Neros Ende und der Bürgerkrieg - Die Entstehung einer neuen Dynastie


Hausarbeit, 2007

13 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

I. Einleitung

Diese Arbeit beschäftigt sich mit den letzten Jahren der Regentschaft und des Lebens Neros. Schwerpunkt wird hierbei auf Ereignisse ab dem Jahre 65 n. Chr. gelegt. Es wird Neros Außen- und Innenpolitik beleuchtet, sowie der Wandel des Neros bis hin zu seinem Niedergang und Tod im Jahre 68 n. Chr.. Dabei sollen die entschiedenen Faktoren hierfür herausgearbeitet werden, dazu zählen sicherlich die Pisonische Verschwörung, aber auch der Brand Roms und die daraus resultierende Christenverfolgung. Dieses stellt den Hauptteil der Arbeit dar. Den Abschluss bildet die Skizzierung der allgemeinen Veränderung nach dem Ende Neros. 1 Es wird der entbrannte Kampf, um die Nachfolge Neros und Herrschaft in Rom, das sogenannte Vierkaiserjahr erläutert. Weiterhin wird die daraus neu resultierende Dynastie und die nachhaltige Konsolidierung des römischen Reiches beschrieben.2

II. Neros letzten Jahre

II.A. Die Situation im Jahre 65 nach Christus

Nero fühlte sich in den letzten Jahren seiner Regentschaft frei sein Künstlerdasein auszuleben. Dieses war ihm erst möglich geworden, nachdem er seine Mutter Agrippina, unter deren großen Einfluss er immer noch dazu gedrängt wurde seine Leidenschaft für die Kunst von der Öffentlichkeit fernzuhalten, im Jahre 59 n. Chr. ermorden ließ.3

Nero arbeitete nun intensiv an seiner künstlerischen Karriere als Dichter, Sänger und Schauspieler. Diese Vorlieben des Kaisers wurden von Seneca und Burrus gefördert ohne großes öffentliches Aufsehen oder den Unmut des Volkes zu erregen. Nach Senecas Rückzug ins Privatleben im Jahre 62 n. Chr. und dem Tod Burrus endete auch die letzte Zurückhaltung Neros.4 Tigellinus, der neue Prätorianerpräfekt, förderte Neros bestreben nach einem Künstlerdasein, ohne Rücksicht auf Konventionen zunehmen. Dieses führte zu wachsenden Protesten in den Reihen der Senatoren, da Neros Verhalten gegen jegliche Traditionen und gegen das vorherrschende Standesbewusstsein verstieß. Diese Situation war für die traditionsbewussten Senatoren nicht zu tolerierbar.5

II.B. Der Brand Roms und der Beginn der Christenverfolgung

In der Nacht vom 18. zum 19. Juli 64 n. Chr. erschütterte Rom der Ausbruch eines Brandes. Dieser Brand sollte bis zum 26. Juli andauern und laut Tacitus wurden durch ihn von 14 Stadtbezirken Roms, 3 völlig zerstört, sieben schwer verwüstet und nur 4 blieben unversehrt.

Nero engagierte sich sehr bei den Löscharbeiten und deren Koordination, allerdings ließ die Art und Weise dieser Koordination, da sie zu weiteren Bränden führte, immer lauter werdende Gerüchte zu, dass Nero Ruhm durch die Errichtung einer völlig neuen Stadt erlangen wollte. Diese Gerüchte, dass Nero der Brandstifter gewesen sei, hielten sich hartnäckig und so stand für die Historiker Sueton und Plinius Nero als Brandstifter Roms fest. Nur Tacitus wollte einen Unfall als Brandursache nicht ganz ausschließen. Sueton hingegen ist sich der Schuld Neros gewiss, da dieser seine Tat schon vorher angekündigt hatte. Cassius Dio vervollständigte dieeses Bild der Täterschaft Neros, dadurch dass er anführte das der Brand an verschiedenen Stellen Roms zur gleichen Zeit ausgebrochen war.6

Für die Brandstiftung durch Nero wird als Grund die Errichtung der Domus Aurea (Das Goldene Haus) angeführt. Dieses Palastprojekt benötigte eine riesige freie Fläche, die nur so erreicht werden konnte.7 Um die Gerüchte zu bekämpfen, dass er die Verantwortung für den Brand Roms trägt, begann Nero auf den Rat seiner Berater eine große Anzahl, der von der Bevölkerung ohnehin verachteten, Christen verhaften zu lassen.8 Nachdem diese Christen unter Folter die Verantwortung für den Brand in Form eines Geständnisses übernommen hatten, wurden sie wie das römische Recht für Brandstifter es vorsah zum Tode verurteilt. Dieses Urteil wurde entweder durch Kreuzigung vollstreckt oder sie wurden in der Arena den Tieren vorgeworfen. Allerdings war die vorgeworfene Brandstiftung nicht allein der Grund warum die Christen den Tod unter der Herrschaft Neros fanden. Ein weiterer Grund dafür war der vorherrschende Hass gegenüber den Christen. Die darin vermutete Christenverfolgung unter Nero blieb allerdings auf Rom beschränkt.9

Die Kosten des Wiederaufbaus Roms wurden von Nero durch Plünderungen von Tempeln im ganzen Reich, aber auch durch unter Druck erfolgte Spenden finanziert. Neros ließ beim Wiederaufbau Roms breitere Straßen anlegen, beschränkte die Höhe, der neuerrichteten Häuser, die auch alle eigene Mauern haben mussten und sorgte somit für vielseitige Brandschutzmaßnahmen im neuen Rom.10

Aber Nero ließ auch sein Prestigeobjekt die Domus Aurea erbauen. Geplant war ein kaiserliches Luxusviertel, das sich vom Palatin über das Formum Romanum bis zum mons Oppius und zum Caelius verlaufen sollte. 11 Die Domus Aurea wies viele technische Raffinessen und große Kunstschätze auf. Allerdings stieß der Bau der Domus Aurea auf wenig politisches Verständnis, da dadurch die Entwicklung der öffentlichen Strukturen stark beeinflusst und verlangsamt wurden.12

II.C. Neros Politik und die Pisonische Verschwörung

Die Pisonische Verschwörung stellt sicherlich den größten und am besten geplanten Komplott gegen den Kaiser Nero dar. Grund für die Verschwörung liegt in der Politik und dem Verhalten des Kaisers.

Wie schon in dieser Arbeit skizziert gab sich Nero seinen künstlerischen Leidenschaften wie der Dichtkunst, der Musik und der Schauspielerei hin.13 Ein weiterer Vorwurf neben diesem vom Senat nicht toleriertem Verhalten war Neros Verschwendungssucht wie zum Beispiel der Domus Aurea. Mit solchen Projekten wie der Domus Aurea leerte Nero die Kassen Roms ohne Rücksicht auf die Öffentliche Wohlfahrt und die Bedürfnisse des römischen Volkes.14

Diese Gründe bewegten die Verschwörer, die sich unter den Senatoren fanden, die dieses Verhalten nicht mehr dulden wollten, und unter den Prätorianern, die Nero die Ermordung seiner Mutter Agrippina nicht verziehen haben, da Agrippina unter den Prätorianern sehr geschätzt wurde, dazu einen Plan zu entwickeln, der Neros Herrschaft beenden sollte. Ziel der Verschwörer war es Nero zu ermorden und gleichzeitig einen würdigen Nachfolger auszurufen.15 Der Zeitpunkt der Pisonischen Verschwörer für den Anschlag auf den Kaiser, nämlich die Festspiele des Jahres 65 n. Chr., begründet sich in der Tatsache, dass dort mit weiteren Verunglimpfungen alter Traditionen zu rechnen war. Aber auch die erneute Schwangerschaft von Poppaea, der Frau des Kaisers, stärkte die Befürchtungen, dass sich Neros Verhalten, in anbetracht der erwarteten Geburt eines Thronfolgers, noch unerträglicher gestalten würde.16

Es gilt festzuhalten, dass es den Verschwörern bei der geplanten Ermordung Neros nicht um die Wiederherstellung der Republik ging. Auch wenn sich viele der Verschwörer aus dem Kreis der alten republikanischen Aristokraten rekrutierten. Hauptziel war die Inthronisierung eines Nachfolgers, der nach dem Tode Neros in der Lage sei Nero zu ersetzen und den Willen und die Wünsche des Senates respektieren würde. 17

Die Wahl des Nachfolgers wurde im Vorfeld schon getroffen und fiel auf Gaius Calpurnius Piso, der aus der republikanischen Aristokratie stammte. In Roms Gesellschaft nahm Piso eine führende Rolle ein, obwohl er weder zu dem Beraterstamm Neros zählte, noch große politische Ambitionen besaß. Piso wird als ein sehr freigiebiger, auch zu Fremden freundlicher Mann charakterisiert, der im Gegensatz zu Nero auch dem männlichen Schönheitsideal der damaligen Zeit entsprach.18

[...]


1 Waldherr, Gerhard H.: Nero: Eine Biografie, Regensburg 2005, S.269.

2 Waldherr, Gerhard H.: Nero: Eine Biografie, Regensburg 2005, S.266.

3 Malitz, Jürgen: Nero, München 1999, S.39.

4 Waldherr, Gerhard H.: Nero: Eine Biografie, Regensburg 2005, S.107.

5 Waldherr, Gerhard H.: Nero: Eine Biografie, Regensburg 2005, S.108.

6 Malitz, Jürgen: Nero, München 1999, S.73.

7 Champlin, Edward: Nero, Cambridge 2003, S. 179.

8 Waldherr, Gerhard H.: Nero: Eine Biografie, Regensburg 2005, S.215.

9 Waldherr, Gerhard H.: Nero: Eine Biografie, Regensburg 2005, S.216.

10 Waldherr, Gerhard H.: Nero: Eine Biografie, Regensburg 2005, S.213.

11 Waldherr, Gerhard H.: Nero: Eine Biografie, Regensburg 2005, S.219.

12 Malitz, Jürgen: Nero, München 1999, S.79.

13 Waldherr, Gerhard H.: Nero: Eine Biografie, Regensburg 2005, S.187.

14 Malitz, Jürgen: Nero, München 1999, S.85.

15 Malitz, Jürgen: Nero, München 1999, S.84.

16 Waldherr, Gerhard H.: Nero: Eine Biografie, Regensburg 2005, S.187.

17 Waldherr, Gerhard H.: Nero: Eine Biografie, Regensburg 2005, S.188.

18 Waldherr, Gerhard H.: Nero: Eine Biografie, Regensburg 2005, S.190.

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Neros Ende und der Bürgerkrieg - Die Entstehung einer neuen Dynastie
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum
Note
2,0
Autor
Jahr
2007
Seiten
13
Katalognummer
V162251
ISBN (eBook)
9783640770595
ISBN (Buch)
9783640771011
Dateigröße
408 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Neros, Ende, Bürgerkrieg, Entstehung, Dynastie
Arbeit zitieren
Patrick Lethaus (Autor), 2007, Neros Ende und der Bürgerkrieg - Die Entstehung einer neuen Dynastie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/162251

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