Denkmalpflege am Beispiel der Horber Klosters

Die beispiellose Rettung eines historischen Gebäudes durch Bürgerinitiative


Essay, 2009
11 Seiten, Note: 1,5

Leseprobe

Inhalt

Einleitung

1. Vorgeschichte des Klosters

2. Restaurierung

3. Heutiges Bestehen des Klosters

4. Zukunft

5. Schluss

6. Quellen:

7. Abbildungen

Einleitung

Etwa 40 Kilometer südlich von Stuttgart liegt die Stadt Horb im Landkreis Freudenstadt. Direkt am Neckar auf einem Bergsporn errichtet erhebt sich der mittelalterliche Stadtkern über dem Neckartal. Von der ursprünglichen Bedeutung Horbs zeugen, in der heute eher strukturschwachen Gegend, zahlreiche Bauwerke, besonders im bereits erwähnten Stadtkern. Hierzu gehört vor allem auch das im Folgenden beschriebene ehemalige Franziskanerinnenkloster[1].

Dieses stadtbildprägende Gebäude stand zur Mitte der 1980er Jahre kurz vor dem Abriss, und wurde durch eine beispiellose Rettungsaktion von Seiten der Bürger vor diesem Schicksal bewahrt. Seither ziert der ehemalige Schandfleck wieder das Stadtpanorama in altem Glanz der nach und nach nun auch auf die umliegenden Gebäude und Straßen ausstrahlt.

In diesem Aufsatz möchte ich einen Überblick über diese Rettungsgeschichte geben, nicht ohne vorher kurz auf die bewegte Vorgeschichte des Klosters einzugehen, und abschließend einen Ausblick in die Zukunft des daraus entstandenen Gesamtprojektes zu geben.

1. Vorgeschichte des Klosters

Archäologische Grabungen in den 1980er Jahren haben ergeben dass es schon im 13. Jahrhundert einen Vorgängerbau im Ostteil des heutigen Gebäudes gegeben haben muss. Hier fand man qualitätvolles Quadermauerwerk, dessen Datierung auf 1227 festzulegen ist. Offenkundig ist auch ein größerer Umbau im 14. Jahrhundert, bei dem das Gebäude im Erdgeschoss eine Spitzbogenbefensterung erhielt. Archivalien haben ergeben dass das Gebäude auf der Rückseite direkt an die Stadtmauer gebaut war, und an weiteren Außenwänden direkt an umstehende Gebäude angrenzte. Zur Mitte des 15. Jahrhunderts wurde das Gebäude dann zum Anwesen der bereits seit etwa 1250 in Horb ansässigen Franziskanerinnen. Im Jahre 1750 wurde dann massiv in die Bausubstanz eingegriffen, als die beiden heute noch erhaltenen Fachwerkgeschosse[2] auf dem Gebäude aufgesetzt wurden, und das Gesamtgebäude nach Westen hin erweitert wurde. Damals entsteht das Gesamtbild, welches wir bis heute vorfinden[3]. Hierbei kam es bereits damals zu einer Überlastung des vorhandenen Grundmauerwerks, und weiterer ursprünglicher Gebäudeteile. Bereits 1769 senden die Franziskanerinnen ein Gesuch auf Finanzmittel an die Kaiserin Maria Theresia um ihren Klosterbau instandzusetzen da sich dieser damals bereits in einem baufälligen Zustand befand. Dieses Gesuch hatte zwar zunächst Erfolg, die Franziskanerinnen wurden aber wegen ihrer „üblen Wirtschaft“ nach Rottenburg in die Obere Klause verlegt. Danach diente der Bau bis hin zur Säkularisation im Jahre 1806 nur noch als zeitweilige Unterkunft einiger Geistlicher. In Privathänden wurde das Gebäude als Wohnhaus genutzt, der Südflügel fiel 1845 einem Brand zum Opfer. Auch ein verkleinerter Nachfolgebau des Flügels wurde 1909 Opfer der Flammen. 1919 kaufte die Stadt das verbleibende Gebäude und nutzte es seither für Sozialwohnungen und ein Ladengeschäft, einen Bürstenmacher, im Erdgeschoss. Während der darauf folgenden 60 Jahre unternimmt die Stadt Horb nahezu nichts, um den Bau zu unterhalten oder gar zu renovieren. Daraus resultiert die Zwangsräumung im Jahre 1988 wegen akuter Einsturzgefahr. Bereits seit 1985 wurde das Gebäude talseitig schon von massiven Holzpfeilern gestützt um die Stirnwand zu festigen.

2. Restaurierung

Wie bereits beschrieben befand sich das Kloster bereits seit 1769 nachweislich ständig in einem baufälligen Zustand, der in der Räumung des Gebäudes wegen Einsturzgefahr 1988 resultierte. Neben den Abrissbestrebungen der Stadt Horb entstanden schnell Proteste und darauf aufbauende Konzepte einer möglichen Rettung. Zunächst ging bei der Stadt ein Vorschlag eines Architekten ein, der das gesamte Gebäude für Wohnungen und ein größeres Ladengeschäft im Erdgeschoss nutzbar machen wollte. Durch Einwände von Seiten des Denkmalamtes wurde dieses Konzept allerdings abgelehnt. Weitere Vorschläge blieben allerdings aus, und so wurde eine neue Verwendung für das Gebäude gesucht.

Zeitgleich war es notwendig zunächst die Substanz des Gebäudes zu sichern. Um den drohenden Einsturz zu vermeiden wurden zunächst Anker mit Drahtseilen quer durch das Gebäude gezogen. Diese wurden mit breiten Stahlstreben außerhalb der Fenster auf der Talseite befestigt. Dadurch entstand so zu sagen ein Gerüst aus Zugstreben horizontal durch das Gebäude. Weiter wurde auf Privatinvestoren gesetzt, die das Kloster denkmalwürdig restaurieren sollten. Allerdings blieben auch weiter Bestrebungen von möglichen Investoren aus. Nach sieben Jahren entwickelt der Landeskonservator bei einer Sitzung unter dem Topos der „Klosterproblematik“ ein Konzept zur Nutzbarmachung des Gebäudes als ein öffentlich zu nutzendes Kulturzentrum. Die Finanzierung sollte zum Einen über einen Bürgerverein und zum Anderen durch Zuschüsse von Seiten der Stadt Horb geschehen.

[...]


[1] vgl. Abb.2.

[2] vgl. Abb.3.

[3] vgl. Abb. 1–4.

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Denkmalpflege am Beispiel der Horber Klosters
Untertitel
Die beispiellose Rettung eines historischen Gebäudes durch Bürgerinitiative
Hochschule
Universität Karlsruhe (TH)  (Institut für Kunstgeschichte)
Veranstaltung
Denkmalpflege-Grundlagen
Note
1,5
Autor
Jahr
2009
Seiten
11
Katalognummer
V162222
ISBN (eBook)
9783640779253
ISBN (Buch)
9783640779185
Dateigröße
4434 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Denkmalpflege, Beispiel, Horber, Klosters, Rettung, Gebäudes, Bürgerinitiative
Arbeit zitieren
Peter Liptau (Autor), 2009, Denkmalpflege am Beispiel der Horber Klosters, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/162222

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