwirken, eine der wohl bekanntesten Werke Austens, das im Jahre 1813 erschienene Buch ‚Pride and Prejudice‘, das sich für diese Thematik am besten eignet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Jane Austens ‚Pride and Prejudice‘
2.1 Historischer Hintergrund des Romans
2.1.1 Die Lebens- und Liebessituation der Frauen zwischen dem Ende des 18. bis zum Anfang des 19. Jhd. in Großbritannien aus historischer Sicht
2.1.2 Beweggründe Austens für die Wahl jener Zeit und der Handlung des Romans
2.2 Die Liebe und Leidenschaft innerhalb des Romans
2.2.1 Die Verheiratung und die Rolle der Liebe
2.2.2 Austens Darstellung der Liebe und der aus Liebe entspringenden Problematiken
2.2.2.1 … bei Jane Bennet & Charles Bingley
2.2.2.1.1 Die Charaktere Jane und Charles
2.2.2.1.2 Die Inszenierung der Liebe und deren negativen Aspekte
2.2.2.1.3 Fazit
2.2.2.2 … bei Elizabeth Bennet & Fritzwilliam Darcy
2.2.2.2.1 Die Figuren Elizabeth und Fritzwilliam
2.2.2.2.2 Die Darstellung der Liebe und der aus Liebe und Vorurteilen resultierenden Problematiken
2.2.2.2.3 Fazit
2.3 Die zeitlose Modernität des Romans
3. Schlusswort
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Bedeutung der Liebe und Ehe in Jane Austens Roman „Pride and Prejudice“ vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen Normen des 18. und 19. Jahrhunderts. Dabei wird analysiert, wie Austen die Entwicklung ihrer Protagonistinnen sowie deren Streben nach einer Liebesehe gegenüber den materiell motivierten Ehen jener Zeit darstellt.
- Historischer Kontext der Lebens- und Heiratsbedingungen für Frauen um 1800
- Die Rolle von Stolz und Vorurteilen bei der Partnerwahl
- Vergleichende Analyse der Liebesbeziehungen von Jane Bennet/Charles Bingley und Elizabeth Bennet/Fritzwilliam Darcy
- Austens gesellschaftskritische Darstellung von Ehe und weiblicher Bildung
- Die zeitlose Relevanz und Modernität der Romanhandlung
Auszug aus dem Buch
Die Inszenierung der Liebe und deren negativen Aspekte
Jane und Charles begegnen sich bereits zu Beginn des Romans, im dritten Kapitel auf einem öffentlichen Ball. In einem Gespräch mit Mr. Darcy erläutert Charles seine ersten Eindrücke von Jane, mit der er beinah den ganzen Abend tanzte. Er beschreibt sie folgendermaßen: „Oh! she is the most beautiful creature I ever beheld!“ (S.13) Hier zeigt sich deutlich, dass Charles Jane ansprechend findet und beginnt, Gefühle für sie zu entwickeln. Jane beschreibt ihn ebenfalls in einem Gespräch mit Elizabeth nach Beendigung des Balls, als genau den Typus von Mann, den sie sich für sich selbst wünschen würde:
„He is just what a young man ought to be [...] sensible, good-humored, lively; and I never saw such happy manners! – so much ease, with such a perfect good breeding! [...] I was very much flattered by his asking me to dance a second time. I did not expect such a compliment.“ (S.14)
Austen verdeutlicht dem Leser in dieser Situation ganz offen, dass beide Sympathien füreinander empfinden, die durchaus einer Liebe auf dem ersten Blick ähneln. Dass sie großes Interesse aneinander haben verdeutlicht sich nicht nur in ihren Aussagen übereinander, sondern auch in der Tatsache, dass Mr. Bingley an dem Abend des ersten Balls beinah ausnahmslos Jane zum Tanzen auffordert und dadurch deutlich ihre Nähe sucht, da, wie Jane Austen einmal sagte „[t]o be fond of dancing was a certain step towards falling in love.“ (S.51) Nachdem Jane von Mrs. Bingley zum Essen eingeladen wird, sie ohne Kutsche nur zu Pferd im Regen zu ihnen fährt und aufgrund dessen krank wird, bittet Mr. Bingley sie, für die Dauer ihrer Krankheit bei ihm und seiner Familie zu bleiben. Das ist die Gelegenheit schlechthin für beide, sich kennenzulernen und näher zu kommen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in das Thema Liebe und Ehe bei Jane Austen sowie die Relevanz von „Pride and Prejudice“ als Untersuchungsgegenstand.
2. Jane Austens ‚Pride and Prejudice‘: Überblick über die Entstehungsgeschichte des Werkes und die zentrale Problematik von Stolz und Vorurteilen.
2.1 Historischer Hintergrund des Romans: Analyse der sozioökonomischen Lebenssituation von Frauen und der Bedeutung der Ehe um die Jahrhundertwende vom 18. zum 19. Jahrhundert.
2.2 Die Liebe und Leidenschaft innerhalb des Romans: Untersuchung der verschiedenen Liebeskonzepte innerhalb der Handlung und deren Inszenierung.
2.3 Die zeitlose Modernität des Romans: Reflexion über die anhaltende Popularität und Aktualität des Romans in der heutigen Zeit.
3. Schlusswort: Zusammenfassung der zentralen Ergebnisse, insbesondere der kritischen Auseinandersetzung mit der lieblosen Ehe zugunsten des romantischen Ideals der Liebesehe.
Schlüsselwörter
Jane Austen, Pride and Prejudice, Liebe, Ehe, Heiratsmarkt, Stolz, Vorurteil, 19. Jahrhundert, Gesellschaftskritik, Frauenbild, Liebesehe, Romantik, Elizabeth Bennet, Mr. Darcy, Literaturanalyse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Darstellung von Liebe und Ehe in Jane Austens Roman „Pride and Prejudice“ vor dem Hintergrund historischer gesellschaftlicher Strukturen.
Welche zentralen Themenfelder behandelt die Autorin?
Im Zentrum stehen die damalige Lebensrealität von Frauen, die ökonomische Notwendigkeit der Heirat und der Konflikt zwischen gesellschaftlichen Erwartungen und individuellen Gefühlen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Austen die Liebe dezent, aber wirkungsvoll inszeniert und wie sie die gesellschaftlichen Bedingungen ihrer Zeit kritisch hinterfragt.
Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?
Die Arbeit basiert auf einer tiefgehenden Textanalyse des Romans „Pride and Prejudice“ in Verbindung mit der Auswertung relevanter Sekundärliteratur.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die historischen Rahmenbedingungen, die Liebeskonzepte im Buch und vergleicht die zwei zentralen Paare, Jane/Bingley und Elizabeth/Darcy, detailliert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den Kernbegriffen gehören Liebe, Ehe, Stolz, Vorurteil, gesellschaftliche Normen und Literaturanalyse.
Wie unterscheidet sich die Darstellung der Liebe bei Jane und Bingley von der zwischen Elizabeth und Darcy?
Während die Beziehung zwischen Jane und Bingley von Anfang an als harmonisch und deutlich dargestellt wird, ist der Weg von Elizabeth und Darcy durch komplexe Missverständnisse, Vorurteile und persönlichen Stolz geprägt.
Warum spielt die Figur Mr. Collins eine wichtige Rolle für das Verständnis des Ehevollzugs?
Mr. Collins verkörpert die rein geschäftliche, nüchterne und unromantische Auffassung der Ehe, die lediglich der Absicherung und gesellschaftlichen Konvention dient, und dient damit als Kontrast zum Ideal der Liebesehe.
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- Susanne Hahn (Autor), 2010, Zu Jane Austens "Pride and Prejudice – Stolz und Vorurteil", Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/162204