Der globale Wettlauf um das Kapital sowie die wachsenden Renditeforderungen der Investoren haben zu einer deutlichen Verschärfung der Bedingungen zur Kapitalbeschaffung geführt und erfordern dementsprechend ein Umdenken in der bisherigen Unternehmensstrategie.
Vor diesem Hintergrund postuliert die wertorientierte Unternehmensführung eine stärkere Orientierung an den Interessen der Kapitalgeber und stellt die Steigerung des Unternehmenswertes in den Mittelpunkt des Handelns und der Denkweise des Managements. Insbesondere kapitalmarktorientierte Unterne h- men unterliegen aufgrund der zunehmenden Internationalisierung der Kapital- märkte sowie der großen Konkurrenz um Beteiligungskapital der Notwendigkeit, den Forderungen der Kapitalgeber durch eine Steigerung des Unternehmens- wertes nachzukommen.Der Auffassung Süchtings zur Folge, der sich in der vorliegenden Arbeit angeschlossen wird, lauten die Anweisungen an die Unter- nehmensleitung daher:
„Handle so, dass der Kurswert des Aktienvermögens deiner Gesellschafter maximiert wird.“
Nur solche Unternehmen, die sich den neuen Marktgesetzen anpassen, we rden auf den Kapitalmärkten dauerhaft wettbewerbsfähig sein.
Eine Fokussierung auf die wertorientierte Unternehmensführung hat zur Folge, dass auch die betriebswirtschaftlichen Steuerungsinstrumente dieser veränder- ten Führungsphilosophie anzupassen sind.
In dieser Arbeit werden die Begriffe „wertorientierte Unternehmensführung“ bzw. -steuerung synonym mit den Bezeichnungen Shareholder Value-Ansatz und Value Based Management verwendet.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
1.1. Problemstellung
1.2. Zielsetzung und Aufbau der Arbeit
2. GRUNDLAGEN EINER WERTORIENTIERTEN UNTERNEHMENSFÜHRUNG - FUNDUS FÜR DIE EMPIRISCHE UNTERSUCHUNG
2.1. Bedeutung des Investor Relations
2.2. Anspruchsgruppen eines Unternehmens – Shareholder versus Stakeholder Ansatz
2.3. Wertsteigerung als originäres Unternehmensziel
2.4. Überblick über die Verfahren der Unternehmensbewertung
2.4.1. Substanzwertverfahren
2.4.2. Ertragswertverfahren
2.4.3. Discounted Cash Flow-Verfahren
2.4.3.1. Brutto-Methode
2.4.3.2. Netto-Methode
2.5. Die Kapitalkosten
2.5.1. Eigenkapitalkosten
2.5.1.1. Capital Asset Pricing Model (CAPM)
2.5.1.2. Arbitrage Pricing Theory (APT)
2.5.2. Fremdkapitalkosten
2.5.3. Weighted Average Cost of Capital (WACC)
2.6. Traditionelle versus wertorientierte Unternehmensführung
2.6.1. Traditionelle Ansätze
2.6.2. Wertorientierte Ansätze
2.6.2.1. Discounted Cash Flow (DCF)
2.6.2.2. Economic Value Added (EVA®)
2.6.2.3. Cash Flow Return On Investment (CFROI)
2.6.2.4. Return On Capital Employed (ROCE)
2.7. Wertorientierte Vergütung
3. STAND DER FORSCHUNG
3.1. Empirische Untersuchung der KPMG Consulting
3.2. Empirische Untersuchung von Pellens, Tomaszewski und Weber
4. DER NEUE MARKT ALS BÖRSENSEGMENT
4.1. Historie und Charakteristika
4.2. Aktuelle Entwicklungen
5. EMPIRISCHE UNTERSUCHUNG ÜBER DEN EINSATZ WERTORIENTIERTER STEUERUNGSINSTRUMENTE DER IM NEUEN MARKT INDEX 50 NOTIERTEN UNTERNEHMEN
5.1. Grundlagen der Untersuchung
5.1.1. Konzeption der Studie
5.1.2. Statistische Vorgehensweise
5.1.3. Branchenverteilung der teilnehmenden Unternehmen
5.2. Ergebnisse der empirischen Analyse
5.2.1. Hypothesen und Untersuchungsschwerpunkte
5.2.2. Investor Relations Aktivitäten
5.2.3. Primäre Zielsetzungen der befragten Unternehmen
5.2.4. Wesentliche Anspruchsgruppen
5.2.5. Unternehmenszielsetzungen und primäre Anspruchsgruppe
5.2.6. Wachstumsstrategien der Unternehmen
5.2.7. Methoden der Unternehmensbewertung
5.2.8. Formen der Eigenkapitalkostenermittlung
5.2.9. Zwischenergebnisse
5.2.10. Methoden der Performancemessung
5.2.10.1. Traditionelle Methoden der Performancemessung
5.2.10.2. Gründe für die Bevorzugung traditioneller Instrumente
5.2.10.3. Wertorientierte Methoden der Performancemessung
5.2.10.4. Wertorientierte Performancemessung und Eigenkapitalkostenermittlung
5.2.10.5. Performancemessung und primäre Anspruchsgruppe
5.2.11. Vergütung des Managements
5.3. Kompendium der wesentlichen Erkenntnisse
6. SCHLUSSBETRACHTUNG UND AUSBLICK
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, den Implementierungsgrad des Value Based Managements bei den im Nemax 50 notierten Unternehmen des Neuen Marktes zu analysieren und zu untersuchen, inwieweit das Controlling-Instrumentarium an diese wertorientierte Führungsphilosophie angepasst wurde.
- Analyse der Verbreitung wertorientierter Steuerungskonzepte bei Nemax 50 Unternehmen.
- Untersuchung von Methoden der Unternehmensbewertung und Eigenkapitalkostenermittlung.
- Bewertung der Rolle von Investor Relations und Anspruchsgruppen (Shareholder vs. Stakeholder).
- Erforschung der Performancemessung und der wertorientierten Vergütung des Managements.
- Vergleich der Ergebnisse mit bestehenden Studien zu DAX-Unternehmen.
Auszug aus dem Buch
2.4.3.1. Brutto-Methode
In der amerikanischen Bewertungstheorie und –praxis wird die Entity-Methode als vorherrschend beschrieben. Demnach ist der Cash Flow jener Zahlungsmittelüberschuss, der sämtlichen Kapitalgebern der Unternehmung, also Fremd- und Eigenkapitalgebern, zur Disposition steht. Die durch die unternehmerische Tätigkeit initiierten Zahlungsströme werden bei dieser Methode im Zähler erfasst, während die Diskontierungsrate die Art der Unternehmensfinanzierung im Nenner impliziert.
Die Diskontierungsrate entspricht den Kosten der Kapitalbeschaffung, die das Unternehmen in Form von Renditen an die Eigen- und Fremdkapitalgeber zu entrichten hat. Kapitalkosten sind nach ihrem spezifischen Beitrag zum Gesamtkapital der Unternehmung zu gewichten. Man bezeichnet dieses als gewogenen Kapitalkostensatz. Das Resultat der diskontierten Erwartungswerte der periodischen Cash Flow-Verteilungen ergänzt um einen Fortführungswert, der den Barwert jener Zahlungsströme kennzeichnet, die jenseits des Planungshorizonts entstehen, ergibt den im allgemeinen sogenannten Marktwert des Unternehmens für Eigen- und Fremdkapitalgeber.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Darstellung der Problemstellung und Zielsetzung der Untersuchung zum Value Based Management bei Nemax 50 Unternehmen.
2. GRUNDLAGEN EINER WERTORIENTIERTEN UNTERNEHMENSFÜHRUNG: Theoretische Herleitung der Konzepte wie Shareholder Value, Unternehmensbewertung, Kapitalkosten, Performancemessung und wertorientierte Vergütung.
3. STAND DER FORSCHUNG: Zusammenfassender Überblick über existierende empirische Studien zu wertorientierten Managementkonzepten in Deutschland.
4. DER NEUE MARKT ALS BÖRSENSEGMENT: Charakterisierung des Neuen Marktes und der Nemax 50 Unternehmen sowie Einordnung der aktuellen Börsenentwicklung.
5. EMPIRISCHE UNTERSUCHUNG ÜBER DEN EINSATZ WERTORIENTIERTER STEUERUNGSINSTRUMENTE DER IM NEUEN MARKT INDEX 50 NOTIERTEN UNTERNEHMEN: Auswertung und Darstellung der empirischen Ergebnisse bezüglich der Anwendung von Steuerungsinstrumenten und Vergütungsmodellen bei Nemax 50 Unternehmen.
6. SCHLUSSBETRACHTUNG UND AUSBLICK: Fazit der Untersuchung und Darlegung des weiteren Forschungsbedarfs hinsichtlich der Verbreitung wertorientierter Managementansätze.
Schlüsselwörter
Wertorientierte Unternehmensführung, Value Based Management, Shareholder Value, Nemax 50, Unternehmensbewertung, Kapitalkosten, WACC, DCF, EVA, CFROI, ROCE, Performancemessung, Investor Relations, Managementvergütung, Neuer Markt.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die Verbreitung und den Implementierungsgrad von wertorientierten Unternehmensführungsinstrumenten bei den 50 größten Unternehmen des Neuen Marktes (Nemax 50) im Jahr 2002.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Felder umfassen Unternehmensbewertungsverfahren, Kapitalkostenermittlung (CAPM), Performancemessungskennzahlen sowie die Gestaltung von Managementvergütungssystemen im Kontext des Shareholder Value.
Was ist das primäre Ziel oder die zentrale Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, zu untersuchen, inwieweit das Controlling-Instrumentarium bei Nemax 50 Unternehmen an die wertorientierte Führungsphilosophie ausgerichtet wurde.
Welche wissenschaftliche Methode wurde für die empirische Untersuchung verwendet?
Der Verfasser führte eine Vollerhebung mittels standardisierter Fragebögen bei den Investor-Relations-Abteilungen der Nemax-50-Unternehmen durch, die mit einer Rücklaufquote von 26% statistisch ausgewertet wurde.
Welche Inhalte dominieren den Hauptteil?
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Fundus der Instrumente sowie die detaillierte Darstellung und Auswertung der empirischen Ergebnisse zu Wachstumsstrategien, Bewertungsmethoden und Anreizsystemen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Neben dem zentralen Begriff "Value Based Management" prägen Begriffe wie Shareholder Value, DCF, EVA, CFROI und ROCE die wissenschaftliche Auseinandersetzung.
Warum wurde gerade der Neue Markt bzw. Nemax 50 als Untersuchungsgegenstand gewählt?
Da für dieses Börsensegment zum Zeitpunkt der Erstellung keine vergleichbaren Studien vorlagen, sollte eine Forschungslücke geschlossen und das Managementverhalten junger, wachstumsstarker Unternehmen empirisch erfasst werden.
Wie unterscheidet sich die Vergütung des Managements in den untersuchten Unternehmen?
Die Untersuchung zeigt, dass zwar eine Unterteilung in fixe und variable Bestandteile weit verbreitet ist, die variablen Komponenten jedoch überwiegend auf qualitativen Zielvereinbarungen basieren und kaum wertorientierte Kennzahlen zur Bemessung herangezogen werden.
- Quote paper
- Mark Kurzich (Author), 2002, Wertorientierte Steuerung bei den im Nemax50 notierten Unternehmen - dargestellt anhand einer empirischen Untersuchung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/16238