In dieser Arbeit werde ich mich mit dem Thema geschlechtergerechte Didaktik in der Erwachsenenbildung auseinandersetzen.
Dazu werde ich die Sichtweise Horst Sieberts, sowie empirische
Untersuchungen unter anderem von Karin Derichs-Kunstmann zu diesem Thema heranziehen.
Zuerst möchte ich den Begriff der geschlechtergerechten Didaktik in der Erwachsenenbildung klären, um dann die Frage zu erörtern warum sie von Bedeutung für diesen Bereich ist. Danach werde ich einige Statistiken, Zahlen und empirische Untersuchungen zum Thema Frauen in Veranstaltungen der Erwachsenenbildung aufzeigen.
Ein weiterer Teil meiner Arbeit beschäftigt sich auch mit Handlungsmöglichkeiten zur Verbesserung einer geschlechterneutralen Didaktik. Die Einbeziehung von Geschlechterdifferenzen als Inhalt von Seminaren ist dabei ein zentraler Punkt, welcher genauer behandelt wird.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Erste Fragen zu diesem Thema
2.1. Was bedeutet der Begriff Didaktik?
2.2. Was bedeutet geschlechtergerechte Didaktik in der Erwachsenenbildung?
2.3. Warum ist geschlechtergerechte Didaktik in der Erwachsenenbildung von Bedeutung?
3. Allgemeine geschlechtertypische Zuschreibungen
4. Horst Siebert über Geschlechterdifferenzen in der Erwachsenenbildung
5. Frauen als Teilnehmerinnen von Erwachsenenbildungsveranstaltungen – Statistiken und Zahlen
5.1. Werden Weiterbildungsseminare öfters von Frauen oder von Männern besucht?
5.2. Gibt es Unterschiede bei der Wahl von Seminarangeboten zwischen Männern und Frauen?
5.3. Welche Verhaltensauffälligkeiten gibt es bei Frauen und Männer in gemischtgeschlechtlichen Veranstaltungen?
6. „Lernen Frauen anders? Empirische Befunde zur Inszenierung des Geschlechterverhältnisses in Lernsituationen“
7. Handlungsmöglichkeiten zur Umsetzung von Geschlechterdemokratie in der Erwachsenenbildung
8. Geschlechterdifferenzen als Inhalt von Seminaren
9. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Seminararbeit untersucht die Bedeutung und praktische Relevanz einer geschlechtergerechten Didaktik im Bereich der Erwachsenenbildung. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie geschlechtsspezifische Verhaltensmuster die Lernkultur beeinflussen und welche Ansätze für eine demokratischere, geschlechterbewusste Bildungsgestaltung existieren.
- Begriffsbestimmung und Bedeutung geschlechtergerechter Didaktik
- Analyse geschlechtertypischer Zuschreibungen und Rollenbilder
- Empirische Befunde zur Kommunikation und Interaktion in Seminaren
- Statistische Auswertung zur geschlechtsspezifischen Weiterbildungsbeteiligung
- Handlungsstrategien für Kursleitende zur Förderung von Geschlechterdemokratie
Auszug aus dem Buch
3. Allgemeine geschlechtertypische Zuschreibungen
Frauen und Männer unterscheiden sich sehr oft hinsichtlich ihrer Berufswahl, ihren Interessen, sowie unter anderem auch der Körpersprache voneinander. Ordnet man jedoch jedem Geschlecht bestimmte Eigenschaften zu, so sind diese mit Vorsicht zu genießen. Diese Verallgemeinerungen führen schnell zu Überzeugungen, die nicht immer und überall anzuwenden sind.
Diese unterschiedlichen Verhaltensweisen zwischen Männern und Frauen lässt die Frage aufkommen, ob dieses Verhalten angeboren oder erlernt ist. In unserer Gesellschaft ist es eine Tatsache, dass bestimmte Geschlechterrollen noch immer eher unflexibel sind. Dieser Umstand wird immer reproduziert durch die Sozialisation des Individuums. Das bedeutet, man lernt wie man sich in bestimmten Situationen und vor bestimmten Leuten zu verhalten hat. Hält man sich an die vorgegebenen Normen, so wird man weitgehend als Teil der Gesellschaft akzeptiert. Gerade in der frühen Kindheit ist der Mensch sehr formbar und empfänglich für Umwelteinflüsse. Inwieweit der Mensch biologisch determiniert ist, wurde bisher noch nicht ausreichend geklärt.
Geschlechtertypische Zuschreibungen sind in diesem Fall solche, wenn bestimmte Verhaltensweisen innerhalb eines Geschlechts mehr Ähnlichkeiten aufweisen, als zwischen zwei Geschlechtern. Mädchen schreibt man zum Beispiel bessere soziale Fähigkeiten zu, während Burschen ein höheres Aggressionspotential mit sich tragen. Diese Werte werden von Generation zu Generation weitergegeben. Wertvorstellungen und Normen, die einer Gesellschaft zugrunde liegen, werden nur schwach wahrgenommen und sehr selten kritisiert, da sie bereits verinnerlicht sind.
Jeder Mensch erwartet geschlechtsspezifische Eigenschaften von seinem Gegenüber, da es eine Denkgewohnheit ist. Geschlechtertypische Zuschreibungen sind in unserem Alltag fest verwurzelt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Themenstellung ein und grenzt den inhaltlichen Fokus auf die geschlechtergerechte Didaktik in der Erwachsenenbildung ein.
2. Erste Fragen zu diesem Thema: Hier werden grundlegende Definitionen von Didaktik und geschlechtergerechter Didaktik erarbeitet und deren Relevanz begründet.
3. Allgemeine geschlechtertypische Zuschreibungen: Das Kapitel beleuchtet, wie gesellschaftliche Sozialisationsprozesse und Vorurteile unsere Erwartungen an das Verhalten von Frauen und Männern prägen.
4. Horst Siebert über Geschlechterdifferenzen in der Erwachsenenbildung: Es wird die Perspektive von Horst Siebert analysiert, der insbesondere die Bedeutung von Sprache und unterschiedlichen Kommunikationsmustern hervorhebt.
5. Frauen als Teilnehmerinnen von Erwachsenenbildungsveranstaltungen – Statistiken und Zahlen: Dieser Abschnitt bietet einen statistischen Überblick zur Weiterbildungsbeteiligung und untersucht geschlechterspezifische Unterschiede bei der Themenwahl sowie Verhaltensauffälligkeiten.
6. „Lernen Frauen anders? Empirische Befunde zur Inszenierung des Geschlechterverhältnisses in Lernsituationen“: Anhand von vier wissenschaftlichen Untersuchungen werden unterschiedliche Kommunikations- und Interaktionsstile von Frauen und Männern in Gruppen diskutiert.
7. Handlungsmöglichkeiten zur Umsetzung von Geschlechterdemokratie in der Erwachsenenbildung: Das Kapitel liefert konkrete Ansätze wie geschlechtergerechte Sprache, Methodenwahl und Rahmenbedingungen zur Förderung der Geschlechterdemokratie.
8. Geschlechterdifferenzen als Inhalt von Seminaren: Hier wird die Empfehlung ausgesprochen, Geschlechterthematiken explizit als Teil des Unterrichtsstoffes zu behandeln, um bestehende Rollenbilder aufzubrechen.
9. Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer Reflexion über die Diskrepanz zwischen theoretischen Forderungen und der alltäglichen Praxis in der Erwachsenenbildung.
Schlüsselwörter
Erwachsenenbildung, geschlechtergerechte Didaktik, Geschlechterdemokratie, Gender, Sozialisation, Kommunikation, Seminarleitung, Lernklima, Chancengleichheit, Geschlechterdifferenz, Rollenbilder, Gender Mainstreaming, Interaktion, Weiterbildung, Didaktisches Handeln.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Relevanz und Umsetzung einer geschlechtergerechten Didaktik innerhalb der Erwachsenenbildung, um eine gerechtere Lernumgebung für alle Teilnehmenden zu schaffen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zentrale Themen sind die Analyse von Kommunikationsmustern, die Auswirkungen von Sozialisation auf Geschlechterrollen sowie praktische Handlungsmöglichkeiten für Kursleitende.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Bedeutung einer geschlechtsbewussten Didaktik hervorzuheben und aufzuzeigen, wie Vorurteile und ungleiche Machtverhältnisse in Seminaren abgebaut werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturrecherche und der Diskussion empirischer Befunde, wie etwa der kommunikationssoziologischen Analyse von Interaktionssituationen in Seminaren.
Welche Aspekte werden im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der Definition der Didaktik, der Analyse statistischer Daten zur Weiterbildungsbeteiligung sowie der kritischen Auseinandersetzung mit empirischen Studien zum Seminarverhalten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Erwachsenenbildung, Geschlechtergerechtigkeit, Didaktik, Kommunikation, Gender, Rollenbilder und Geschlechterdemokratie sind die zentralen Begriffe.
Warum betont die Autorin die Rolle der Seminarleitung so stark?
Die Seminarleitung hat durch ihre Vorbildfunktion, ihre Sprachwahl und die Gestaltung der Rahmenbedingungen einen direkten Einfluss darauf, ob sich Geschlechterhierarchien im Kurs verfestigen oder auflösen.
Welche Rolle spielt der im Anhang beigefügte Leitfaden?
Der Leitfaden dient als praktisches Instrument zur Selbstreflexion für Lehrende, um ihr eigenes didaktisches Handeln in Bezug auf Geschlechteraspekte kritisch zu hinterfragen.
- Arbeit zitieren
- Doris Nazarevic (Autor:in), 2009, Die Bedeutung von geschlechtergerechter Didaktik für die Arbeit im Bereich der Erwachsenenbildung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/162351