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Kurt Tucholskys "Augen in der Großstadt". Eine Hymne an die Augen als Sitz der Seele (1930)

Título: Kurt Tucholskys "Augen in der Großstadt". Eine Hymne an die Augen als Sitz der Seele (1930)

Ensayo , 2024 , 10 Páginas , Calificación: Unbenotet

Autor:in: Petra Vincke-Koroschetz (Autor)

Filología alemana - Literatura alemana moderna
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Kurt Tucholskys Art mit verstecktem Symbolismus zu spielen ist faszinierend und ernüchternd zugleich - in seinem Poem fokusiert er auf die Augen des Einzelnen und der Masse als Organ der Wahrnehmung - sie stehen quasi als pars pro toto für den «Menschen», bzw. die Menschheit selbst. Die scheinbar willkürlich gewählte äussere Form ist typisch für den Expressionismus, da die Autoren dieser Epoche sich nicht an strikte formale Vorgaben hielten. Weitere Merkmale des Expressionismus sind das Großstadtmotiv, der Lärm, die Verschmutzung und die Anonymität in der Stadt, die generelle Orientierungslosigkeit, der Verlust des Individuums, das Unsicherheitsgefühl nach dem ersten Weltkrieg sowie auch der einzelne Mensch für sich, der auf seine Arbeit und auf seine Funktionalität in der grossen anonymen Masse reduziert erscheint. Der Mensch und seine Grundbedürfnisse scheinen verloren gegangen zu sein, was zwangsläufig in eine innerliche Vereinsamung führt.
Klingt in der ersten Strophe eine unterschwellige erotische Komponente mit, die auf die Liebe auf den ersten Blick hofft («vielleicht dein Lebensglück»), werden wir ab der zweiten Strophe mit der brutalen Vergänglichkeit des Lebens konfrontiert, dem Lebensweg, der einmal beschritten, unwiderruflich in den Tod führt und der Ohnmacht, dies nicht ändern zu können («kein Mensch dreht die Zeit zurück»). Schlussendlich bleibt die Begegnung mit einem, bzw. den fremden Anderen immer ein Risiko, aber auch eine Angst überwindende Herausforderung, denn wir alle sind letztendlich Teil des grossen Ganzen («von der grossen Menschheit ein Stück!») – pars pro toto – der Titel der den Beginn der lyrischen Geschichte einleitet wird auch zum Schlußstrich des Poems und die Augen zu Zeitzeugen des Lebens.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

  • 1. Einleitung
  • 2. Hauptteil
  • 3. Schluss
  • 4. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht Kurt Tucholskys Gedicht „Augen in der Großstadt“ aus dem Jahr 1930, wobei der Fokus auf der Bedeutung der Augen als „Sitz der Seele“ liegt, um prägnante Zeitabschnitte zu markieren und die Rolle des Sehens in der Großstadterfahrung zu charakterisieren. Der Essay analysiert, wie Tucholsky die Augen einsetzt, welche sprachlichen Mittel er verwendet und ob die Augen nur die eines Unbekannten, der breiten Masse oder die der Großstadt selbst repräsentieren.

  • Analyse des Gedichts "Augen in der Großstadt" von Kurt Tucholsky.
  • Die Augen als Metapher für die Seele und deren Funktion im Gedicht.
  • Darstellung der Großstadterfahrung und der menschlichen Einsamkeit.
  • Die Rolle von Zeit und Vergänglichkeit im Kontext des urbanen Lebens.
  • Tucholskys persönliche Umorientierung und politischer Hintergrund.

Auszug aus dem Buch

Kurt Tucholskys Augen in der Großstadt – eine Hymne an die Augen als Sitz der Seele

Doch widmen wir uns zunächst der Strophe eins: ein unbekannter Erzähler spricht den Leser direkt mit «du» an, womit der Autor sofort eine innere Verbindung zu diesem aufbaut und ihn in die Rolle des lyrischen Ichs katapultiert. Im Verlauf der Strophe wird erzählt wie ein unbekanntes du tagtäglich zur Arbeit geht und am frühen Morgen seinen Sorgen nachhängt. In einer unendlich erscheinenden Abfolge an Tagen scheint der oder die Unbekannte tagtäglich am Bahnhof zu stehen, in einer Stadt, die seelenlos und bedrückend wirkt. Die Negativität der Stadt wird noch verstärkt, indem die Wortschöpfung «asphaltglatt» in Vers sechs eingeschoben wird, die nochmals die Sterilität und Unbarmherzigkeit des öden Alltags verstärkt. Die darauffolgende Metapher «Menschentrichter» steht für die anonymen Massen, die sich Tag ein und Tag aus durch die Stadt zwängen und besonders am Morgen für die signifikante Anonymität des Einzelnen im Menschenstrom steht. Dem lyrischen ich (du) begegnen «Millionen Gesichter» und darauf folgt der Refrain: «Zwei fremde Augen, ein kurzer Blick, die Braue, Pupillen, die Lider – Was war das?» Und plötzlich scheint der Mensch im Menschtrichter für Sekunden innezuhalten, für einen kurzen Augenblick ein Moment der Stille und Besinnung, die durch das hier bedeutende Adverb «vielleicht» Hoffnung impliziert. Die Augen haben es erblickt – «vielleicht dein Lebensglück...nur für Sekunden blitzt die Hoffnung auf, auf einen Seelenverwandten zu treffen, jemand der das gleiche Schicksal teilt, ein Verbündeter in der anonymen Masse der Tristesse. Doch die letzte Verszeile macht diesen Eindruck zunichte: «vorbei, verweht, nie wieder». Das «du» ist Opfer einer bitteren Täuschung geworden, wobei «verweht und nie wieder» eine deutliche Endgültigkeit impliziert und man dies auch inhaltlich mit «vorbei und endgültig Schluss» übersetzen könnte. Dennoch ist es dieser Refrain, der die Kernaussage des Gedichtes trägt, den Menschen zu zeigen, der in seinem Alltagstrott gefesselt ist, schwermütig und fast schon depressiv und in der Masse allein. Die Augen werden zu Suchenden, die einzige Möglichkeit noch Kontakt zu «erblicken» - die Hoffnung auf einen Augenblick, der im Herzen verbindet. Das «du» agiert dabei mit den Aktionsverben «gehen, stehen und sein» und die Stadt antwortet ihm «asphaltglatt» mit «zeigt».

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in Kurt Tucholskys Gedicht „Augen in der Großstadt“ ein, beleuchtet dessen zeitlose Relevanz und stellt die zentrale Forschungsfrage nach der Funktion der Augen als „Sitz der Seele“ in den Mittelpunkt.

2. Hauptteil: Der Hauptteil analysiert das Gedicht Strophe für Strophe, untersucht seine formale Struktur, den urbanen Kontext Berlins und die Verknüpfung von Augen, Vergänglichkeit und menschlicher Verbindung, inklusive eines Vergleichs mit Charles Baudelaire.

3. Schluss: Dieses Kapitel fasst die Hauptthemen des Gedichts zusammen, darunter die Augen als Pars pro Toto für die Menschheit, expressionistische Merkmale, die Vergänglichkeit des Lebens und die daraus resultierende Einsamkeit, wobei die Augen als Zeitzeugen des Lebens bestehen bleiben.

Schlüsselwörter

Großstadt, Tucholsky, Augen, Gedichtinterpretation, Expressionismus, Berlin, Einsamkeit, Vergänglichkeit, Seele, Großstadtlyrik, Menschtrichter, Seelenverwandte, Augenblick, urban, Kommunikation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit Kurt Tucholskys Gedicht „Augen in der Großstadt“ aus dem Jahr 1930 und analysiert die zentrale Rolle und Bedeutung der Augen als Ausdruck der Seele und menschlicher Erfahrung im urbanen Raum.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themenfelder sind die Analyse von Tucholskys Gedicht, die Metapher der Augen als Sitz der Seele, die Darstellung von Großstadterlebnissen und Einsamkeit, sowie die Konzepte von Zeit und Vergänglichkeit.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es zu untersuchen, wie Tucholsky die Augen als „Sitz der Seele“ im Gedicht einsetzt, welche sprachlichen Mittel dies unterstützen und welche Aspekte von Individuum oder Kollektiv durch die Augen repräsentiert werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit verwendet eine literaturwissenschaftliche Methode der Gedichtinterpretation, die eine detaillierte Analyse der Strophen, Metrik und sprachlichen Mittel des Poems umfasst, eingebettet in den historischen und biographischen Kontext des Autors.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die strophische Analyse des Gedichts, die formalen Aspekte, den Bezug zu Berlin als Großstadtlyrik, die Darstellung von Gefühlen und menschlicher Begegnung, sowie Vergleiche mit ähnlichen Motiven in der Literatur, wie bei Charles Baudelaire.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Schlüsselwörter wie Großstadt, Tucholsky, Augen, Gedichtinterpretation, Expressionismus, Berlin, Einsamkeit, Vergänglichkeit, Seele, Großstadtlyrik und urbane Kommunikation charakterisiert.

Welche Bedeutung hat der wiederkehrende Refrain im Gedicht?

Der Refrain „Zwei fremde Augen, ein kurzer Blick, die Braue, Pupillen, die Lider – Was war das?“ markiert prägnante Momente der Hoffnung und Enttäuschung, betont die Flüchtigkeit menschlicher Begegnungen in der Großstadt und verstärkt die melancholische Stimmung des lyrischen Ichs.

Wie wird das Motiv der Vergänglichkeit im Gedicht thematisiert?

Das Motiv der Vergänglichkeit wird durch die schnell verfliegenden Augenblicke der Begegnung, die Sinnlosigkeit des Festhaltens an der Zeit („kein Mensch dreht die Zeit zurück“) und die Metapher des Lebensweges thematisiert, was an die Vanitas- und Memento mori-Begriffe erinnert.

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Detalles

Título
Kurt Tucholskys "Augen in der Großstadt". Eine Hymne an die Augen als Sitz der Seele (1930)
Universidad
University of Geneva  (Département de langue et de littérature allemandes)
Calificación
Unbenotet
Autor
Petra Vincke-Koroschetz (Autor)
Año de publicación
2024
Páginas
10
No. de catálogo
V1623274
ISBN (PDF)
9783389155943
Idioma
Alemán
Etiqueta
Tucholsky Augen in der Grossstadt Lyrik Neue Sachlichkeit Lyrik der Weimarer Republik Die Weltbühne Kabarettautor Berlin 1930 Die Einsamkeit des Einzelnen in der breiten Masse Grossstadt Melancholie Lyrik des Expressionismus
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Petra Vincke-Koroschetz (Autor), 2024, Kurt Tucholskys "Augen in der Großstadt". Eine Hymne an die Augen als Sitz der Seele (1930), Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1623274
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